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Albatros XXL von den Küstenfliegern

Gernot Steenblock

Schuld daran ist Sinsheim

Bei der Indoorshow auf der „Faszination Modellbau“ in Sinsheim gab es dieses Jahr einen großen Nurflügel zu sehen. Den Albatros XXL von den Küstenfliegern aus Kiel. Bezüglich der technischen Daten konnte dieses Modell mit 2m Spannweite und einem Abbfluggewicht von ca. 800g überzeugen. Der Flächeninhalt beträgt mehr als 1m² und die Flächenbelastung liegt bei ca. 8 g/dm². Die Flugleistungen dieses Fluggeräts gingen mir in den Tagen nach der Messe nicht mehr aus dem Kopf und so bestellte ich die Neuheit im April. Der Baukasten wurde Mitte Mai geliefert. Der Baukasteninhalt kann getrost als komplett bezeichnet werden. Es war alles bis auf die Servos, den Akku und den Empfänger dabei. Die Qualität kann man ebenfalls als sehr gut bezeichnen. Für einige Klebearbeiten sollte jedoch noch 5-Min. Epoxi im Haus sein.
Die Flächen bestehen aus zwei Styrokernen und werden mit einem klaren Tape bespannt. Bei diesem Arbeitsschritt sind zwei helfende Hände zu empfehlen, um das Tape wirklich faltenfrei auf das Styropor zu bekommen. Beim farbigen Tape hatte ich mir gleich eine zweite Farbe mitbestellt. Je eine Rolle klares Tape und Farbtape gehören zum Baukasteninhalt.
Der gesamte Aufbau ist von einem geübten Modellbauer innerhalb weniger Stunden zu bewältigen, da die Bauanleitung ausführlich und gut bebildert ist.
Die Schwerpunktlage gemäß Bauplan hätte ich nur durch die Zugabe von Blei in der Spitze erreichen können. Allerdings hat die von mir eingebaute Schleppkupplung mit dem zugehörigen Servo den Schwerpunkt auch ohne Blei an die richtige Stelle gebracht.
Da es beim Aufbau keine weiteren Probleme gab, möchte ich hier auch nicht auf alle Details eingehen. Einfach, schnell und zweckmäßig ist hier die Devise.
Der Erstflug war eigentlich für ein langes Wochenende auf der Schwäbischen Alb geplant. Aber der Wettergott schickte Wind mit über 50 km/h. Bei dem Leichtgewicht und der Fläche war daher an einen Erstflug nicht zu denken. Die nächsten Tage glänzten mit Regen, Wind und nasskaltem Herbstwetter. So verschob sich der Erstflug bis Anfang Juni.
Eigentlich war das Wetter zu diesem Zeitpunkt auch nicht viel besser, aber die Neugierde auf den Albatros ließ eine Regen- und Windpause zur Stunde der Wahrheit werden. Zuerst einmal einige schnelle Schritte mit dem Leichtgewicht im heimischen Garten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Gerät gleitet. Aber alles noch ohne Sender. Einfach nur klasse. Der erste, ganz sanfte Schubs im Garten sollte dann Klarheit über die Landung verschaffen. Also 3...2...1, ab geht’s. Genau in diesem Moment kam ein leichter Windhauch auf und der Albatros flog und flog und flog in nicht ganz einem Meter Höhe bis gegen unser Auto. Da die beiden Flächenhälften nur durch Tape zusammen gehalten werden, riss das Tape genau an dieser Stelle. Weitere Schäden konnten nicht festgestellt werden. Also hatte der ALBATROS auch den unfreiwilligen Chrashtest schon bestanden. Unser Auto hat übrigens auch nichts ab bekommen.
Wieder zusammensetzen und ab, auf eine größere Wiese.


Erster Start mit Sender

Was soll man noch lange drum herum reden? Der Albatros XXL fühlte sich sofort wohl in seinem Element. Die Ruderausschläge bei Querruder habe ich nach den ersten Flügen bereits vergrößert und auf den Höhenrudern ist dank Dual-Rate noch genügend Spiel. Fazit: Ein echter Gleiter. Und für mich genau das richtige, um in die Segelfliegerei ein zu steigen.




Rettungsaktion aus hohem Gras

Der Erstflug an der Schleppkupplung und am Hochstarthaken steht noch aus. Aber da sehe ich eigentlich nach diesem Erstflug keine Probleme.

 

Stand: 28.02.2007