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DESTINY von Valenta

Nils Oprach

Der Bausatz

Was mir sofort ins Auge fiel, ist die schöne Tragfläche in Voll-GfK mit einem kohleverstärkten Balsaholzholm und Rohacell als Stützstoff.
Die Oberfläche der Tragfläche ist makellos. Ich vermute, die Fläche wurde in der Form lackiert. Leider wiegt die Tragfläche 300g, was mir zunächst recht schwer vorkam, jedoch ist sie wirklich extrem stabil. Beim Rumpf gibt's auch nichts zu bemängeln. Er ist ebenfalls super verarbeitet und hat eine einwandfreie Oberfläche. Die Bowdenzugröhrchen und die Muttern zum Befestigen der Tragfläche sind bereits eingeklebt. Auch das V-Leitwerk ist ein voll-GfK-Bauteil und macht einen robusten Eindruck. Natürlich fehlt auch die obligatorische Tüte mit Kleinteilen nicht.

Hier ein paar Daten vom Hersteller:

Spannweite: 1380 mm
Länge 800 mm
FIügelfläche 18,86 dm2
Flächenbelastung 28,1 g/dm2
FIuggewicht 515 - 530 g
FIügelprofil RG 15

 

Zum Bau

Ich begann bei der Tragfläche mit dem Einbau der Servos. Bei mir kamen HS-125MG der Firma Hitec zum Einsatz. Ich würde jedoch die HS-5125 empfehlen. Die sind noch genauer. Leider passten meine HS-125 nicht ganz, also musste ich die Öffnung mit einem Fräskopf vergrößern. Nun müssen nur noch die Lagerklötzchen eingeklebt werden, auf denen die Servos verschraubt werden sollen.

Ich habe sie aus einer ganz einfachen Kiefernleiste gemacht und diese dann mit 24h-Harz eingeklebt. Man kann aber auch die Servos einschrumpfen und dann einharzen, das hält auch gut. Nun muss man noch die Servokabel aus der Tragfläche herausführen. Also wurde ein 1cm Loch in die Mitte der Tragfläche gebohrt. Unter dem Loch ist noch Styropor, welches man einfach rauskratzen oder rausfräsen muss. Aber aufpassen, dass man das Loch nicht zu weit vorne anbringt, sonst befindet es sich vor dem Holm und dann ist die Öffnung zwecklos, da man dort nicht an die Servokabel kommt.

Nachdem ich die Servos eingebaut hatte, musste ich leider feststellen, dass der Servohebel noch gekürzt werden muss, damit er unter die Servoabdeckungen passt. Deshalb muss man das unterste Loch des Servohebels verwenden. Wie sich später jedoch zeigte, ist der Ruderausschlag trotzdem noch etwas zu groß. Jetzt wird in das bereits vorgebohrte Loch im Ruder ein Kugelkopf eingedreht und eine dazu passende Pfanne aufgedrückt. Da mir die Originalpfannen jedoch nicht gut genug auf den Kugelkopf passten habe ich eigene genommen, die halten viel besser. Nun muss man in die Pfanne noch einen 2 mm Stab einkleben und am anderen Ende einen Gabelkopf anbringen, der später an das Servo geklemmt wird. Das Ganze sieht, wenn’s fertig ist, so aus:

Da die Servoabdeckung noch nicht zurechtgeschnitten ist, muss man sie selbst anpassen und mit Klebeband befestigen. Klappe zu, Affe tot. Alles verschwindet unter der Servoabdeckung.

Nun ist die Tragfläche fertig!

Jetzt geht‘s an den Rumpf. Von einem Fliegerkollegen, der ebenfalls eine DESTINY besitzt, habe ich den Rat bekommen, den Rumpf und besonders den Rumpfausschnitt mit Kohlerovings zu verstärken. Also habe ich die Rumpfkeule zuerst mit einer Lage 160er Kohlefaser verstärkt und dann noch eine Lage 25er Glasfaser auflaminiert. Zum Schutz vor Kurzschlüssen und weil es einfach eine schönere Oberfläche ergibt.

Nun soll der Servorahmen eingeklebt werden. Dem Originalen hab ich jedoch nicht viel Vertrauen geschenkt, da er auch für meine HS-85MG-Servos zu groß ist. Also habe ich einen eigenen konstruiert, der auch prima funktioniert. Das Prinzip ist ganz einfach: Man klebt im 90°-Winkel eine Platte mit zwei Löchern, durch die man die Bowdenzugröhrchen steckt, auf den passenden Servorahmen. Ich hab’s aus einer 2 mm Kohlefaserplatte gemacht. Diese Konstruktion wird nun noch mit 24h-Harz eingeklebt und die Servos eingebaut, die Bowdenzuröhrchen durch die Bohrungen gesteckt und eingeklebt. Jetzt werden an die Servohebel Befestigungen für die 0,8er Bowdenzüge angeschraubt und fertig ist das Ganze.

Mit Klettband wurde der Empfänger Webra NanoS6, der übrigens prima funktioniert, sowie der Empfängerakku befestigt. Nun geht‘s an das Leitwerk. Hier muss man die Ruder nach hinten klappen und das beiliegende Gestänge einkleben. Auch hier habe ich wieder 24h-Harz verwendet. Am Ende dieses Gestänges befindet auch wieder ein Kugelkopf. Nachdem die Gestänge an den beiden Rudern eingeklebt waren, musste ich leider feststellen, dass die vorgesehene Konstruktion am Ende des Rumpfes so gar nicht so funktioniert, da die Öffnung viel zu klein ist. Man muss sie erst vergrößern, damit es passt oder das Ende einfach schräg abtrennen. Ich habe mich für die erste Variante entschieden und den Ausschnitt vergrößert. Jetzt passt alles, jedoch geht es schon recht eng zu. Das komplette Leitwerk wird mit einer Schraube befestigt.

Leider stimmte der Schwerpunkt noch nicht ganz. Ich musste vorne etwas Blei hinzufügen. Jetzt mal schaun, was er denn so wiegt: 799 g. Das ist eigentlich recht viel für einen Segler in dieser Größe, ich habe aber auch schon welche gesehen, die 1 kg auf die Waage gebracht haben und trotzdem gut fliegen. Nachdem ich alles am Sender programmiert hatte, wurden die Ruderausschläge wie folgt eingestellt:

Querruder unten: 3mm
Querruder oben 8mm
Höhenruder 5mm
Seitenruder 5mm

Nun ist er aber endlich für den Erstflug fertig.

Von Unten


 

Fliegen

Es war so weit, der Erstflug stand bevor, und das auf der Wasserkuppe bei Idealbedingungen und Windstärke 3-4. Nach einem kräftigen Wurf gewann die DESTINY sofort an Höhe und zog ihre Bahn. Auch stärkere Böen konnten ihr absolut nichts anhaben. Die Flugeigenschaften sind einfach genial. Auf alle Ruder reagiert er absolut präzise und unktitisch. In den Kurven muss man ziemlich viel Seitenruder geben, jedoch ist sie extrem wendig. Auf Thermik reagiert sie zwar auch, dennoch sind bei der DESTINY nur großflächige Ablösungen brauchbar, da kleine einfach zu schnell durchflogen werden. Die Stärke der DESTINY hat sich schnell gezeigt: Sie beschleunigt schnell auf abartige Geschwindigkeiten. Von der Sichtgrenze senkrecht runter, dann voll durchziehen steckt sie gut weg, ohne dass eine Biegung der Flächen sichtbar ist. Man kann sie erstaunlicherweise jedoch auch relativ langsam fliegen. Wie sich schnell herausstellte, ist ein kräftiger Aufwind nötig, um sie in der Luft zu halten. Ich werfe meine DESTINY eigentlich erst so ab Windstärke 2-3, das ist so ziemlich das absolute Minimum was sie braucht. Natürlich ist das von Hang zu Hang unterschiedlich. Mittlerweile hab ich mir bei EMC-Vega eine F3B-Hochstartleine gekauft, die eigentlich für 3,4 kg-Geräte ausgelegt ist! Damit kann man die DESTINY absolut bis an die Sichtgrenze schießen, was sehr große Vorteile bringt, da man eben in Sicherheitshöhe merkt, ob es für die DESTINY genug trägt oder nicht. Kunstflugmäßig ist auch so ziemlich alles machbar. Von gerissenen Rollen würde ich jedoch eher abraten, da hier die Strömung komplett abreißt und das Modell dann schätzungsweise 20 m wie ein Stein durchsackt. Danach fängt sie sich allerdings wieder von alleine ab und man kann weiterfliegen. Die Landung ist ebenso unproblematisch. Man sollte jedoch darauf achten, dass man schnell genug anfliegt.

DESTINY bei der Speedwende:

Und zur Landung:


 

Fazit

Mit der DESTINY ist Valenta ein Modell gelungen, welches für Adrenalin sorgt bis der Arzt kommt. Sein Einsatzgebiet ist der stärkere Wind am Hang, bei dem man seine ultraleichten Thermikschnüffler lieber wegpackt. Die Flugeigenschaften sind unkritisch, jedoch ist einem Anfänger von der DESTINY lieber abzuraten. Der Bau benötigt viel Mitdenken, da leider lediglich eine kleine Skizze beiliegt. Hier würde ich mir doch eine detailliertere Bauanleitung wünschen. Dennoch kann ich das Modell jedem weiterempfehlen, der den absoluten Nervenkitzel sucht. Und wem es mit der DESTINY am Hang zu langweilig wird, kann problemlos einen kleinen BL einbauen und schon hat man einen Hotliner der Spitzenklasse.

 

Stand: 29.04.2007