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Die Hard 5.81“ oder...lieber Lust auf Aircombat?

Thomas Kurze

Jippijaajee Schweinebacke, klar...aber...was für ein Modell nimmt John McClane zum erfolgreichen Einstieg? Vielleicht eine JAK 9?
So unkonventionell, wie er in seinen Filmen agiert, ist es ihm zuzutrauen.

Teil 1: Bauanleitung und Baubericht zum Bauplan der Jak 9 im Maßstab 1:12

Natürlich, günstig soll es sein, schnell zu bauen, tauglich für eventuell schon vorhandene Komponenten und später, auf dem Flugfeld, einfach im Handling, sicher fliegend, wendig und gut zu reparieren.

Ach so, unnötig hässlich sollte es auch nicht sein. Konkurrenzfähig sowieso!
...und den einen oder anderen Full Contact muss es wegstecken können, ohne dass gleich eine Trümmerwolke vom Himmel rieselt...
...dafür gibt es zwar keine Punkte, höchstens Meckereien vom Kontrahenten, hilft jedoch ungemein, auch noch an der nächsten Runde (heat) teilnehmen zu können.

Diese Vorgaben entsprechen ziemlich genau dem Pflichtenheft von gestandenen Aircombatpiloten.
Doch wie immer im Leben kann man auf verschiedenen Wegen zum Ziel kommen.

Hier möchte ich einen einfachen Weg beschreiben, der auch den ungeübten Modellbauern unter uns die Chance gibt, an unseren herrlich verrückten, manchmal stressigen, aber immer spassigen Wettbewerben mit einem regelkonformen Modell teilzunehmen. Selbstverständlich macht man damit auch auf dem heimischen Fluggelände eine gute Figur.

Ab jetzt wird es extrem ausführlich. Es soll ja nichts schiefgehen. Gleichzeitig gebe ich noch viele Tipps, wie das Eine oder Andere rationell und gut gemacht wird.
Die Erfahreneren mögen mir verzeihen und sich derweil nur die Bilder ansehen.

Aller Anfang ist die Planung.
Dazu besorgen wir uns die FMT, Ausgabe September 2007, die einen Bauplan der Jak 9 im Maßstab 1:12 enthält.
Timo Starkloff hat mal wieder keine Mühen gescheut, um uns eine Konstruktion anzubieten, die so einfach gehalten ist, dass damit so gut wie jeder klar kommt.
Das Modell ist auch ideal für den Werkunterricht oder die Jugendgruppe im Verein.

Nun kommen wir zur Hardware. Hier wird es, gerade für die Bastelfaulis unter uns, interessant:
Daniel Lux (bei RCN einer der Hardcore-Aircombatler) hat auch keine Mühen gescheut und bietet uns einen Frästeilesatz an, der alle Komponenten enthält, die man sonst so mühsam aussägen und schleifen muss. Weiterer Vorteil ist, dass man sich nicht das gesamte Holz auf Vorrat besorgen muss.
Das Ganze ist auch noch erstaunlich günstig und erschwinglich. Eine tiefgezogene Cockpithaube ist ebenfalls im Set enthalten.

Was man zusätzlich an Materialien und Komponenten benötigt, könnt ihr der Stückliste entnehmen.

Ganz klare Sache sollte sein: Erst alles beschaffen, dann anfangen. Dann kann man nach einem Wochenende den Rohbau geschafft haben.

Gesagt, getan! Ich hab bei Daniel gleich zwei Sets geordert.

Im Teil 1 wird eine Jak genau nach Plan und Vorgabe gebaut; nur dort mit Modifizierungen, wo es sinnvoll und hilfreich ist.

Im später folgenden Teil 2 werde ich einige Änderungen an dem Modell vornehmen.

Nach der Fertigstellung müssen beide im Vergleichsfliegen zeigen, was sie drauf haben.

So, mittlerweile ist der Plan kopiert und die Frästeile sind eingetroffen.

Die Fräsqualität ist einwandfrei, es ist kein „Nachputzen“erforderlich. Lediglich die kleinen Stege, von denen die Teile im Brettchen festhalten werden, sind nachzuschneiden oder beizuschleifen.

Auffallend war, dass für die Spanten relativ schweres und teures 5-fach Sperrholz verwendet wurde. Da genügt 3-fach Pappelsperrholz.
Immer dran denken, das Abfluggewicht sollte zwischen 750 g und 900 g liegen. Leichter fliegt immer besser.
Das werde ich in Teil 2 ändern.

Der Bau:

Zum Bau des Rumpfes ist der Plan als Unterlage nicht nötig.
Es reicht ein Stück Tischlerplatte oder etwas vergleichbar Planes, auf das man eine Mittellinie zeichnet. Damit kann man den Rumpf fast nicht mehr schief bauen.
Klarsichtfolie über das Baubrett gespannt verhindert zuverlässig das Verkleben der Bauteile mit der Unterlage.

Zuerst lösen wir mit einem Cuttermesser die Spanten aus dem Rahmen und beseitigen die kleinen Stegrückstände mit der Schleiflatte.

Dann schauen wir, wie die Spanten in die Ausschnitte der Seitenteile passen. ...Uuups, geht net...die 3 mm Spanten passen nicht in die etwas über 2 mm breiten Ausschnitte.
Man könnte nun die Ausschnitte erweitern...das war mir zuviel Arbeit, wenn man es genau machen will.
Ich habe deshalb einfach die Zapfen mit der Schleiflatte angespitzt. Mit leichtem Druck passen sie danach in die Aussparungen der Rumpfseiten.

Nun werden die Seitenteile vorbereitet.
Achtung, spiegelverkehrt arbeiten, sonst hat man schnell zwei linke oder zwei rechte Seiten.

Zuerst feilt man die Öffnungen nach, durch die später die Höhenruderzüge gehen. Das kann auch nach dem Rumpfbau erfolgen, aber nur jetzt kommt man noch auf beide Seiten des Seitenteiles, um das Langloch anzuschrägen.

Die Auflageverstärkungen werden an die Seitenteile angepasst.
Damit später alles genau an der richtigen Stelle sitzt, seht ihr im Bild zwei 6 mm Buchendübel.

Nun wird geklebt. Es handelt sich hierbei um eine flächige Verklebung, das heißt, der Leim sollte auch auf der gesamten Klebefläche gleichmäßig verteilt werden. Wie erreicht man das?
So:

Dann mit nassem Finger gleichmäßig verteilen.

In Position bringen, die Dübel einstecken, das Holz andrücken und mit Bastlernadeln fixieren. Die Nadeln durchdrücken, bis sie im Baubrett stecken.
Nicht vergessen, die Dübel wieder zu entfernen, sonst gehen die eine bleibende Verbindung ein.

Weiter geht’s mit den Eckleisten.
Zum Leistenschneiden nimmt man am besten einen Leistenschneider (dat schwarze Ding im Bild). Das erspart einem die Aufpreispolitik im Fachhandel und es ist schnell die passende Leiste geschnitten.

Die Leisten dem Plan entsprechend auf die Seitenteile kleben.

Der Holzklotz im Bild dient dazu, die Leiste genau entlang des Seitenteils zu positionieren. Dann mit Nadeln festheften.

Nun sind beide Seitenteile vorbereitet und sollten trocknen.
Wer mag, kann nun die Lage des Servobrettchens vom Plan übertragen und jeweils eine kleine Leiste als Auflage ankleben. Ich hab’ das auf später verschoben.

Jetzt gilt es, den Rumpf zusammenzubauen, und zwar so, dass er hinterher möglichst gerade ist.
Dazu werden die beiden Seitenteilenden innen schräg abgeschliffen, aber dabei nicht kürzen!

Der Zusammenbau erfolgt auf dem Rücken liegend. Alle Spanten werden genau mittig gekennzeichnet.
Nun werden die zwei hinteren Spanten mit Leim zwischen die Rumpfseitenteile gesetzt und das Rumpfende passgenau zusammengeklammert.
Anschließend den Rumpf auf die Mittellinie des Baubrettes legen und an der Mittellinie ausrichten.

Zur Sicherheit die Seitenteile mit Nadeln an die Spanten heften.

Trocknen lassen.

 

Stand: 27.08.2007