|

Da fliegt man Jahre lang sehr zufrieden mit allen möglichen (und
unmöglichen) Modellen und plötzlich stellt sich ein undefinierbares
Unwohlsein ein. Die Kollegen reden nur noch von Contest-Eurotour, von „echten“ WM/EM
Modellen oder bauen sogar die absoluten Spezialmodelle selbst. Und schließlich
gipfelt das Ganze in Sticheleien wie: „Solange man kein „richtiges“ Modell
geflogen hat, ist klar, dass einem auch ein Sharp Wind genügt…“.
Das ließ mir keine Ruhe mehr und ich begann, im Internet nach einschlägigen
Modellen zu fahnden.
Weil ich diesmal ganz hoch hinaus wollte, war mir klar, dass ich in
den Ranglisten nachsehen musste um zu erfahren, wie mein neues Modell
heißen sollte. Schnell war der CROSSFIRE als Objekt der Begierde
entdeckt, immerhin ist Andreas Böhlen damit in 2005 Weltmeister
in der Klasse F3B geworden. Also ging ich daran, dieses edle Stück
Kohle in meinen Besitz zu bringen. Wie ich feststellen musste, war das
gar nicht so einfach. Die Firma Aer-O-Tec von Stefan Eder und Max Steidle
(http://www.Aer-O-tec.de) hatte
vor Weihnachten für den CROSSFIRE mindestens vier Monate Lieferzeit.
Nachdem eh Winter war, wartete ich also geduldig auf meinen Crossi in
Melonengelb.
Bevor wir uns den CROSSFIRE näher ansehen, möchte ich aber
noch anmerken, dass ich ein echter Freizeitpilot bin. Ich habe zwar Spaß am
Wettbewerb, mir fehlt jedoch die Hingabe und der Ehrgeiz, in irgendwelchen
Ranglisten auftauchen zu wollen. Unter diesem Aspekt fliege ich sehr
gerne leistungsfähige Zweckmodelle á la Sharp Wind, Storm
und Co. Folglich hole ich auch sicher nicht das letzte Quäntchen
an Leistung aus diesen Modellen heraus. Daher war ich auch besonders
gespannt, ob ich einen Unterschied zwischen „Jedermann-Modell“ und
der Weltspitze feststellen würde.
Der Weltmeister ist da!
Jeder, der schon mal lange Wochen auf ein Modell gewartet hat, kann
sich vorstellen, wie gespannt ich war, als ich endlich meinen CROSSFIRE
in Händen hielt. Spät abends kam ich von der Fahrt zurück,
auf der ich den Crossi übernommen hatte. Trotzdem musste ich ihn
gleich noch zusammenstecken und erste Bilder machen.

Erster Eindruck nach dem Auspacken.
Was für ein Modell! Schlanker Rumpf, schlanke Flügel, feinste
Detaillösungen, leicht und trotzdem stabil. Das versprach nur Gutes.
Am nächsten Morgen folgte dann eine genaue Inspektion des Lieferzustandes.
Ausstattung
Der Kleinteilebeutel war reichlich gefüllt mit durchweg brauchbaren
Utensilien. Die beiliegenden Gabelköpfe muteten zunächst etwas
billig an, zeigten aber im Betrieb bisher keinerlei Schwächen.

Der Ausbausatz ist komplett und hochwertig.
Die Verarbeitung der Fläche ist makellos und als hochwertig zu
bezeichnen. Bei genauerem Hinsehen findet man allerdings noch Optimierungspotential
im Vergleich mit den besten Modellen am Markt. Da sieht man zum Beispiel
im Gegenlicht leichte Spuren des verwendeten Kohlegewebes, einige Lackstellen
sind nicht ganz exakt ausgeführt und auch die Abdeckungen der Anlenkung
auf der Flügeloberseite muss selbst angepasst und angebracht werden.
Das Verarbeitungsniveau würde ich daher zwischen den Herstellern
Valenta und Jaro Müller ansiedeln. Wobei der Abstand zu Jaro Müller
deutlich geringer ist als zu Valenta.

Vorbereitete Öffnung für die Wölbklappen.
Absolut spitze sind die angeformten Spaltabdeckungen. Das ist in der
Herstellung aufwendig, stellt aber sicher die sauberste und aerodynamisch
beste Lösung dar.

Fertig eingebaute Spaltabdeckung.
Die Stabilität und Steifigkeit des Flügels ist mehr als ausreichend.
Es zeigt sich, dass Stefan Eder und seine Mannen sich auf die wesentlichen
Punkte für ein Hochleistungswettbewerbsmodell konzentriert haben.
Diese Flügel sind bei moderatem Gewicht dermaßen bretthart,
dass ich mir keine Winde vorstellen kann, die diesen Flügel zum
Bersten bringt. Verstärkt wird der sehr gute Eindruck noch durch
einen großzügig dimensionierten Kohleverbinder. Er ist hohl
und kann laut Anleitung noch zusätzlich Ballast aufnehmen. Apropos
Ballast, zum Lieferumfang gehören auch noch 10 Stück vierkant
Messingballastgewichte die, in den Flächen verstaut, den Crossi
um ganze 800g schwerer machen. Die leichten Distanzstücke für
ein partielles Ballastieren kann man sich aus Balsa, Kiefer oder ähnlichem
Material schnell selbst herstellen.

Die Haube muss nur sehr wenig angepasst werden.
Der Rumpf zeigt dasselbe Bild wie die Flächen. Man sieht deutlich
die Rumpfnaht und ein paar kleine Lunker. Ein Highlight ist sicher der
schon fix und fertig eingeklebte Arretierungsstift der CfK-Haube.

Lieferzustand: Fertig und perfekt passend!
Schon fast selbstverständlich ist, dass Seiten- und Höhenruder
bereits fertig angelenkt sind und dass die exzellenten, teflonbeschichteten
Bowdenzüge absolut spielfrei nach vorne geführt werden. Damit
ist sowohl beim Flügel als auch am Rumpf im Lieferzustand schon
fast alles an Bauarbeit erledigt.
Der Übergang zwischen Seitenflosse und Höhenruder ist wieder
ein absolutes Highlight und eine Detaillösung der Spitzenklasse.
Wenn man das Pendelhöhenruder aufschiebt, schmiegt es sich saugend,
ohne Luftspalt, an die Seitenruderflosse. Und damit widerstandserzeugende
Luftspalte bei keiner Höhenruderstellung eine Chance haben, sorgt
eine kleine Nase an der Seitenruderanlaufkante für ein durchgängig
anliegendes Höhenruder. Nimmt man jetzt ein kleines Stück Klebeband,
ist auch die Arretierung schon erledigt. Genial einfach – einfach
genial!

Die Passgenauigkeit am Höhenruder sucht Ihresgleichen.
Wirft man einen Blick auf die Flächenanformung am Rumpf, so stellt
man auch hier einen hohen Vorfertigungsgrad fest. Nicht nur die Arretierungsstifte
sitzen schon passgenau an der richtigen Stelle, auch die Durchbrüche
in Rumpf und Flügel für den beiliegenden, grünen MPX-Stecker
sind bereits fix und fertig.

Der Flügel ist fertig am Rumpf angepasst und es müssen lediglich
die beiliegenden MPX-Stecker eingebaut werden.
Gefertigt ist der Rumpf aus einem CfK/AfK-Mischgewebe, was bis zur
Rumpfkeule ausgezeichnete Stabilität gewährleistet. In Richtung
Seitenruder wurde dann mit GfK gearbeitet, um das Gewicht des Leitwerksträgers
so gering wie möglich zu halten. Lediglich an der Höhenruderlagerung
wurde sinnvoll mit CfK verstärkt.

Diese Bauweise kann einstecken: Kohle/Aramid Mischgewebe
Schon jetzt kommt Freude darüber auf, dass ich mit diesem Modell
sehr wenig Zeit im Bastelkeller verbringen werde.
Der Boxenstop – Montage des CROSSFIRE
Bei dieser Vorfertigung spricht man besser von Montage statt von Bau.
Zunächst habe ich das RC-Brett im Rumpf, aus rein optischen Gründen,
mit Kohlegewebe beschichtet und die vorhandenen Servoausschnitte an meine
Servos angepasst. Die ausgezeichnete Anleitung empfiehlt, die Servos
möglichst weit vorne einzukleben, um wirklich nur das Nötigste
an Blei einbringen zu müssen. Ich habe meinen vierzelligen 2500mAh-Sanyo
AA soweit wie möglich nach vorne geschoben und das Servobrett so
eingepasst, dass ich jederzeit den Akku ausbauen kann. In dem Raum zwischen
Akku und Servos habe ich meinen Simprop SCAN-7 Empfänger untergebracht.
Danach wurde der Kabelbaum noch entsprechend der Anleitung verlötet.
Diesen Kabelbaum habe ich in einem Spiralschlauch gebündelt und
zum Empfänger geführt. Geht man so vor, bleibt unter dem Flügel
reichlich Raum für ein Vario.

Unter der Fläche ist reichlich Platz für mein Piccolario log
Als Abschluss der Rumpfmontage gilt es, die Anlenkungen fertigzustellen.
Für das Seitenruder ist das in fünf Minuten erledigt und auch
das Höhenruder ist, dank der sehr pfiffigen Tipps zur EWD Einstellung,
schnell und sicher justiert.
Bei den Flügeln zeichnet sich ein ähnlich schneller Aufbau ab.
Hat man die beiliegenden Kabel in die Fläche eingezogen, lässt
sich auch schon der grüne MPX-Hochstromstecker fertig verlöten
und einkleben. Als Servos kommen bei meinem CROSSFIRE die Futaba S 3150
Digital zum Einsatz. Diese Spitzenservos eignen sich optimal, da sie
sowohl die geforderte Präzision als auch die notwendige Rückstellgenauigkeit
und Kraft für ein F3B-Modell aufweisen. Gleichzeitig sind sie aber
noch in einem Preissegment, das mich als Freizeitpilot nicht überfordert.

Servo und Rahmen fertig zum Einkleben.
Eingebaut wurden die Rudertreiblinge mit den genialen Servorahmen von
Michael Frey (http://www.servorahmen.de).
Michael gibt auf seiner Website Tipps zum optimalen Einbau. Beachtet
man diese, lassen sich die Futabas sehr schnell ein- und ausbauen. Ich
durfte die Tauglichkeit der Servorahmen gleich testen, da ich einen Ruderabtriebshebel
zunächst um einen Zahn versetzt eingebaut hatte. Dank der Freyschen
Servorahmen war mein Lapsus in wenigen Minuten ausgebügelt.

Der Servoeinbau ist fertig
In den Ruderklappen sind bereits die Gewindelöcher eingebracht,
sodass ich die Ruderhörner einfach nur einschrauben und mit etwas
Sekundenkleber sichern musste. Die beiliegenden Anlenkstangen wanderten
in meine Bastelkiste, da mir der Einbau über das Speichenprinzip
zu fummelig und unpräzise erschien. Meine Lösung ist eine einfache
M2,5 Gewindestange mit handelsüblichen Gabelköpfen und Kontermuttern.
Auch hier kommt wieder die exzellente Anleitung zum Tragen, sind doch
darin die exakten Längen der Gestänge angegeben. Hält
man sich an diese Werte, ist der gesamte Servoeinbau in weniger als drei
Stunden erledigt.

Fertige Anlenkung der Wölbklappen.
Gewichte:
| Bauteil |
Gewicht |
| Flächen (R/L) voll ausgestattet |
620g / 635g |
| Höhenleitwerk |
44g |
| Rumpf voll ausgestattet mit Haube |
800g |
| Flächenverbinder |
90g |
Auswiegen und Einstellen
Ist man mit den Arbeiten soweit fertig, fehlt nur noch die korrekte
Schwerpunktlage und die Einstellung der Ruderausschläge.
Den Schwerpunkt konnte ich mit nur wenig Blei, direkt in der Spitze
des Rumpfes, einstellen. Damit das alles passte, drücke ich die
Rumpfspitze in nassen Sand und gieße in diese Form etwa 80% der
benötigten Menge Blei. Das entstehende Gewicht kann man mit etwas
Schleifen sauber in den Rumpf einpassen.
Danach musste ich von unten in die Spitze noch einen Flitschendorn
einbauen. Dazu bohrte ich von unten ein 6 mm Loch im 60° Winkel nach
vorne durch das Blei. Dort hinein wird ein entsprechendes Messingrohr
geharzt und bündig mit der Rumpfkontur verschliffen. In das Messingrohr
kommt ein 4 mm Stahlstift, der ca. 3-4 mm aus dem Rumpf herausragt. Damit
der Stift stramm im Messingrohr sitzt, habe ich ihm mit einem Körner
eine kleine Kerbe verpasst.
Die Rudereinstellungen sind mit allen notwendigen Flugphasen in Form
einiger PDF-Dateien dem Modell beigelegt. Auch hier zahlt sich die jahrelange
Erfahrung des Herstellers aus. Sehr interessant fand ich, dass Stefan
Eder je nach Flugphase sehr deutlich unterschiedliche Einstellungen vorschlägt.
Im späteren Flugbetrieb sollte sich noch herausstellen, dass alle
Werte ohne jede Änderung zu sehr guten Flugleistungen führen.
Ich habe bis heute noch keine Einstellung wesentlich verändert!
Fliegen
So vorbereitet, zog es mich bei abscheulichem Wetter auf meine „Erstflugwiese“.
Der Crossi musste für den ersten Start an mein Gummiseil. Mit ca.
60 m Seil ging es Rückwärts bis der Gummi straff war. Kurzer
Rudercheck und los. Doch was war das?? War ich es von meinen bisherigen
Modellen gewohnt, dass ich einen deutlichen, berechenbaren Steigflug
sehe, reagierte der Crossi total anders. Er baute bei mittlerem Gegenwind
dermaßen Druck auf, dass er vom Start weg den Gummi eher noch weiter
auszog. Gleichzeitig stieg er fast senkrecht und hing dabei dermaßen
stabil am Seil, dass meine kurze „Schockphase“ dem perfekten
Start keinen Abbruch tat. Blitzschnell waren ca. 80 m erreicht und ich
ließ ihn ohne Schuss aus dem Seil. Der Himmel war bedeckt, es war
kalt und der Wind mittel bis kräftig. Ich hätte jetzt erwartet,
dass der Vogel beständig gen Boden gleitet, aber falsch gedacht!
Die Nase im Wind, hält der CROSSFIRE einfach die Höhe und mit
etwas Gefühl am Höhenruder stiegt er ganz leicht. Dieses Spiel
ging ca. eine Minute, bis ich ihn bewusst aus dem Wind nahm. Mit Wind
nahm er sehr schnell Fahrt auf und zeigte mir eine kurze Demonstration
seiner Fähigkeiten. Die bald darauf folgende Landung dosierte ich
mit Butterfly gerade so, als würde ich den Crossi schon Jahre fliegen.
Lammfromm setzte er sich 3 m vor mir ins Gras. Ich nahm die Hände
von den Knüppeln und überlegte, was ich da gerade erlebt hatte… Bisher
hat mir ein Modell beim Erstflug noch nie so gut gefallen. Nie vorher
war eine Maschine auf Anhieb so perfekt eingestellt. Das ist einerseits
sicher auf die herausragende Konstruktion zurückzuführen, andererseits
kommt den ausgefeilten Einstellungen aus der Anleitung ein großer
Anteil zu. An diesem Tag folgte nur noch ein weiterer, ebenso entspannter
Flug, dann schneite es einfach zu stark, um weiter zu fliegen.

Ein sehr schönes Design krönt das exzellente Modell
Einige Tage später geht es an die Normwinde. Bei starkem Wind
wiederholt der Crossi seinen sehr steilen aber stabilen Startbogen und
ich erlebe wieder einen ausgewogenen Flug. Der zweite Start sollte dann
mit einem ordentlichen Schuss beendet werden. Wie schon etliche Male
vorher, drücke ich den Crossi zum Schuss kräftig an. Der Zug
am Höhenruder ließ mir dann das Blut in den Adern gefrieren.
Gleichzeitig mit dem Höhenruderausschlag, gab es einen Knall und
der Crossi flatterte unkontrollierbar in der Luft. Das Höhenruder
war hin und ich sah zu, wie er langsam gen Boden stürzte. Plötzlich
rief mein Kollege: „Fahr Butterfly!“ Was ich auch augenblicklich
tat. Dadurch stark abgebremst, beschrieb der CROSSFIRE einen Abfangbogen
auf den Rücken und setzte butterweich auf. Immer noch geschockt
stand ich da und starrte auf den Flieger. Eine genauere Analyse ergab,
dass ich wohl den Schuss stark übertrieben hatte und das Seil dabei
mein Höhenruder zerfetzt hatte. Später bestätigten weitere
Windenstarts diese These. Ich habe gelernt, den CROSSFIRE nicht zu heftig
zum Schuss zu drücken und ihn in einem nicht zu steilen Winkel steigen
zu lassen. Das ist nicht nur effektiver, sondern verhindert auch, dass
der CROSSFIRE schneller als das Seil wird und es sich im Höhenruder
verfängt. Übrigens warnt die Anleitung auch vor übertrieben
harten Startmanövern, allerdings mehr unter dem Aspekt eines optimalen
Starts und einer maximalen Höhe.
Mit einem neuen Höhenruder und viel Motivation ist der Crossi
seitdem mein ständiger Begleiter. Egal, ob ich am Hang fliege, die
Winde bemühe oder mit der Flitsche auf Thermikjagd gehe, der CROSSFIRE
ist stets ein verlässlicher Partner.

Der CROSSFIRE schafft beim Flitschenstart immer sichere 75 m Höhe
Die Stärken des CROSSFIRE zu beschreiben ist nicht ganz so einfach,
da er fast immer ganz vorne mitspielt. Herausragend ist aber sicher sein
extrem gutes Gleitverhalten. Wenn man ihn aus der Winde schießt,
geht er enorm weit hoch und nimmt die Fahrt mit. Im Speedflug, mit etwas
Ballast, läuft er wie auf Schienen und schneidet dabei hörbar
die Luft. Am Hang fegt er in F3F-Manier die Kante entlang. Beim Nockpokal
in Kärnten konnte ich einige Piloten mit CROSSFIREs im Kurs beobachten.
Nicht nur, dass er mit die schnellsten Zeiten erflog, auch konnte der
CROSSFIRE beim anschließenden Zurückfliegen zur Landung die
besten Thermikeigenschaften für sich verbuchen und damit ein Überschreiten
der Rahmenzeit verhindern.

Exzellente Sichtbarkeit auch in großen Höhen.
In ruhiger Abendthermik kreist der CROSSFIRE sehr angenehm mit. Er
ist hier den absoluten F3J-Modellen nicht ganz ebenbürtig und benötigt
auch mehr Aufmerksamkeit als ein klassischer Floater. Schenkt man ihm
aber die volle Konzentration beim Zentrieren in schwacher Thermik, wird
man immer mit Nullschiebern oder sogar Steigen belohnt.

Man sieht förmlich die Dynamik, die im CROSSFIRE steckt.
Die Klasse F3B ist ja schon immer ein Garant für Modelle mit besten
Allroundeigenschaften. Ich habe mit dem CROSSFIRE ein Modell gefunden,
dass diese Allroundeigenschaften vermittelt, ohne bei einer Disziplin
ernsthafte Einbußen hinnehmen zu müssen. Die Praxistauglichkeit
des Crossi ergibt ein Modell, das sehr wenig Raum für andere, spezialisiertere
Modelle lässt.

Kreuzbrav bei der Landung. Das Butterfly bremst perfekt.
Fazit
Begonnen habe ich die Liebschaft mit meinem CROSSFIRE, um herauszufinden,
ob und wieviel sich ein High-End Gerät von einem Durchschnitts-Voll-GfK
Modell unterscheidet. Ich wollte wissen, ob der doch erhebliche Preisunterschied
gerechtfertigt ist oder die Modelle von ihren Erfolgen im Wettbewerb
leben.
Nun, ob sich der Preisunterschied auszahlt, muss jeder für sich
selbst entscheiden. Ich habe jedenfalls bisher keinen Cent der Investition
bereut und genieße jeden Flug mit meinem CROSSFIRE. Er stellt ein
absolut alltagstaugliches Sportgerät dar und lässt sich wie
ein Amigo fliegen. Jeder, der sich für ein Modell dieser Klasse
entscheidet, muss aber auch wissen, dass jeder Flug mit einem Absturz
enden kann. Mir wurde dies beim zweiten Hochstart vor Augen geführt
und so manchen Modellflieger lässt dieser Gedanke vor einer solchen
Investition zurückschrecken.
Ich werde auch in Zukunft Modelle von Valenta und anderen Herstellern
genießen, weil mir auch bewusst wurde, dass der gefühlte Unterschied
nicht so groß ist, wie man meint. Modelle vom Kaliber eines Storm
sind schwerer, im Hochstart etwas weicher und sicher nicht so präzise
wie der CROSSFIRE. Optimal eingestellt, vermitteln sie allerdings für
jeden Freizeitpiloten genug Flugspass und Leistung, sodass man sicher
auch damit sehr zufrieden und entspannt nach einem langen Flugtag heimfahren
kann J
Stefan Eder ist mit den Seinen ein herausragender Wurf gelungen, der
nicht nur für Wettbewerbspiloten interessant ist. Wenn ich etwas
kritisieren müsste, wäre es die Verarbeitung in manchen Details,
hier könnte man in meinen Augen für den verlangten Preis mehr
erwarten. Wer das Quäntchen mehr an Leistung haben will, gepaart
mit einem außergewöhnlich schönen Design und einer hohen
Vorfertigung, erhält mit dem CROSSFIRE sicher ein Modell erster
Klasse. Ich freue mich jedes Mal, wenn es zum Fliegen geht und hoffe,
dass mir mein CROSSFIRE noch lange Zeit erhalten bleibt. Und wenn nicht… muss
ich halt wieder vier Monate warten, aber kaufen würde ich ihn auf
jeden Fall sofort wieder.
|