Der Bausatz
Was mir sofort ins Auge fiel, ist die schöne Tragfläche in Voll-GfK
mit einem kohleverstärkten Balsaholzholm und Rohacell als Stützstoff.
Die Oberfläche der Tragfläche ist makellos. Ich vermute, die Fläche
wurde in der Form lackiert. Leider wiegt die Tragfläche 300g, was mir zunächst
recht schwer vorkam, jedoch ist sie wirklich extrem stabil. Beim Rumpf gibt's
auch nichts zu bemängeln. Er ist ebenfalls super verarbeitet und hat eine
einwandfreie Oberfläche. Die Bowdenzugröhrchen und die Muttern zum
Befestigen der Tragfläche sind bereits eingeklebt. Auch das V-Leitwerk ist
ein voll-GfK-Bauteil und macht einen robusten Eindruck. Natürlich fehlt
auch die obligatorische Tüte mit Kleinteilen nicht.
Hier ein paar Daten vom Hersteller:
| Spannweite: |
1380 mm |
| Länge |
800 mm |
| FIügelfläche |
18,86 dm2 |
| Flächenbelastung |
28,1 g/dm2 |
| FIuggewicht |
515 - 530 g |
| FIügelprofil |
RG 15 |
Zum Bau
Ich begann bei der Tragfläche mit dem Einbau der Servos. Bei mir
kamen HS-125MG der Firma Hitec zum Einsatz. Ich würde jedoch die
HS-5125 empfehlen. Die sind noch genauer. Leider passten meine HS-125
nicht ganz, also musste ich die Öffnung mit einem Fräskopf
vergrößern. Nun müssen nur noch die Lagerklötzchen
eingeklebt werden, auf denen die Servos verschraubt werden sollen.

Ich habe sie aus einer ganz einfachen Kiefernleiste gemacht und diese
dann mit 24h-Harz eingeklebt. Man kann aber auch die Servos einschrumpfen
und dann einharzen, das hält auch gut. Nun muss man noch die Servokabel
aus der Tragfläche herausführen. Also wurde ein 1cm Loch in
die Mitte der Tragfläche gebohrt. Unter dem Loch ist noch Styropor,
welches man einfach rauskratzen oder rausfräsen muss. Aber aufpassen,
dass man das Loch nicht zu weit vorne anbringt, sonst befindet es sich
vor dem Holm und dann ist die Öffnung zwecklos, da man dort nicht
an die Servokabel kommt.

Nachdem ich die Servos eingebaut hatte, musste ich leider feststellen,
dass der Servohebel noch gekürzt werden muss, damit er unter die
Servoabdeckungen passt. Deshalb muss man das unterste Loch des Servohebels
verwenden. Wie sich später jedoch zeigte, ist der Ruderausschlag
trotzdem noch etwas zu groß. Jetzt wird in das bereits vorgebohrte
Loch im Ruder ein Kugelkopf eingedreht und eine dazu passende Pfanne
aufgedrückt. Da mir die Originalpfannen jedoch nicht gut genug auf
den Kugelkopf passten habe ich eigene genommen, die halten viel besser.
Nun muss man in die Pfanne noch einen 2 mm Stab einkleben und am anderen
Ende einen Gabelkopf anbringen, der später an das Servo geklemmt
wird. Das Ganze sieht, wenn’s fertig ist, so aus:

Da die Servoabdeckung noch nicht zurechtgeschnitten ist, muss man sie
selbst anpassen und mit Klebeband befestigen. Klappe zu, Affe tot. Alles
verschwindet unter der Servoabdeckung.

Nun ist die Tragfläche fertig!
Jetzt geht‘s an den Rumpf. Von einem Fliegerkollegen, der ebenfalls
eine DESTINY besitzt, habe ich den Rat bekommen, den Rumpf und besonders
den Rumpfausschnitt mit Kohlerovings zu verstärken. Also habe ich
die Rumpfkeule zuerst mit einer Lage 160er Kohlefaser verstärkt
und dann noch eine Lage 25er Glasfaser auflaminiert. Zum Schutz vor Kurzschlüssen
und weil es einfach eine schönere Oberfläche ergibt.

Nun soll der Servorahmen eingeklebt werden. Dem Originalen hab ich jedoch
nicht viel Vertrauen geschenkt, da er auch für meine HS-85MG-Servos
zu groß ist. Also habe ich einen eigenen konstruiert, der auch
prima funktioniert. Das Prinzip ist ganz einfach: Man klebt im 90°-Winkel
eine Platte mit zwei Löchern, durch die man die Bowdenzugröhrchen
steckt, auf den passenden Servorahmen. Ich hab’s aus einer 2 mm
Kohlefaserplatte gemacht. Diese Konstruktion wird nun noch mit 24h-Harz
eingeklebt und die Servos eingebaut, die Bowdenzuröhrchen durch
die Bohrungen gesteckt und eingeklebt. Jetzt werden an die Servohebel
Befestigungen für die 0,8er Bowdenzüge angeschraubt und fertig
ist das Ganze.

Mit Klettband wurde der Empfänger Webra NanoS6, der übrigens
prima funktioniert, sowie der Empfängerakku befestigt. Nun geht‘s
an das Leitwerk. Hier muss man die Ruder nach hinten klappen und das
beiliegende Gestänge einkleben. Auch hier habe ich wieder 24h-Harz
verwendet. Am Ende dieses Gestänges befindet auch wieder ein Kugelkopf.
Nachdem die Gestänge an den beiden Rudern eingeklebt waren, musste
ich leider feststellen, dass die vorgesehene Konstruktion am Ende des
Rumpfes so gar nicht so funktioniert, da die Öffnung viel zu klein
ist. Man muss sie erst vergrößern, damit es passt oder das
Ende einfach schräg abtrennen. Ich habe mich für die erste
Variante entschieden und den Ausschnitt vergrößert. Jetzt
passt alles, jedoch geht es schon recht eng zu. Das komplette Leitwerk
wird mit einer Schraube befestigt.

Leider stimmte der Schwerpunkt noch nicht ganz. Ich musste vorne etwas
Blei hinzufügen. Jetzt mal schaun, was er denn so wiegt: 799 g.
Das ist eigentlich recht viel für einen Segler in dieser Größe,
ich habe aber auch schon welche gesehen, die 1 kg auf die Waage gebracht
haben und trotzdem gut fliegen. Nachdem ich alles am Sender programmiert
hatte, wurden die Ruderausschläge wie folgt eingestellt:
| Querruder unten: |
3mm |
| Querruder oben |
8mm |
| Höhenruder |
5mm |
| Seitenruder |
5mm |
Nun ist er aber endlich für den Erstflug fertig.

Von Unten

Fliegen
Es war so weit, der Erstflug stand bevor, und das auf der Wasserkuppe
bei Idealbedingungen und Windstärke 3-4. Nach einem kräftigen
Wurf gewann die DESTINY sofort an Höhe und zog ihre Bahn. Auch
stärkere Böen konnten ihr absolut nichts anhaben. Die Flugeigenschaften
sind einfach genial. Auf alle Ruder reagiert er absolut präzise
und unktitisch. In den Kurven muss man ziemlich viel Seitenruder geben,
jedoch ist sie extrem wendig. Auf Thermik reagiert sie zwar auch, dennoch
sind bei der DESTINY nur großflächige Ablösungen brauchbar,
da kleine einfach zu schnell durchflogen werden. Die Stärke der
DESTINY hat sich schnell gezeigt: Sie beschleunigt schnell auf abartige
Geschwindigkeiten. Von der Sichtgrenze senkrecht runter, dann voll
durchziehen steckt sie gut weg, ohne dass eine Biegung der Flächen
sichtbar ist. Man kann sie erstaunlicherweise jedoch auch relativ langsam
fliegen. Wie sich schnell herausstellte, ist ein kräftiger Aufwind
nötig, um sie in der Luft zu halten. Ich werfe meine DESTINY eigentlich
erst so ab Windstärke 2-3, das ist so ziemlich das absolute Minimum
was sie braucht. Natürlich ist das von Hang zu Hang unterschiedlich.
Mittlerweile hab ich mir bei EMC-Vega eine F3B-Hochstartleine gekauft,
die eigentlich für 3,4 kg-Geräte ausgelegt ist! Damit kann
man die DESTINY absolut bis an die Sichtgrenze schießen, was
sehr große Vorteile bringt, da man eben in Sicherheitshöhe
merkt, ob es für die DESTINY genug trägt oder nicht. Kunstflugmäßig
ist auch so ziemlich alles machbar. Von gerissenen Rollen würde
ich jedoch eher abraten, da hier die Strömung komplett abreißt
und das Modell dann schätzungsweise 20 m wie ein Stein durchsackt.
Danach fängt sie sich allerdings wieder von alleine ab und man
kann weiterfliegen. Die Landung ist ebenso unproblematisch. Man sollte
jedoch darauf achten, dass man schnell genug anfliegt.

DESTINY bei der Speedwende:

Und zur Landung:

Fazit
Mit der DESTINY ist Valenta ein Modell gelungen, welches für Adrenalin
sorgt bis der Arzt kommt. Sein Einsatzgebiet ist der stärkere Wind
am Hang, bei dem man seine ultraleichten Thermikschnüffler lieber
wegpackt. Die Flugeigenschaften sind unkritisch, jedoch ist einem Anfänger
von der DESTINY lieber abzuraten. Der Bau benötigt viel Mitdenken,
da leider lediglich eine kleine Skizze beiliegt. Hier würde ich
mir doch eine detailliertere Bauanleitung wünschen. Dennoch kann
ich das Modell jedem weiterempfehlen, der den absoluten Nervenkitzel
sucht. Und wem es mit der DESTINY am Hang zu langweilig wird, kann problemlos
einen kleinen BL einbauen und schon hat man einen Hotliner der Spitzenklasse.
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