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Sinsheim der RC-SeglerThomas Dreyer |
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Es ist Anfang Januar. Wie alle Jahre wieder, flatterten mir mit der Post auch diesmal wieder Bewerbungsunterlagen für einen Ausstellungsstand auf der Messe Sinsheim auf den Tisch. Wie jedes Jahr verursachten sie gewisse Überlegungen und Gedanken, ob man da nicht mal wieder etwas in Sachen MM und/oder auch überhaupt mal was über’s Modellregattasegeln allgemein veranstalten könnte? Mir ging schon lange die Idee durch den Kopf, mal einen Ausstellungsstand zu machen, auf dem „einfach“ alle in Deutschland einigermaßen aktiven Bootsklassen und Modellregattaaktivitäten gezeigt werden konnten. Einfach ein Infostand, der zeigt, was es so gibt. Aber den inneren Schweinehund galt es zu bändigen...immerhin ging es um vier Tage Standdienst plus Aufbauaktion, den Vorbereitungen und so weiter – mit mal eben zu einer Regatta fahren war das nicht zu vergleichen. In der selben Zeit kann man auch ein Boot bauen oder sich familiären Dingen widmen, von den beruflichen erst gar nicht zu reden. Und dass so ein Ausstellungsstand nicht alleine zu machen ist, sondern nur mit mehreren Leuten im Team, ist auch klar.
Da verschiedene Klassen vorgestellt werden sollten, egal wie deren Organisationsstruktur aussieht (die uns hier nicht interessierte), teilten wir jeder „Rubrik“ einen „Macher“ zu, der sich um seine jeweilige Klasse und deren Präsentation kümmern sollte. Die übergeordnete Organisation erfolgte durch Thaddäus (Teddy) Lampe in Sachen „offizielle“ Klassen (also DSV-Verbandsklassen) und mich, da ich den Kontakt zum Messeorganisator hatte und somit das Allgemeine betreute. Für die bekannten Klassen MM, RG65, IOM, M und 10R war recht schnell ein Team und Ausstellungsmaterial gefunden, aber auch die Mini Cupper und Mini Folke wurden angeschrieben. Aber wie auch bei Seacret ODC-914 fanden sich aus diesem Kreis leider keine Mitstreiter oder Ausstellungsmaterial, so dass letztlich außer diesen fünf Klassen nur noch eine Basic Jolle und ein RC-Laser (der in Deutschland – noch? – nicht als aktive Klasse betrieben wird) gezeigt werden konnten. In Sachen M und 10R war das Ausstellungsmaterial etwas weniger zahlreich als bei MM und IOM. Aber wir bekamen aktuelle, technisch vorzeigbare Designs geboten und keine alten verstaubten Exemplare, die eh nie wirklich top gewesen waren, aber irgendeinen „tollen“ Klassennamen tragen und damit unbedarfte Zuschauer nur in die Irre führen, weil sie den Eindruck erwecken, so „müsste“ wohl ein Regattaschiff aussehen. Die Unterstützung seitens DSV/VDMYS, RC-Network, Firma Graupner, RC-Segel, RC-Station und einiger unserer Mitsegler ergab einiges an gutem Standmaterial bzw. Hilfe für einen recht informativ gestalteten Stand. Vielen Dank an dieser Stelle für diese Unterstützung.
So, Modellbaumessen soll man bekanntlich flexibel angehen! In dem Wasserbecken fanden diesmal wieder Regatta-Demonstrationen in Form kleiner Match Races statt, die aber mit den Kyosho-Fortune-Modellen ausgetragen wurden, die es inzwischen zwar in der dritten Version gibt, die aber nach wie vor die alten Schwachstellen haben. Aber Kyosho unterstützt eben diese für sie ja sehr werbewirksame Aktion.. Mit dieser Demo hatten wir organisatorisch nichts zu tun, auch wenn Arjan, Gabi, und Teddy die von der Messe erst am Donnerstag von 9:00 - 10:00 Uhr zusammengebauten Modelle nach dem ersten „Rennen“ noch versuchten zu „tunen“, besser gesagt, überhaupt segelbar zu machen. Erfreulich für uns: Nicht wenige Zuschauer fragten uns, warum denn diese Demo nicht mit MM gefahren würde, so wie vor einigen Jahren – die seien doch viel besser zu segeln ;-) In der mit Exponaten wirklich sehr voll gestopften Schiffchen-Halle, die kleinste der Messehallen, fanden sich neben etlichen scaligen Seglern aller Art und den drei anwesenden Gruppen der mini sailors, viele Rennboote, U-Boote, beeindruckende Streichholzbauten und unzählige andere vorbildähnliche Modelle. Etliche andere MMs waren an anderen Ständen verstreut, auch eine weitere RG65, aber sonst gab es nichts, was etwas mit unserem „Regattasegeln“ zu tun gehabt hätte.
Wir waren also die Einzigen, die diese unsere Hobby-Sparte repräsentierten. Eine recht publikumswirksame Aktion hatten sich die mini sail e.V.’ler einfallen lassen, die an ihrem Stand ein kleines Tischbecken mit ein paar kleinen Ventilatoren aufgebaut hatten. Hier zogen gerade erst neu gebaute, wirklich nur handtellergroße Mini-Segelbötchen ihre Kreise. Das ist was für die Badewanne mit Föhn. Im Vergleich mit einer MM wirken die wie MM gegen IOM. Die Unterbringung unserer Standmannschaft fand in einem Hotel bei Hockenheim statt, das von der Messe bestellt und bezahlt wurde. Wir hatten dies auch als Zwischenlager für die beiden Boote MM und M von Henning Dresel genutzt, der sie ein paar Tage vorher dort für uns zur Abholung abstellte. Die kleine MM empfing uns bereits von einigen anderen Ausstellern umringt am Tresen der Rezeption. Eigentlich sollten für uns drei Doppelzimmer und ein Einzelzimmer bestellt worden sein. Aber leider standen nur zwei DZ und ein EZ auf der Liste – und das Hotel war ausgebucht, Messe eben. Das bereitete dem jungen Mann am Schalter dann einiges Kopfzerbrechen, aber nach gut 20-30 Minuten hatten wir dann unsere Zimmer. Nur, wo war die M? Er wusste, es gibt sie! Kollegen hatten bewundernd von der Größe des Bootes berichtet – aber wo war sie untergestellt? Wir gingen erst mal beim benachbarten Italiener essen. Gute Pizza – an diesem Abend jedenfalls noch, bei voll besetztem Haus. Bei unserer Rückkehr war die M immer noch nicht gefunden. Alle vier Stockwerke wurden durchsucht, alle Abstell-, Besen-, und Wäschekammern – es war keine M (und auch kein Boris) zu finden – der Hotelangestellte wurde auffällig atemlos, nicht nur wegen der Treppenrennerei. Auch ich stellte mir schon das Gesicht von Henning vor... schließlich kam jedoch der Chef persönlich des Wegs, vollgepackt mit der M und alles war gut.
Richtig aufgebaut wurde dann am Donnerstag, gleich in der Frühe. Da sich Peter Gernert und Gerhard Schmitt mit der Demo von 10R und M zum Wochenende abwechseln wollten, fand auch bei der Dekoration des Standes etwas Bewegung statt – dies auch durch die Vorführungen von Teddys Parasail-System mit einem sehr kräftigen Ventilator, über dessen rüberwehenden Luftzug sich die älteren Herren vom benachbarten Stand nicht ganz zu Unrecht beschwerten. Abends ging es dann erstmals mit der gesamten Standbesetzung zum Essen – wieder zum vollbesetzten Italiener, der aber offenbar den Koch zum Sparen verdonnert hatte – es schmeckte gegenüber dem Vortag deutlich fader. Die nächsten Tage war es dort dann auch ziemlich leer. Es war wohl nicht nur uns so ergangen... Hörten wir tagsüber von einigen Standbesuchern so manche modellbauerische Lebensgeschichte, so gaben wir abends unsere eigenen Modellbauerkarrieren zum Besten. Aber erst beim letzten gemeinsamen Abendessen beim Griechen gab uns Peter G., alias WIESEL, amüsante Kostproben seiner jugendlichen Schaffenszeit. Peter, beim nächsten Mal bitte mit Gitarre am Stand – und dann mach uns die Nina! War schon der Aufbau vom Wetter nicht gerade begünstigt worden, startete pünktlich zum Abbau gegen 17:00 Uhr wieder die Regenmaschine, was so einem allgemeinen Abbautrubel ja nicht förderlich ist. Da wir ganz hinten in Halle 5, reichlich weit von den Ausstellerparkplätzen entfernt waren, waren nur die gut unterwegs, die Bollerwagen eingepackt hatten. Das waren Leute von anderen Ständen, die diese Messe schon kannten. Für Neulinge wie uns und die anderen bedeutete es, einfach in der Halle eine Weile abwarten oder sich in den Stau zur Einfahrt einreihen. Aber irgendwann, so gegen 19:30 Uhr, war alles wieder verstaut und die Heimreise konnte angetreten werden. Abbauen geht ja doch erheblich fixer als das Aufbauen.
Arjan hatte das Kunststück fertiggebracht, neun Boote für den Stand mitzubringen, 1 M, 2 IOM, 1 RC-Laser, 1 Basic, 1 RG65 und 3 MMs, dabei hatte nur zwei MMs mit, die ihm nicht selbst gehörten. Auch einige andere Segelfreunde stellten uns vertrauensvoll ihre Boote zur Verfügung.
Genug zum Schauen und Zeigen, unterlegt mit etlichen Segel-Bildern auf der Tischfläche, damit man wenigstens bildlich sehen kann, was auf dem Wasser abgehen kann. Infoflyer und Hinweiszettel zum Mitnehmen, ein gemieteter Flachbild-TV samt DVD-Player, auf dem fast rund um die Uhr zwei Videos mit wirklich schönen Segelaufnahmen liefen, bei denen auch die Leute ’ne Weile stehen blieben und zum Teil beeindruckt zuschauten, rundeten unsere Präsentation ab. Dank hier an die Bremer Segelfreunde für ihr wirklich gutes, sehr stimmungsvoll und dennoch durchaus etwas modern aufgemachtes Video! Auch die Video-Szenen der am Beckenrand ihren M-Booten hinterher rennenden Skippern in Fleetwood sorgte bei einigen für Erstaunen bei der Erkenntnis, wie schnell diese Boote unterwegs sein können. So manche Frage „Wie schnell sind die denn?“ konnte damit gut und realistisch beantwortet werden. Und wie männliche Engländer in den Sommermonaten rumlaufen, wissen jetzt auch einige. Ein gewisses Schlafdefizit ist immer noch vorhanden. Auch die meisten Sachen liegen nach wie vor unaufgeräumt herum. Aber im Nachhinein entsteht ein positiver Gesamteindruck – es war eine schöne und gelungene Aktion – die hoffentlich auch den Besuchern etwas gebracht hat und das Interesse am RC-Regattasegeln fördern wird. Zugehöriger Beitrag im Forum Fotos: J. Amenda, A. v.d. Cingel, T. Dreyer, P. Gernert, C. Runge
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Stand: 25.03.2008 |