Der Q500-Eurocup wird dieses Jahr erstmalig ausgetragen. Es handelt sich somit
also um eine Wettbewerbspremiere!
Am vergangenen Wochenende fand der zweite Lauf dieses Wettbewerbs in
Belgien statt.
Da die Q500 keine FAI-Klasse ist, aber in vielen Ländern mit sehr ähnlichem
Reglement geflogen wird, lag es nahe, ein paar Wettbewerbe zusammen auszutragen.
Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft und sorgt für eine
Menge Spaß. Diese Idee wurde zielstrebig und ganz pragmatisch in die Tat
umgesetzt, nachdem sie zuvor von Roland Dieterle ins Gespräch gebracht worden
ist. Letztlich in Schwung gekommen ist das Vorhaben dann im Winter 2006 nach
folgender Mail von Robbert van den Bosch (Niederlande) in der yahoo newsgroup „faipylon“:
„Today I have had a telefon conversation with Mario Roos (Germany
) about the Q 500-Eurocup for next year. Mario also likes the idea of
a Q 500 Eurocup. At the moment we are thinking about 3 races in Belgium
, Germany and Holland. Mario needs support from Q 500 representatives
from each country to set up the rules and so on.”
Ehe ich mich versehen
hatte, war ich voll in die Organisation des Projekts eingebunden. Thanks
Robbert Es
galt, kräftig anzupacken! Unzählige
Emails und Telefonate schwirrten quer durch Europa, um die Reglements auf
einen möglichst
gleichen Stand zu bringen. Das war nicht ganz einfach, da es darum ging,
kleine aber feine Unterschiede anzupassen und auszugleichen. Lange Rede,
kurzer Sinn: Dank des Engagements aller Beteiligten kann sich das Ergebnis
sehen lassen.
Bereits das zweite von den insgesamt drei geplanten Rennen hat mit erfreulich
hoher Beteiligung stattgefunden!
Zahlreiche Piloten waren angereist. Aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich,
den Niederlanden, sowie natürlich Belgien, aber auch zwei Piloten aus Katar
(!). Für diejenigen, die nun erst mal nachschlagen müssen, wo Katar
ist : http://de.wikipedia.org/wiki/Katar
Der Preis für die weiteste Anreise, hätte es ihn gegeben, wäre
somit eindeutig an Abdulla Al-Thani und Carlton Smith gegangen.
Trotz des zum Teil babylonischen Sprachengewirrs war die Verständigung auf
dem Wettbewerb kein Problem. Allein in Belgien gibt es drei Amtssprachen, Niederländisch,
Französisch und Deutsch.. Die Pylonsprache ist aber international und da
jeder mit der Materie bestens vertraut war, gab es keine sprachlichen Verwirrungen.
Die beiden Piloten aus Katar mussten sich aber erst an die leicht veränderte
Startprozedur gewöhnen. Bei uns wird, wie bei FAI-F3D, im Sekundenabstand
gestartet. In den USA und in Katar hingegen wird gleichzeitig gestartet. Nach
dem ersten Frühstart klappte es dann anschließend aber reibungslos.
Besonders erwähnenswert ist, dass es über das Wochenende verteilt diverse
spektakuläre Midair Collisions (kurz: Midairs, also Zusammenstöße
in der Luft) gegeben hat, die belegen, wie knapp es in den Rennen teilweise zuging.
Auch Robert Kaiser war involviert. Er verlor allerdings beim Überrunden
ein Modell. Der Flieger konnte mehrere hundert Meter entfernt aus einem Baum
geborgen werden. Diesem Baum sei Dank, blieb es bei den Schäden, die durch
den Midair unmittelbar entstanden waren. Eine neue Fläche und weiter geht’s!
Doch mit Blick auf die DM, der nächste Wettbewerb ist bereits am kommenden
Wochenende, sollte das Ersatzmodell nicht riskiert werden.
An dieser Stelle auf alle Details des Wochenendes einzugehen, würde den
Rahmen sprengen. Deswegen lasse ich lieber Bilder sprechen, bekanntlich sagen
die mehr als tausend Worte. Damit der „Nichtpylonpilot“ noch etwas
tiefer in die Pylonszene ‚hineinsehen’ kann, sind die Fotos mit ein
paar Kommentaren (siehe folgende Seiten) garniert.
Dank der guten Organisation konnten neun(!) komplette Durchgänge geflogen
werden. Nach zwei Streichresultaten sah das Ergebnis am Sonntagnachmittag gegen
16 Uhr dann wie folgt aus:
Ergebnisse :
- Ergebnis tongeren PDF

- Zwischenstand nach zwei von drei Rennen PDF

Der Q500-Eurocup ist also noch nicht entschieden und es bleibt weiter
spannend. Die Entscheidung fällt erst in Almere (Niederlande) zum
Saisonabschluss Ende September.
Zusätzlich gab es am Wochenende aber einen weiteren Gewinner. Das
Unternehmen Capco Aviation spendete einen 300 EUR-Gutschein, der unter
den teilnehmenden Piloten verlost wurde. Gewinner: Johnny Whation (Belgien)
Ich bin überzeugt, alle Piloten und Caller sind mit dem Gefühl
nach Hause gefahren, an einem richtig tollem Wettbewerb teilgenommen zu
haben. Deshalb an dieser Stelle ein dickes Lob und ein großes Dankeschön
an den belgischen Verein - Tongerse Modelvleugels - für die Ausrichtung
und Durchführung
dieses genialen Wettbewerbs.
Im nächsten Jahr wird es sicher weitergehen!
Bis dahin.
Fly low, go fast, turn left!
Links:
www.q500.org
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?p=706963#postid706963
www.tmv.be
Bilder: Mario Roos, Georg Schickel, Mike Schwing

Caller Ivan Cappuyns (Belgien) auf dem Weg zur Startstelle – Pilot
ist Sohn Thibaut Cappuyns.

Bram Lentjes (Belgien) – Es ist wie im Kartsport, früh übt
sich…!


Team Katar – Links Abdulla Al-Thani, rechts Carlton Smith

Stefan Lamersdorf (Deutschland) landete auf einem sehr guten 13. Platz,
trotz hohem „Renitenzbeiwert“ (so der Caller). Weiter so!

Q500-Exkursion. F3D-Pilot Georg Schickel (Deutschland) – der Daumen
war im F3D-Programm (>“King of Cuts“) – der Flugstil
aber dennoch extrem präzise. Der Helfer ist natürlich nicht
schuld 

Interessierte Zuschauer. Der Einstieg in Q500 ist für die kommende
Saison geplant.

Tanken unter Aufsicht – im Hintergrund die ‚Readybox’


Wachhund und Nitrospürnase zwischen „Readybox“ und Tankstelle.
Alles war in bester Ordnung.

Modellidentifikation (Bert u. Rob Metkemeijer/Niederlande). Links Team
Katar, rechts Achim Kaiser (D). Im Hintergrund bereits in Position: Robert
Kaiser (D).

Die drei Startpositionen – deutlich zu erkennen. Q500-Piloten sind
Umweltbewusst, es wird ausschließlich das Pflanzenöl Rizinus
im Kombination mit Methanol geflogen.

Blick von der Startstelle in Richtung ‚Pilotenlager’.

So sehen belgische Pylons aus. Merke, ein Vorbeiflug in 50 cm ergibt ziemlich
das gleiche Geräusch wie bei einem Einschlag (!).

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