XXIV. Hahnweidpokal

Hans Rupp, mit Bildergänzung von Dieter F. Heinlin


Die Windenlinie und die großzügigen Platzverhältnisse

Am 8. Oktober 2006 fand auf dem Fluggelände Hahnweide der XXIV. Hahnweidpokal statt. Wie bereits in den vergangenen Jahren, zeigte sich das Oktoberwetter, vom Frühnebel mal abgesehen, von der sonnigsten Seite. Obwohl erst gegen 11:00 Uhr mit den Wertungsflügen begonnen werden konnte, wurden bei 88 gemeldeten Piloten 4 Durchgänge geflogen.

Die Flugaufgabe bestand aus einem Zeitflug von 6 Minuten bei einer Rahmenzeit von 8 Minuten und einer anschließenden Ziellandung an einem etwa 8 m langen Zielband. Wer jetzt denkt, paaah, das ist doch einfach, dem sei gesagt, dass es ein paar Widrigkeiten zu meistern galt.

Die erste Widrigkeit betrifft die zulässige Seillänge. Der Abstand Winde – Umlenkrolle beträgt nämlich nur 150 m und dann eben 300 m Seil, statt der sonst üblichen 200 m/400 m. Zudem war leichter Ostwind vorhergesagt, so dass nach Osten gestartet wurde. Während der ersten beiden Durchgänge herrschte aber leichter Westwind, also Rückenwind, was beim Hochstart nicht jedermanns Sache ist. Es gab einen Durchgang, bei dem mit 5 Min. 15 Sekunden der Tausender erflogen wurde. Dummerweise ist aber fast immer einer dabei - und das war auch diesmal der Fall - der die 6 Minuten ausfliegt, aber dann muss er ja auch noch gut Landen.

Womit wir bei der nächsten Hürde sind. Fliegen können heißt eben auch, landen können.
Folgerichtig musste nämlich auch mit Rückenwind gelandet werden, was diesen an sich schon kniffligen Punkt zusätzlich erschwerte. Gelandet werden soll nämlich möglichst nahe an einem auf dem Boden gespannten Seil. Eine Stecklandung ergibt genauso 0 Punkte wie verlorene Teile oder eine Drehung um mehr als 180°. Ist der Rumpf nirgends weiter als 10 cm von der Leine entfernt – wohlgemerkt, irgendein beliebiges Ende! – bekommt man 100 Landepunkte. Für jede weitere 10 cm verliert man 10 Landepunkte, so dass ein wenig zu kurz, zu lang oder leicht gedreht, hart bestraft wird. 100 Landepunkte sind daher eher selten und ab 70 Landepunkten aufwärts und nahezu getroffener Zeit von 360 Sekunden, kann man sich durchaus Hoffnung auf einen Tausender machen. Oder eben mit 5 Min. 15 Sek. und 100 Landepunkten.

An Modellen wurde querbeet alles geflogen, was an der Winde gut aussieht. Klar dominierten die bekannten F3J und F3B-Modelle wie Sharon, Estrella, Crossfire, Ellipsen, Espadas und was es sonst noch so gibt das Bild. Aber auch neuere Modell wie Aspire, Shadow, Vision, Xperience oder interessante Eigenbauten waren am Start. Dass es auch mit weniger Kapitaleinsatz geht und man mit Styro-Abachimodellen vorne mitfliegen kann, zeigte vor allem die Truppe vom MFG Donzdorf mit ihren Kults und Euromastern, die, man höre und staune, bei den Flugzeiten keinen Unterschied zu den Voll-GFK und CFK-Boliden erkennen ließen.

Aber jetzt zu den Bildern.

Eine ganze Reihe neuer Modelle gab es zu betrachten. Von vorne: Wirus mit viel V-Form, Shadow, Vision, Xperience und Soarmaster Compact.

Der brandneue Shadow

Und Aspire:

Unbekanntes Modell, das die Zeit regelmäßig maßlos überzog und daher nicht in die Wertung kam:

Blockstreifen kommen nicht aus der Mode, wie dieser Eigenbau zeigt:

Hier sieht man das imposante Modell mit knapp 4 m Spannweite am Boden:

Was das wohl geben soll?

Ward ein Bart gefunden, versammelten sich meist alle 8 Modelle einer Gruppe darin

Und der Anflug erfolgte oft auch synchron. Dabei lässt die um 2 Minuten längere Rahmenzeit durchaus versetzte Starts oder auch Restarts zu.

Der Endanflug sollte etwas geradliniger erfolgen als auf diesem Bild:

So sieht es schon besser aus.

Warmduscher und „Wölbklappenservoschoner“ sind nicht gefragt:

Maultaschen in der Brühe oder mit Kartoffelsalat dürfen im Schwäbischen natürlich nicht fehlen und auch der Wettbewerbsleiter findet zwischendurch die Zeit, seinen Hunger zu stillen. Die üblichen Würste und Steaks vom Grill, Kaffee, Kuchen und diverse Kaltgetränke gibt es natürlich auch.

Und dass der Gabentisch in der Fliegerstadt Kirchheim/Teck reich mit Pokalen und Sachpreisen gedeckt ist, versteht sich ja von selbst.

 
Der Hahnweidpokal findet immer Anfang Oktober statt und wer sich davon überzeugen will, dass eigentlich fast immer schönstes Wetter herrscht oder sich für die Ergebnisse interessiert, der kann ja die Webseite der Modellflugabteilung des Vereins Wolf-Hirth unter www.wh-modeller.de besuchen.

Und hier ergänzende Bilder von Dieter F. Heinlin

 

Stand: 03.11.2006