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Ganz schön aufgeblasen -
Ein Heißluft-Luftschiff auf der
Wintermontgolfiade in Bad Wiessee

von Jürgen Schrader

Der Aufbau

Im üblichen Sprachgebrauch eher negativ besetzt, steht der Titel hier für ein ausgesprochenes "Highlight", im wahrsten Sinne dieses Wortes.

Jedes Jahr im Januar findet in Bad Wiessee am Tegernsee eine große Wintermontgolfiade statt. Mit 50 Teams am Start ist dies eines der größten Ballonsportevents überhaupt.

Als eine Besonderheit waren diesmal auch drei Heiluftluftschiffe am Start, auf denen Rundflüge gebucht werden konnten. Für meinen lange gehegten Wunsch, ein Panoramabild aus der Luft zu schießen, eigentlich ein ideales Vehikel. Lange Rede, kurzer Sinn, an einem Tag, der gutes Wetter versprach, trat ich kurzfristig einen Ausflug in das verschneite Tegernseer Tal an.

Auf Grund einer unsicheren Witterung begannen die Teams an diesem Tag erst recht spät mit dem Aufbau und so konnte ich in aller Ruhe einige Aufnahmen von den Vorbereitungen machen.
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Am Anfang ist da erst mal nichts außer einer Kanzel und einer ziemlich großen Hülle. Die wahren Dimensionen kommen in dem Bild nicht ganz zur Geltung, da durch die spezielle Aufnahmetechnik die Ballonhülle gekrümmt dargestellt wird. In der Realität ist die Bahn ca. 40 m lang.

Diese wird dann einfach mit der Öffnung über die Kanzel geklammert und mit einem Gebläse innerhalb einiger Minuten mit 3.000 m Luft gefüllt.


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Danach ist das Luftschiff dann allerdings eine ziemlich imposante Erscheinung. Das Seitenleitwerk hat immerhin eine Höhe von 12 m. In der winterlichen Luft brauchen die Brenner ebenfalls nur wenige Minuten, um die Luft so stark zu erwärmen, dass der Pilot und 3 Passagiere in die Luft befördert werden können.


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Los geht's

Im Vergleich mit anderen Fluggeräten bewegt sich ein Luftschiff langsam und weich, so dass der Flug bzw. die Fahrt auch von zart besaiteten Gemütern von Anfang an genossen werden kann. Lediglich wer mit großen Höhen Probleme hat, sollte sich vorher fragen, ob ihm ein 4-Punkt-Gurt ein ausreichend sicheres Gefühl gibt, denn "mehr" gibt es nicht.


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Zum Schluss noch ein paar Details und einige statische Bilder zur Illustration. Die Richtungssteuerung erfolgt über das 12 m hohe Seitenruder. Da hier recht große Ruderausschläge notwendig sind, erfolgt die Steuerung über Seile, mit denen der Pilot während des gesamten Fluges intensiv beschäftigt ist.

Ebenso werden während des gesamten Fluges immer wieder die Brenner zur Trimmung gezündet.

Nach der Landung sind kräftige Helfer mit ebensolchen Händen nötig, die das Gefährt am Boden halten. Alle Mitreisenden sind angehalten, nur auf Anweisung auszusteigen, weil das Luftschiff zunächst Auftrieb abbauen muss. Sollten in dieser Phase plötzlich ein oder zwei Personen aussteigen, bekäme die Bodencrew ein ernsthaftes Problem.

Wer jetzt mit dem Gedanken spielt, sich ebenfalls so ein Gerät anzuschaffen, braucht neben den nötigen Transportmitteln und einer ausreichend großen Familie als Bodencrew etwa 200.000 EUR für die Erstausstattung. Ohne zahlungskräftige Sponsoren und ein geschicktes Marketing kann sich das heutzutage leider niemand leisten.

Zum Glück gibt es aber immer wieder Idealisten und mutige Unternehmer, wie das Team von Airovision, die es durch ihren Einsatz ermöglichen, dass auch wir "Normalos" mal ordentlich abheben können.

Vielen Dank dafür.

Weitere Panoramabilder der Montgolfiade befinden sich auf der Webseite des Autors.

 

Stand: 01.12.2007