„…was uns bewegt…“

Claus Eckert, Panoramen Jürgen Schrader

Deutsches Museum eröffnet neue Hallen des Verkehrszentrums

Anlässlich der Eröffnung der Hallen I und II des Verkehrszentrums des Deutschen Museums in München war RC-Network.de am 12. Oktober 2006 zur Pressekonferenz eingeladen.

Den Einfluss des Verkehrs auf den mobilen Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zeigt das Deutsche Museum unter dem Motto „…was uns bewegt…“. Mit der Eröffnung der Hallen I und II im Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe 14a, wird der dritte Standort des Museums in München fertiggestellt. Von der Kutsche bis zum ICE werden hier die Besucher ab dem 21. Oktober in den ehemaligen Messehallen durch die Entwicklung des Verkehrs geführt. Seltene Exponate wie eine der schönsten Dampflokomotiven, die Dampflokomotive S3/6 „Stolz der Bayern“, werden ebenso gezeigt wie Kraftfahrzeuge, die noch vor wenigen Jahren auf den Straßen zu sehen waren.

Die Besucher können Verkehr mit allen Sinnen erleben. „Das Öl der Maschinen zu riechen oder im Kutschensimulator wie vor Jahrhunderten zu reisen, so fühlt man sich in vergangene Zeiten zurückversetzt,“ erläutert der Generaldirektor des Deutschen Museums, Prof. Wolfgang Heckl, ein Ziel der neuen Ausstellung.

Mit den drei Münchner Standorten, dem Haupthaus auf der Museumsinsel, der Flugwerft Schleißheim und dem Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe, ist die geplante räumliche und inhaltliche Erweiterung des Museums vollendet. Die Hallen I und II des Verkehrszentrums auf der Theresienhöhe 14a zeigen die neuen Ausstellungen »Stadtverkehr« und »Reisen«. Die großzügigen, von Licht durchfluteten Hallen bieten eine reizvolle Kulisse für dieses einzigartige Museum. Das Ensemble wurde im Jahre 1908 von dem Architekten Wilhelm Bertsch errichtet. Die Hallen I und II ließ er als Skelettbauten in Eisenkonstruktion, die bereits seit 2003 geöffnete Halle III als Stahlbetonbau errichten.

Die Entwicklung der städtischen Verkehrsmittel und des Verkehrs in Ballungsräumen sind das Thema der Halle I. Die Fahrzeugsammlung wird auf einer Straße präsentiert, die sich als Zeitachse durch die Halle zieht. In der Hallenmitte weitet sich die Straße zu einer großen Platzinszenierung mit »Nebenstraßen«. Hier stehen Automobile, Zweiräder, Dreiräder, Straßenbahnen, Busse und Spezialfahrzeuge, wie ein historischer Umzugswagen oder eine Straßenkehrmaschine. Historische und futuristische Ampeln entlang der Straße dokumentieren die technische Entwicklung der Verkehrsregelung.

Die Besucher können zum Beispiel in eine U-Bahn steigen, sich in den Führerstand eines Lastautos setzen und den Verkehr aus der Perspektive eines LKW-Fahrers erleben oder in das Innere eines Klinomobils, einer fahrbaren Zahnarztpraxis aus den 1960er Jahren, blicken. Eine historische Fahrradwerkstatt am Straßenrand zeigt das etwa 100 Jahre umfassende Spektrum an Werkzeugen und Maschinen. Um die Schausammlung herum gruppiert sind die Themen »Öffentlicher Nahverkehr«, »Umwelt« und »Sicherheit«. Da werden Crashtests gezeigt, man sieht, wie ein Airbag funktioniert oder wie eine Rettungskette abläuft. Gefahrlos lässt sich ausprobieren, wie wichtig »Sichtbarkeit« im Verkehr ist oder welche Rolle Assistenzsysteme bei der Fahrzeugsicherheit spielen.

Der Weg durch die Ausstellungshalle II beginnt mit einem Rückblick auf die reiselustigen Römer und die Schwierigkeiten einer Pilgerreise. Von der Kutschenreise bis zur Pauschalreise der Gegenwart führt der Pfad entlang an einer Vielzahl von Reiseverkehrsmitteln: Vorbei an der Schweizer Alpenpost, die bis ins 20. Jahrhundert über den Furka-Pass fuhr, an der ersten kontinentalen Pferdebahn »Hannibal«, der Schnellzugdampflokomotive S 3/6 mit Postwagen und Speisewagen oder am Panoramabus Kässbohrer Setra, mit dem die Busreisenden der 1950er Jahre unterwegs waren. Die Geschichte des Reisens auf der Straße erzählen Kutschen, Automobile, Motorräder und Fahrräder. Neben den ersten dreirädrigen Fahrzeugen finden sich hier u. a. der Mercedes Simplex, der als Vorbild für die Grundform des Automobils gilt, Luxuslimousinen wie Mercedes SS oder Lancia Lambda, der »Laubfrosch«, das erste am Fließband gefertigte Auto Deutschlands und ein pinkfarbener Cadillac aus den 1950er Jahren.

Zu den Attraktionen der Halle zählt ein Kutschensimulator, der dem Besucher ein authentisches Sitz- und Fahrgefühl vermittelt. Der Antrieb der Kutsche ist eine Eigenentwicklung der Werkstätten des Museums. Alle Waggons sind begehbar und können von innen besichtigt werden. Von einer Galerie aus kann man diesen Ausstellungsbereich auch von oben erleben.

Öffnungszeiten:
täglich 09.00 bis 17.00 Uhr, Donnerstag bis 20.00 Uhr
Eintritt:
Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Nachstehend werden 3 Panoramen der Hallen angeboten. Sie werden mit Quicktime dargestellt und sind zwischen 1,3 und 1,6Mb groß. Änderungen der Blickrichtungen über den Mauszeiger + linke Taste.

 

Stand: 21.10.2006