Drahtloses Lehrer/Schüler-System für MPX

Markus Stöckli

Hintergrund

Ok, ich konnte mich endlich durchringen, vom 40MHz-Band auf 35MHz umzusteigen. Gleichzeitig stieg das Interesse meines Sohnes am Modellfliegen und so kam ich auf die Idee, mit einem alten Empfänger ein drahtloses Lehrer/Schüler (L/S)-System zu bauen. Das Konzept ist nicht neu, und es sind zu diesem Thema verschiedene Beiträge im Netz zu finden. In diesem Artikel beschreibe ich detailliert, wie sich ein L/S System mit dem weit verbreiteten Pico 5/6-Empfänger von Multiplex realisieren lässt.

Das vorgestellte Projekt vereint folgende Punkte:

  • Es ist billig,
  • einfach zu realisieren,
  • Schutz des Senders (Kurzschlüsse auf dem Kabel führen zu keiner Beschädigung des Senders),
  • Modifikationen am Empfänger sind umkehrbar,
  • Empfänger kann bei Bedarf normal in Modellen mit 5 Kanälen weiterverwendet werden.

Material

  • Pico 5/6 Empfänger von Multiplex
  • DIN Stecker, 5-polig - Beispiel
  • 78L05 - Beispiel
  • 2x 100 nF - Beispiel
  • 1 kOhm - Beispiel
  • Servokabel, ca. 20 cm
  • Schrumpfschlauch
  • 1 cm feiner Draht (kann aus Litze gewonnen werden)

Werkzeug

  • Lötkolben,
  • Entlötpumpe oder Entlötlitze,
  • Pinzette.

Nachbau

Zum Thema L/S gibt es auf dieser Seite nützliche Hintergrundinformationen. Das Prinzip des drahtlosen L/S ist simpel: Statt eines Kabels zwischen Lehrer- und Schülersender wird ein Empfänger eingesetzt, der die Signale des Schülersenders empfängt und an den Lehrer weitergibt. Dieser sendet dann auf einer anderen Frequenz zum Modell. Das einzige Problem besteht darin, den Empfänger so zu modifizieren, dass man die komplette Impulsfolge und nicht nur einzelne Servoimpulse auslesen kann. Bei der hier vorgestellten Schaltung wird die Impulssequenz auf den 6. Servoausgang eines Multiplex Pico 5/6-Empfängers herausgeführt. Der Empfänger wird dazu wie folgt umgebaut:

  • Aufkleber entfernen,
  • Plastikhälften auseinanderziehen und Platinen herausnehmen,
  • die unten markierte Lötverbindung zwischen Hauptplatine und Steckerplatine lösen (Entlötpumpe, Japanmesser oder Entlötlitze),

  • neue Drahtbrücke wie angegeben einlöten,
  • alles wieder ins Gehäuse einbauen und verschließen.

Die Verbindung des Empfängers zum Sender, in meinem Fall eine Multiplex EVO, erfolgt über einen 5-poligen DIN-Stecker und einem Servokabel. Die Pulssequenz wird über einen seriellen Schutzwiderstand von 1 kOhm auf Pin 4 gelötet. Die Stromversorgung für den Empfänger erfolgt aus dem Sender und wird mit einem Linearregler des Typs 78L05 realisiert. Die Spannung wird damit auf 5 V geregelt und der Strom auf 100 mA begrenzt - nicht dass der Empfänger dies mit seinen paar uA brauchen würde. Hinzu kommen noch zwei kleine Kondensatoren und das Ganze wird wie unten angegeben in den Stecker gepasst. An Pin 2 bekommt der Empfänger auch nur dann Strom, wenn der Sender eingeschaltet ist. Der 78L05 wird mit dem Gehäuse nach unten eingebaut, nur so stimmt dann auch die Pinbelegung im Schema unten. Alles wird mit Schrumpfschlauch oder Heisskleber isoliert und das Servokabel wird gegen Zug gesichert.

  

So sieht bei mir das fertige System aus. Der Empfänger baumelt einfach so runter, das Kabel wird mit einem O-Ring am Empfänger befestigt.

Viel Spaß beim Nachbau

Nachtrag:
Wer keinen Spannungsregler zur Hand hat, kann die Versorgungsspannung auch direkt auf den Empfänger führen. Der Pico 5/6 ist für den Betrieb an bis zu 6 NiCd Zellen zugelassen und regelt die Spannung
intern auf 3 Volt runter. Bernd Asmus und andere haben dies schon erfolgreich getestet.

 

Stand: 20.03.2006