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F3D-Weltmeisterschaft 2007 in Muncie, USA

Gerald Coors

Liebes WM-Tagebuch... (8. Tag)

Welcome Race Fans!

Der 2. Renntag dieser WM ist soeben nach 5 Durchgängen zu Ende gegangen.

Der Wecker klingelte um 5:30 Uhr, kurz vor 7:00 Uhr waren wir bereits auf dem Platz. Um kurz nach 8:00 Uhr ging der erste Truck an die Startstelle. Da die Sonne zu diesem Zeitpunkt noch extrem tief über dem Doppel stand, gab es eine etwas kulantere Handhabung der Einhaltung der Mindestflughöhe, trotzdem hatten fast alle Piloten damit zu kämpfen. Einen F3D-Renner durch die Sonne zu fliegen ist ungefähr so angenehm wie bei einem Atombombentest in den Blitz zu schauen, man hat schnell mal eine halbe Runde lang mit Sichtproblemen zu kämpfen und bei 90 Metern pro Sekunde gibt es angenehmeres.

Achim startete den Tag mit einer 72, Dietmar flog gleich 2 mal durch die Sonne und zudem noch das halbe Rennen mit großen Ausschlägen. Ich flog in einem 2er-Rennen mit Paolo Mucedola, dieses Rennen hatte es bereits am Vortag in der später annulierten 6. Runde schon einmal gegeben. Während ich gestern mit 62 Sekunden den besten Flug des Tages hingelegt und Paolo 3 Sekunden abgenommen hatte, war es heute anders herum. Unser Triebwerk wollte zu dieser frühen Stunde noch nicht so richtig und schließlich blieb die Uhr bei 65 s stehen. Paolo hatte gestern noch eine normale Dago geflogen, heute kam der neue Wunderflügel zum Einsatz. Im 8. Durchgang war ich mit Ranjit Phelan und Frantisek Hovorka zusammen, wir gingen von Starposition 1 ins Rennen. Um vor Ranjit zu bleiben, sagte Martin extrem knapp an, was in der 2. Runde leider zu einem Cut am 1er führte. Eine Runde später flog ich am Ausgang Doppelpylon durch die Wirbelschleppe von Phelans Flieger, „Bad Air“ wie die Pylonflieger zu sagen pflegen. Dies führte zu einer unschönen Richtungsänderung Richtung Erdmittelpunkt, bei der sich anschließenden Rettungsaktion hielt der Rest des Teams kurz den Atem an. Am Ende standen 66+10% Zeitaufschlag für den Cut zu Buche, aber da noch kein 200er angefallen ist, war das weniger tragisch. Achim hatte in diesem Durchgang leider (wie schon am Vortag) einen Motorabsteller aufgrund einer defekten Auspuffdichtung. Dieses Problem hatte uns gestern schon beschäftigt. Trotz eines Wechsels der Dichtung nach jedem Flug, haben die Gremlins wieder zugeschlagen. Dietmar war anfänglich mit Zeiten knapp über 70 unterwegs, nach einem Propellerwechsel ging es dann etwas schneller. Ich pendelte mich um die 64 ein und verlor etwas Boden in der Einzelwertung: Paolo Mucedola und Antonio Tosi zogen an mir vorbei. Da Fred Burgdorf aufgrund seines 3. 200ers in der Wertung zurückfiel stand ich am Ende dieses Tages auf dem 7. Platz mit 4,5 Sekunden Rückstand auf Antonio. Da dieser konstant mit Zeiten um 62s unterwegs ist, müssten wir morgen noch eine Schippe drauf legen. Da der Abstand auf den Franzosen Christian Schmitt mit 4 Sekunden nicht allzu üppig ist, und auch das restliche Mittelfeld dicht zusammen liegt, heißt es weiterhin alles zu geben und keine Cuts zu fliegen.

An der Spitze geht es weiterhin extrem eng zu. Travis Flynn hat sich heute auf den ersten Platz vorgeschoben, gefolgt von Chris Callow und Ranjit Phelan. Randy Bridge ist mit zwei 200ern und einer Cut-Zeit auf den 4. Platz zurückgefallen. Der beste Europäer, Paolo Mucedola, hat bereits einen Rückstand von 19 Sekunden auf Travis Flynn. In der Teamwertung liegt Australien auf Platz 1, die 200er der amerikanischen Piloten Burgdorf und Bridge bedeuteten den Rückfall auf Platz 3. Auf dem 2. Platz liegen die Italiener mit einer starken Mannschaftsleistung (5, 6, 18).

Der heutige Tag war zwischenzeitlich von leichtem organisatorischen Chaos geprägt. Der Softwarefehler im Zeitnahmesystem, der eigentlich am Montag komplett beseitigt sein sollte, hat heute wieder zugeschlagen. Auf einem PC war die alte Softwareversion installiert, bei der Startposition 2 und 3 einen Zeitnachteil von einer bzw. zwei Sekunden haben. Auf dem zweiten PC war die korrigierte Version installiert. Somit differierten die an die Piloten herausgegebenen Zeiten von den Messungen, die auf den Stoppuhren der Helfer standen. Die Wettbewerbsleitung blieb amerikanisch cool und hat das Problem schließlich in den Griff bekommen.

Nach dem 10. Durchgang kam noch mal kurzzeitig Hektik auf. Einige Teams waren davon ausgegangen, dass noch ein 11. Durchgang geflogen wird, andere hatten schon eingepackt und waren zum Biertrinken übergangen. In einer kurzfristig angesetzten Teammanager-Besprechung wurde beschlossen, den Tag mit dem 10. Durchgang zu beenden. Meiner Meinung nach sind 8 Stunden Flugplatz und 5 WM-Durchgänge an einem Tag genug. Kurz darauf brach das tägliche Gewitter verbunden mit Sturm und Starkregen los. Somit wäre die 11. Runde ohnehin abgebrochen und annulliert worden.

Für morgen sind vier Durchgänge angesetzt und nach dem 12. Durchgang kommt das 3. Streichergebnis zum Tragen. Von daher können sich noch einige Verschiebungen in den Platzierungen ergeben. Wir können nur hoffen, dass nicht wetterbedingt vor dem 12. DG abgebrochen wird und wir keine weiteren 200er in die Wertung einbringen, um in der Mannschaftswertung noch etwas weiter nach vorne zu kommen. Es können noch vier Piloten Weltmeister werden und auch die Teamwertung ist noch nicht entschieden. Es wird spannend morgen!

Gute Nacht!

Gerald

 

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Stand: 08.08.2007