Autogyro Magni M18

Claus Eckert

Unbestritten ist Italien ein Eldorado für Ultraleichtflieger. Über 450 UL-Flugplätze laden zu einem Besuch oder Zwischenstopp ein. Das macht die Entscheidung, auf welchem Platz man landen möchte, nicht gerade leicht. Entdeckt man aber zufällig ein interessantes Fluggerät in der Luft, ist die Entscheidung schnell getroffen. So erging es uns, als wir während einer Flugreise in der Toskana den Magni-Gyro sahen. Den wollten wir uns mal näher ansehen. Flugs wurde die Verfolgung aufgenommen und auf dem nächstgelegenen Platz gelandet.

Autogyros gehören in unseren Breitengraden zu den selteneren Fluggeräten. Als „Technikbegeisterter“ kommt man daher kaum umhin, dieses sonderliche Gerät mal aus der Nähe zu betrachten.

Bei dem abgebildeten Muster handelt es sich um einen Magni-Gyro 18. Dieser wird von einem Zweizylinder Rotax-Motor angetrieben. Die Leistung des Motors wird über ein Getriebe zum Antrieb des Dreiblattpropellers verwendet. Eine Ausnahme bildet die Startphase. Denn um vom Boden abheben zu können, muss zunächst der Hauptrotor in Rotation versetzt werden. Über eine gebogene Fernwelle und eine Kupplung wird der Kraftschluss hergestellt und der Rotor in Drehung versetzt. Durch die Bewegung der Rotorblätter wird an diesen Auftrieb erzeugt.
Anders als bei einem Hubschrauber ist es jetzt von Nöten, die Bremsen zu lösen und den Autogyro zu beschleunigen. Dazu wird die Rotorebene nach hinten auf ca. 140° geneigt. Je mehr der Autogyro beschleunigt, desto schneller dreht sich der stark angestellte Rotor und erzeugt nach ca. 150m soviel Auftrieb, dass der Autogyro abhebt.

Was aber ist mit dem Drehmoment um die Hochachse? Hubschrauber verfügen ja bekanntlich über einen Heckrotor, der die Drehung um die Hochachse, das Gieren, verhindert.
Der Autogyro wurde mit drei Seitenleitwerken versehen. Diese sind an einem relativ kurzen Leitwerksträger angebracht. Da der Gyro Vorwärtsfahrt benötigt, verhindern diese Leitwerke wirkungsvoll das Gieren.
Gesteuert wird der Autogyro mit der Bewegung der Drehebene des Rotors und dem mittleren Seitenleitwerk, welches ein Ruder besitzt. Siehe auch Video auf Seite 2 am Ende der Bilder.

Das Rumpfboot sowie das Leitwerk sind aus GfK hergestellt.

Inzwischen gibt es eine Musterzulassung für Deutschland und so wird vielleicht bald mancher „Quirl“ am Himmel ein Autogyro sein.

Hersteller

Magni Gyro M 18 Technische Daten

Vertrieb Deutschland

 

Stand: 17.10.2005