Eine Hülse für das Steckungsrohr - aber wie macht man die?

Harald Debatin

Aufgrund der Tatsache, dass hier schon oft die Frage aufgetaucht ist, wie man die passende Hülse für ein Steckungsrohr herstellt, möchte ich an dieser Stelle zeigen, wie ich das mache.

Bei meiner Methode braucht man folgende Materialien:

  • Das Steckungsrohr, natürlich,
  • Gewebe - ich benutze 80 g Leinenbindung,
  • Laminierharz,
  • Frischhaltefolie,
  • Backpapier,
  • ein bisschen Fett,
  • und Werkzeuge: Schere, Messer, Säge, Einweghandschuhe und eventuell einen Haartrockner.

So, und jetzt kann es losgehen - der erste Schritt sind die Vorbereitungen.
Ich beginne damit, meine Arbeitsfläche mit Frischhaltefolie auszulegen. Diese fixiere ich mit Tesa- oder Kreppband, um späteres Verrutschen oder unerwünschtes Einrollen zu vermeiden.
Anschließend schneide ich mir das Backpapier so zurecht, dass es ca. 1 1/2 mal um das Rohr passt.

Nun schneiden wir das Gewebe zu.
Dazu bringe ich eine Markierung am Rohr an. Ich breite das Gewebe aus, lege das Rohr am Anfang des Gewebes so hin, dass seine Markierung oben ist. Anschließend rolle ich das Rohr auf oder an dem Gewebe entlang. Jedes Erscheinen der Markierung auf dem Rohr entspricht dabei einer Lage Gewebe. Ich mache meistens 6 oder 7 Lagen, je nach dem, wie dick die Wandung der Hülse werden soll.
Bei 80 g Gewebe ergeben ca. 16 Lagen ungefähr 1mm Wanddicke.
Hat man dann die gewünschte Länge ermittelt. kann man das Gewebe am Rohr entlang abschneiden. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Schnitt einigermaßen gerade ist.

Wenden wir uns dem nächsten Punkt zu - das Rohr!
Es sollte keine größeren Beschädigungen oder Riefen aufweisen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass an den Enden kein Grat ist.
Nach den wir das Rohr überprüft haben und alles soweit in Ordnung ist, fetten wir es ein. Ich benutze dazu einfaches Mehrzweckfett - nicht zu dick auftragen, eine dünne Schicht genügt.
Das Einfetten hat den Vorteil, dass das Backpapier von alleine auf dem Rohr hält und man die Hülse nach dem Aushärten besser vom Rohr trennen kann.
Nach dem Einfetten wird das Backpapier um das Rohr gelegt. Es ist darauf zu achten, dass das Papier auf beiden Seiten des Rohres etwas übersteht.
Anschließend wird das Gewebe sauber ausgelegt.

Ab jetzt empfiehlt es sich, Einweghandschuhe anzuziehen.
Wir mischen unser Harz an und verteilen es gleichmäßig auf dem Gewebe. Am besten funktioniert es mit einem Spachtel aus Kunststoff. Auch ein Balsaholzrest mit einer geraden Seite ist geeignet. Nicht empfehlenswert ist ein Metallspachtel, da man mit dessen Ecken sehr leicht im Gewebe hängen bleibt und sich der ganze Zuschnitt somit verzieht.
Das Gewebe sollte gut getränkt sein - anschließend noch einmal mit dem Spachtel abziehen, um noch überschüssiges Harz zu entfernen.

Der nächste Schritt ist das Rohr mit dem Backpapier.
Das Rohr an den Anfang des getränkten Gewebes legen und zwar so, dass die Rollrichtung die Gleiche ist wie beim Backpapier.
Dann den Anfang des Gewebes etwas anheben und etwa zur Hälfte über das Rohr legen - dabei darauf achten, dass das Gewebe sauber und ohne Luftblasen anliegt.

Jetzt das Rohr einfach auf dem Gewebe entlang rollen. Immer darauf achten, dass es gleichmäßig ist und auch keine Blasen entstehen.
Wenn wir damit dann fertig sind, umwickeln wir das Ganze sehr stramm mit Frischhaltefolie.

Jetzt aushärten lassen. Hierzu aber das Gebilde nicht hinlegen, sondern entweder aufhängen oder hinstellen, um zu vermeiden, dass eine flache Stelle entsteht.
Nach der Aushärtezeit kann das „Kunstwerk“ ausgepackt werden.
Im Normalfall kann man die Steckungshülse einfach vom Rohr abziehen.
Sollte es sich dagegen wehren, einfach mit einem Haartrockner ein bisschen anwärmen. Jetzt kommt nämlich das Fett ins Spiel - es wird flüssig! Die Hülse sollte sich nun ganz leicht abziehen lassen.
Nachdem Hülse und Rohr getrennt sind, einfach mit einer Leiste das Backpapier aus der Hülse pulen – das geht normalerweise sehr gut, da das Backpapier mit dem Harz keine Verbindung eingeht. Um es noch einfacher zu machen, kann man auch die Hülse schon grob auf Länge schneiden.

Damit sind wir dann eigentlich schon fertig und das Ganze sollte dann etwa so aussehen.

Ich hoffe, ich konnte helfen und wünsche Euch viel Spaß, wenn Ihr Eure Hülsen ab heute selbst herstellt.

 

Stand: 03.12.2006