Klaus Schrodt - ein Air Race-Pilot

Redaktion

Interview mit Air Race-Pilot Klaus Schrodt: "Ich lasse mich nicht unter Druck setzen."

2. Mai 2006 - Der Deutsche Pilot Klaus Schrodt gehört aufgrund seiner letztjährigen Platzierung zum engeren Favoritenkreis der Red Bull Air Race World Series 2006. Den Auftakt der Saison in Abu Dhabi am 18. März 2006 hat er trotzdem verpatzt: Er berührte eine Pylone, musste aufgeben und wurde deshalb disqualifiziert. Jetzt liegt er im Ranking ganz hinten. Hier erzählt der Wahlberliner, wie er sich beim sportlichen Missgeschick in den Vereinigten Arabischen Emiraten gefühlt hat, und was er sich für die Zukunft sowie den nächsten Stopp in Barcelona wünscht.

In Abu Dhabi wurden Sie für den zweiten Lauf disqualifiziert - warum?

Der Quadro, also das Air Gate mit den vier Säulen, hatte sich durch den Wind verdreht. Das habe ich zu spät gesehen. Einen Pylon habe ich erwischt und ein ziemlich großes Stück von ihm ist gleich an meiner Tragfläche hängen geblieben. Aus Sicherheitsgründen habe ich darauf das Rennen abgebrochen. Nach den Regeln bedeutet das die Disqualifikation. Wäre ich im zweiten Durchgang ähnlich schnell wie im ersten vor dem Abbruch gewesen, hätte ich wohl auf dem Treppchen stehen können. Ja, wäre, hätte ...

Nach einem Rennen liegen Sie mit null Punkten ganz hinten. Setzt Sie das unter starken psychischen Druck?

Ich lasse mich nicht unter Druck setzen und werde auch im nächsten Rennen alles geben. Aber es ärgert mich schon. Der Plan war gewesen, mit meinem alten Flugzeug so viele Punkte wie möglich mitzunehmen und dann während der Saison mit einer neuen, speziell für mich entwickelten Maschine richtig anzugreifen. Mike Mangold hat auch einen Pylon erwischt, aber es war der vorletzte und er konnte das Ziel-Air Gate noch durchfliegen. Ich hatte mehr Pech.

2005 waren Sie Vierter im Gesamtranking - allerdings mit halb so vielen Punkten wie der Sieger. Können Sie sich dieses Jahr einen Gesamtsieger Klaus Schrodt vorstellen? Haben Sie eine spezielle Strategie, um den Anschluss an die Spitze zu kriegen - und zu halten?

Die Strategie ist einfach: So schnell wie möglich fliegen, selbst keine Fehler machen und auf Fehler der anderen hoffen. Mit der neuen Maschine, die über 100 kg leichter ist als die alte, habe ich gute Chancen. Für mich ist noch alles drin.

Es heißt, das Red Bull Air Race war noch nie so wettkampfbetont wie dieses Jahr- wie wirkt sich das auf die Stimmung aus? Werden die "Fellow-Pilots" jetzt zunehmend zu Gegnern?

Wir sind immer Gegner gewesen, aber wenn einem ein Ersatzteil fehlt, wird er es von einem anderen ausgeliehen bekommen, ist doch klar! Wir sind hart aber fair. Und die Stimmung untereinander wird unverändert gut bleiben.

Ihre Erwartungen für das Rennen in Barcelona?

Es kann auch dort recht windig werden. Dann schaukeln die Air Gates, weil der Racetrack über dem offenen Meer liegt. Das macht die Sache nicht einfacher. Mit den Bedingungen, ob ideal oder nicht, muss jeder fertig werden.

Wie bereiten Sie sich auf das nächste Rennen vor?

Mein altes Flugzeug ist noch abgebaut, da es beklebt wird und einen neuen Motor bekommt. Das wird sich bis zum 21. April hinziehen. Gleichzeitig wird mein neues Flugzeug in die Flugerprobung gehen. Darüber Einzelheiten zu verraten, dazu ist es noch zu früh. Auf jeden Fall habe ich wenig Zeit fürs Training. Optimal ist das natürlich nicht.

Quelle: PM Red Bull Deutschland GmbH

RTL überträgt das Red Bull Air Race aus Barcelona am 14. Mai 2006 um 12.00 Uhr. Moderator Leonard Diepenbrock berichtet aus der spanischen Metropole.

Ergebnisse 1. Rennen, Abu Dhabi 18.03.2006

1 Kirby Chambliss USA 3:33:37
2 Mike Mangold USA 3:37:94
3 Peter Besenyei HUN 3:41:72
4 Alejandro Maclean ESP 3:42:25
5 Nicolas Ivanoff FRA 3:49:11
6 Michael Goulian USA 3:49:62
7 Paul Bonhomme GBR 3:49:85
8 Steve Jones GBR 3:51:74
9 Nigel Lamb GBR 3:56:42
10 Frank Versteegh NDL 4:15:61
DQ Klaus Schrodt GER DQ

 

Air Race-Kalender 2006

Abu Dhabi, Vereinigte Emirate 18. März
Barcelona, Spanien 06. Mai
Berlin, Deutschland 27. Mai
St. Petersburg, Russland 17. Juni
Istanbul, Türkei 29. Juli
Budapest, Ungarn 20. August
Longleat, Großbritannien 02. September
San Francisco, USA 07. Oktober
Perth, Australien 19. November

 

Stand: 14.05.2006