WOODCRAFTERS 2005 – 4 Tage Holz…

Michael Tetzner

Wie in den vergangenen beiden Jahren, war auch das diesjährige WOODCRAFTERS-Event in Muncie, im Bundesstaat Indiana, einer der Höhepunkte in meiner Flugsaison.

WOODCRAFTERS ist ein Flugtag, der von Ray Hayes, Besitzer von Skybench Aerotech (www.skybench.com) und seines Zeichens Hersteller von Segler-Holzbausätzen, organisiert wird.
Dieses Jahr ging es über vier Tage, vom 26.5.2005 bis zum 29.5.2005.

Das Ganze findet auf dem Flugfeld der AMA (Academy of Model Aeronautics), dem Dachverband aller Modellflugvereine hier in den USA, statt.

Die AMA verfügt dort über ein 400ha großes Gelände, in dem die jeweiligen Sparten (Freiflug, Fesselflug, RC, usw.) ihren eigenen Bereich haben. Der der RC-Fliegerei zugewiesene Bereich verfügt über zwei asphaltierte Pisten, die von großflächigen Grasflächen umgeben sind. Die nächsten Bäume sind mehrere hundert Meter entfernt.

Wie der Name schon sagt, geht es hier um aus Holz gebaute Segler. Die Rümpfe dürfen auch aus GfK, CfK oder sonstigen Materialien gefertigt sein, aber die Tragflächen und Leitwerke müssen aus Holz sein. Styro/Abachi, Carbon-Kevlar D-box oder ähnliche Konstruktionen sind nicht zugelassen.
Das Ganze hat auch einen Wettbewerbsaspekt, aber es geht alles sehr leger und stressfrei zu. Ray Hayes Motto für WOODCRAFTERS sagt alles: “WOODCRAFTERS – nothing but fun.”
Die zweite Besonderheit ist, dass die Teilnehmerzahl auf die Anzahl der verfügbaren RC-Kanäle begrenzt ist, so dass jeder Teilnehmer „seine“ Frequenz für sich hat, einen Sender-impound gibt es nicht.
Etwaige Doppel- oder Mehrfachbelegungen einer Frequenz durch ein Team müssen von den jeweiligen Personen selbst organisiert werden.

Es wird in mehreren Klassen geflogen:

RES
- bis 2m und über 2m Spannweite.
RES (Rudder/Elevator/Spoiler) ist eine hierzulande sehr beliebte Wettbewersklasse, wie der Name schon sagt, dürfen die dafür zugelassenen Modelle nur 2achsgesteuert sein, dürfen jedoch Spoiler als Landehilfen verwenden.

Unlimited
– 3achs gesteuerte Segler, Wölbklappen und/oder Spoiler sind ebenfalls zugelassen.
Gestartet wird an der Winde und es muss eine Zeitaufgabe mit anschließender Punktlandung erfüllt werden.

Scale
Bei den ersten WOODCRAFTERS in den Jahren 2002 und 2003 war Scale ein Nebenereignis, aber in den letzten beiden Jahren hat die Beteiligung sehr zugenommen, so dass die Scale-Klasse(n) jetzt genauso bedeutend sind wie die übrigen Sparten.
Gestartet wird per F-Schlepp. Dieses Jahr hatten wir sogar zwei Schlepper zur Verfügung.
Es gibt zwei Scale-Klassen, Scale nach Gordon Pearsons Regeln, sowie Scale nach Ray Hayes Regeln.

In beiden Klassen werden die Segler statisch gewertet (Bauausführung, Details, Dokumentation, etc., maximale Punktzahl: 80) und müssen dann Ihre Flugaufgaben erfüllen:

  • Segler mit offener Struktur (SG-38 oder ähnliches) aus der Zeit vor 1945: 1 Minute, 15 Punkte
  • Segler vor 1945 (außer der oben aufgeführten Klasse): 2 Minuten, 15 Punkte, 1 Punkt Abzug für jede Sekunde unter 2 Minuten.
  • Segler der Jahre 1945 bis 1965: 3 Minuten, 15 Punkte, 1 Punkt Abzug für jede Sekunde unter 3 Minuten.
  • Segler ab dem Jahr 1965: 4 Minuten, 15 Punkte, 1 Punkt Abzug für jede Sekunde unter 3 Minuten.
Landewertung: 5 Punkte für die Landung, wobei die einzige Anforderung ist , dass das Modell unbeschädigt ist und nicht weiter als 5 Minuten Fußmarsch von der Startstelle entfernt liegt.

Auch hier kann man wieder sehen, dass es weniger um die Punkte und den Wettbewerb geht, sondern mehr um’s Fliegen und den Spass dabei.

Ray Hayes Unlimited Fun Scale
Zugelassen: Scale-Segler jeglicher Spannweite und mit beliebiger Anzahl von RC-Funktionen.
Statische Wertung in 15ft Abstand, danach Flugaufgaben, je nach Wetterlage zwischen 30 und 60 Minuten, Start per F-Schlepp, maximale Ausklinkhöhe 1000ft (ca. 300m).
Landeaufgabe wie bei Gordon’s Regeln.
Anzahl der Versuche, um die Flugaufgaben zu erfüllen: unbegrenzt.

Mein Interesse gilt den Scale-Seglern, daher sind die Bilder hauptsächlich von Scale-Seglern.
Für mich persönlich war das diesjährige WOODCRAFTERS nicht so erfolgreich, da ich meine Flair Ka8 bei einem missglückten Start ziemlich ramponiert habe (ist aber reparierbar). Außerdem hatten wir ziemlich starke und böige Winde, weswegen ich den Erstflug meines 1:3 Grunau Baby’s (Bausatz von Günther Schneider) nicht gewagt habe....

Trotz allem habe ich es aber wieder genossen.
Einziger Wermutstropfen ist vielleicht, dass der Altersdurchschnitt der Teilnehmer zeigt, dass wir Balsaschnitzer und Holzleimschnüffler eine vom Aussterben bedrohte Art sind....
Ich feiere demnächst meinen Fünfzigsten und war dennoch einer der „jungen Spundte“....

Bilder von der Veranstaltung

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Stand: 08.06.2005