Seite 2
Mannschaftsweltmeister Niederlande

R. van den Bosch/ P. Doesburg Platz 2; schnellste Zeit 58,89
M. Huismann/ A. Tesselaar , 5; 59,35
R. van de Klock, 8; 62,79
Unsere Nachbarn sind so gut wie noch nie und werden auch in Zukunft ein
Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden. Bei ihnen ist es wie bei
Bayern München: Man könnte auch aus der 2. Mannschaft ein Team
zusammenstellen, das Mannschaftsweltmeister wird.
Sie fliegen Modelle von C. Wolf.
2. Frankreich
C.
Schmitt/C. Choy; 9; 62,58
J.P. Perret/ L. Perret 15; 62,67
O. Allais/S. Lemonier 20; 63,87
Frankreich hat, wie ich vermutet hatte, den Heimvorteil genutzt und
ein hervorragendes Mannschaftsergebnis erzielt. Sie haben an dem Atomic
Rumpf einen Dino Flügel von Klein montiert oder den Klein Flieger
(Schmitt) eingesetzt.
3. Schweden
K. Mustelin/J. Bjerkander; 14; 62,49
C. Wetterbro/ R. Sundun;16; 63,61;
B. Ragnarsson/ I. Larsson; 21; 66,65;
Die Schweden kamen mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung wieder
auf das Treppchen. Nach dem ersten Tag waren sie noch auf Platz 9. Das
Team ist genial besetzt. Auf der einen Seite 50 Jahre Pylonerfahrung (Ragnarsson/Larsson)
auf der anderen Seite ein sehr junger Pilot aus der Shockflyer-Fraktion,
der auf der Geraden die Höhe mit dem Seitenruder korrigiert.
4. Tschechien
T.
Andrilk/ M. Andrlikova 11; 63.51
F. Hovorka/ Z. Hovorka 24; 61.68
J. Klein/ P. Matocha 27; 62.84
Tschechien ist nach wie vor eine Weltmacht im Pylonracing. Sie hatten
leider Pech und mussten wegen einiger 200er mit dem undankbaren 4. Platz
vorlieb nehmen. Hovorka ist Lieferant der Fago (Faked Dago), die von Georg
und Norbert geflogen wurde. Der Flieger von J. Klein wird von vielen Teilnehmern
eingesetzt. Wie gesagt, sie fliegen IR-Motoren und bauen ihre Modelle
selbst.
5. Australien
B. Murphy/ B. Murphy; 6; 60,09
F. Harrod, K. Harrod; 10; 61,51
R. Phelan/ K. Harrod; 37; 63.03
Die Jungs und Mädels von downunder stellen den Weltmeister und eine
der stärksten Mannschaften. Leider hat das Phelan-Phänomen wieder
zugeschlagen. Entweder ist er ganz vorne oder ganz hinten. Sieg oder Akia!
Er genießt bei mir die höchsten Sympathien, weil er als Einziger
alles selber macht und obendrein noch hervorragend fliegt. Er hatte Probleme
mit seinem Triebwerk, die ihm vier 200er am ersten Tag bescherten. Er
tat mir leid. Dann zeigte er wirklich gute Flüge. Team-Manager D.
Axon erzählte mir, dass es im Nachwuchssektor sehr gut aussieht.
Mindestens zwei weitere“ Callows“ stehen auf dem Sprung ins
Team. Der Weltklassepilot B. de Chastel ist auch wieder zu Hause (er war
einige Jahre in USA) und könnte sich für die nächste WM
qualifizieren. Big Bruce ist Entwickler zahlreicher F3D-Modelle und des
Resonanzrohres Nr. 5, das z.B. auch der Champion flog.
Ganz und gar beeindruckt bin ich vom V-Leitwerksmodell des Teams Harrod.
Ich hatte ein längeres Gespräch mit ihnen und bin begeistert.
Die Jungs haben es voll drauf! Nach meiner Meinung ist der VOODOO der
schnellste Flieger im Feld!
6. Deutschland
G. Coors/ M. Coors; 13; 64,71
G. Schickel/ D. Bergmann 28; 65.61
N. Proschka/ A. Schaller 29; 69.14
Unsere Jungs haben sich toll geschlagen. Für alle war es die erste
WM. Ich will die These, am Anfang hatten wir kein Glück und dann
kam auch noch Pech dazu, nicht übermäßig strapazieren,
aber für Georg und Norbert war es so!
Team Coors Brothers hat eine super WM hingelegt. Die fliegerische Leistung
ist vergleichbar zu unseren früheren Weltklassepiloten Lindemann
und Henschkowski. Und 14 Durchgänge ohne Cut!!! Gab es so was schon
einmal? Und das auch noch bei einer WM-Premiere? Unter diesem Gesichtspunkt
ist eine Zeit von 64s schon klasse! Mit etwas mehr Risiko wäre auch
eine 61 möglich gewesen. Das Material (Flieger von C. Wolf, MB-Motoren,
wie alle im Team) war schnell und zuverlässig. Der Flugstil super
gut und tief. Das hat den Vorteil, dass man nicht von unten abgeschossen
wird. Und Gerald musste einige sehr harte Rennen im Viererpulk bestreiten.
Das Team wird seinen Weg machen.
An Norberts MB hat sich das Ausgleichsgewicht in der Kurbelwange gelöst
und langsam das Pleuel ausgefräst. Der Motor hat sich aber nicht,
wie es fair gewesen wäre nach 9,9 Runden in Rennen 12 mit einem lauten
Knall verabschiedet, sondern ist kurz nach dem Anlassen im 13 Rennen abgekackt!
Bei Georg hat sich der Kolbenbolzensicherungsring verabschiedet und einen
ziemlichen Totalschaden an dem 450€ Edeltriebwerk angerichtet. Alles
in die Plastiktüte und ab zu MB, aber dieser 200er und der Folgende
mit dem Ersatzmodell waren dann leider einer zuviel, um eine bessere Mannschaftswertung
zu erreichen. Andere Teams wie USA hatten auch Pech und „That’s
racing!“
Eine Begebenheit aus dem Voodoo Team ist noch erwähnenswert!
Titel: Angriff auf den Weltrekord
Im 4. Rennen legte Schorsch mit 9,69s eine beachtliche Startrunde hin.
Die folgenden Rundenzeiten lagen im niedrigen 6s Bereich. Nach etwa 55s,
was ein neuer Weltrekord gewesen wäre, schickte Caller Dieter ( Chef
der Voodoo Gang, und König von Bitburg) unseren Schorsch zum Abstellen
in den Himmel! Die Zeitnehmer hatten aber erst 9 mal auf die Taste gedrückt
und auf dem Terminal wurde das auch sichtbar. So, nun wissen wir, dass
eine Fago im Gleitflug etwa 17s für die Runde braucht. Insgesamt
waren es dann 78s. Das Team trug es mit Humor und dem Slogan: Der Helfer
ist an allem schuld!
Unser Team wurde von Schrauber Nico, Claudia, Peter und dem Wuppertaler
Fanclub unterstützt.
7. Russland
K. Krikun/
V. Zharikov; 19; 65,54
A. Kisselev/ I. Maslvsky; 22; 64,63
A. Liontiev/N. Karpov 32; 63.16
Die Russen sind im Kommen. K. Krikun ist auch ein Motorenbauer und hat
früher mit IR zusammen gearbeitet. Er war schon oft auf europäischen
Wettbewerben zu sehen. Sie bauen eigene Kunststoffmodelle und haben mit
IR ihren eigenen Motorenhersteller. Leontiev musste ein 200er in die Wertung
einbringen, sonst wären sie vor Deutschland gelandet. Sie waren unsere
Nachbarn in der Zeltstadt. Aber die Konversation ist schwierig und es
wäre mal interessant, etwas mehr über die Szene in Russland
zu erfahren. Im FAI-Kalender war letztes Jahr ein Wettbewerb in Moskau
ausgewiesen. So ein Kultururlaub könnte interessant werden.
8. Japan
Y. Sato/
Y. Sugahara; 12; 63,28
N. Cyujo/ Y. Sugahara 17; 62,85
K. Ooi/K. Kawaoku 40;67,73;
Die Japaner kaufen fast jeden F3D-Flieger auf dem Weltmarkt und probieren
ihn aus. Um so bemerkenswerter ist die Aussage von Bobo Sato, dass die
Wolf Innovation ihm am besten liegt.
Die Japaner können in der Mannschaft immer aufs Treppchen fliegen.
Sato und Cyujo haben eine sehr gute Leistung abgerufen. K. Ooi konnte
da nicht mithalten und für die Mannschaft zählen alle Zeiten.
9. USA
R. Verano/
R. Holik; 4; 58,26
G. Grunkemeyer/ R. Brown; 30; 59,57;
R. Bridge/ T. Scott; 35; 57,55;
Ein so schlechtes Abschneiden der USA-Mannschaft gab es noch nie! Die
Zeiten zeigen, dass die Jungs alle zur Weltspitze gehören. Die nächste
WM findet in Muncie/USA statt und ich wette, die USA ist dann mit der
Mannschaft wieder ganz vorne. In Amerika spielt es keine Rolle, wer im
Team ist. In der Quarter-Midget-Klasse gibt es 30 Piloten, die alle eine
WM-Ausscheidung in F3D gewinnen können.
10. Italien
P. Mucedola/
M. Donati; 3; 57,63
C. Perella/S. Paonessa ; 36; 60.36
R. Cavallaro/ L. Salvatore 41; 64,0
Mit etwas Glück wäre P. Mucedola Weltmeister geworden. Er war
sehr nah dran! C. Perella ist der Liebling der Zuschauer. Keiner fliegt
so tief und so eng um den Kurs und niemand außer ihm schafft es,
einen 10cm dicken Eisenpylon mit 340 km/h exakt in der Mitte zu treffen.
11. Großbritannien
P. Bardoe/
B. Lever;26;65,81
P. Board/ ? 33; 66,43
A. Laurie/ B. Illingworth 42; 67,17
GB hatte ein erfahrenes Team zur WM geschickt. Das Wiedersehen mit B.
Lever (Caller für Bardoe) hat mich sehr gefreut. Barry war in den
80ern der einzige europäische Pilot, der die Amerikaner ärgern
konnte und hat auch den Europa-Cup in Karbach vor zwei Amerikanern gewonnen.
Damals ging es mit OPS gegen die Supertigre tuned by Dub Jett. Mal abwarten,
ob er wieder in F3D auftaucht. Dean Gibbs hat seine Schnelligkeit auch
des öfteren schon auf dem Festland unter Beweis gestellt und es gibt
noch Ferguson und Phil Greeno, die auch sehr gut sind!
12. Kanada
H. Sattler/
H. Redekop; 18; 65,72
Z. Dragan/ R. Moldenhauer;23; 68,25
Die Kanadier hatten nur ein Zwei-Mann Team gemeldet! Ich denke, man wird
auf der Seite des Team-Managers Mabo (www.supperminnow.com)
auch etwas über die WM finden.
13. Spanien
F. Banon/
C.Banon; 39;62,91
N. Yepes/ L. Yepes; 38;64,43
J. Lopes/ F. Lopes;43; 72,38
Die Vater/Sohn-Gespanne aus Spanien sind noch nicht sehr erfahren. Aber
eine 62,91 will auch erstmal geflogen werden.
14. Mexiko
J.de la
Vega/ L. Larson; 7;61.82,
Mexiko war als 1-Mann Team angetreten. De la Vega ist ein Top Pilot und
hatte zur WM bei dem amerikanischen Toppiloten und Modellbauer L. Larson
das Komplettpaket, bestehend aus Modelle bauen, vorbereiten und als Caller
zur WM reisen, bestellt und kam auf einen hervorragenden 7. Platz!
15: Griechenland
E. Sopeoglou/
M. Doesburg; 25; 63.35
Er wurde kurzerhand in Superglue umgetauft. Seit Melnek hat er sich sehr
gut gesteigert.
16. Taiwan
Y-S. Chiang/
T. Fujimoro, 31;69,52;
Die einzige Pilotin im Feld hat sich wacker geschlagen und ist gut geflogen!
Ihr Auftritt hätte eigentlich einen Beitrag in der ZDF-Sendung „Mona
Lisa“ verdient!
17. Ukraine
V. Soshnin/
O.Glubyev 34; 71.84
Er hat einen eigenen Flieger, setzt auf IR und wird sicherlich das nächste
Mal wesentlich schneller sein!
18. Finnland
A. Saikkonen/H.
Selkee; 44;68,7;
S. Rippa/ J. Erola; 45; 78,76;
Team Finnland nahm zum ersten Mal an einer Pylon-WM teil und belegte geschlossen
die beiden letzten Plätze. Wer lacht da? Es zeigt lediglich, wie
anspruchsvoll die Sache geworden ist. Am fliegerischen Können lag
es nicht. Die Jungs sind fantastische Rennen geflogen. Oft leider nur
acht Runden lang. Ich glaube, Murphys Law ist auch in Finnland bekannt.
Auf jeden Fall wissen sie jetzt, warum das Marmeladenbrot immer mit der
klebrigen Seite nach unten landet.
Merkt Euch die Namen. Das nächste Mal sind sie mit Sicherheit weiter
vorne zu finden!
Sie waren im Zelt unser Nachbar, neben den Russen. Wir hatten also Sichtkontakt
zu ihnen und das Verhalten erinnerte an unseren Einstieg in die Pylonfliegerei.
Nur damals, vor 20 Jahren, war Vieles noch einfacher! Da kam man mit einem
75s-Schnitt schon oben auf’s Treppchen.
Wie geht es weiter?
Vor ein paar Jahren glaubte ich, 60s seien die Schallgrenze. Nun wurden
hie und da auch schon 55s geflogen!
Es ist nur eine Frage der Zeit bis 50s+ geflogen werden.
Was braucht man dazu?
Im Moment ist der MB das Triebwerk der Wahl. Ob Nelson bis zur nächsten
WM zum Gegenangriff bläst, wird man bei der US-Ausscheidung sehen.
IR und Phelan können sicherlich auch einen Weltmeistermotor bauen.
Als Flieger favorisiere ich das Konzept von Harrod, gebaut vom Dagobuilder
C. Wolf und lackiert von Sato!

Das Modell des australischen Brüderpaares Harrod ist nach meiner
Meinung ideal konzipiert.
Bis hier wäre so etwas ja noch machbar. Die humanen Fähigkeiten
mehreren Piloten müsste man kombinieren: Die Angriffslust von Perella,
die Coolness von G. Coors, die Daumen von Callow, zusammen mit seiner
Familie, die sich um den Rest kümmert. Ein Helfer, der keine Klappen
ansagt und trotzdem keinen Meter verschenkt. Etwas monetäre Unterstützung,
aber nicht von der Mafia, sondern von einem Sponsorenpool, wie bei Team
USA, wäre auch hilfreich. Dann sollte man mal so ein halbes Jahr
vor der WM wie ein Sportsoldat mit seinem Helfer und dem Team trainieren
können. Jeden Tag Pylonfliegen? Wie lange macht so was Laune?
Weitere Infos und Bilder der WM findet man auf der sehr guten Seite des
Veranstalters: http://france-f3dwc.site.voila.fr/
und diese japanischen Seite zeigt super Fotos: http://www.rc-kfc.jp/
Die Seite von Team Germany http://www.f3d-germany.de/
Die nächste WM findet in 2007 in Muncie/USA statt. 2009 wird sich
Deutschland, wahrscheinlich Quedlinburg, um die WM bewerben. Unter den
aktiven Teilnehmern und Fans wurde das Thema schon eifrig diskutiert,
besonders vor dem Hintergrund des hohen Personalaufwands. Bernard hat
ungefähr ein Jahr vor der WM mit den Arbeiten begonnen. Die Helfer
müssen eine Woche oder mehr ihres Urlaubs einkalkulieren.
Das Zuschauerinteresse in Frankreich war gering. Die verschiedenen Nationen
hatten ihren Fanclub dabei und ab und zu sah man auch mal einen interessierten
Franzosen. Der Sport ist zwar für die Insider sehr spannend, für
den unbedarften Zuschauer sind die Rennen aber alle gleich uninteressant.
Ich habe ein Fernsehteam gesehen. Vielleicht bekommen wir den Beitrag
von den Franzosen.
Was macht der Autor diese Berichts zur Zeit?

Ich genieße das Leben als Zuschauer auf einer F3D-WM. Wenn man
sich nicht auf Wettbewerbe vorbereiten muss, hat man Zeit für andere
spaßige Modellflugzeuge.
Das Fliwatüt kann schwimmen, auf Schnee, Sand, Gras und
Beton fahren und es kann fliegen!
Ich hoffe, der Bericht gefällt Euch. Ich bin ein Verfechter der
positiven Streitkultur und freue mich über jede Form der Kritik.
Ich bin auch davon überzeugt, dass das Internet das geeignete Medium
für diese Berichterstattung ist. Seit der WM ist nun auch schon wieder
eine Woche vergangen. Bis in den Fachzeitungen etwas zu lesen ist, wird
noch einige Zeit vergehen und eine Fachzeitung kann nicht so viele Bilder
abdrucken, wie sie hier im Net gespeichert werden können.
|