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AERO 2007 in Friedrichshafen

Claus Eckert
Fotos: Christoph Reiter, Jürgen Schrader, Pressestelle Friedrichshafen

Aero 2007 - über 500 Aussteller aus 30 Ländern in Friedrichshafen.

45.000 Zuschauer aus 40 Nationen erlebten die Aero 2007 in Friedrichshafen. Aus Sicht der Aussteller fanden Business-Flugzeuge, in Insiderkreisen „Weißware“ genannt, ebenso reges Interesse wie die seit Jahren boomenden Produkte der Ultralight-Flugzeughersteller. Aussteller sprachen von hochqualifizierten Kundenkontakten und vielen Geschäftsabschlüssen. Ein Highlight für die luftfahrtbegeisterten Zuschauer war die Flugschau am Samstag und Sonntag.

Der Markt für Business-Flugzeuge floriert ungebrochen.
Ob es eine Auswirkung der Globalisierung ist oder die Suche nach einer individuellen, komfortablen und schnellen Reisemöglichkeit, der Markt für Business-Flugzeuge ist ungebrochen. Insbesondere kleine Jets drängen auf den Markt. Neben den Klassikern wie Cessna Citation wird auch vor Neuentwicklungen nicht halt gemacht. Der knuffelige D-Jet der österreichischen Firma Diamond Aircraft Industries GmbH erlaubt dem selbst fliegenden Eigner eine Reisegeschwindigkeit von 315 Knoten um schnell ans Ziel zu kommen. Die Mindelheimer Firma Grob setzt die Erprobung ihrer spn fort. Nachdem der zweite Prototyp Ende 2006 abgestürzt ist, werden die Erprobungen mit dem ersten Prototyp, der auf der Aero 2007 ausgestellt wurde, fortgesetzt. Mit der TBM 850 von Socata und der Pilatus PC 12 wurden zwei Flugzeuge der einmotorigen Turboprop-Generation gezeigt.

Segelflug im Abwind?
Fehlender Nachwuchs in den Vereinen und stetig steigende Kosten in der privaten Haushaltsführung sorgen für einen beständigen Rückgang von Segelflugaspiranten. Diese Entwicklung schlägt durch bis auf die Hersteller. Traditionell gilt Deutschland als Hochburg des Segelfluges mit den namhaftesten und besten Herstellern. Dass in diesen heiß umkämpften Markt nun Hersteller aus Litauen und Tschechien drängen ist zwar nicht neu, führt aber zu einer geänderten Entwicklungsstrategie bei den heimischen Herstellern. So war es nicht verwunderlich, dass viele Neuentwicklungen im Detail lagen. Lange Flugzeugbau aus Zweibrücken präsentierte als Weiterentwicklung auf Basis des E-Motorsegler Antares 20 E, die Antares 18 als Seglerversion für die 18 m Klasse. Schleicher zeigte die ASG 29 und die ASK 21 Mi mit Motor und lenkbarem Bugrad. Schempp Hirth hat Verbesserungen in die Bedienung und Sicherheit beim Duo Discus xt und Ventus cxt mit Turbotriebwerk einfließen lassen.

Stemme offeriert mit dem neuen Reisemotorsegler S6 eine Maschine, die schon aufgrund ihres Designs auffällt. Die Verwendung von Mittelmotor und Fernwelle ermöglicht es, dass die Piloten weit vorne wie in einem Segelflugzeug und trotzdem nebeneinander liegen. Diese Maschine würde auch als Modellnachbau mit einem Elektroantrieb eine gute Figur machen. Das aerodynamisch verkleidete, feste Dreibeinfahrwerk, die hoch liegende Propellerachse und das T-Leitwerk ergeben einen formschönen Motorsegler, der zum Thermikkreisen in der Ebene, als Trainer und, je nach Auslegung, sogar für einfachen Kunstflug verwendet werden könnte. Beim Original ist geplant, dieses auch als Schleppmaschine zu verwenden.

Ein Segelflugzeug mit einer Turbine als Flautenschieber ist nicht wirklich neu. Martin Wezel Flugzeugtechnik hat dieses Konzept bei der Apis 2 noch verbessert. Die Turbine schwenkt mitsamt dem Schubrohr nach unten aus dem Rumpf. NACA-Lufteinlässe sorgen für die notwendige Atemluft des Kerosinantriebes. Bei der selbststartenden Turbine handelt es sich um eine Jet-Cat 20. Umfangreiche Sicherungseinrichtungen sorgen dafür, dass die Turbine nur in ausgefahrenem Zustand gestartet werden kann.

Ultralights sichern Überleben der Branche
Diesen Eindruck konnte man zumindest bekommen, denn die Hallen B1 bis B3 waren ausschließlich für Ultralights (UL), Very Light Aircrafts (VLA) und für die Light Sport Aviation (LSA) reserviert. Besonders aufgefallen ist der Stand der Buschflieger mit ihren riesigen Ballonreifen. Selbst im unwegsamen Gelände am Flussbett oder auf einem Acker lassen sich diese Flugzeuge landen. Die Form erinnert stark an die legendäre Piper Cup, nur dass die Konstruktion eben leichter und kleiner ist.

Roland Aircraft stellte eine Me 109 als UL aus. Die Flugtauglichkeit hat diese Maschine bereits bewiesen. Trotzdem ist ihr die Alltagstauglichkeit auf den ersten Blick nicht anzusehen. Das ausgestellte Modell zeigte ein Produktionsstadium und war lediglich mit Alublech beplankt und mit GfK-Teilen versehen.

Der bei RC-Network hinreichend bekannte Doppeldecker FK 12 von Georg Funk war ebenfalls ausgestellt.

Verbundbauweisen
Die Firma Gaugler und Lutz OHG zeigte interessante Werkstoffe, deren Verwendung im Modellbau nicht unbekannt ist. Insbesondere die Sandwichwerkstoffe wie Airex, Kapex und Lantor Soric hinterließen einen guten Eindruck.

Ein anderes Beispiel anschaulicher Rumpfbaukunde für Fortgeschrittene:

Panorama

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DAeC
Der DAeC war mit einem großen Stand vertreten, der stark frequentiert wurde. Ein kleines aber feines Highlight befand sich dort in Gestalt eines Segelflugsimulators. Das gesamte Cockpit wurde über Spindeln mechanisch bewegt. Das Fluggefühl war absolut realistisch.

Flugschau
Bei der Flugschau am Samstag und Sonntag wurden viele Maschinen vorgeführt. Neben der B 25 von Red Bull aus dem Hangar 7 in Salzburg gehörte eine rumänische Staffel mit ihren neuen YAK 52 zu den Highlights. Diese YAKs sind modifiziert und werden in Rumänien hergestellt. Ein russischer Neunzylinder-Sternmotor mit 10 Litern Hubraum und 400 PS sorgt für den nötigen Vortrieb. Die Flugvorführung der YAKs war äußerst überzeugend. Besonders der Spiegelflug zeigte, wie präzise diese konstruktiv betagten Flugzeuge zu fliegen sind. Der perfekte Hubschrauberkunstflug mit der Bo 105 fesselte ebenso wie das Wingwalking von Peggy Krainz auf der Boeing Stearman. Phillip Steinbach zeigte mit der Xtreme 3000 eine besondere Kür. 330 PS, 650 kg bei nur 6,3 m Spannweite sind die Eckdaten dieses extremen Kunstfliegers. Modell und Original der Leki-Extra führten Klaus Lenhart und Albert Winter im Synchronflug vor.

Die Aero 2007 ist nun Geschichte. Nach Auskunft der Messeleitung, haben viele Hersteller für die Aero 2009 bereits einen Stand reserviert. Die Branche befindet sich im Aufwind. Doch Fliegen als Hobby in Deutschland wird immer schwieriger. Wenn Politiker Deutschland gerne als Hightech-Land bezeichnen, dann meinen sie auch die Luftfahrt. Doch manche Gesetze und Verordnungen lassen Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieser Aussagen zu. Die Erkenntnis, dass eine Branche nicht nur vom Export lebt, sondern auch im eigenen Land einen Markt braucht, kommt vielleicht zu spät.

Mit zwei Ausnahmen sind alle Bilde von schrader-air.de mit Panoramen hinterlegt - einfach das Bild anklicken.

Im Cockpit Toni Angerer

Die einzig standesgemäße Art, eine Ladung Red Bull zur dürstenden Menge zu befördern, ist im offenen Bombenschacht der B25 der Flying Bulls.

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Stand: 26.04.2007