Ein Erfahrungs- und Baubericht
Diesen Winter wollte ich mal einen Allrounder bauen. Gut in der Thermik
und angenehm zu landen sollte er sein. Aber auch für den Speed- und
Kunstflug sollte das Modell ausgelegt sein.
Nach längerer Suche im www landete ich schließlich auf der
Website von Blue Airlines,
von denen ich schon in den Anfangszeiten meiner modellfliegerischen Tätigkeit
Gutes gehört hatte.
Fasziniert von seiner Optik, kam der BLUE CENTRO zunächst in die
engere Wahl. Doch die Spannweite von nur 275cm erschien mir für Thermikflüge
zu gering. So sollte es dann der bauähnliche Blue Yorker
Life! mit 325 cm Spannweite
sein.
Nach der Online-Bestellung des Flugzeugs, einschließlich von zwei
Servolock-Sets, dauerte es nur wenige Tage bis der Karton ankam. Gespannt
auf das, was mich wohl erwartete, wurde rasch ausgepackt. Leider stellte
ich jedoch gleich einen Mangel fest (die rechte Tragfläche hatte
von der Nase aus ca. 1cm bis 4cm nach hinten eine Vertiefung von 2mm).
Eine Absprache per E-Mail genügte und ich konnte den kompletten
Tragflächensatz zum kostenlosen Austausch mit Erstattung des Rückportos
zurück schicken. Nach bereits vier Tagen hielt ich ein sauber verarbeitetes
Flächenpaar in der Hand und meine Versandkosten waren, wie vereinbart,
erstattet worden.
Mit dieser Kulanz verdiente sich der Hersteller meine Hochachtung.
Verpackungsinhalt: Was bekommt man geliefert?

Der weiß eingefärbte "Safepoxyrumpf" ist bereits
für den Ausbau als Elektrosegler mit Markierungen an der Rumpfspitze
versehen. Diese können, sofern die Segelflugvariante gewählt
wird, später wegpoliert werden.
Für die Flächensteckung mit einem Rundstahl Ø10 mm sind
bereits die Löcher im Rumpf eingearbeitet.

Um den Rumpf stabiler zu gestalten, wird der Einbau eines mitgelieferten
Messingröhrchens empfohlen. Dazu später mehr.
Für die Höhenleitwerksbefestigung sind bereits die Einschlagmuttern
fertig eingeharzt. Das Höhenleitwerk ist schon fertig verkastet,
verschliffen, bzw. für die Ruder konisch vorgefräst.
Die "Newtec-Laserflügel" sind mit Kohlefaser verstärkt
und bereits vorgeschliffen. Die Tragflächen werden in als Flächenschutztaschen
verwendbaren Luftpolstertaschen geliefert.

Randbögen und Nasenleisten sind fertig und die Querruder bzw. Wölbklappen
sind ebenfalls, wie das Höhenleitwerk, fertig verkastet und die Ruder
sind konisch vorgefräst.
Für die Flächenbefestigung am Rumpf sind in den Flächen
bereits Messingröhrchen, Ø innen 10 mm, eingeharzt.
Den nötigen Halt für die Flächen am Rumpf besorgt die
"Fixlink"-
Tragflächenbefestigung. Im Rumpf ist sie schon eingeharzt, nur das
Gegenstück an der Flächenwurzel muss noch verklebt werden.

Außerdem sind für die Servos schon die Schächte ausgebohrt
und verkabelt. Als alternative Servobefestigung werden, passend zu den
Servoschächten, die Servobefestigungen "Servolock" von
der Firma Robbe empfohlen. Diese sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Leider auch nicht im Lieferumfang enthalten sind zwei Nylonschrauben,
mit denen das Höhenleitwerk befestigt werden soll. Diesen Cent-Artikel
findet man wahrscheinlich in einem Extrazubehörbeutel von Blue Airlines.
Das Seitenruder wird als Vollbalsavariante, vorn bereits abgerundet, geliefert.
Die Kabinenhaube ist aus Carbon und passend zum Rumpfausschnitt vorgefertigt.
Kleinteile / Technische Daten





Der Bau
Die Bauanleitung ist sehr ausführlich, daher werde ich nur auf Besonderheiten,
sowie von der Anleitung abweichende Bauausführungen eingehen. Jedoch
sollte Blue Airlines die Beschreibung 07/04, was Tippfehler angeht, dringend
überarbeiten.
Nach der Überprüfung auf Vollständigkeit, Flächenverzug
und einwandfreie Tragflächen- und Rumpfoberflächen steckte ich
zunächst provisorisch die Tragflächen an den Rumpf. Hierbei
musste ich feststellen, dass - eventuell bedingt durch den Austausch der
Tragflächen - die Bohrung für den Ø 10mm Rundstahl im
Rumpf um 3mm zu weit vorn saß.


Nun empfiehlt Blue Airlines sowieso den Einbau des mitgelieferten Messingröhrchens
in den Rumpf. Daher sollte mich dieses kleine Manko nicht weiter stören.
Abweichend von der Baubeschreibung habe ich die Löcher für
die Flächenaufnahme im Rumpf um 3mm nach hinten vergrößert,
weitere Löcher für die Servokabel in den Rumpf gebohrt und das
Messingröhrchen angeschliffen bzw. gekürzt.

Anschließend wurde zunächst erst eine Tragflächenhälfte
am Rumpf ausgerichtet und das Messingröhrchen an dieser Seite mit
Stabilit Express® fixiert. Wichtig dabei war, dass nicht zuviel Kleber
verwendet wird, da noch Platz für eingedicktes Laminierharz (alternativ
UHU Endfest 300®) bleiben muss.
Nach dem Aushärten wurde auf der anderen Seite genauso verfahren.
Der Sitz beider Tragflächenhälften wurde nochmals genau überprüft,
denn dieser Bauabschnitt ist nicht nur für sauberes Flugverhalten
entscheidend sondern auch für die Optik des Flugzeugs.
Nachdem auch die zweite Klebestelle des Messingröhrchens ausgehärtet
war, habe ich zunächst mit Paketklebeband die Profilanformung am
Rumpf abgeklebt. Zuerst wurde eine Seite des Messingröhrchens mit
eingedicktem Laminierharz eingeklebt und der Rumpf auf diese Seite gelegt,
bis die Klebestelle über Nacht ausgehärtet war.
Gleichzeitig habe ich das Messingröhrchen für die Verdrehsicherung
an der markierten und vorher aufgebohrten Stelle auf der gleichen Seite
mit übrig gebliebenem Harz verklebt. Am nächsten Tag wurde mit
der anderen Seite genauso verfahren.

Der Einbau des 3mm-Stahldrahtes als Verdrehsicherung in den Tragflächenhälften,
sowie der Einbau der Flächenbefestigung "Fixlink", erfolgte
entsprechend der Baubeschreibung.

Abweichend von der Baubeschreibung habe ich für die elektrische
Verbindung der Servos zwischen Flügel und Rumpf die Hochstromstecker
von Multiplex (alternativ Graupner) verwendet.
Einbau der Hochstromstecker für die Flächen-Servos
Zunächst wurde an beiden Tragflächenhälften am Kabelausgang
die Form der Stecker angezeichnet und ausgefräst. Anschließend
wurden die Kabel mit dem Stecker verlötet, wobei die beiden + und
– Anschlüsse für die Querruder- und Wölbklappenservos
jeweils zusammengelötet wurden. Sollte einmal ein Kontakt versagen
(was ich ausschließe), ist die Verbindung noch über den zweiten
Kontakt gesichert.
Es stehen bei diesem Hochstromstecker insgesamt 6 Kontakte zu Verfügung.
Bei 2 x 2 Kontakten für + und – bleibt jeweils ein Kontakt
für den Impuls übrig.

Nach dem Verlöten und Einschrumpfen der Lötstellen wurden zunächst
die Wurzelrippen mit Paketklebeband abgeklebt und danach die Hochstromstecker
mit Stabilit Express® verklebt.
Wichtig dabei war, die Stecker nicht parallel zur Wurzelrippe, sondern
in Richtung des Rundstahls (Steckrichtung) zu verkleben, da die Wurzelrippen
nicht im rechten Winkel zur Steckrichtung liegen.
Nach dem probeweise Aufstecken der Flächenhälften und Markieren
der Stecker am Rumpf wurde dieser großzügig an den markierten
Stellen aufgebohrt.
Die Gegenstücke, nachfolgend Hochstromkupplungen genannt, wurden
ebenfalls mit Servokabeln verlötet und die Lötstellen mit Schrumpfschlauch
isoliert.
Bevor die Stecker aufgesteckt wurden, habe ich diese tragflächenseitig
mit Trennspray eingesprüht. Anschließend wurden die Kabel durch
die Rumpflöcher geführt und die Tragflächen aufgesteckt.
Auch hier wurden die Kupplungen zunächst nur mit Stabilit Express®
am Rumpf von innen fixiert und nach dem Aushärten mit eingedicktem
Laminierharz (alternativ UHU Endfest 300®) verklebt.
Die komplette Tragflächenbefestigung einschließlich der Servoanschlüsse
war damit fertig.

In der Zwischenzeit hatte ich mir bei "Andys
Hobbyshop" seine preisgünstigen Hitec HS81-MG Servos bestellt.
Diese waren bereits nach zwei Tagen da.
Nun stand ein spannender Moment bevor: Ob die elektrische Verbindung
auch funktioniert?
Vorher mussten noch zwei Paar Servolocks der Fa. Robbe mit 5-Minuten-Epoxi
in die Schächte geklebt und anschließend die Servos mit den
Kabeln aus den Flächen verlötet werden.
  

Empfänger und Akku wurden probeweise angeschlossen und…. supi!
Ich hatte keine Fehler beim Verlöten gemacht. Alles funktionierte
wie geplant. Mit dieser Verbindung brauchen später am Flughang nur
noch die Flächen an den Rumpf gesteckt zu werden und dann kann es
sofort losgehen.
Nun ging es an die Wölbklappen- und Querruderanlenkungen. Die Ruderhörner
hatte ich noch aus alten Multiplexbaukästen übrig.
Als Anlenkstangen kamen vier Stück gehärteter Stahldraht Ø1,7mm,
servoseitig rechtwinklig gebogen und auf Seiten des Ruders mit je einer
Löthülse und Gabelkopf, zum Einsatz. Die gebogene Stelle des
Stahldrahtes wurde nach erhitzen (Lötstation) durch das Servoruderhorn
geführt und anschließend mit einem Löttropfen gegen Herausrutschen
gesichert.


Nach dem Einbau der Flächenservos wurden die Tragflächen bebügelt.
Die Ruderscharniere sollten jedoch "aus einem Guss" aus Bügelfolie
statt aus einem hässlichen Klebestreifen bestehen.
Denjenigen, die noch nicht wissen, wie man das macht, ist der folgende
Abschnitt gewidmet.
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