Sechs aktuelle Modellflugsimulatoren im Vergleich

Einleitung
Am Markt sind mittlerweile etliche Modellflugsimulatoren erhältlich.
Für den, der noch keinen hat stellt sich die Frage: Welchen soll
ich nehmen? Und wer schon einen hat, möchte mitunter gerne wissen,
was er bei den anderen verpasst hat oder was sich inzwischen bei den
Produkten der Mitbewerber getan hat.
Das war auch für mich der Ausgangspunkt. Seit Jahren ist für
mich persönlich der „Aerofly Professional Deluxe“ von
IKARUS das Maß der Dinge, aber man ist natürlich gerne auf
dem aktuellen Stand. Auch stellt sich bei Neuerscheinungen immer
die Frage, ob es sich hier lediglich um Computerspiele mit Modellflugzeugen
handelt, oder ob das Produkt als ernsthafte Simulation mit dem Marktführer
mithalten kann.
Ich habe mir deshalb sechs aktuelle Produkte vorgenommen und werde diese
an dieser Stelle ausführlich vorstellen.
Schon einige Jahre am Markt sind die deutschen Firmen Ikarus mit ihrem
Simulator „Aerofly Professional De Luxe“ und Reflex mit dem
Reflex XTR sowie aus den USA der Realflight von Knifeedge. Im letzten
Jahr wurde die Palette um zwei weitere Produkte bereichert. „Phoenix“ aus
Großbritannien sowie der „FSOne“ aus den USA.
Ebenfalls schon länger am Markt ist der als Freeware kostenlos
aus dem Internet herunter zu ladende RC-Modellflugsimulator FMS. Der
Vergleich wird zeigen, wie sich so ein Produkt gegen die kommerzielle
Konkurrenz behaupten kann.
Ein RC-Modellflugsimulator bietet heutzutage wesentlich mehr als nur
das Fliegen von Modellen am heimischen PC. Man kann Modelle bearbeiten
oder komplett neu erstellen, eigene Szenerien laden, mit mehreren Piloten
gleichzeitig fliegen, vorgefertigte Trainingsprogramme abarbeiten, u.s.w.
Zu Beginn sollen erst mal die wichtigsten Eigenschaften von der Art
der Installation bis hin zu den ersten Flügen dargestellt und beschrieben
werden. Im Anschluss werde ich dann die Funktionen und Möglichkeiten
für fortgeschrittene Anwender gegenüber stellen.
Hier die Kandidaten im Überblick.
Lediglich Aerofly von IKARUS hat nicht nur
seine Software angemessen verpackt sondern mit einem ausführlichen, über
51 Seiten umfassenden, Handbuch perfekt komplettiert.
Die anderen Kandidaten liefern ihre Produkte in gewohnter PC-Standard
Verpackung an den Endverbraucher aus.
Kommen wir zur eigentlichen Sache und beginnen mit der Referenz, dem
AeroFly Professional Deluxe.
Geändert 27.05.07
AeroFly Professional Deluxe
Dass dieser Simulator der wohl meistverkaufte Flugsimulator am Markt
ist, muß nicht verwundern, denn – und das soll an dieser
Stelle ruhig einmal gesagt werden – er wurde von echten RC-Flug-Profis
entwickelt.
Norbert Grüntjens, Inhaber von IKARUS hat als einer der ersten Gründer
einer professionellen Modellflugschule als Modellflug-Lehrer bereits
in den 70er Jahren die Bedürfnisse und Wünsche eines Flugeinsteigers
bestens studieren können. Als Deutscher Meister im RC-Helikopter-
und RC-Flugzeug Sektor weiß Grüntjens natürlich auch
bestens darüber Bescheid, was für den Piloten an einem Simulator
wichtig ist.
Norbert Grüntjens hat all seine Erfahrungen aus seiner langjährigen
Modellflugkarriere in den Aerofly einfließen lassen und zusammen
mit den IPACS Programmieren einen einzigartigen Modellflugsimulator entwickelt,
der für Einsteiger und Profis photorealistische Graphiken, realitätsgetreu
fliegende Modelle und höchsten Bedienkomfort bereit hält.
Die Installation des Aeroflys erfolgt über zwei CDs, eine ist mit
der eigentlichen Simulatorsoftware bestückt, die zweite mit einem üppigen
Add-On, das die wichtigsten Programmupdates sowie zusätzliche Flugmodelle
und Szenerien enthält.
Hier, wie bei allen Anbietern, empfiehlt es sich, nach der Installation
die jeweiligen Herstellerseiten im Internet zu besuchen und dort nach
weiteren aktuellen Programmupdates Ausschau zu halten.
Beim ersten Programmstart wird die angeschlossene Fernsteuerung ausgewählt
und kalibriert, damit die Software jeweils die vollen Knüppelwege
und Nullstellungen kennt.

Damit wäre alles für den Erstflug vorbereitet. Modell auswählen,
Szenerie auswählen und ab geht die Post. Aber halt, der gewissenhafte
Pilot sollte auch am Simulator einen Rudercheck machen und prüfen,
ob die Kanäle richtig zugewiesen sind und die Ruder in die richtige
Richtung laufen. Um etwaige Korrekturen auszuführen, muss man das
Controls Menu vom Hauptbildschirm aufrufen. Dort können dann Servokanäle,
Servoumkehr, Expo, Schalterbelegungen und weitere Parameter genauestens
und unkompliziert eingestellt werden.
Jeweils für Flächenmodelle und Helis getrennt kann man seine
Wunscheinstellungen vornehmen. Diese werden dann für alle Modelle übernommen.
Der Jungfernflug kann gestartet werden. Wer schon mal ein richtiges
Modell geflogen hat, wird mit dem Aerofly sofort vertraut sein und wahrscheinlich
erst einmal einige der ca. 70 Modelle und 20 Landschaften ausprobieren
wollen.

Hier kommt so ziemlich jeder auf seine Kosten. Vom Slowflyer über
Trainer und Scale- Modellen bis hin zu TOC Maschinen und Jets ist hier
so ziemlich alles vertreten was auch auf den Plätzen anzutreffen
ist. Gleiches gilt für die Helikopter, angefangen vom kleinen Piccolo
und Eco8 über diverse Scale-Helis bis hin zum ThreeDee und Raptor
ist für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Außerdem stehen einige Sondermodelle zur Verfügung wie etwa
eine F-14 mit Schwenkflügeln, eine Harrier mit Schubvektorsteuerung
sowie ein Sikorsky Helikopter mit einsetzbarer Seilwinde.
Bei den Szenerien hervorzuheben sind vor allem die Photoszenerien, deren
jüngste Ausführungen von allen Testkandidaten die höchste
Auflösung und mit Abstand die beste Detailzeichnung bieten. Das
macht sich vor allem beim Zoom-Modus bemerkbar. Wenn die "Kamera" dem
weiter entfernten Modell hinterher zoomt, sind auch hier noch Details
in der Landschaft gut aufgelöst perfekt sichtbar, während bei
den Wettbewerbern da schon deutliche Artefakte und Unschärfen hingenommen
werden müssen.

Was beim AFPD (Abkürzung für „Aerofly Professional Deluxe“ immer
wieder auffällt ist die Detailtreue, die die Entwickler den Szenerien
und Modellen mit auf den Weg gegeben haben. Bei den Flächenmodellen
sind es z.B. viele Scalesounds als Motorgeräusche, einzeln federnde
Fahrwerksbeine und detaillierte Texturen. In den Szenerien werden selbst
kleinste Details exakt modelliert, was dem "Realitätsfeeling" sehr
zugute kommt. Es fällt beim Fliegen nämlich sofort unangenehm
auf, wenn das Modell oder Teile davon z.B. hinter Bäumen nicht an
der richtigen Stelle verdeckt werden. Selbst am Boden werden verschiedene
Untergründe simuliert und alle relevanten Terraineigenschaften wie
z.B. Gräben oder Zaunpfähle sind exakt und liebevoll nachgebildet. In
der Vielfalt und Tiefe habe ich das bei keinem anderen Simulator beobachten
können.
Ebenfalls hervorzuheben ist, dass für die Seglerpiloten einige
sehr attraktive Hangflugszenerien verfügbar sind, in denen diverse
Parameter für Wind und Thermikfelder hervorragend und realitätsgetreu
einstellbar sind.

An Sonderfunktionen ist erwähnenswert, dass man im AFPD die Möglichkeit
hat mit zwei Piloten an zwei Sendern gleichzeitig zu fliegen. Der Bildschirm
kann dafür horizontal oder vertikal geteilt werden, so dass jedem
Piloten ein eigener Sichtbereich zur Verfügung steht. Es kann aber
auch in einer Vollbildeinstellung geflogen werden, in der man dann z.B.
F-Schlepps trainieren kann.
FSOne Version 1.0.4
Als nächsten Kandidaten habe ich mir den FSOne vorgenommen. Seit
Mitte letzten Jahres auf dem Markt, ist er ein Spross der bekannten amerikanischen
Flugzeugschmiede Hangar 9 und lässt daher auf einiges Hoffen. Die
Software kommt auf 4 CDs daher, die alle brav nacheinander installiert
sein wollen. Das dauert. Ziemlich lange sogar, denn es werden ca. 4 GB
in 30.000 (!) Dateien und 2.800 (!) Ordnern auf die Festplatte geschrieben.
Der Startbildschirm zeigt sich dann übersichtlich und in
einem ansprechenden zeitgemäßen Design. Für den üblichen
Modellflug wählt man die Option Freestyle und kommt dann auf einen
Auswahlbildschirm in dem man Modelle, Szenerien, Fernsteuerung, etc.
auswählen kann.

Zur Auswahl stehen ca. 30 Flächenmodelle und 11 Helikopter. Bei
den Flächenmodellen überwiegen Sport- und Kunstflugmodelle,
bei den Helis muss man auf sportliche oder gar 3D-Helis verzichten. Die
verfügbaren Modelle stammen ausschließlich aus dem Verkaufsprogramm
des Herstellers bzw. damit verbundener Firmen.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist hier das Konzept, dass für
jedes Modell eine eigene Fernsteuerung existiert und beim Aufruf des
Modells geladen wird. Wenn man eine andere Knüppelbelegung als vorgegebenen
hat, muss man das erst einmal umstricken. Dazu wird per Menü die
dem Modell zugewiesene Fernsteuerung kopiert und editiert (das Original
kann nicht verändert werden) und als neue Fernsteuerung mit individuellem
Namen abgespeichert. Besonders ärgerlich: bei jedem Modellwechsel
muß erst wieder die individuelle Fernsteuerung ausgewählt
werden.
An Szenerien stehen 26 Photoszenerien unterschiedlichster Ausrichtung
zur Verfügung. Große Indoorhallen, Footballfelder und Sportflugplätze
der manntragenden Zunft sind ebenso vorhanden wie das ein oder andere „wilde“ Flugfeld.
Für den Hangflug wurden 4 Pseudo-fotorealistische Szenerien mit
einer 3D-Software erstellt, die aber optisch nicht ganz überzeugen
können.

Aber egal, wir wollen jetzt erste einmal fliegen. Und wieder wird unsere
Geduld auf die Probe gestellt, denn bis Modell, Szenerien und alle Parameter
geladen sind vergehen auf dem Testrechner schon mal bis zu 30 Sekunden.
Auch hier vor dem Erstflug erst mal Rudercheck. Die Kanäle wurden
in der Konfiguration der Fernsteuerung zwar schon zugewiesen, aber die
Laufrichtung der Servos muss noch gecheckt werden. Prima, wenn jetzt
schon alles stimmt, wenn nicht, heißt es wieder zurück in
die Konfiguration und warten bis die Daten neu geladen sind.

Das Fliegen und steuern der Flächenmodelle verläuft weitgehend
ohne Überraschungen. Die Flugphysik der Helis hat mich dann aber
in Erstaunen versetzt. So träge und eigenstabil wünscht sich
vielleicht ein Anfänger, dass ein Heli fliegen würde, mit der
Realität hat das allerdings wenig zu tun. Als ich einmal vergessen
hatte den passenden Sender auszuwählen konnte ich das Modell sogar
mit falscher Knüppelbelegung durch die Luft bewegen. Ein Umstand,
der mir sonst nicht mal bei einem Flächenmodell gelingt. Hier kann
man nur vermuten, dass jemand seine Hausaufgaben mehr als vernachlässigt
hat.
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Die Szenerien machen, bis auf die erwähnten computergenerierten
Hangfluggebiete, durchweg einen guten Eindruck. Allerdings hat
man sich bei der Modellierung der Plätze nicht an allen Stellen
die notwendige Mühe gegeben. Sogar große Hangars wurde zum
Teil nicht berücksichtigt und durch manchen Maschendrahtzaun kann
man problemlos hindurchrollen. Bodenbeschaffenheiten bzw. unterschiedliche
Rolleigenschaften wurden zum Teil nachgebildet, ich habe aber erhebliche
Zweifel, dass, anders als hier simuliert, ein Modell auf einem frisch
gepflügten Acker weiter kommt als bis zur ersten Furche.
Neben dem „normalen“ Modellflug bietet der FSOne drei weitere
interessant klingende Optionen: F-Schlepp, Flugtraining und Spiele. Was
verbirgt sich dahinter?
Beim F-Schlepp kann man auch im Einzelspieler-Modus genau das trainieren.
Der Pilot wählt, ob er die Schleppmaschine oder den Segler steuern
möchte, der jeweils andere Part wird dann vom Computer übernommen.
Was, im Falle dass man der Pilot der Schleppmaschine ist, nichts anderes
heißt, als dass eine aufgenommene Sequenz abgespielt wird und man
als Seglerpilot dann jeweils versuchen muss, optimal hinter der Schleppmaschine
herzufliegen. Man kann zumindest eine Ahnung davon bekommen, wie das
wohl in „echt“ sein müsste. Anders im umgekehrten Fall.
Als Pilot einer Schleppmaschine ist es auch mit viel Übung kaum
zu bewerkstelligen, dass der Segler nicht nach kurzer Zeit schlapp nach
unten am Seil hängt.
Im Flugtraining bekommt man aufgenommene Flugsequenzen mit den jeweiligen
Figuren vorgespielt. Dazu eingeblendet werden die Knüppelbewegungen
der Fernsteuerung (die natürlich nur einen Modus kennt) während
ein Sprecher erklärt wie die Figuren zu fliegen sind und worauf
dabei zu achten ist.

Mit der Option Games kann man es buchstäblich krachen lassen. Man
schnappt sich am besten die Corsair oder die Mustang, nimmt wahlweise
Raketen, Bomben oder beides und begibt sich auf das Flugfeld. Hier sind
dann verschiedene Ziele markiert und man kann sich als Kampfpilot erproben.
Eine unverblümt martialische Variante des Ballonstechens. Da im
Simulatorflug eine exakte Orientierung im Gelände aber kaum möglich
ist, überwiegt hier schnell der Frustfaktor.

Alles in allem kommt der FSOne als ein sehr ambitioniertes Projekt daher,
das aber letztendlich nicht als ausgereift bezeichnet werden kann. Die
Ansätze versprechen zwar einiges, aber bis man der eigenen Aussage „Precision
RC Flight Simulator“ halbwegs gerecht wird, wird es wohl noch einiger
Updates bedürfen.
Realflight G 3.5
Nachdem der Neuling am Markt ein wenig enttäuscht hat, wenden wir
uns jetzt wieder einem der etablierten Produkte zu.
Nach der problemlosen Installation von 2 CDs hat man erst einmal die
Version 3.0 auf der Festplatte. Ende letzten Jahres hat der Hersteller
aber eine stark erweiterte neue Version 3.5 heraus gebracht, die von
Besitzern des G3 kostenlos aus dem Internet geladen werden kann. Allerdings
sollte man dafür mindestens eine DSL-Verbindung haben, denn mit
260MB ist das viel Holz..
Seltsamer Weise scheint der deutsche Vertrieb bei Simprop davon noch
nichts zu wissen, denn auf den Webseiten, die am 13. Januar aktualisiert
wurden, findet sich dort kein Hinweis auf das Update. Und obwohl das
Produkt nun auch bei uns schon einige Jahre am Markt ist, hat es noch
niemand für nötig befunden die Software oder die Dokumentation
ins Deutsche zu übersetzen.
Das englische Handbuch (als PDF-Datei) ist dafür mit über 400
Seiten recht üppig geraten.
Wie dem auch sei, jedenfalls hat man am Ende 2 GB weniger Speicherplatz
auf der Festplatte, dafür einen topp aktuellen Modellflugsimulator
mit über 60 Modellen (ca. 40 Flächenmodelle und ca. 20 Helikopter)
und ca. 20 Szenerien (5 Fotoszenerien, 15 3D-Szenerien). Die angegebene
Zahl an bereitgestellten Modellen stimmt aber leider nicht. Viele Modelle
haben lediglich unterschiedliche Motorisierungen oder Abstimmungen. Somit
stehen letzten Endes nur ca. 40 Modelle zur Verfügung. Verteilt
auf Flächenmodelle und Helis ist das nicht so richtig viel. Etwas
unterbesetzt scheinen mir hier die Scalemodelle, Kunstflugmodelle und
Segelflugmodelle.

Wer mehr möchte, kann im Internet nach freien Modellen suchen oder
eines der zahlreichen AddOns des Herstellers für 59.- EUR erwerben,
auf denen jeweils mehrere Flächen und Hubschraubermodelle sowie
einige Szenerien enthalten sind. Leider sind diese AddOns nicht ganz
billig. Beim Aerofly AddOn z.B. zahlt man bei Top Ausstattung nur 24.-€.
Da der Simulator mit einem Futaba Fernsteuerinterface ausgeliefert wird,
muss man sich zunächst nicht um Adapterstecker, Schülerbuchsen
und dergleichen kümmern. Nach dem Programmstart muss lediglich die
Steuerbelegung überprüft werden, dann kann es schon los gehen.
Rein fliegerisch gibt es erst mal keine Auffälligkeiten, außer
dass man mit dem Update auf 3.5 wohl einiges an der Flugphysik der Modelle
geändert hat. Viele der vorher bekannten bzw. mühsam erstellten
Eigenschaften der Modelle gelten jetzt nicht mehr. Für den der mit
dem G3.5 anfängt vielleicht kein Problem, aber für eingefleischte
G3-User wohl ein ziemliches Ärgernis. Aktuell ist der Hersteller
dabei, die unangenehmen Mängel mit Hilfe der User seines Interentforums
wieder zu beheben, denn während der Bericht entsteht sind zwei neue öffentliche
Betaversionen bereitgestellt worden.
Es gibt aber auch Positives zu berichten. Bei den Modellen ist aufgefallen,
dass die Geräusche und Animationen der Rotorblätter bei
den Hubschraubern gelungen sind. Die Blattbewegungen und das charakteristische „Flappen“ bei
großen Pitchstellungen kommend der Realität schon ziemlich
nahe.
Was bei den Szenerien angenehm überrascht hat, sind die 3D-Szenerien
im Realflight. Zwar sehen die Landschaften und Objekte leider immer noch
deutlich computergeneriert aus, aber anders als bei manch anderen hat
man hier wenigstens den Eindruck, dass man sich in einem halbwegs aktuellen
Computerspiel befindet. Durch atmosphärische Effekte, endlos ausgedehnte
Landschaften und fast real wirkende Wolken und Bäume entsteht eine
Anmutung in der man, wenigstens als Abwechslung zu den Fotoszenerien,
gerne mal herumfliegt.

Anders als in den Fotoszenerien, wo das technisch nicht möglich
ist, hat man in den reinen 3D-Szenerien auch die Möglichkeit in
einem Verfolgermodus hinter seinem Modell herzufliegen oder sogar die
Sicht aus dem Cockpit zu genießen.
Dadurch neugierig geworden, habe ich mir einige der Szenerien genauer
angeschaut und verglichen. Die Fotoszenerien im Realflight sind im Vergleich
zu denen im Aerfoly nicht so detailreich und vom Gelände her eher
langweilig und lieblos. Außerdem ist in den Fotoszenerien die Terrainmodellierung
z.B. weit entfernten Objekte eher nachlässig bis schlampig ausgeführt.

Es macht aber einfach Spaß, das Gelände zu erkunden oder zum
Beispiel mal einen Hindernissparcour im Verfolgermodus zu durchfliegen.
Auch wenn dies mit Modellflug eher wenig zu tun hat, es ist eine nette
Auflockerung zwischendurch und allemal spannender als z.B. das alberne
Schießtrainig im FSOne.
Klares Stiefkind im Realflight sind die Segler. Erstens weil nur 2 Zweckmodelle
vorhanden sind und zweitens die Hangszenerien für 3D-Szenerien zwar
ansprechend aber eben keine „echten“ Hangszenerien sind.
Außerdem ist die Flugphysik hier deutlich verbesserungswürdig.
Selbst bei mir bekannten besten alpinen Bedingungen sind die im Simulator
auftretenden Beschleunigungen gegen und mit dem Wind absolut unrealistisch
und haben nichts mit der Realität gemeinsam.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass
der G3.5 mit zwei Novitäten aufwartet, die bis jetzt in keinem der
etablierten Sims umgesetzt waren. Das erste sind Nachtflugszenerien mit
nachtflugmäßig ausgerüsteten Modellen und das zweite
ist ein Multiplayermodus der über Netzwerke und vor allem auch über
das Internet mehreren Piloten gleichzeitig erlauben soll, ihre Modelle
miteinander zu fliegen.

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