RC-Network.de
RSS Forum RSS 2.0      Startseite Startseite
 
 
FORUM MAGAZIN WIKI BLOGS LOUNGES KALENDER HANGFLUG RCNVV WERBUNG BÖRSE VEREIN  

Sinsheim der RC-Segler

Thomas Dreyer

Es ist Anfang Januar. Wie alle Jahre wieder, flatterten mir mit der Post auch diesmal wieder Bewerbungsunterlagen für einen Ausstellungsstand auf der Messe Sinsheim auf den Tisch. Wie jedes Jahr verursachten sie gewisse Überlegungen und Gedanken, ob man da nicht mal wieder etwas in Sachen MM und/oder auch überhaupt mal was über’s Modellregattasegeln allgemein veranstalten könnte? Mir ging schon lange die Idee durch den Kopf, mal einen Ausstellungsstand zu machen, auf dem „einfach“ alle in Deutschland einigermaßen aktiven Bootsklassen und Modellregattaaktivitäten gezeigt werden konnten. Einfach ein Infostand, der zeigt, was es so gibt. Aber den inneren Schweinehund galt es zu bändigen...immerhin ging es um vier Tage Standdienst plus Aufbauaktion, den Vorbereitungen und so weiter – mit mal eben zu einer Regatta fahren war das nicht zu vergleichen. In der selben Zeit kann man auch ein Boot bauen oder sich familiären Dingen widmen, von den beruflichen erst gar nicht zu reden. Und dass so ein Ausstellungsstand nicht alleine zu machen ist, sondern nur mit mehreren Leuten im Team, ist auch klar.
Nachdem der Umschlag mit dem bekannten Inhalt ein paar Tage ignoriert wurde und ungeöffnet auf dem Schreibtisch herum lag, fasste ich mir diesmal dann doch ein Herz und sagte für mich und MM innerlich „Ja, wenn sich weitere finden, mach ich das mit!“ Daher startete ich eine Anfrage im Forum von RC-Network. Es meldeten sich weitere Interessenten – die Resonanz war sogar recht positiv – jedenfalls weit besser, als ich erwartet hatte. Letztendlich hatten wir acht Segler als Standteam, sechs davon für die alle vier Tage. Dazu gab es einiges an Unterstützung hinter den Kulissen, wenn auch nicht von jedem, den wir angesprochen hatten. Mit Thaddäus Lampe fand sich ein aktiver und umtriebiger Organisator, der so einiges im Hintergrund verabredete und in die Wege leitete.
So nahmen die Dinge ihren Lauf.

Da verschiedene Klassen vorgestellt werden sollten, egal wie deren Organisationsstruktur aussieht (die uns hier nicht interessierte), teilten wir jeder „Rubrik“ einen „Macher“ zu, der sich um seine jeweilige Klasse und deren Präsentation kümmern sollte. Die übergeordnete Organisation erfolgte durch Thaddäus (Teddy) Lampe in Sachen „offizielle“ Klassen (also DSV-Verbandsklassen) und mich, da ich den Kontakt zum Messeorganisator hatte und somit das Allgemeine betreute. Für die bekannten Klassen MM, RG65, IOM, M und 10R war recht schnell ein Team und Ausstellungsmaterial gefunden, aber auch die Mini Cupper und Mini Folke wurden angeschrieben. Aber wie auch bei Seacret ODC-914 fanden sich aus diesem Kreis leider keine Mitstreiter oder Ausstellungsmaterial, so dass letztlich außer diesen fünf Klassen nur noch eine Basic Jolle und ein RC-Laser (der in Deutschland – noch? – nicht als aktive Klasse betrieben wird) gezeigt werden konnten. In Sachen M und 10R war das Ausstellungsmaterial etwas weniger zahlreich als bei MM und IOM. Aber wir bekamen aktuelle, technisch vorzeigbare Designs geboten und keine alten verstaubten Exemplare, die eh nie wirklich top gewesen waren, aber irgendeinen „tollen“ Klassennamen tragen und damit unbedarfte Zuschauer nur in die Irre führen, weil sie den Eindruck erwecken, so „müsste“ wohl ein Regattaschiff aussehen.

Die Unterstützung seitens DSV/VDMYS, RC-Network, Firma Graupner, RC-Segel, RC-Station und einiger unserer Mitsegler ergab einiges an gutem Standmaterial bzw. Hilfe für einen recht informativ gestalteten Stand. Vielen Dank an dieser Stelle für diese Unterstützung.

So, Modellbaumessen soll man bekanntlich flexibel angehen!
Zwar muss man sich im Vorfeld Gedanken zur Gestaltung und Planung des Standes machen. Man darf sich aber vor Ort nicht zu sehr darauf festlegen. Besser ist es, kompromissbereit und anpassungsfähig zu bleiben. Das zeigte sich auch diesmal wieder, wie wir am Tage des Aufbaus mit etwas Erstaunen feststellen mussten.
War uns ursprünglich ein sechs Meter langer „echter“ geschlossener Stand plus zusätzlich 6 m freie Tischfläche gegenüber versprochen worden, also ein zweiteiliger „Stand“, sahen wir uns plötzlich mit einer etwa 6 m langen Tischfläche konfrontiert, die aber immerhin mit einer Rückwand versehen war. Dieses unerwartete Zusammenrücken auf die Hälfte der versprochenen Standfläche ging aber anderen Ausstellern ebenso. Auch der Hallenbetreuer war wohl früh am Aufbautag von den Fakten überrascht worden. So kam es, dass man die Ausstellungsstücke letztlich ziemlich eng aneinander gerückt aufstellen musste, was für die Präsentation der Modelle bzw. Klassen nicht so ideal war. Aber immerhin hatten wir eine recht günstig gelegene Ecke erhalten (dachten wir zumindest), so dass wir uns neben dem Tisch noch etwas ausbreiten konnten – und vor allem mussten die großen Boote der M und 10R nicht auch noch mit auf den Tisch – die Zuschauer hätten sonst nur deren lange Kiele und blank geschliffene Unterwasserschiffe genauer betrachten können.
Die meisten Modelle wurden am Mittwoch zunächst auf der Ausstellungsfläche mehr oder weniger gut arrangiert. Allein der Umstand, dass der Stand direkt neben einem großen Zugangstor platziert war, machte die Situation der „günstig gelegenen Ecke“ etwas „ungemütlich“. Bei dem herrschenden windigen Wetter war das Auslegen der Bilder oder das Aufstellen der kleineren Boote MM und RG recht kritisch, da die Gefahr bestand, dem Infomaterial und diesen kleinen Rennern ab und zu nach einem kräftigen Windstoß durchs Tor hindurch in der Halle hinterher laufen zu müssen.
Und so schön eine große, von der Messe vorgegebene Tischfläche ja für manche Dinge auch sein mag, aber mit ihren 2,5 m Breite und den darauf befindlichen Exponaten bildet sie von der Zuschauerseite aus betrachtet zu uns dahinter stehenden fast schon eine Art der Barriere. Für eine zwanglose Unterhaltung standen wir daher oft vor dem Stand herum, auch um interessiert wirkende Leute besser ansprechen zu können.

In dem Wasserbecken fanden diesmal wieder Regatta-Demonstrationen in Form kleiner Match Races statt, die aber mit den Kyosho-Fortune-Modellen ausgetragen wurden, die es inzwischen zwar in der dritten Version gibt, die aber nach wie vor die alten Schwachstellen haben. Aber Kyosho unterstützt eben diese für sie ja sehr werbewirksame Aktion.. Mit dieser Demo hatten wir organisatorisch nichts zu tun, auch wenn Arjan, Gabi, und Teddy die von der Messe erst am Donnerstag von 9:00 - 10:00 Uhr zusammengebauten Modelle nach dem ersten „Rennen“ noch versuchten zu „tunen“, besser gesagt, überhaupt segelbar zu machen. Erfreulich für uns: Nicht wenige Zuschauer fragten uns, warum denn diese Demo nicht mit MM gefahren würde, so wie vor einigen Jahren – die seien doch viel besser zu segeln ;-)
Aber das ist in erster Linie eine Sache zwischen Hersteller und Messe...

In der mit Exponaten wirklich sehr voll gestopften Schiffchen-Halle, die kleinste der Messehallen, fanden sich neben etlichen scaligen Seglern aller Art und den drei anwesenden Gruppen der mini sailors, viele Rennboote, U-Boote, beeindruckende Streichholzbauten und unzählige andere vorbildähnliche Modelle. Etliche andere MMs waren an anderen Ständen verstreut, auch eine weitere RG65, aber sonst gab es nichts, was etwas mit unserem „Regattasegeln“ zu tun gehabt hätte.

Wir waren also die Einzigen, die diese unsere Hobby-Sparte repräsentierten. Eine recht publikumswirksame Aktion hatten sich die mini sail e.V.’ler einfallen lassen, die an ihrem Stand ein kleines Tischbecken mit ein paar kleinen Ventilatoren aufgebaut hatten. Hier zogen gerade erst neu gebaute, wirklich nur handtellergroße Mini-Segelbötchen ihre Kreise. Das ist was für die Badewanne mit Föhn. Im Vergleich mit einer MM wirken die wie MM gegen IOM.

Die Unterbringung unserer Standmannschaft fand in einem Hotel bei Hockenheim statt, das von der Messe bestellt und bezahlt wurde. Wir hatten dies auch als Zwischenlager für die beiden Boote MM und M von Henning Dresel genutzt, der sie ein paar Tage vorher dort für uns zur Abholung abstellte. Die kleine MM empfing uns bereits von einigen anderen Ausstellern umringt am Tresen der Rezeption. Eigentlich sollten für uns drei Doppelzimmer und ein Einzelzimmer bestellt worden sein. Aber leider standen nur zwei DZ und ein EZ auf der Liste – und das Hotel war ausgebucht, Messe eben. Das bereitete dem jungen Mann am Schalter dann einiges Kopfzerbrechen, aber nach gut 20-30 Minuten hatten wir dann unsere Zimmer. Nur, wo war die M? Er wusste, es gibt sie! Kollegen hatten bewundernd von der Größe des Bootes berichtet – aber wo war sie untergestellt? Wir gingen erst mal beim benachbarten Italiener essen. Gute Pizza – an diesem Abend jedenfalls noch, bei voll besetztem Haus. Bei unserer Rückkehr war die M immer noch nicht gefunden. Alle vier Stockwerke wurden durchsucht, alle Abstell-, Besen-, und Wäschekammern – es war keine M (und auch kein Boris) zu finden – der Hotelangestellte wurde auffällig atemlos, nicht nur wegen der Treppenrennerei. Auch ich stellte mir schon das Gesicht von Henning vor... schließlich kam jedoch der Chef persönlich des Wegs, vollgepackt mit der M und alles war gut.
Am nächsten Abend wollte ich ihn dann noch etwas aufziehen, von wegen, da müsse noch was für uns hinterlegt worden sein – doch der Schuss ging nach hinten los. Er zog, für uns unerwartet, einen von der Post zugestellten Karton hervor, in dem die schon vermissten Team-Shirts von RC-Network waren.

Richtig aufgebaut wurde dann am Donnerstag, gleich in der Frühe. Da sich Peter Gernert und Gerhard Schmitt mit der Demo von 10R und M zum Wochenende abwechseln wollten, fand auch bei der Dekoration des Standes etwas Bewegung statt – dies auch durch die Vorführungen von Teddys Parasail-System mit einem sehr kräftigen Ventilator, über dessen rüberwehenden Luftzug sich die älteren Herren vom benachbarten Stand nicht ganz zu Unrecht beschwerten.

Abends ging es dann erstmals mit der gesamten Standbesetzung zum Essen – wieder zum vollbesetzten Italiener, der aber offenbar den Koch zum Sparen verdonnert hatte – es schmeckte gegenüber dem Vortag deutlich fader. Die nächsten Tage war es dort dann auch ziemlich leer. Es war wohl nicht nur uns so ergangen... Hörten wir tagsüber von einigen Standbesuchern so manche modellbauerische Lebensgeschichte, so gaben wir abends unsere eigenen Modellbauerkarrieren zum Besten. Aber erst beim letzten gemeinsamen Abendessen beim Griechen gab uns Peter G., alias WIESEL, amüsante Kostproben seiner jugendlichen Schaffenszeit. Peter, beim nächsten Mal bitte mit Gitarre am Stand – und dann mach uns die Nina!

War schon der Aufbau vom Wetter nicht gerade begünstigt worden, startete pünktlich zum Abbau gegen 17:00 Uhr wieder die Regenmaschine, was so einem allgemeinen Abbautrubel ja nicht förderlich ist. Da wir ganz hinten in Halle 5, reichlich weit von den Ausstellerparkplätzen entfernt waren, waren nur die gut unterwegs, die Bollerwagen eingepackt hatten. Das waren Leute von anderen Ständen, die diese Messe schon kannten. Für Neulinge wie uns und die anderen bedeutete es, einfach in der Halle eine Weile abwarten oder sich in den Stau zur Einfahrt einreihen. Aber irgendwann, so gegen 19:30 Uhr, war alles wieder verstaut und die Heimreise konnte angetreten werden. Abbauen geht ja doch erheblich fixer als das Aufbauen.

Arjan hatte das Kunststück fertiggebracht, neun Boote für den Stand mitzubringen, 1 M, 2 IOM, 1 RC-Laser, 1 Basic, 1 RG65 und 3 MMs, dabei hatte nur zwei MMs mit, die ihm nicht selbst gehörten. Auch einige andere Segelfreunde stellten uns vertrauensvoll ihre Boote zur Verfügung.
Insgesamt wurden von Gabi Ott, Thaddaäus Lampe, Jens Amenda, Peter Armbruster, Peter Gernert, Gerhard Schmitt, Arjan van der Cingel und mir präsentiert:
3 Tenrater (10R), 3 Marbleheads (M), 1 RC-Laser, 1 Mini 40 Trimaran, 1 Sprinta Sport RC (interessanter Prototyp für eine neue Klasse?), 5 IOMs (und zwei Holzrümpfe dazu), 5 RG65 plus einiges an Rohbaumaterial, 1 Basic, 8 MMs (die sind ja so klein, da fällt die höhere Anzahl gar nicht auf, dazu ein Demo-Teilaufbau plus Baukasten).

Genug zum Schauen und Zeigen, unterlegt mit etlichen Segel-Bildern auf der Tischfläche, damit man wenigstens bildlich sehen kann, was auf dem Wasser abgehen kann. Infoflyer und Hinweiszettel zum Mitnehmen, ein gemieteter Flachbild-TV samt DVD-Player, auf dem fast rund um die Uhr zwei Videos mit wirklich schönen Segelaufnahmen liefen, bei denen auch die Leute ’ne Weile stehen blieben und zum Teil beeindruckt zuschauten, rundeten unsere Präsentation ab. Dank hier an die Bremer Segelfreunde für ihr wirklich gutes, sehr stimmungsvoll und dennoch durchaus etwas modern aufgemachtes Video! Auch die Video-Szenen der am Beckenrand ihren M-Booten hinterher rennenden Skippern in Fleetwood sorgte bei einigen für Erstaunen bei der Erkenntnis, wie schnell diese Boote unterwegs sein können. So manche Frage „Wie schnell sind die denn?“ konnte damit gut und realistisch beantwortet werden. Und wie männliche Engländer in den Sommermonaten rumlaufen, wissen jetzt auch einige.

Ein gewisses Schlafdefizit ist immer noch vorhanden. Auch die meisten Sachen liegen nach wie vor unaufgeräumt herum. Aber im Nachhinein entsteht ein positiver Gesamteindruck – es war eine schöne und gelungene Aktion – die hoffentlich auch den Besuchern etwas gebracht hat und das Interesse am RC-Regattasegeln fördern wird.

Zugehöriger Beitrag im Forum

Fotos: J. Amenda, A. v.d. Cingel, T. Dreyer, P. Gernert, C. Runge

Astra201



Astra202



DSCF3076



DSCF3078



DSCF3079



DSCF3080



DSCF3082



DSCF3083



DSCF3084



DSCF3092



DSCF3093



DSCF3094



DSCF3097



DSCF3098



DSCF3099



DSCF3101



DSCF3102



DSCF3105



DSCF3106



DSCF3107



DSCF3110



DSCF3123



DSCF3124



DSCF3126



DSCF3160



DSCF3163



DSCF3165



DSCF3174



DSCF3176



DSCF3188



DSCF3192



DSCF3193



DSCF3198



DSCF3203



DSCF3204



DSCF3205



DSCF3208



DSCF3213



DSCF3214



DSCF3215



DSCF3216



DSCF3217



DSCF3218



DSCF3226



DSCF3227



DSCF3231



DSCF3234



DSCF3246



DSCF3252



DSCF3256



DSCF3257



DSCF3259



DSCF3260



DSCF3266



IMG_0284



IMG_0285



IMG_0288



IMG_9403-donnerstag



IMG_9405donnerstag



IMG_9406



IMG_9412



IMG_9414



IMG_9415



IMG_9416



IMG_9418



IMG_9419



IMG_9443



IMG_9445



IMG_9446



IMG_9449



IMG_9450



IMG_9451



IMG_9452



IMG_9453



IMG_9455



IMG_9456



eDSCF2568a



eDSCF2570a



eDSCF2589a



eDSCF2633a



ill2



klein



   

 

Stand: 25.03.2008