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E- Crossfire

Darius Mahmoudi

...oder wie man es sich mit den Puristen verscherzt!

Wie in diesem Bericht beschrieben, hatte mein Crossfire-Rumpf bereits bei den ersten Flügen einige Macken abbekommen. Als dann noch eine extrem unsanfte "Landung" weitere Risse hinzufügte, war es an der Zeit, bei Aer-O-Tec einen Ersatzrumpf zu bestellen. Nachdem ich den alten Rumpf ausgemustert hatte, regte mich dieser und dieser Thread an, den Crossfire zu elektrifizieren. Nach etwas Stöbern auf der Website von Aer-o-Tec fand ich diesen Plan und so wurde die Idee in die Tat umgesetzt. In der RCN-Börse erstand ich einen guten gebrauchten FUN480-28 mit 5,2:1-Getriebe und eine 16x10 CfK-Klapplatte. Nach etwas Feilen und Probieren war klar, dass sogar die Servos im Rumpf an Ort und Stelle bleiben konnten. Während Stefan Eder im Plan 10 Zellen GP2200 eingezeichnet hatte, wollte ich die neuen FePO4 A123-Zellen probieren. Die Diskussionen im -Forum sagen den Zellen ja wahre Wunderkräfte nach. Um die etwas niedrigere Spannungslage dieser Zellen auszugleichen, plante ich, eine 4S-Stange in den Rumpf zu schieben.

Als ich den Energieriegel das erste Mal in Händen hielt, bekam ich einen gelinden Schreck. Erstens passten die Zellen nur mit mittlerer Gewalt zwischen die Bowdenzüge in den Rumpf und zweitens ging nur entweder der Akku oder der Flächenverbinder rein... Aufgeben kam aber für mich nicht in Frage, schließlich waren bereits alle Investitionen getätigt und der Motor schon ordentlich eingebaut. Also Akku raus und genauer untersuchen, was da los war. Recht schnell identifizierte ich den Hochstarthaken als das eigentliche Problem. Ihn habe ich schnell mittels einer Schraube ausgebaut und seine Führungsschiene aus Harz wurde ebenfalls etwas zurückgefeilt. Nach erneuter Anprobe des Akkus passte dann der Flächenverbinder genau so durch seine Aufnahme, dass er den Akku perfekt festklemmte. Also alles wieder raus und jetzt mit langen Fingern und viel Geduld den Empfänger samt 4x AA Eneloop hinten in den Rumpf verfrachten. ACHTUNG! Die grünen MPX-Stecker für die Flächenservos dürfen nicht fest in den Rumpf eingeklebt werden, da sonst der Platz für Akku und Empfänger knapp wird. Zu guter Letzt war alles wieder an seinem Platz und ich konnte den E-Crossfire auf die Schwerpunktwaage setzen.

So ein Mist! An eine korrekte Einstellung war nicht zu denken. Für das jetzt notwendige Blei hatte ich nicht mehr genügend Platz und so musste der Erstflug verschoben werden. Alles Grübeln und Diskutieren half nichts, der Empfängerakku musste ersatzlos raus! Da mein Regler kein BEC hatte, kam mir dieser Bericht von Gerd Giese gerade recht und sofort wurde das Sport-BEC bei Lipoly.de bestellt. Es ist klein genug, um neben meinem Regler Platz zu finden und kräftig genug, um meine sechs Servos ausreichend mit Strom zu versorgen.

Was für ein Glücksgefühl - der Schwerpunkt stimmte jetzt auf den mm genau und so wurde trotz Nebel sofort der Erstflug anberaumt. Kurz ein Reichweitentest und ab in die Luft. Mit 2430 gAbfluggewicht war der Crossfire grade mal 220 g schwerer als sein motorloser Bruder. Im Steigflug merkte man das überhaupt nicht, im Gegenteil, kraftvoll zog er davon und verschwand (fast) im Nebel. An diesem Tag waren nur max. 60 m Höhe möglich und die habe ich direkt genutzt, um den nächsten Steigflug zu beginnen. Schließlich wollte ich den Motor samt Akku testen und mich bei -2°C nicht wieder an dem grandiosen Gleitwinkel des Crossfire ergötzen. Bei ~ 30 A macht der Antrieb dieses Spielchen 4:30 Minuten mit. Damit schafft man an einem guten Tag garantiert den Anschluss an die Thermik oder bei einer Flaute den Weg zurück zum Hang.

Die Unterspannungsabschaltung des Reglers kam ziemlich überraschend, was die Forumsprognosen an Hand der Akkukennlinie für den FePO4 A123 bestätigte. Ich leitete direkt die Landung ein und packte den ziemlich vereisten Crossfire ins Auto. Zuhause wollte ich wissen, wie weit der Akku entladen war und steckte ihn ans Entladeprogramm. Noch heute werde ich angesichts des Ergebnisses blass. Ganze 26 mAh konnte der Orbit-Lader noch rausziehen, dann brach der Akku massiv ein. Die darauf folgende Ladung verfrachtete ganze 2230 mAh in dessen Bauch. Seit dem fliege ich den E-Crossfire mit einem Akkutimer (3:30 Minuten) und bei der ersten Meldung zögere ich nicht mit der Landung, auch wenn ich gerade den Mörderbart ausfindig gemacht habe.
Gott sei Dank macht mit dem Crossfire auch das schnelle Vernichten von Höhe mächtig Spaß.
 

6°-Verbinder

Ich konnte in den letzten Monaten den Crossfire neben dem 5°-Standardverbinder auch mit dem neueren 6°-Verbinder fliegen. Mein Eindruck ist sehr positiv und ich lege diesen Verbinder allen Kollegen ans Herz, die mit dem Crossfire gerne in der Thermik kreisen. Das Handling wird um einiges einfacher und nach meiner Erfahrung verliert er im Speed und bei der Wendigkeit nicht merklich.

Ich hoffe, mit meinem Bericht den einen oder anderen zum Nachbau animiert zu haben und möchte Euch mit der Weitergabe meiner Erfahrungen ein paar Versuche und Rückschläge ersparen.

Allzeit viel Spaß und immer einen Hammerbart in der Nähe!

Bereits vorhanden im Magazin: Erfahrungsbericht CROSSFIRE

Stand: 26.01.2008