Rumpfbau

Mein erster Arbeitsschritt bestand darin, die Öffnung im Rumpf
für
den Motor auszumessen und anzuzeichnen. Vom Hersteller ist zwar schon
eine Montageöffnung in den Rumpf gefräst worden, die
aber für den Einbau einer Alu-Motorschale gedacht war und entsprechend
zu lang ist.

Nachdem ich die Form des Motorspantes mit Hilfe der Lötzinn-Methode
bestimmt hatte, konnte der Spant angefertigt werden. Bei mir besteht
er aus zwei Lagen 3 mm Buchensperrholz und einer 2,5 mm Epoxi-Platte.
Diese drei Teile werden aufeinandergeleimt, gebohrt und von hinten mit
M4-Einschlagmuttern versehen.

Das Ganze wird im Rumpf zunächst provisorisch montiert und exakt
ausgerichtet. Zwischen Spinnerplatte und Rumpf habe ich kleine Abstandshalter
aus 0,5 mm Sperrholz gelegt, damit ist später garantiert genügend
Luft vorhanden. Stimmt alles, wird der Spant mit ein paar Tropfen Sekundenkleber
angeheftet und Motorträger samt Motor wieder vorsichtig ausgebaut.
Jetzt kann der Spant endgültig verklebt werden. Das mache ich immer
mit angedicktem (Glasmehl) Epoxi, dem etwas Kohlenstofffasern beigemischt
sind.

Ist alles gut ausgehärtet, kann der Motorträger wieder montiert
werden. Zusätzlich wird er an seinem vorderen Ende noch mit einem
kleinen Spant aus einer 2,5mm Epoxidharzplatte verschraubt, die wiederum
mit dem Rumpf verklebt wird. So kann der Motor nicht schwingen und sitzt
bombenfest im Rumpf.

Abschließend habe ich eine Abdeckung aus GfK angefertigt, die
einerseits die zu große Öffnung des Rumpfes verschließt,
aber auch stabil genug ist um andererseits den Motorspant nochmals zusätzlich
nach hinten abzustützen. Auf dem Bild ist noch der Rohzustand zu
sehen, der durch intensives Schleifen und Spachteln ein makelloses Aussehen
erhielt.

Dies ist der fertige Rumpfkopf. Der Motor passt perfekt. Die Abdeckhaube
besitzt bereits die Öffnungen für die Kühlluft. Die Aussparung
für den Vergaser scheint hier zu groß geraten zu sein, aber
die neuesten Nelson F.I.R.E. Motoren haben einen Vergaser anderer Bauart,
der diese Öffnung fast vollständig ausfüllt.

Hier noch einmal das endgültige Ergebnis. Die relativ lange Haube
muss die Landestöße aushalten können. Deshalb habe ich
eine Verstärkung in Form von Kohlenstofffasern einlaminiert. Damit
die Haube nicht verrutschen oder vibrieren kann, wird sie durch insgesamt
sieben Passstifte zentriert. So müssen die beiden CamLocks die Haube
nur noch mit sanftem Druck in den Passungen halten.
Nun erfolgte der Zusammenbau der bisher fertiggestellten Komponenten.
Die Tragfläche auf den Rumpf schrauben, das Resonanzrohr auf den
Motor stecken und die Abdeckhaube auf den Rumpf montieren. Beim letzten
Punkt gab es allerdings ein Problem. Das Resonanzrohr passte nicht unter
die Haube. Wie schon beim Vorgängermodell, reichte auch hier der
zur Verfügung stehende Platz für die heute etwas dickeren Resonanzrohre
nicht aus. Also musste ich auch an diesem Modell den Flügel im vorderen
Bereich aussparen, um das Resonanzrohr teilweise in diesem zu versenken.

Das war keine große Sache und relativ schnell erledigt. Um diese
Stelle in der Tragfläche wieder zu verschließen, habe ich
ein Balsafüllstück eingesetzt, dieses angepasst und anschließend
mit Glasgewebe überzogen.
Jetzt konnten die Rohre für die Durchführungen des Treibstoff-
und Druckschlauches eingeklebt werden. Als letzte Maßnahme habe
ich noch eine Treibstoffabsperrvorrichtung eingebaut, die verhindern
soll, dass Treibstoff aus dem unter Druck stehenden Tank in den Vergaser
läuft. Diese Absperrvorrichtung wird erst unmittelbar vor dem Start
des Motors geöffnet. Damit ist der Bauabschnitt „Antriebeinbau“ abgeschlossen.
Weiter geht es am anderen Endes des Rumpfes mit dem Einbau der Fernsteuerung.

Um das Höhenruder sicher anzulenken, habe ich mir das Ruderhorn
auf einer Drehmaschine selbst hergestellt. Alles ist aus Aluminium, weil
im Leitwerksbereich mit jedem Gramm gegeizt werden muss. In das Kugelgelenk
wird statt der M3 Schraube die Schubstange aus Kohlerohr eingedreht,
wobei natürlich alles sauber verklebt wird. So rappelt sich garantiert
nichts los und ist absolut spielfrei.

Nachdem ich den Rumpf für die Aufnahme des Höhenleitwerks
ausgefräst
hatte, konnte das Leitwerk durchgesteckt und vermessen werden. Dabei
zeigte sich erneut die Qualität des Bausatzes. Es gab keinen Anlass,
etwas am Rumpf nachzuarbeiten, alles passte präzise ineinander.
Jetzt musste nur noch das Ruderhorn eingesetzt und das Höhenleitwerk
verklebt werden. Danach konnte das Kugelgelenk der Schubstange am Ruderhorn
verschraubt werden. Damit war die Anlenkung des Höhenruders auch
erledigt.

Das Servobrett ist gleichzeitig auch der Sitz des Schalters für
die Empfangsanlage. Es besteht aus mehrfach verleimtem 3mm Buchensperrholz,
das noch zusätzlich mit zwei Kiefernleisten verstärkt wurde.
Als nächster Schritt wurde das Höhenruderservo eingeschraubt
und mit der Schubstange verbunden. Wenn das Ruder ausgerichtet ist, wird
das Brett mit dem Rumpf verklebt. Nun braucht das Gestänge nicht
mehr in der Länge korrigiert zu werden, was quasi auch unmöglich
wäre, da es nicht längenverstellbar ist.

Das Servobrett mit den beiden Futaba S3002-Servos und dem Schalter ist
im Rumpf verklebt. Das Höhen- und Seitenruder wird über Schubstangen
aus Kohlerohr mit einem Innendurchmesser von 3 mm angelenkt. In die Rohrenden
habe ich M3-Löthülsen eingeklebt. Auf die Rohrenden wurden
2 cm lange Alurohrstücke aufgeklebt, damit die Kohlerohre nicht
aufspleißen können. Zur Sicherheit bekommt die Schubstange
noch eine 1,5 mm Querbohrung, damit die Löthülse mit
dem Schubrohr und der Aluhülse verstiftet werden kann. Wichtig ist,
dass der Stift aus 1,5 mm Eisendraht noch gestaucht wird, erst dann füllt
er die Bohrung durch einen Klemmsitz völlig aus. Als Letztes kommt
noch einen Tropfen Sekundenkleber auf die Drahtenden, dann sind die Schubstangen
fertig und können eingesetzt werden. Die Gabelköpfe oder Kugelgelenkanschlüsse
werden soweit wie möglich auf die Gewinde geschraubt und anschließend
verklebt, so kann sich im späteren Betrieb garantiert nichts lösen.
Schließlich wurde noch die Abstellvorrichtung eingebaut. Sie wird
mit einem separaten C341-Servo betätigt. Für die Abstellvorrichtung
gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich bevorzuge ein Smoker-Ventil
von DuBro, das funktioniert immer, ist leicht und kann irgendwo im Rumpf
eingebaut werden.

Damit war der letzte Bauabschnitt abgeschlossen. Nun muss der Flieger
nur noch im Sender programmiert werden. Ich gehe dabei immer gerne von
einem ähnlichen Modell aus und passe die individuellen Einstellungen
dem neuen Modell nur noch an. Ein gut konstruiertes Modell zeichnet sich
unter anderem auch dadurch aus, dass die korrekte Schwerpunktlage ohne
Bleizugabe, sondern nur durch Verschieben der Empfangskomponenten erreicht
werden kann. Selbstverständlich ist das auch bei dieser Dago-Innovation
von Christian Wolf der Fall. Das Modell ist jetzt flugfertig. Aber
nur in weiß? So ganz schmucklos kann er nicht bleiben. Also werde
ich mich noch mit Farben herumquälen müssen. Ab jetzt warten
wir, die Dago und ich, nur noch auf den ersten Wettbewerbstermin 2007
in Leipzig.

Nun ist das Modell komplett fertiggestellt, der letzte Pinselstrich
ist getan und die Farbe kann in Ruhe durchtrocknen.

In ein paar Wochen wird der Lack vollständig hart sein. Dann werden
die Farben mit 2000er Schleifpapier eingeebnet und anschließend
mit Mirror Glaze auf Spiegelglanz poliert. Das ist zwar eine ziemlich
stupide und anstrengende Arbeit, aber es lohnt sich wirklich.

Der Baubericht ist an dieser Stelle abgeschlossen. Alles passte einwandfrei
und die Qualität des Bausatzes von Christian Wolf ist über
jeden Zweifel erhaben. Das Einzige, was mich noch stört, ist das
leichte Übergewicht des Modells . Deshalb habe ich mir vorgenommen,
die nächsten Modelle mit einem festen Fahrwerk zu bauen. Damit spare
ich das Gewicht des kompletten Einziehfahrwerkes mit all seinem Zubehör.
Dann werde ich mich wohl mal aufraffen müssen, einen Formensatz
Radverkleidungen für die Dago herzustellen. Damit müsste dann
in den Bereich des Mindestgewichts zu kommen sein.

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