Do 24 - eine Legende kehrt zurück

Gernot Steenblock

Geschichtlicher Hintergrund

Die Firma Dornier erhielt 1927 von der niederländischen Luftwaffe den Auftrag, für die Kolonien in Asien einen Seeaufklärer zu entwickeln. So begann die Geschichte der Do24. Das Flugzeug wurde als reines Wasserflugzeug gebaut. Zwei Maschinen wurden in den Werken Friedrichshafen produziert und weitere folgten später dann als Lizenzbauten in holländischen Werken, um in den niederländischen Kolonien eingesetzt zu werden. Als Hitler 1940 Holland überfiel, bekam die deutsche Wehrmacht 12 fast fertige Maschinen in die Hand. Diese wurden dann natürlich auch militärisch genutzt und als Torpedobomber eingesetzt.

Als Deutschland den Krieg einige Jahre später verloren hatte, durften keine Flugzeuge mehr im Land gebaut werden. Claude Dornier ging nach Spanien, um weiter Flugzeuge bauen zu können. Eines davon war die Do 24. Insgesamt wurden in verschiedenen Ländern 293 Exemplare dieses Flugboots produziert.
Eines dieser spanischen Dornier-Flugzeuge wurde von der Fa. Dornier 1975-1982 zum Versuchträger umgebaut. Die Tragfläche und die Motoren wurden modernisiert. Die alten Sternmotoren wichen modernen Turboprop-Triebwerken und der Flügel bekam das Profil und die Silhouette des Flügels, der später auf der Do 328 und Do 328 Jet eingesetzt wurde.

So entstand die Do 24 ATT, wobei das Kürzel am Schluss für Amphibischer Technologie Träger steht. Die Do 24 hatte nun ein Einziehfahrwerk bekommen und war somit auch für Landungen auf Land geeignet. Die Testflüge fanden bis 1985 z.B. in der Kieler Förde statt. Doch Dornier und auch die meisten anderen Flugzeughersteller gaben das Konzept von Wasser- und Amphibienflugzeugen auf. Die Do 24 ATT wanderte in die Hallen des Deutschen Museums in München.

Daran erinnerte sich nun der Enkel des Erbauers, Iren Dornier, und holte die Leihgabe der Fa. Dornier auf die Philippinen, wo er eine Fluggesellschaft (Seair) besitzt. Das nicht mehr flugfähige Gerät wurde über Antwerpen nach Manila verschifft und dort von einer 25-30 köpfigen Mannschaft wieder instandgesetzt und zugelassen. Iren Dornier machte mit diesem einmaligen Flugzeug eine Weltumrundung. Am 1. Mai 2004 war eine Station seiner Tour Friedrichshafen, wo dem Enkel des großen Flugzeugbauers ein begeisterter Empfang bereitet wurde.

Ich wünsche Euch viel Spaß mit den Bildern und hoffe, Ihr habt ein bisschen von der Gänsehaut, die ich hatte, als ich diese Aufnahmen machen durfte.


Anflug über Friedrichshafen


Landeanflug auf dem Bodensee


Nach der Wasserung ging es weiter zum Flughafen Friedrichshafen


Schön zu erkennen die neuen Turboproptriebwerke

Und für alle, die noch nicht genug haben, gibt es noch einen Videoclip zum Download:

Stand: 07.11.2005