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Start
- Der Seglerschlepp ist für den Seglerpiloten nicht besonders schwierig.
Bei einem erfahrenen Schlepppiloten handelt es sich sogar um eine der
sichersten Startmethoden. Deshalb eignet sich der Seglerschlepp auch
besonders gut für Erstflüge.
- Wenn die Piste ordentlich gemäht ist, brauchen noch nicht einmal
die Flächen waagrecht gehalten werden. Wenn die Schleppmaschine
anzieht, ist voll Gegenquerruder und ggf. Seitenruder zum Richtungshalten
zu geben. Sobald die Fläche waagrecht liegt, wird normal weitergesteuert.
- Der Seglerpilot sollte kein Höhenruder geben. Das Modell hebt
von selbst ab.
- Die Motormaschine sollte flach abgehoben werden. Nicht zu langsam,
um Reserven zu behalten. Aber auch nicht zu lange am Boden halten und
zu schnell werden, weil sonst der Segler die Motormaschine übersteigt.
- Für den Piloten des Seglers kommt es erst einmal darauf an, das
Modell nach dem Abheben durch gefühlvolles Drücken im Horizontalflug
zu halten, bis die Schleppmaschine vom Boden weggekommen ist. Die Trimmung
der Motormaschine orientiert sich am gewünschten Steigen, und das
Steigen hängt von der Fluggeschwindigkeit ab. Die Geschwindigkeit
des Schleppzugs diktiert die für den Segler am besten geeignete
Geschwindigkeit. Die Schleppmaschine muss sich nach dem Segler richten,
nicht umgekehrt.

Start! Dank an "Florian K." für das Bild!
Schlepp
- Der wichtigste Rat zuerst: Die Piloten dürfen ihre Modelle vom
Start an keinen Augenblick aus den Augen lassen. Selbst bei großen
und stabil fliegenden Modellen muss ständig korrigiert werden.
Das gilt besonders für den Piloten der Schleppmaschine. Dieser
muss ständig damit rechnen, dass sein Modell durch Lastwechsel
beeinflusst wird. Je nach Lage der Schleppkupplung kann die Größe
des Schleppwiderstands ein Moment um die Querachse verursachen. Ideal
sind Schleppmodelle, bei denen die Lastwechselreaktionen gering sind.
- Wegen der Konzentration der Piloten auf den Schleppzug kommt der Flugleitung
eine wichtige Rolle zu. Da viele Modellflugplätze als Notlandeplätze
für die bemannte Zunft ausgewiesen sind, muss der Luftraum gut
beobachtet werden, um Gefahren für die Allgemeine Luftfahrt zu
vermeiden. Die Piloten des Schleppzugs sind dazu nicht in der Lage.
- Beim Schlepp gilt: Wenn die Schleppmaschine genug Dampf hat, dann
ist der Schlepp um so einfacher, je steiler er ausgeführt werden
kann. Das gilt vor allem für Oldtimer, die relativ langsam fliegen
und die bei normalen Schleppgeschwindigkeiten in der Regel relativ stark
steigen oder sogar strukturell überfordert werden. Solche steilen
Power-Schlepps sind gewiss nicht scale, dafür aber sicher.
- Es wird ausgeklinkt und abgebrochen, wenn etwas passiert, das nicht
in Ordnung ist. Alles, was anders ist, als es sein sollte, ist nicht
in Ordnung. Es wird ausgeklinkt, BEVOR man versteht, WAS da oben gerade
passiert bzw. passiert ist. Wenn man abwartet, bis man versteht, was
passiert, kann es bereits zu spät sein. Aus 120m ist man bei einem
senkrechten Absturz in weniger als 2s am Boden. Ich weiß, wovon
ich spreche...
- Ausklinken sollte möglichst der Seglerpilot. Wenn der Motorpilot
ausklinken muss, besteht die Gefahr, das Seil zu verlieren.
- Vor dem Ausklinken sollte etwas gedrosselt werden. Die Fullscale-Flieger
betätigen die Kupplung übrigens routinemäßig mehrmals.
Unmittelbar nach dem Ausklinken dreht der Segler ab. Erst wenn klar
ist, dass sich die Modelle getrennt haben, geht auch der Schlepper in
den Sinkflug.
- Für die Schleppmaschine gilt – wenn sie nicht gnadenlos
überpowert ist: Vollgas! Es wird nicht gedrosselt. Wird die Geschwindigkeit
zu groß, wird der Steigwinkel vergrößert.
- Der Segler kann das Einziehfahrwerk ausgefahren lassen - das erhöht
den Luftwiderstand und bremst, wodurch bei Modellen mit "modernen"
Vorbildern auch das Risiko des Überholens der Schleppmaschine vermindert
wird.
- Nach dem Abheben empfiehlt es sich, die erste Kurve nicht zu spät
einzuleiten. Der Schleppzug gerät dadurch nicht zu weit weg. Man
hat von der Seite einen erheblich besseren Blick auf den Zug und kann
die Schleppgeschwindigkeit gut beurteilen.
Flugstrategie für Anfänger und effektive Schlepps
Anfängern kann vom Piloten der Schleppmaschine geraten werden, den
Segler während des gesamten Schlepps einfach gelevelt (=horizontal)
zu halten und keine Kurve aktiv mit zu fliegen, sondern sein Modell „in
die Kurve“ ziehen zu lassen. Das sieht nicht ganz so gut aus, sorgt
aber dafür, dass der Segler die Kurven nicht aus Versehen innen fliegt
und das Seil straff bleibt. Die Schleppmaschine gibt den Kurs vor und
sorgt durch großräumige Kurven für die Richtungswechsel.
Der Seglerpilot hält mit dem Querruder sein Modell IMMER gelevelt.
Der Steigwinkel wird mit der Höhenrudertrimmung(!!) eingestellt.
Wenn man das Anfängerstadium verlassen hat, kann man mit dem Seitenruder
den Kurvenradius mitfliegen. Vor dem Einleiten einer Kurve gehört
der Segler niemals nach innen, sondern NACH AUßEN. Gerät der
Segler in einer Kurve nach innen und droht die Schleppmaschine einzuholen,
ist das ein Indikator für das sofortige Ausklinken. Klinkt der Segler
nicht aus, vielleicht weil sein Pilot starr vor Schreck ist, macht das
der Pilot der Schleppmaschine. Lieber ein verlorenes Schleppseil als eine
Rumpfbeschädigung durch einen zu kräftigen Ruck.
Ich ziehe es vor, nach dem Abheben und nach etwa hundert Metern Geradeausflug
in einer sehr großen 90°-Kurve abzubiegen und so Distanz zum
Pilotenstandort aufzubauen. Dann erfolgt nach ca. 300m die nächste
Kurve, diesmal deutlich mehr als 90°. Mein Ziel ist es, den Schleppzug
in einem schrägen Winkel dem Pilotenstandplatz anzunähern und
in sicherer Entfernung daran vorbei zu fliegen. Wenn man ungeübt
ist, sollte man tunlichst nicht direkt auf sich zu fliegen, da man dabei
leicht senkrecht über sich gerät. In dieser Position kann man
nur schlecht erkennen, was der Schleppzug macht. Aus diesem Grund sind
große Achten in sicherer Entfernung zu empfehlen, die vor dem Pilotenstandplatz
geflogen werden ("....großräumig vor dem Wind kreuzen.").
Diese Strategie empfiehlt sich für ungeübte oder sehr effektive
Schlepper, denen es nicht auf "Schönheitspreise" ankommt.
Fortgeschrittene und Wettbewerbsflieger werden eine andere und erheblich
anspruchsvollere Strategie wählen.
Flugstrategie für Fortgeschrittene und Wettbewerbsflieger
Das großräumige Kreuzen vor dem Wind in größerem
Abstand und nicht zu steil über sich, ist einfacher als das viel
schwierigere Fliegen von präzisen 90°-Kurven. Es gehört
viel Können dazu, saubere Rechtecke (sog. Patterns) zu fliegen. Deshalb
ist das nur etwas für sehr erfahrene oder glückliche Schleppgespanne.
Bei geringerer Erfahrung oder fehlendem Glück kommt es leicht zu
Flugfehlern.

Dank an "Florian K." für das Bild!
Nach der Ausschreibung
des DMFV ist allerdings im Wettbewerb zur Deutschen Meisterschaft im Seglerschlepp
genau das gefürchtete "rechteckige" Fliegen gefordert.
Zitat aus dem Programm:
Platzrunde
Diese Figur schließt sich direkt an den Start an und beginnt mit
dem Einleiten der ersten 90°-Kurve. Vor dem Einleiten der nächsten
90°-Kurve muss ein sichtbarer Geradeausflug erfolgen. Nach der zweiten
Kurve ist mit dem Wind ein Geradeausflug zurückzulegen, bevor die
dritte 90°-Kurve eingeleitet wird. Zwischen der 3. und 4. 90°-Kurve
ist wiederum sichtbar geradeaus zu fliegen. Nach der letzten Kurve soll
sich der Schleppzug wieder im geraden Anflug parallel zur Startrichtung
befinden. Die Figur endet nach der letzten 90°-Kurve (siehe Skizze
2.). Die Platzrunde wird nicht angesagt.
Bewertungsgrundlagen:
Der Schleppzug soll sich während der Platzrunde in ruhiger, dem Original
entsprechender Fluglage befinden, d.h. er soll stetig steigen, die Geschwindigkeit
soll konstant sein und dem Vorbild entsprechen, das Segelflugmodell soll
stets etwas höher als das Motorflugmodell fliegen. Die Kurven sollen
weiträumig geflogen werden, die Geraden nach der ersten und nach
der dritten 90°-Kurve sind nicht gleich lang. Motor- und Segelflugmodell
sollen genau hintereinander fliegen.

Quelle: Ausschreibung DMFV
Dieses Programm erscheint relativ einfach zu sein. Probiert das saubere
Fliegen aber einmal aus. Selbst alterfahrene Schlepppiloten, die vielleicht
tausend Schlepps "auf dem Buckel" haben, werden sich damit schwer
tun, wenn sie nicht mehr ihren "Stiefel" fliegen können,
sondern ein präzises Flugprogramm abfliegen sollen. Ein wertvoller
Tipp: Ein erfahrener Pilot einer Schleppmaschine kann, insbesondere senkrecht
über sich, oft lediglich am Motorgeräusch schon erkennen, wie
schnell der Zug ist und ob er mehr ziehen sollte oder bereits zu langsam
ist.
Viel Spaß beim Üben! 
Seilabwurf
Die Landung der Schleppmaschine sollte nie mit Seil erfolgen. Das Schleppseil
sollte möglichst vorher abgeworfen werden. Wenn mit Schleppseil angeflogen
wird und sich das Schleppseil im Endanflug irgendwo richtig verfängt,
desintegriert sich die Schleppmaschine - ein solches Modell sieht aus,
als ob eine Handgranate darin explodiert wäre.
Bei Notabwürfen - wenn Motormaschine und Segler gleichzeitig ausklinken
- macht es sich gut, wenn ein Dritter gebeten wird, das abfallende Seil
im Auge zu behalten. Eine auffällige Färbung des Seils hilft
bei der Suche.
Niemals das Schleppseil über der Piste abwerfen. Der Pilot der nächsten
Motormaschine wird es danken. 
Nach der Wettbewerbsausschreibung des DMFV ist ein gezielter Seilabwurf
nach Gegenanflug, Queranflug und Endanflug gefordert:
Seilabwurf
Der Seilabwurf beginnt nach dem Kommando - Seilabwurf jetzt - mit einem
Gegenanflug parallel zur Landebahn in Höhe der Platzmitte. Nach einer
90°-Kurve folgt der Queranflug, dem wiederum eine 90°-Kurve folgt.
Nach Beendigung der Kurve soll sich das Modell in direktem Anflug auf
die Landebahn befinden, um das Schleppseil in einem der Landefelder abzuwerfen.
Während des Endanfluges (ca. 50m davor) muss das Modell in gleich
bleibender Höhe geflogen werden. Nach dem Abwerfen des Schleppseils
erfolgt ein kurzer, gerader Steigflug bis zur Mitte des Platzes, dem wiederum
eine 90°-Kurve mit einem Querabflug folgt. Die Wertung endet mit dem
Einleiten der 90°-Kurve zum Landeanflug. Entsprechend der Lage der
Markierung werden die Wertungspunkte vergeben. Berührt das Schleppseil
vor dem Ausklinken den Boden, erhält der Teilnehmer für den
Zielabwurf (Wertungsfeld) 0 Punkte. Kommt das Seil außerhalb der
Wertungsfelder zu liegen wird der Anflug gewertet. Wird das Seil nicht
abgeworfen oder befindet sich beim Seilabwurf kein Seil mehr an dem Motormodell,
so wird diese Figur mit Null bewertet . Eine Nullwertung gibt es ebenfalls,
wenn das Schleppseil außerhalb der Platzbegrenzung (gemähter
oder speziell markierter Bereich) abgeworfen wird.
Bewertungsgrundlage:
Während des Anflugs ist besonders darauf zu achten, dass sich das
Motormodell stets im gleichmäßigen Sinkflug befindet. Im Endanflug
geht der Sinkflug in einen Horizontalflug mit Zunahme der Geschwindigkeit
über. Ab dem Abwurf des Schleppseils soll ein gleichmäßiger
Steigflug bis zum Erreichen der Landeanflugshöhe erfolgen. Dabei
erfolg ab der Platzmitte ein Querabflug wie in Skizze 3 dargestellt. Die
Figur endet mit der Einleitung der 90°-Kurve zum Landeanflug.

Quelle: Ausschreibung DMFV

Anflug einer "fullscale" Klemm 35 zum Seilabwurf vor der
der Kulisse der Burg Teck auf der Hahnweide
Weiter im Wettbewerbsprogramm...
Landeanflug und Landung des Motormodells sowie Zeitflug, Landeanflug und
Landung des Seglers sollen hier nicht weiter kommentiert werden. Es wird
auf die geltende Ausschreibung verwiesen.
In der Ruhe liegt die Kraft! 
Der Pilot der Schleppmaschine sollte sich für jeden Schlepp die
nötige Ruhe gönnen. Wenn der "Bart" steht und plötzlich
fünf Segler gleichzeitig in die Luft wollen, kommt leicht Hektik
auf. Dann wird auch einmal darauf verzichtet, das Seil abzuwerfen und
mit Seil gelandet. Schleppseile werden falsch eingeklinkt und dabei versehentlich
nur in der Kupplung eingeklemmt, so dass sie sich beim ersten leichten
Ruck lösen. Es wird das Tanken vergessen oder leichte Schäden
werden übersehen usw. Für die Sicherheit muss man sich Zeit
nehmen!
Bitte bei jedem Tanken das Modell auf Schäden untersuchen! Unsere
Modellmotoren erzeugen bei Volllast erhebliche Vibrationen, was immer
wieder zum Ausfall wichtiger Bauteile und damit zum überraschenden
Ableben der Modelle führt. Auch kann das Schleppseil bei Rucks an
der Rumpfstruktur im Bereich der Schleppkupplung oder auch am Leitwerk
Schäden anrichten.
Die erste von zwei Gretchenfragen: Wie haltet Ihr es mit den Kosten?
Es gibt die unterschiedlichsten Regelungen, wie die Anschaffungskosten
für die Schleppmaschine und die Betriebskosten für Sprit, Öl,
Propeller, Reparaturen, Unfallschäden usw. umgelegt werden.
Es gibt Maschinen, die einzelnen Vereinsmitgliedern gehören, Haltergemeinschaften
von mehreren Vereinsmitgliedern und Vereinsmaschinen.
Es ist erfreulich, wenn Sprit und Latten aus der Vereinskasse bezahlt
werden. Tipp: Sicherheitshalber sollte dazu ein Beschluss der Hauptversammlung
eingeholt werden.
Erfreulich ist es auch, wenn sogar Schäden aus der Vereinskasse bezahlt
werden. Eine solche Regelung wird jedoch meist dahingehend eingeschränkt,
dass nur dann gezahlt wird, wenn kein grober Unfug oder keine Fahrlässigkeit
(z.B. Alkohol!) im Spiel waren.
Die zweite Gretchenfrage: Wie haltet Ihr es mit dem Risiko?
Auch auf diese Frage gibt es viele Antworten. Je nach Tagesform der Flugleiter
werden auf den Modellflugplätzen teilweise haarsträubende Dinge
geduldet. Zu empfehlen ist, dass der Flugverkehr während des Schleppverkehrs
eingeschränkt wird. Beim Scheitern eines Schlepps muss mit Notlandungen
nach frühem Ausklinken gerechnet werden. Da stören Funflyer
oder Anfängersegler in der Platzrunde. Während des Schlepps
sind alle Lärmquellen störend. Insbesondere "quäkende"
Helis in der Nähe des Pilotenstandorts sind eine starke Störquelle.
Es ist hilfreich, wenn beim Start des Schleppgespanns die Hubis landen
und ihre Drehzahl reduzieren und erst nach Erreichen der Sicherheitshöhe
oder sogar nach der Landung der Schleppmaschine wieder starten. Im Zweifel
sollte auf "Mischbetrieb" verzichtet werden.
Jegliche Risiken sollten vermieden werden. Es gilt immer: In einem Schleppzug
trägt man als Pilot der Schleppmaschine nicht nur für das eigene
Modell, sondern auch für das Modell des Seglerpiloten Verantwortung.
Deshalb: Kein Risiko!
Mehr Informationen...
...sind unter anderem auf der empfehlenswerten Seite des Fachreferenten
für Seglerschlepp im DMFV e.V., Andreas Schupp, zu finden: www.seglerschlepp.de.
Dort findet Ihr insbesondere auch einen Hinweis auf den Termin der jährlichen
Internationalen Deutschen Meisterschaften. www.seglerschlepp.de/termine.
Ich empfehle insbesondere die Lektüre der aktuellen
Wettbewerbsausschreibung.
Abschließender Kommentar
Seglerschlepp ist eine anspruchsvolle Sparte unseres schönen Hobbys.
Präzises und gerades Fliegen, Beherrschung der Technik und Teamgeist
sind gefordert. Es macht großen Spaß. Deshalb kann ich es
jedem empfehlen. 

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