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Do-Flug C 3603 „Thun“ im Maßstab 1/12 für Spass und Aircombat

Thomas Kurze

Viele RC-Network-User haben die Jak 9 nach Timo Starkloffs Bauplan unter Zuhilfenahme des Frästeilsatzes von Daniel Lux gebaut und beim Fliegen damit viel Spass gehabt.
Wer sich länger mit diesem Modell beschäftigt, wünscht sich recht schnell eine höhere Grundgeschwindigkeit und ein anderes Profil, das besser in der Lage ist, die Speed durch die Wenden mitzunehmen.
Mehr Motorleistung wäre auch gut, um im Fight mit angehängtem Streamer konkurrenzfähiger zu sein.

Kurz und knapp, es muss etwas Anderes her, das im Flugverhalten der Jak 9 in allen Belangen etwas überlegen ist.
Der Bauaufwand sollte sich dennoch verringern, der Flugspass dagegen deutlich erhöhen.

Einen Ansatz dazu bietet uns Daniel Lux in Form einer Do-Flug C3603 „Thun“ als spezielle „Wertstoffpackung“ an.
Wobei hier wirklich der Schwerpunkt auf „Wert“ gelegt wird, ist also kein Tippfehler!

Ein paar allgemeine Worte zu diesem Modell:

Daniel, als aktiver Aircombatpilot, hat diesen „seinen“ Flugzeugtyp über Jahre hinweg konsequent optimiert. Es sind dabei immer wieder die im Wettbewerb gemachten Erfahrungen eingeflossen.
Herausgekommen ist nun ein Modell, Version 2007, das nur noch aus den wirklich notwendigen Teilen aufgebaut wird und trotz einer herausragenden Strukturfestigkeit sehr leicht ist.
Die einteilige Tragfläche wird von ihm mit fertiger V-Form als rohbaufertiges Styro-Balsa-Bauteil fertig verschliffen geliefert.
Mit Abachi-Beplankung kann man sie auch bekommen, man sollte aber bedenken, dass die Fläche dann etwas schwerer ist.
Uffpasse: Leicht fliegt besser!

Das Profil basiert auf seinen Erfahrungen und ich nenne es mal „De LUX 2007“.

Nun ist ja unser Daniel als hervorragender Pilot, Konstrukteur, Modellbauer und Fräser bekannt. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten.
Der Bube hat einfach keine Lust, seine gute Arbeit entsprechend zu dokumentieren.
Sprich, es gibt keine Bauanleitung mit hilfreichen Tipps oder einer Stückliste, die es auch dem weniger geübten Modellbauer einfacher machen würde, ein rundum gelungenes Modell in die Luft zu bekommen.
Dem Kit liegt lediglich ein DIN A4-Zettel bei, mit den allernotwendigsten Angaben und Skizzen.

O-Ton Daniel:

„Das ist wie puzzeln, erstmal alles so zusammenstecken, dann sieht man schon, wo was hingehört“.
„Aber, Du hast schon recht. Also hier ist eine Werkstoffpackung, mach’ Du das, Du kannst das.“

OK, genug des Vorgeplänkels, nun fangen wir an.

>You got what you have paid for<

Wer den Kit geordert hat, sollte nun die folgenden Einzelteile auf die Werkbank legen können:

Stückliste:

Menge

Bezeichnung

Material

Dimension

Sonstiges

      

2

Seitenteile im Brett

Balsa

3 mm

Rest des Brettes wird noch gebraucht

1

Frästeile im Brett

Pappelsperrholz

4 mm

 

4

Leisten

Balsa

5 x 5 mm

 

2

Schrägleisten

Balsa

5 mm

 

1

Höhenleitwerk,kompl.

Balsa

5 mm

 

1

Tragfläche

Balsa/Styro

 

 

1

Motorhaube

GFK

 

 

1

Cockpithaube

Astralon

 

 

1

Beutel Kleinteile

 

 

 

1

Modellinformationen

 

DIN A4 Blatt

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt Kleinteilbeutel

 

 

 

2

Seitenleitwerk

Balsa

5 mm

 

1

Tankboden

Balsa

5 mm

 

1

vordere, obere Rumpfabdeckung

Sperrholz

0,4 mm

 

2

vorderer, unterer Rumpfboden

Balsa

5 mm

 

2

Füllklotz

Balsa

5 mm

 

3

Füllstab

Buche

10 mm

 

1

Flächendübel

Buche oder Ramin

6 mm

 

4

Schlitzschrauben

Nylon

M4

 

4

Mutter

Nylon

M4

 

10

Vliesscharniere

Kunststoff

 

 

1

Verstärkung Tragflächenverschraubung

Sperrholz

2,5 mm

 

Zum Bau des Modelles wird kein besonderes Werkzeug benötigt. Das, was ihr auf den Bildern seht, ist das, was ich benutzt habe. Als Klebstoff kommt Weißleim und manchmal Sekundenkleber zum Einsatz.
5-Minuten Epoxi nur an exponierten Stellen. Da weise ich dann extra darauf hin.

Da der Tragflügel schon sehr weit vorbereitet ist, legen wir den zunächst beiseite und beschäftigen uns erst mit dem Rumpfbau.

Zuerst werden mit dem Cuttermesser alle Bauteile aus dem Fräsbrett herausgelöst und die Reste der Haltestege abgeschnitten. Fertig!

Die übrig gebliebenen Reste legen wir mal für schlechte Zeiten beiseite, also ab in die Restekiste damit.

Der hier gezeigte Aufdoppler für den Motorspant ist Teil des Lux’schen Motorträgersystems. Wenn das mitgeordert wurde, dann benutzen.

Wenn nicht, so wie in meinem Fall, da ich einen Standardträger einsetzen will, dient das Teil nur zum Anzeichnen, um ein neues auszusägen.

Laut Daniel soll aber auch der ausgesparte Doppler für Standardträger passen, wenn in die drei Löcher die Buchenholzdübel als Verschluss eingeklebt werden.
Ich habe es nicht versucht, sondern schnell ein eigenes Teil ausgesägt.

So sehen die Teile im Vergleich aus.

Nun können wir Motorspant und Doppler miteinander verleimen.

Im Bild seht ihr ebenfalls die schon verklebte Halterung der Tragflächenverschraubung. Es handelt sich hier um einen Verbund aus drei Teilen. Im mittleren Teil sind passgenaue Aussparungen, die die M4 Nylonmuttern aufnehmen sollen.
Denen traue ich aber nicht viel zu, deshalb habe ich M4 Muttern aus Metall eingesetzt.
Der Zusammenbau wird auch noch mal bei der Höhenleitwerksverschraubung beschrieben.

Wenn der Kraftstofftank zur Hand ist, können wir gleich mal schauen, ob der auch durch den zweiten Spant passt.
In meinem Fall musste ein bisschen angepasst werden, das ist natürlich mit dem losen Teil ein Klacks.

Während diese Teile trocken, bereiten wir die Rumpfseitenteile vor.
Beide Seiteteile werden aus dem Brettchen gelöst und die Kanten leicht überschliffen.
Dann werden beide Bauteile spiegelverkehrt auf die Arbeitsplatte gelegt und die obere Kantenverstärkung aus der 5 x 5er Balsaleiste aufgeklebt.

Nun folgen die inneren Rumpfverstärkungen. Zur genauen Lagefixierung ist es hilfreich, vorne sowie im Profilausschnitt einen Holzklotz als Anschlag anzulegen.

Mit Nadeln werden die Teile fixiert. Jetzt kann auch schon die untere Kantenverstärkung angeleimt werden.

Wenn es so aussieht, geht es mit dem Spanteneinbau weiter.

Bei dieser Rumpfkonstruktion haben wir es sehr einfach, einen geraden Rumpf zu erhalten.
Die ersten drei Spanten sind nämlich gleich breit. Das heißt, wir können sie senkrecht mit einer Rumpfseite verleimen.

Und nach dem Antrocknen gleich die andere Seite verleimen.
Den Rumpf so hinstellen, dass alle Ecken aufliegen, dann wird er auch verdrehfrei.

Ab der Flächenhinterkante verjüngt sich der Rumpf leicht. Deshalb wird er mit einem Gummi zusammengezogen, nachdem man Spant 4 und die Halterung für die Flächenverschraubung eingeleimt hat. Damit der hintere Rumpf sich nicht verdreht oder biegt, wird er mittig mit den Spanten auf die Mittellinie gelegt. Dann kann man das Rumpfheck unter Gummispannung ausrichten. Sobald es fluchtet, wird er mit einer Nadel fixiert. Trocknen lassen!

Das Höhenleitwerk ist abnehmbar und wird auf dem Rumpf verschraubt.
Daran merkt man, dass Daniel Wettbewerbsflieger ist.
Wer 10 und mehr Modelle in seinem Auto transportiert, weiß es zu schätzen, wenn man an den Modellen möglichst viel abschrauben kann.

Also hier entscheidet der Modellbauer, was er will: Demontierbar oder verklebt.
In dieser Bauanleitung wird die schraubbare Variante beschrieben.

Wie bei der Tragflächenverschraubung, besteht diese Einheit auch hier wieder aus drei Teilen.

Das mittlere Teil der Auflage bekommt zwei Muttern verpasst. Dann wird alles verleimt.

Die Befestigungsschrauben beim Verleimen durchschrauben, damit alle Löcher exakt fluchten und dann die ganze Einheit pressen.

Fertig verklebt sieht das so aus.
Die Kunstoffschrauben nutze ich als Montagehilfe, damit sich der Verbund besser in das Rumpfheck einschieben lässt.

Beim Verkleben darauf achten, dass sich die Lage nicht mehr ändern kann, deshalb mit Nadeln fixieren.

Nun können die beiden letzten Spanten an ihren Platz geschoben und verleimt werden.

Um die Seitenkontur zu vervollständigen, sind die beiden Diagonalleisten und die inneren Aufdoppler anzukleben.

Für den Augenblick sind wir mit dem Heck fertig und werden nun die drei Löcher im Motorspant verschließen.
Wer, so wie ich, den Motorspantdoppler nachgefertigt hat, muss von den Buchendübeln 3 mm dicke Scheiben absägen.
Der Einfachheit halber habe ich den originalen Doppler als Anreißschablone benutzt.

Die Scheiben sind in den Motorspant eingeklebt und nun können die Löcher für den Motorträger gebohrt werden.

Verschraubt wird das später mit M4-Einschlagmuttern, die im Bild gerade eingesetzt werden.

Im nächsten Schritt wird der Tankboden eingeklebt. Hier kann es sein, dass man den Bereich an den Einschlagmuttern etwas ausnehmen muss, damit es passt.

Dann wird der obere Stringer an seinen Platz geklebt, ebenso wie die untere Rumpfabdeckung (hier nicht im Bild).

Die Herstellung des Servobrettes und dessen Lage bleibt dem Modellbauer selbst überlassen. Ich bevorzuge den Servoeinbau recht weit hinten. Dann kann später der Empfängerakku im Schwerpunkt etwas verschiebbar angeordnet werden.

 

Stand: 19.02.2008