Wer die Wahl hat, hat die Qual

Jürgen Schrader

Sechs aktuelle Modellflugsimulatoren im Vergleich

Einleitung

Am Markt sind mittlerweile etliche Modellflugsimulatoren erhältlich. Für den, der noch keinen hat stellt sich die Frage: Welchen soll ich nehmen? Und wer schon einen hat, möchte mitunter gerne wissen, was er bei den anderen verpasst hat oder was sich inzwischen bei den Produkten der Mitbewerber getan hat.

Das war auch für mich der Ausgangspunkt. Seit Jahren ist für mich persönlich der „Aerofly Professional Deluxe“ von IKARUS das Maß der Dinge, aber man ist natürlich gerne auf dem aktuellen Stand.  Auch stellt sich bei Neuerscheinungen immer die Frage, ob es sich hier lediglich um Computerspiele mit Modellflugzeugen handelt, oder ob das Produkt als ernsthafte Simulation mit dem Marktführer mithalten kann.

Ich habe mir deshalb sechs aktuelle Produkte vorgenommen und werde diese an dieser Stelle ausführlich vorstellen.

Schon einige Jahre am Markt sind die deutschen Firmen Ikarus mit ihrem Simulator „Aerofly Professional De Luxe“ und Reflex mit dem Reflex XTR sowie aus den USA der Realflight von Knifeedge. Im letzten Jahr wurde die Palette um zwei weitere Produkte bereichert. „Phoenix“ aus Großbritannien sowie der „FSOne“ aus den USA.

Ebenfalls schon länger am Markt ist der als Freeware kostenlos aus dem Internet herunter zu ladende RC-Modellflugsimulator FMS. Der Vergleich wird zeigen, wie sich so ein Produkt gegen die kommerzielle Konkurrenz behaupten kann.

Ein RC-Modellflugsimulator bietet heutzutage wesentlich mehr als nur das Fliegen von Modellen am heimischen PC. Man kann Modelle bearbeiten oder komplett neu erstellen, eigene Szenerien laden, mit mehreren Piloten gleichzeitig fliegen, vorgefertigte Trainingsprogramme abarbeiten, u.s.w.

Zu Beginn sollen erst mal die wichtigsten Eigenschaften von der Art der Installation bis hin zu den ersten Flügen dargestellt und beschrieben werden. Im Anschluss werde ich dann die Funktionen und Möglichkeiten für fortgeschrittene Anwender gegenüber stellen.

Hier die Kandidaten im Überblick.

Lediglich Aerofly von IKARUS hat nicht nur seine Software angemessen verpackt sondern mit einem ausführlichen, über 51 Seiten umfassenden, Handbuch perfekt komplettiert.

Die anderen Kandidaten liefern ihre Produkte in gewohnter PC-Standard Verpackung an den Endverbraucher aus.

Kommen wir zur eigentlichen Sache und beginnen mit der Referenz, dem AeroFly Professional Deluxe.
Geändert 27.05.07


 

AeroFly Professional Deluxe

Dass dieser Simulator der wohl meistverkaufte Flugsimulator am Markt ist, muß nicht verwundern, denn – und das soll an dieser Stelle ruhig einmal gesagt werden – er wurde von echten RC-Flug-Profis entwickelt.
Norbert Grüntjens, Inhaber von IKARUS hat als einer der ersten Gründer einer professionellen Modellflugschule als Modellflug-Lehrer bereits in den 70er Jahren die Bedürfnisse und Wünsche eines Flugeinsteigers bestens studieren können. Als Deutscher Meister im RC-Helikopter- und RC-Flugzeug Sektor weiß Grüntjens natürlich auch bestens darüber Bescheid, was für den Piloten an einem Simulator wichtig ist.

Norbert Grüntjens hat all seine Erfahrungen aus seiner langjährigen Modellflugkarriere in den Aerofly einfließen lassen und zusammen mit den IPACS Programmieren einen einzigartigen Modellflugsimulator entwickelt, der für Einsteiger und Profis photorealistische Graphiken, realitätsgetreu fliegende Modelle und höchsten Bedienkomfort bereit hält.

Die Installation des Aeroflys erfolgt über zwei CDs, eine ist mit der eigentlichen Simulatorsoftware bestückt, die zweite mit einem üppigen Add-On, das die wichtigsten Programmupdates sowie zusätzliche Flugmodelle und Szenerien enthält.

Hier, wie bei allen Anbietern, empfiehlt es sich, nach der Installation die jeweiligen Herstellerseiten im Internet zu besuchen und dort nach weiteren aktuellen Programmupdates Ausschau zu halten.

Beim ersten Programmstart wird die angeschlossene Fernsteuerung ausgewählt und kalibriert, damit die Software jeweils die vollen Knüppelwege und Nullstellungen kennt.

Damit wäre alles für den Erstflug vorbereitet. Modell auswählen, Szenerie auswählen und ab geht die Post. Aber halt, der gewissenhafte Pilot sollte auch am Simulator einen Rudercheck machen und prüfen, ob die Kanäle richtig zugewiesen sind und die Ruder in die richtige Richtung laufen. Um etwaige Korrekturen auszuführen, muss man das Controls Menu vom Hauptbildschirm aufrufen. Dort können dann Servokanäle, Servoumkehr, Expo, Schalterbelegungen und weitere Parameter genauestens und unkompliziert eingestellt werden.

Jeweils für Flächenmodelle und Helis getrennt kann man seine Wunscheinstellungen vornehmen. Diese werden dann für alle Modelle übernommen.

Der Jungfernflug kann gestartet werden. Wer schon mal ein richtiges Modell geflogen hat, wird mit dem Aerofly sofort vertraut sein und wahrscheinlich erst einmal einige der ca. 70 Modelle und 20 Landschaften ausprobieren wollen.

Hier kommt so ziemlich jeder auf seine Kosten. Vom Slowflyer über Trainer und Scale- Modellen bis hin zu TOC Maschinen und Jets ist hier so ziemlich alles vertreten was auch auf den Plätzen anzutreffen ist. Gleiches gilt für die Helikopter, angefangen vom kleinen Piccolo und Eco8 über diverse Scale-Helis bis hin zum ThreeDee und Raptor ist für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Außerdem stehen einige Sondermodelle zur Verfügung wie etwa eine F-14 mit Schwenkflügeln, eine Harrier mit Schubvektorsteuerung sowie ein Sikorsky Helikopter mit einsetzbarer Seilwinde.

Bei den Szenerien hervorzuheben sind vor allem die Photoszenerien, deren jüngste Ausführungen von allen Testkandidaten die höchste Auflösung und mit Abstand die beste Detailzeichnung bieten. Das macht sich vor allem beim Zoom-Modus bemerkbar. Wenn die "Kamera" dem weiter entfernten Modell hinterher zoomt, sind auch hier noch Details in der Landschaft gut aufgelöst perfekt sichtbar, während bei den Wettbewerbern da schon deutliche Artefakte und Unschärfen hingenommen werden müssen.

Was beim AFPD (Abkürzung für „Aerofly Professional Deluxe“ immer wieder auffällt ist die Detailtreue, die die Entwickler den Szenerien und Modellen mit auf den Weg gegeben haben. Bei den Flächenmodellen sind es z.B. viele Scalesounds als Motorgeräusche, einzeln federnde Fahrwerksbeine und detaillierte Texturen. In den Szenerien werden selbst kleinste Details exakt modelliert, was dem "Realitätsfeeling" sehr zugute kommt. Es fällt beim Fliegen nämlich sofort unangenehm auf, wenn das Modell oder Teile davon z.B. hinter Bäumen nicht an der richtigen Stelle verdeckt werden. Selbst am Boden werden verschiedene Untergründe simuliert und alle relevanten Terraineigenschaften wie z.B. Gräben oder Zaunpfähle sind exakt und liebevoll nachgebildet.  In der Vielfalt und Tiefe habe ich das bei keinem anderen Simulator beobachten können.

Ebenfalls hervorzuheben ist, dass für die Seglerpiloten einige sehr attraktive Hangflugszenerien verfügbar sind, in denen  diverse Parameter für Wind und Thermikfelder hervorragend und realitätsgetreu einstellbar sind.

An Sonderfunktionen ist erwähnenswert, dass man im AFPD die Möglichkeit hat mit zwei Piloten an zwei Sendern gleichzeitig zu fliegen. Der Bildschirm kann dafür horizontal oder vertikal geteilt werden, so dass jedem Piloten ein eigener Sichtbereich zur Verfügung steht. Es kann aber auch in einer Vollbildeinstellung geflogen werden, in der man dann z.B. F-Schlepps trainieren kann.

 

FSOne Version 1.0.4

Als nächsten Kandidaten habe ich mir den FSOne vorgenommen. Seit Mitte letzten Jahres auf dem Markt, ist er ein Spross der bekannten amerikanischen Flugzeugschmiede Hangar 9 und lässt daher auf einiges Hoffen. Die Software kommt auf 4 CDs daher, die alle brav nacheinander installiert sein wollen. Das dauert. Ziemlich lange sogar, denn es werden ca. 4 GB in 30.000 (!) Dateien und 2.800 (!) Ordnern auf die Festplatte geschrieben.

Der Startbildschirm  zeigt sich dann übersichtlich und in einem ansprechenden zeitgemäßen Design. Für den üblichen Modellflug wählt man die Option Freestyle und kommt dann auf einen Auswahlbildschirm in dem man Modelle, Szenerien, Fernsteuerung, etc. auswählen kann.

Zur Auswahl stehen ca. 30 Flächenmodelle und 11 Helikopter. Bei den Flächenmodellen überwiegen Sport- und Kunstflugmodelle, bei den Helis muss man auf sportliche oder gar 3D-Helis verzichten. Die verfügbaren Modelle stammen ausschließlich aus dem Verkaufsprogramm des Herstellers bzw.  damit verbundener Firmen.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist hier das Konzept, dass für jedes Modell eine eigene Fernsteuerung existiert und beim Aufruf des Modells geladen wird. Wenn man eine andere Knüppelbelegung als vorgegebenen hat, muss man das erst einmal umstricken. Dazu wird per Menü die dem Modell zugewiesene Fernsteuerung kopiert und editiert (das Original kann nicht verändert werden) und als neue Fernsteuerung mit individuellem Namen abgespeichert. Besonders ärgerlich: bei jedem Modellwechsel muß erst wieder die individuelle Fernsteuerung ausgewählt werden.

An Szenerien stehen 26 Photoszenerien unterschiedlichster Ausrichtung zur Verfügung. Große Indoorhallen, Footballfelder und Sportflugplätze der manntragenden Zunft sind ebenso vorhanden wie das ein oder andere „wilde“ Flugfeld.
Für den Hangflug wurden 4 Pseudo-fotorealistische Szenerien mit einer 3D-Software erstellt, die aber optisch nicht ganz überzeugen können.

Aber egal, wir wollen jetzt erste einmal fliegen. Und wieder wird unsere Geduld auf die Probe gestellt, denn bis Modell, Szenerien und alle Parameter geladen sind vergehen auf dem Testrechner schon mal bis zu 30 Sekunden.

Auch hier vor dem Erstflug erst mal Rudercheck. Die Kanäle wurden in der Konfiguration der Fernsteuerung zwar schon zugewiesen, aber die Laufrichtung der Servos muss noch gecheckt werden. Prima, wenn jetzt schon alles stimmt, wenn nicht, heißt es wieder zurück in die Konfiguration und warten bis die Daten neu geladen sind.

Das Fliegen und steuern der Flächenmodelle verläuft weitgehend ohne Überraschungen. Die Flugphysik der Helis hat mich dann aber in Erstaunen versetzt. So träge und eigenstabil wünscht sich vielleicht ein Anfänger, dass ein Heli fliegen würde, mit der Realität hat das allerdings wenig zu tun. Als ich einmal vergessen hatte den passenden Sender auszuwählen konnte ich das Modell sogar mit falscher Knüppelbelegung durch die Luft bewegen. Ein Umstand, der mir sonst nicht mal bei einem Flächenmodell gelingt. Hier kann man nur vermuten, dass jemand seine Hausaufgaben mehr als vernachlässigt hat.

Die Szenerien machen, bis auf die erwähnten computergenerierten Hangfluggebiete,  durchweg einen guten Eindruck. Allerdings hat man sich bei der Modellierung der Plätze nicht an allen Stellen die notwendige Mühe gegeben. Sogar große Hangars wurde zum Teil nicht berücksichtigt und durch manchen Maschendrahtzaun kann man problemlos hindurchrollen. Bodenbeschaffenheiten bzw. unterschiedliche Rolleigenschaften wurden zum Teil nachgebildet, ich habe aber erhebliche Zweifel, dass, anders als hier simuliert, ein Modell auf einem frisch gepflügten Acker weiter kommt als  bis zur ersten Furche.

Neben dem „normalen“ Modellflug bietet der FSOne drei weitere interessant klingende Optionen: F-Schlepp, Flugtraining und Spiele. Was verbirgt sich dahinter?

Beim F-Schlepp kann man auch im Einzelspieler-Modus genau das trainieren. Der Pilot wählt, ob er die Schleppmaschine oder den Segler steuern möchte, der jeweils andere Part wird dann vom Computer übernommen. Was, im Falle dass man der Pilot der Schleppmaschine ist, nichts anderes heißt, als dass eine aufgenommene Sequenz abgespielt wird und man als Seglerpilot dann jeweils versuchen muss, optimal hinter der Schleppmaschine herzufliegen. Man kann zumindest eine Ahnung davon bekommen, wie das wohl in „echt“ sein müsste. Anders im umgekehrten Fall. Als Pilot einer Schleppmaschine ist es auch mit viel Übung kaum zu bewerkstelligen, dass der Segler nicht nach kurzer Zeit schlapp nach unten am Seil hängt.

Im Flugtraining bekommt man aufgenommene Flugsequenzen mit den jeweiligen Figuren vorgespielt. Dazu eingeblendet werden die Knüppelbewegungen der Fernsteuerung (die natürlich nur einen Modus kennt) während ein Sprecher erklärt wie die Figuren zu fliegen sind und worauf dabei zu achten ist.

Mit der Option Games kann man es buchstäblich krachen lassen. Man schnappt sich am besten die Corsair oder die Mustang, nimmt wahlweise Raketen, Bomben oder beides und begibt sich auf das Flugfeld. Hier sind dann verschiedene Ziele markiert und man kann sich als Kampfpilot erproben. Eine unverblümt martialische Variante des Ballonstechens. Da im Simulatorflug eine exakte Orientierung im Gelände aber kaum möglich ist, überwiegt hier schnell der Frustfaktor.

Alles in allem kommt der FSOne als ein sehr ambitioniertes Projekt daher, das aber letztendlich nicht als ausgereift bezeichnet werden kann. Die Ansätze versprechen zwar einiges, aber bis man der eigenen Aussage „Precision RC Flight Simulator“ halbwegs gerecht wird, wird es wohl noch einiger Updates bedürfen.
 

Realflight G 3.5

Nachdem der Neuling am Markt ein wenig enttäuscht hat, wenden wir uns jetzt wieder einem der etablierten Produkte zu.

Nach der problemlosen Installation von 2 CDs hat man erst einmal die Version 3.0 auf der Festplatte. Ende letzten Jahres hat der Hersteller aber eine stark erweiterte neue Version 3.5 heraus gebracht, die von Besitzern des G3 kostenlos aus dem Internet geladen werden kann. Allerdings sollte man dafür mindestens eine DSL-Verbindung haben, denn mit 260MB ist das viel Holz.. 

Seltsamer Weise scheint der deutsche Vertrieb bei Simprop davon noch nichts zu wissen, denn auf den Webseiten, die am 13. Januar aktualisiert wurden, findet sich dort kein Hinweis auf das Update. Und obwohl das Produkt nun auch bei uns schon einige Jahre am Markt ist, hat es noch niemand für nötig befunden die Software oder die Dokumentation ins Deutsche zu übersetzen.
Das englische Handbuch (als PDF-Datei) ist dafür mit über 400 Seiten recht üppig geraten.

Wie dem auch sei, jedenfalls hat man am Ende 2 GB weniger Speicherplatz auf der Festplatte, dafür einen topp aktuellen Modellflugsimulator mit über 60 Modellen (ca. 40 Flächenmodelle und ca. 20 Helikopter) und ca. 20 Szenerien (5 Fotoszenerien, 15 3D-Szenerien). Die angegebene Zahl an bereitgestellten Modellen stimmt aber leider nicht. Viele Modelle haben lediglich unterschiedliche Motorisierungen oder Abstimmungen. Somit stehen letzten Endes nur ca. 40 Modelle zur Verfügung. Verteilt auf Flächenmodelle und Helis ist das nicht so richtig viel. Etwas unterbesetzt scheinen mir hier die Scalemodelle, Kunstflugmodelle und Segelflugmodelle.

Wer mehr möchte, kann im Internet nach freien Modellen suchen oder eines der zahlreichen AddOns des Herstellers für 59.- EUR erwerben, auf denen jeweils mehrere Flächen und Hubschraubermodelle sowie einige Szenerien enthalten sind. Leider sind diese AddOns nicht ganz billig. Beim Aerofly AddOn z.B. zahlt man bei Top Ausstattung nur 24.-€.

Da der Simulator mit einem Futaba Fernsteuerinterface ausgeliefert wird, muss man sich zunächst nicht um Adapterstecker, Schülerbuchsen und dergleichen kümmern. Nach dem Programmstart muss lediglich die Steuerbelegung überprüft werden, dann kann es schon los gehen.

Rein fliegerisch gibt es erst mal keine Auffälligkeiten, außer dass man mit dem Update auf 3.5 wohl einiges an der Flugphysik der Modelle geändert hat. Viele der vorher bekannten bzw. mühsam erstellten Eigenschaften der Modelle gelten jetzt nicht mehr. Für den der mit dem G3.5 anfängt vielleicht kein Problem, aber für eingefleischte G3-User wohl ein ziemliches Ärgernis. Aktuell ist der Hersteller dabei, die unangenehmen Mängel mit Hilfe der User seines Interentforums wieder zu beheben, denn während der Bericht entsteht sind zwei neue öffentliche Betaversionen bereitgestellt worden.

Es gibt aber auch Positives zu berichten. Bei den Modellen ist aufgefallen, dass die Geräusche und  Animationen der Rotorblätter bei den Hubschraubern gelungen sind. Die Blattbewegungen und das charakteristische „Flappen“ bei großen Pitchstellungen kommend der Realität schon ziemlich nahe.

Was bei den Szenerien angenehm überrascht hat, sind die 3D-Szenerien im Realflight. Zwar sehen die Landschaften und Objekte leider immer noch deutlich computergeneriert aus, aber anders als bei manch anderen hat man hier wenigstens den Eindruck, dass man sich in einem halbwegs aktuellen Computerspiel befindet. Durch atmosphärische Effekte, endlos ausgedehnte Landschaften und fast real wirkende Wolken und Bäume entsteht eine Anmutung in der man, wenigstens als Abwechslung zu den Fotoszenerien, gerne mal herumfliegt.

Anders als in den Fotoszenerien, wo das technisch nicht möglich ist, hat man in den reinen 3D-Szenerien auch die Möglichkeit in einem Verfolgermodus hinter seinem Modell herzufliegen oder sogar die Sicht aus dem Cockpit zu genießen.

Dadurch neugierig geworden, habe ich mir einige der Szenerien genauer angeschaut und verglichen. Die Fotoszenerien im Realflight sind im Vergleich zu denen im Aerfoly nicht so detailreich und vom Gelände her eher langweilig und lieblos. Außerdem ist in den Fotoszenerien die Terrainmodellierung z.B. weit entfernten Objekte eher nachlässig bis schlampig ausgeführt.


 
Es macht aber einfach Spaß, das Gelände zu erkunden oder zum Beispiel mal einen Hindernissparcour im Verfolgermodus zu durchfliegen. Auch wenn dies mit Modellflug eher wenig zu tun hat, es ist eine nette Auflockerung zwischendurch und allemal spannender als z.B. das alberne Schießtrainig im FSOne.

Klares Stiefkind im Realflight sind die Segler. Erstens weil nur 2 Zweckmodelle vorhanden sind und zweitens die Hangszenerien für 3D-Szenerien zwar ansprechend aber eben keine „echten“ Hangszenerien sind. Außerdem ist die Flugphysik hier deutlich verbesserungswürdig. Selbst bei mir bekannten besten alpinen Bedingungen sind die im Simulator auftretenden Beschleunigungen gegen und mit dem Wind absolut unrealistisch und haben nichts mit der Realität gemeinsam.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass
der G3.5 mit zwei Novitäten aufwartet, die bis jetzt in keinem der etablierten Sims umgesetzt waren. Das erste sind Nachtflugszenerien mit nachtflugmäßig ausgerüsteten Modellen und das zweite ist ein Multiplayermodus der über Netzwerke und vor allem auch über das Internet mehreren Piloten gleichzeitig erlauben soll, ihre Modelle miteinander zu fliegen.

 

Stand: 27.05.2007