RCN-Jugendcup 2005 - der Bericht

Gernot Steenblock

Wie jedes Jahr, so hieß es auch 2005: „Auf zum RCN-Jugendcup!“

Dieser Wettbewerb ist ausschließlich für jugendliche Piloten gedacht, die erste Wettbewerbserfahrungen sammeln möchten.

In diesem Jahr machte diese „Wanderveranstaltung“ zum ersten Mal beim MFC-Ostrachtal e.V. halt.
Bereits am Freitagmittag waren die ersten Teilnehmer angereist, nur um bei strahlendem Sonnenschein schon mal mit dem Grounden ihrer Modelle zu beginnen.


Der Gnumpf von Marco Weimer


Und ein weiteres Modell, das in der Luft demontiert wurde.

Angemeldet waren 15 Jugendliche mit ihren Betreuern, um sich in drei verschiedenen Klassen dem sportlichen Wettstreit zu stellen. Den Anfang machten die Segelflieger. Dabei ging es darum, nach einer Flugzeit von 2, 3 oder 4 Minuten auf die Sekunde genau möglichst nahe an einer 30m langen Linie zu landen. Gemessen wurde die Zeit vom Ausklinken des Schleppseils bzw. des Abschalten des Antriebs bis zum Stillstand des Modells an der Landemarkierung.

Nachdem uns am Samstagvormittag immer wieder der Regen ins Zelt gezwungen hatte, konnte der erste Durchgang bei ca. 4 Windstärken um 13.30 Uhr begonnen werden.


Siggi (H. Siegmann) gab im kleinen Gelben den Flugleiter und Ulrich (U. Horn) und ich (G. Steenblock) spielten die Punktrichter. Gerald (G. Lehr) organisierte die Senderausgabe und die Datenerfassung im Zelt.

Die Flugzeit hatten die meisten Piloten gut im Griff (jede Sekunde Abweichung ergab 2 Punkte Abzug). Lediglich die Punktlandung an der Linie stellte bei diesen Wetterverhältnissen eine fast unlösbare Aufgabe für die Teilnehmer dar, da im Landeanflug gegen den Wind kaum noch Strecke gut gemacht werden konnte, gingen die meisten Modelle deutlich vor der Landelinie runter. Gewertet wurde der Abstand im Bereich von +/- 5 Meter an die Linie heran (je 5cm ein Punkt Abzug). Nur Jan Gürtler schaffte es, sein Modell nur 0,68m neben der Linie zum Stillstand zu bringen. Besonders hervorheben möchte ich in dieser Klasse die Leistung von Christian Gabele. Der 10jährige Junge absolvierte diesen Wettbewerb mit einem Hochdecker-Trainermodell mit Verbrennungsmotor.

Der direkt im Anschluss ausgetragene Wettbewerb „Elektroflug“ besteht im Wesentlichen aus den gleichen Aufgaben wie der Segelflugwettbewerb. Zusätzlich muss jedoch noch eine liegende Acht und ein tiefer Platzüberflug absolviert werden, deren Ausführung von den Punktrichtern benotet wurde. Auch hier war die Ziellandung die eigentliche Herausforderung. Der Wind gab nur zwei Piloten die Chance, sauber in Liniennähe zu landen.

Der dritte Teilwettbewerb des RCN-Jugencups ist der Kunstflug. 10 verschiedene Figuren, die alle auch mit einem 2-achsgesteuerten Modell geflogen werden können, galt es möglichst sauber in den Himmel zu ziehen. Auch hier hatten die Jungs viel Mühe mit dem Wind, der immer wieder in Böen bis 5 Bft. Stärke blies. Dennoch flog lediglich der 10jährige Julian Mink das Programm nicht zu Ende. Sein Twin-Star entschwand am Horizont. Er wurde jedoch wieder gefunden. Schaden: Lediglich eine leichte Macke im Rumpf. Pech für Julian, denn die ersten Figuren waren für den Jungen, der gerade mal seit 9 Monaten fliegt, ausgesprochen gut gewertet worden.

Das Wetter hatte sich inzwischen etwas gebessert. Es war zwar sonnig aber immer noch ziemlich windig. Dennoch wollten wir unbedingt an diesem Tag noch den zweiten Durchgang schaffen. Nach einer kurzen Pause ging es deshalb sofort weiter. Aufgrund des sehr heftigen Windes schoben wir den Segelflugwettbewerb weiter nach hinten.

Die Kunstflugklasse wurde klar von zwei Piloten dominiert. Jörg Hötz mit seiner SE 2000 konnte sich im zweiten Durchgang vor dem Sieger des ersten Durchgangs, Hendrik Stock, platzieren. Hendrik war sich seiner Überlegenheit (er fliegt eigentlich sehr gut 3-D) zu sicher gewesen und hatte zweimal den Vollkreis aus purem Übermut als Messerflugkreis geflogen. Diese deutlich schwierigere Flugfigur führte dazu, dass Hendrik Punkte einbüßte.

Als Punktrichter konnte man sehr schön beobachten, wie und wo sich Fehler einschlichen. Während die einen zu übermütig ans Werk gingen waren andere einfach zu nervös. Vor allem die Betreuer waren häufig nervöser als die Piloten und diese Nervosität übertrugen sie immer wieder auf die Teilnehmer. Einige flogen alle Figuren in Startrichtung. Eigentlich kein Problem, nur wurde das Programm dadurch in die Länge gezogen und die Konzentration ließ zum Ende des Programms deutlich nach.

Bei dem folgenden Elektroflugwettbewerb sah man deutlich, dass die Jungs sich den Windverhältnissen, die sie im ersten Durchgang erfahren hatten, anpassen konnten. Fast allen gelang eine Landung entlang der Linie.

In der einsetzenden Abendflaute zogen wir dann auch noch den zweiten Durchgang im Segelflug durch. Hier ergab sich aber die Schwierigkeit, das Modell, nun fast bei Windstille, nach dem Ausklinken für zwei Minuten in der Luft zu halten. Das große Absaufen kostete einige Teilnehmer wertvolle Punkte.

Nach diesem Durchgang beendeten wir den offiziellen Teil des ersten Tages. Zum Abendessen gab es Steak mit Bratkartoffeln (an dieser Stelle möchte ich mal ein deutliches Lob an die Küche aussprechen).

Anschließend veranstalteten wir einen Spaßwettbewerb, bei dem die Jugendlichen ein rohes Ei so zu schützen hatten, dass es unbeschadet einen Sturz aus 3m Höhe übersteht. Als Material für diese Aufgabe gab es Tüten (gelber Sack), Papier, Pappe, Klebefilm, Klebesticks, Scheren und Kreppband. Alle Teams lösten diese Aufgabe innerhalb von 30 Minuten. Und nicht ein Ei ging zu Bruch. Und das, obwohl alle drei Teams unterschiedliche Lösungswege gefunden hatten.

Der Ausklang des Abends fand in gemütlicher Runde am Lagerfeuer statt. Als wir uns um ca. 0.30 Uhr verabschiedeten, saßen doch noch einige gemütlich am Feuer.

 

Sonntag

Der Sonntag begann so wie der Samstag. Mit Regen. Eigentlich hatten wir geplant, um 10 Uhr den letzten Durchgang zu beginnen. Aber der Regen hatte uns alle wieder ins Zelt gezwungen und wir waren nicht sicher, den Zeitplan einhalten zu können. Doch pünktlich um 10 Uhr lockerten die Wolken auf, der Regen ließ nach und wir starteten den letzten Durchgang.

Mittlerweile war das Zwischenergebnis der beiden ersten Durchgänge bekannt und es entwickelte sich noch mehr Ehrgeiz.

Beim dritten Durchgang im Segelfliegen schaffte es Andreas Lorenz, sein Modell nur 22cm neben die Linie zu legen. Dies brachte ihn in der Gesamtwertung weit nach vorne. Zwar war seine Flugzeit mit 1:37min nicht gerade optimal aber seine sehr guten Zeiten aus den ersten beiden Durchgängen sorgten dafür, dass auch Andreas am Schluss mit einem Pokal nach Hause gehen konnte.

Wie bei allen Wettbewerben mit Wertungsrichtern, so gab es auch hier Piloten, die sich ungerecht bewertet fühlten. Um unserem zukünftigen Wettbewerbsnachwuchs mal das Gefühl zu vermitteln, wie es ist, auf so einem Kampfrichterstuhl Platz zu nehmen, musste jeder Teilnehmer einen seiner Konkurrenten bewerten. Die Jugendlichen wurden ermahnt, möglichst fair zu werten und taten dies auch. Die höchste Abweichung zwischen „offiziellem“ Punktrichter und Jugendlichem betrug gerade mal zwei Punkte.

Natürlich schlichen sich auch Leichtsinnsfehler ein. So vergaß beispielsweise ein Pilot den zweiten geforderten Vollkreis und beendete seine Figur nach nur einem Vollkreis. Dieser Schnitzer kostete ihn wertvolle Punkte. Es reichte aber dennoch zu einer Platzierung auf dem Treppchen.

Viele Piloten starteten in allen drei Klassen. Einer flog in allen drei Kategorien mit seiner viermotorigen C-130 HERCULES. Wobei wir dem grau lackierten „Elefant der Lüfte“ durchaus gute Segeleigenschaften bescheinigen konnten. Lediglich der geforderte doppelte Looping beim Kunstflug erinnerte eher an einen Elefant beim Rückwärtssalto. Der Pilot Marco Weimer hatte aber dennoch viel Spaß bei allen geforderten Aufgaben.

Gegen 13 Uhr beendeten wir den letzten Durchgang und während die Jungs noch etwas frei fliegen konnten und wir uns das Mittagessen schmecken ließen, wurde im Hintergrund scharf gerechnet, die Pokale und Sachpreise aufgebaut und ab 14:30 Uhr erfolgte dann die Siegerehrung.

Tagessieger war eindeutig Jörg Hötz, der in jeder der drei Klassen einen Pokal mit nach Hause nehmen konnte.

Ergebnislisten (PDF)

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Sponsoren bedanken, die den Gabentisch so reich gedeckt hatten. Hier die Liste der Sponsoren in alphabetischer Reihenfolge.

  • ACTeurope
  • Avira
  • Graupner
  • Höllein
  • Jamara
  • Kontronik
  • Multiplex
  • Robbe

 

Stand: 09.06.2005