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Wie wird man Modellflieger?

Sebastian Lammert

Antworten aus Sicht eines Anfängers.

Zunächst solltet ihr jemanden kennen, der schon mehrere Jahre Erfahrung in Sachen Modellbau, Steuerung, Fliegen und Einstellarbeiten hat und bereit ist, euch etwas Zeit zu widmen. Als nächstes wäre es von Vorteil, wenn euch euer Mentor einmal im Lehrer/Schüler-Betrieb ein leicht zu steuerndes Modell fliegen lässt, sofern vorhanden. Damit ihr mal einen Eindruck davon bekommt, wie es sich anfühlt, selbst ein Modell zu steuern.

Wenn ihr nach dieser kleinen Exkursion in den Modellsport immer noch Modellfliegen lernen wollt,
steht dem fast nichts mehr im Wege.

Ich sage fast, weil da doch noch ein paar nicht ganz unwichtige Dinge zu überlegen sind.
Da wäre als erstes das Budget, das ihr für ein Modell plus Zubehör, also Steuerung, Servos, Akkus etc. ausgeben wollt. In Sachen Fernsteuerung ist es ratsam, ein Produkt zu wählen, das mit der Steuerung eures Mentors im Lehrer/Schüler Betrieb kompatibel ist.
Der zweite Punkt: Welches Modell ist für euch als Einsteiger am besten geeignet? Hier zeigt sich, dass es von Vorteil ist, wenn ihr jemanden habt, der sich schon im Modellbau auskennt. Ich empfehle an dieser Stelle als Einsteigermodell den "Easy Glider Elektro" von Multiplex.

Warum gerade diesen? Ganz einfach. Er ist günstig, leicht zu fliegen, hat schon Querruder (es ist aus meiner Sicht vorteilhaft, wenn man von Anfang an mit Querrudern fliegt) und was evtl. das Wichtigste ist, er ist kaum kaputt zu kriegen. Sollte man doch mal eine Bruchlandung hinlegen, kann man das Modell leicht mit etwas Sekundenkleber reparieren. Ich habe übrigens genau mit diesem Flieger angefangen.
Weiterhin ist zu beachten, sehr wichtigen Punkt: Ihr benötigt eine Versicherung, das ist gesetzlich geregelte Pflicht! Beispielsweise könntet ihr Mitglied beim DMFV werden. Da seid ihr automatisch versichert. Außerdem ist eine Versicherung auch auf jedem Modellfluggelände Pflicht!

Habt ihr euch für einen Flieger inkl. Zubehör entschieden, das euer Budget nicht sprengt, dann kann es mit dem Bau und Einstellarbeiten losgehen. Dabei hilft euch sicherlich euer Mentor. Den Erstflug sollte auch ein erfahrener Modellflieger für euch machen. Er weiß worauf es ankommt.

Ist euer Modell eingeflogen, kann es mittels Lehrer/Schüler-Betrieb an das Erlernen des Modellfliegens gehen. Hört dabei auf euren Lehrer. Ich würde erst einmal in ausreichender Höhe versuchen, eine Kurve zu fliegen oder einfach mal versuchen, das Modell exakt geradeaus fliegen zu lassen. Das hört sich einfacher an, als es ist. Die Details erklärt euch sicherlich euer Mentor.
Noch ein Aspekt, der mir sehr geholfen hat, das Modellfliegen zu erlernen: Besorgt euch einen Flugsimulator für den PC. Die Ansichten sind sehr verschieden, welcher am besten geeignet ist. Ich habe gute Erfahrungen mit dem AeroFly Professional Deluxe in der Commander Version von Ikarus gemacht.

So, und ab hier heißt es üben, üben, üben. Und nicht übertreiben mit den Flugfiguren. Das kommt alles noch.

Ich habe selbst Anfang Juni 2007 mit dem Modellfliegen begonnen. Nach drei Wochen konnte ich schon selbstständig fliegen und landen. Während der ersten drei Wochen bin ich an jedem Wochenende geflogen. Nach sechs Wochen habe ich schon eifrig beim Hangfliegen mitgemischt. Bis jetzt ohne Absturz. Drei mal auf Holz klopf.

Mein Mentor hat übrigends mangels Kompatibilität zur meiner Anlage das Lehrer/Schüler-Prinzip neu definiert. Zu Beginn startete mein Lehrer das Modell und hat mir dann den Sender in die Hand gedrückt. Das geht auch. Man muss nur rechtzeitig Bescheid geben, wenn es mal kritisch wird.

So, das war´s im Großen und Ganzen. Zum Abschluss möchte ich mich noch ganz herzlich bei meinem Lehrer bedanken, dass er die Zeit und die Nerven aufgebracht hat, mir das Fliegen beizubringen.

Ich wünsche nun allen, die das Modellfliegen erlernen möchten viel Erfolg und hoffe, etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben.
 

Stand: 22.12.2007