Chinese Fast-Food

Uwe Gartmann

ARF 3D-Flieger aus China

Teil 1

Durch Zufall hatte ich die Gelegenheit, einen Bausatz eines 3D-Modells zu erwerben. Jeder kennt die zahllosen Storys über die Qualität von Produkten 'Made in China'. Jetzt hatte ich die Möglichkeit, es selbst zu überprüfen.

Der Karton

Im dem Paket ist alles enthalten, was zum Fliegen gebraucht wird. Das Modell liegt in fünf Einzelteilen in der Schachtel. Rumpf, Flügel, Höhen- und Seitenleitwerk und ein Fahrwerk.

Im Karton enthalten ist außerdem ein 3S1P Lipo-Akku mit 1800mAh einschließlich eines Steckerladegeräts, dazu eine 4-Kanal-Steuerung für das 35MHz-Band. Als Zubehör gibt es zwei Propeller 11 x 4,7 sowie einige Kleinteile.

Der Bausatz kostet in China ungefähr 110 USD. Mit Fracht und Zoll belaufen sich die Gesamtkosten bei einer größeren Abnahmemenge auf rund 140 USD.

Rumpf

Der Rumpf und die Tragflächen bestehen aus geschäumten Kunststoff. Die Oberflächen gleichen der eines EasyStar.
Der Rumpf ist bereits mit allen Komponenten ausgestattet. Motor, Regler, Empfänger und die beiden Servos für Höhe und Seite sind fertig montiert. Auch die Rudergestänge sind bereits angebracht. Motor- und Akkuhalterung sind aus weißem Spritzkunststoff gefertigt. An der Rumpfunterseite angeformte Deckel ermöglichen einen einfachen Zugang zu Akku und Empfänger. Die Motorhaube ist aus weichem, tiefgezogenen Kunststoff.

Tragfläche

Der Flügel ist ebenfalls bereits mit Querruderservo und Anlenkung fertig aufgebaut. Auf der Oberseite sind Dekoraufkleber angebracht, die über die Nasenleiste bis zur Unterseite reichen. Kleber und Oberfläche scheinen aber keine innige Verbindung einzugehen. Auf der Unterseite wellt sich das Dekor doch deutlich sichtbar.

Leitwerke

Höhen und Seitenruder bestehen aus Depron, kaschiert mit härterem Plastik. Das Höhenruder ist auf der Unterseite mit einem Carbonstreifen verstärkt. Ruderhörner und Scharniere sind bereits angeschraubt. Negativ fällt das Seitenruder auf. Die Scharniere, oder besser gesagt die angeformte Kerbe, ist so steif, das dass Servo es nicht genügend bewegen kann. Hier muss auf jeden Fall zuerst nachgearbeitet werden.

Antrieb

Der Antrieb besteht aus einem LRK-Motor, dem Regler und dem LiPo-Akku. Der Motor ist einfach und von mäßiger Qualität. Die Glocke ist tiefgezogen und läuft etwas unrund, die Magnete haben an zwei gegenüber liegenden Seiten einen merklichen Spalt.

Der Regler ist in dicken grünen Schrumpfschlauch eingepackt. Nach Angabe der Anleitung ist er für max. 18A ausgelegt. Der Motor ist direkt mit dem Regler verbunden. Akkuseitig kommt ein Deans-Ultraplug zum Einsatz.

Der 3S1P, 1800mAh Akku kann maximal mit 8C belastet werden. Geladen wird er mit dem beliegenden Steckerladegerät mit 12,6V und maximal 1A Ladestrom.

Die beiden mitgelieferten Luftschrauben haben in etwa die Form eines GWS-Indoor-Propellers und sind sehr weich. Ihre Dimension ist mit 10 x 4,7 angegeben.

Dank des Deans-Plugs konnte ich den Antrieb schon ausprobieren. Mit halbvollem Akku und der Originalaustattung erreichte der Motor folgende Werte

Steuerung

Gesteuert wird das Modell über vier Kanäle. Der mitgelieferte Sender ist auf vier Kanäle beschränkt und besitzt vier Schalter zum Umkehren der Servofunktion. Zum Betrieb sind 8 Batterien des Typs AA nötig. Die Verwendung von Akkus ist natürlich auch möglich. Eine LED auf der Vorderseite zeigt den Betrieb und den Batteriezustand an (grün/rot). Ein Goodie ist die beigelegte selbst gebrannte CD, auf der sich der frei erhältliche FMS Simulator befindet. Der Sender besitzt auf der Rückseite eine Klinkenbuchse, an der das Interfacekabel angeschlossen wird.

Eingestellt ist der Sender mit der Gasfunktion auf der rechten Seite. Es ist aber einfach, die Hebelmechanik für die Mittelstellung und den Raster auf den linken Knüppel umzubauen.

Die Servos erhalten ihr Signal von einem 6-Kanal Mini-Empfänger. Unter der aluminisierten Plastikverkleidung befindet sich nur wenig Elektronik. Da wundert es auch nicht, dass alle Servos ohne eingeschalteten Sender wie wild geworden zittern und links und recht bis an die Anschläge fahren.

Alle Servos sind, wie bereits erwähnt, fertig in Rumpf und Flügel eingebaut und können nicht so ohne Weiteres wieder ausgebaut werden. Ob die direkte Montage im Schaum sinnvoll ist, wird die Praxis zeigen. Jedenfalls sind sie sehr laut und erinnern einen an das Geräusch eines Steinbrechers. Stellgenauigkeit ist nicht eine ihrer herausragenden Merkmale, haben sie doch bereits im Getriebe so viel Spiel, dass der Servohebel fast 1mm hin und her bewegt werden kann.

Manual

Das Handbuch erklärt die Montage in einzelnen Baustufen, die mit farbigen Bildern dokumentiert sind. Damit sind auch unerfahrene Leute in der Lage, das Modell in etwa ein bis zwei Stunden zu bauen.

 

Im zweiten Teil folgt der Bericht über den eigentlichen Bau und die ersten Flüge.

 

Stand: 20.04.2006