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Climaxx von Grüner / Höllein (Elektro-Version)

Ulrich Köster

Ich erinnere mich aus früher Jugend an recht viele Holzbausätze, die jedes Mal eine Menge Arbeit mit sich brachten.
Da waren Teile nicht nur schlecht oder sehr grob vorgestanzt, sondern sogar nur auf den Brettchen aufgedruckt. Sie mussten in mühseliger Handarbeit mit der Laubsäge ausgesägt und zurechtgeschliffen werden.
Damals war diese Bauweise üblich und als Schüler spielte der Zeitaufwand nur eine sehr untergeordnete Rolle (um der brennenden Frage gleich vorzugreifen: Nein, auch damals gab es das Maistauchen nicht als Schulfach).

Später, nach Beginn des Beruflebens, lag der Schwerpunkt dagegen eher auf fertigen oder zumindest teilweise fertigen Modellen. Ich vermute, da ging oder geht es sicher vielen anderen wie mir.
Nach einigen ARF- und RTF-Erfahrungen entwickelte sich so langsam doch wieder die Lust, ein Modell wieder mal komplett selbst zu bauen.
Glücklicherweise gibt es heute Baukästen mit wunderbar sauber gefrästen Holzteilen, die beinahe ohne jegliche (Nach-)Bearbeitung zusammenpassen.

Zu dieser Art Baukästen gehört der Climaxx von Grüner/Höllein, dessen Elektro-Version ich mir ausgewählt habe, da ich als Flachland-Segler von Schleppern, Flitschen oder ähnlichen Außenbord-Hilfsmitteln unabhängig sein möchte.
Anstoß zur Wahl dieses Modells war zum einen der Bericht von Bernd de Keyser über die A380 von Höllein (Libelle A380 und Fotos) und auch die Forumsbeiträge von Burkhard Bessler über den Bau der Climaxx-Segler-Version (Climaxx - Neuer Segler bei Höllein).

Wie schon im Magazin-Bericht über den Big Excel von Simprop, habe ich nun erneut die Schwierigkeit, nicht einfach eine komplette Wiederholung des Forum-Themas (siehe Climaxx von Höllein, Versuch einer Baubeschreibung...) zu bringen, sondern ein sinnvolles Konzentrat, in dem natürlich keinesfalls Wichtiges fehlen darf.


Gleich zu Beginn – ok, stimmt, wir sind doch schon ein klein wenig weiter – eine Tabelle mit den technischen Daten und zwei Fotos (psst, habe ich alles "geklaut"..., aus dem Höllein-Shop..., www.hoellein.de), damit man sieht, um was es hier überhaupt geht:

Technische Daten:

Hersteller/Vertrieb

Grüner/Höllein

Bauweise Rumpf

Sperrholz/Balsa

Bauweise Fläche

Balsa-Rippen auf Kohlefaser-Rohrholm

Spannweite ca.

2450 mm

Länge ca.

1400 mm

Flächeninhalt ca.

51 dm²

Flächenbelastung Elektro

29 g/dm²

Profil

S7012

Leergewicht Segler

732 g

Abfluggewicht Elektro

1495 g

RC-Funktionen

Höhe/Seite/Quer/Klappen

Motor-Empfehlung

Hacker A30-14L

Regler-Empfehlung

Hacker X-40 SB Pro (S-BEC)

Akku-Empfehlung

Kokam 2400TW/3S

Luftschrauben-Empfehlung

Aeronaut CamCarbon 13x6.5

Servo-Empfehlung

6 x Servo C 341

 *Mit empfohlenem Motor/Regler/Akkupack

Hm, der Flieger sieht etwas unterernährt aus: Man kann ja die Rippen sehen.

Bevor es nun mit der  Beschreibung weiter geht, möchte ich noch erwähnen, dass ich mich wegen fehlender Experimentier- und Verschlimmbesserungslust einfach an die Antriebs- und Ausrüstungsempfehlung gehalten habe.
Insbesondere das Einhalten des Schwerpunktes bereitete so keine Schwierigkeiten.

Als Kleber habe ich in den meisten Fällen dünnflüssigen Sekundenkleber verwendet. Zum Nachleimen oder bei größeren Flächen kam auch mittlerer oder dickflüssiger CA-Kleber zum Einsatz oder aber 30 min-Harz.

Beim Bau sollte man sich möglichst an die Anleitung halten, auch dann, wenn es dem Einen oder Anderen schwer fallen mag (es soll sogar ganz schwere Fälle geben, die ein solches Pamphlet sofort ungelesen entsorgen...).
Dieser Hinweis gilt nicht nur bezüglich der einzelnen Bauabschnitte, sondern auch für deren Reihenfolge. Ansonsten fehlt hinterher eine Hilfsleiste, weil sie voreilig bereits an anderer Stelle gebraucht wurde.
Kann jemand auf einen gut sortierten Fundus von Balsaleisten zurückgreifen, ohne gleich in den nächsten Baumarkt oder zum nächsten Modellbauhändler fahren zu müssen, dann ist das natürlich kein Beinbruch, höchstens eine ärgerliche Unterbrechung.

Die Anleitung selbst lässt kaum Fragen offen. Dass ich persönlich nicht immer gleich alles verstehe, ist für die Mehrheit sicher kein Maßstab.


 

Die Vorbereitung

Grundvoraussetzung ist zunächst aber ein Ausflug in die Mineralogie: Man benötigt zum Erwerb des Modells nämlich Kies (ja, ich gebe es zu, der Spruch ist auch geklaut)!
Als ich das Paket vom Himmlischen nach Erhalt geöffnet hatte, war ich doch etwas erstaunt, dass der eigentliche Baukasten mit ca. 1 m Länge recht überschaubare Ausmaße aufwies.

Dennoch ist außer Kleber soweit alles enthalten, was man zum Erstellen des Rohbaus benötigt.
Wie bei allen Baukästen sollte man sich vor Baubeginn mit dem Inhalt im Einzelnen vertraut machen, am besten gleich mit der Anleitung und der Stückliste in der Hand, um alles zuordnen zu können.
Der Idealzustand wäre am Ende dieses Studiums, dass man von jedem Teil genau weiß, wann es wie und wo hingehört.

Ein gerades Baubrett ist nie verkehrt. Wenn es dann auch noch eine ausreichende Länge aufweist, erleichtert man sich die Arbeit ungemein.
Auf dieses Baubrett kommt der zu jeder Bauphase gehörende Bauplan, abgedeckt mit einer Folie. Es sieht nämlich reichlich blöd aus, wenn beim Erstflug immer noch Bauplanreste unter dem Rumpf kleben.
Es ist darüber hinaus ganz praktisch, wenn diese Folie durchsichtig ist, erleichtert sie so doch die Sicht auf den Plan enorm, der übrigens teilweise sogar farbig ist.


 

Die Tragflächen

Laut Anleitung wird mit dem Flächenmittelteil begonnen.
Aha, werden sicher einige sagen, aus diesem listigen Hinweis kann der einschlägig erfahrene Modellbauer sofort entnehmen, dass es mindestens zwei weitere äußere Teile geben muss.
Tragende Teile sind zwei ziemlich dunkle Gestalten in Form von Kohlefaser-Rohren.
Damit die Rippen darauf gut verklebt werden können, sollte man die Rohrholme vorsichtshalber leicht anschleifen oder aber zumindest entfetten. Dazu eignet sich z. B. Aceton, Brennspiritus oder ähnliches. Ich verwende am liebsten Aquavit, da das obligatorische, ausgiebige Testen des Frischezustandes damit geschmacklich deutlich besser rüberkommt als bei den vorher genannten Hausmitteln.

Die entsprechenden Rippen werden nun aus dem dicken Rippenpaket nach Plan ausgewählt, auf die Holme gefädelt, entlang den Schlitzen der Endleiste ausgerichtet und mit Sekundenkleber geheftet.

Die Rohrholme sind jeweils etwas länger als benötigt. Ob man sie nun zunächst an beiden Seiten überstehen lässt, nur an einer Seite oder gleich insgesamt auf die richtige Länge ablängt, das bleibt jedem selbst überlassen.
Einfacher ist es, wenn man sie einfach in ihrer Länge belässt. Dann verursacht jedoch das spätere Absägen hässlichen schwarzen Staub auf den Rippen.
Sägt man sie gleich auf Länge, muss man beim Kleben sauber positionieren. Außerdem stehen die Wurzelrippen nicht senkrecht, womit das Gleiche auch für den Sägeschnitt gilt. Insofern scheint irgendwie keine der Vorgehensweisen optimal.
Eine kleine Anmerkung an dieser Stelle: Allein die gedankliche Vorbereitung dieser Baustufe hat mich mindestens zwei Wochen gekostet.

Für etwas "Unruhe" (übertrieben ausgedrückt) hatte ein Artikel in der Zeitschrift Aufwind gesorgt, in dem der Einbau der Endleiste anders herum erfolgte als es in der Anleitung beschrieben war (sie hat nämlich einen asymmetrischen Querschnitt, die Leiste natürlich, nicht die Anleitung).
Inzwischen ist aber alles geklärt. Alles ist so gewollt, die Anleitung war und ist korrekt.
Auf der Messe in Sinsheim wurde dazu extra ein Anschauungsmuster präsentiert.
Die Wölbklappen werden, wie auf dem Bild zu sehen ist, unten angeschlagen, die Querruder dagegen oben.
Kleine Wölbklappen-Ausschläge nach oben sind trotzdem möglich. Eine komplette Mitnahme der Klappen zum Querruder ist bei diesem Modell nicht nötig.


(Foto mit freundlicher Genehmigung von Daniel Just)

Alles Weitere geht dann recht einfach und flott von der Hand und ehe man sich versieht, ist das Flächenmittelteil im Rohbau fertig.

Das Gleiche gilt für die beiden Außenflächen.
Sie unterscheiden sich im Aufbau im Wesentlichen lediglich durch einen Holm weniger und die sich nach außen verjüngenden Rippen.
Auf dem Bild sind noch die überstehenden Holme und Leisten zu sehen.

Das Absägen der Leisten bereitet den meisten kein Problem. Die Kohlerohre sind da schon eher eine kleine Hürde. Ein bergmännischer Grundkurs in Kohle-Abbau hilft da leider auch nicht entscheidend weiter. Allerdings gibt es im Forum einige Hinweise, die ich hier nicht wiederholen möchte.
Die Winglets habe ich entgegen der Anleitung erst später befestigt.
Ich hatte den Eindruck, dass ich mir damit die Bügelarbeit deutlich erleichtere.
Jeder von uns weiß, wie schrecklich Bügeln ist, da kommt jede Erleichterung natürlich gerade recht.

Für die Steckung werden Messingröhrchen und Stahlstäbe in die Wurzelrippen geleimt. Ja, auch der Stahl wird eingeklebt. Hierzu wird ausnahmsweise mal kein Sekundenkleber verwendet sondern etwas Stabileres.

Die rohbaufertigen Flächenteile können jetzt mit 40er Schleifpapier etwas überschliffen werden...na gut...vielleicht sollte man doch ein etwas feineres Korn wählen.

Bevor man sich danach über die Bügelfolie hermacht, muss noch – auch wenn so etwas immer schwer fällt - eine Entscheidung her, nämlich die nach den passenden Steckkontakten für die Trennstelle der Servoleitungen zwischen Mittelteil und Außenfläche.
Die liegen dem Baukasten nämlich nicht bei, da vermutlich viele Modellbauer ihre eigenen Vorstellungen und Vorlieben haben.

Sind alle Servokabel verlegt, angeschlossen oder zumindest soweit vorbereitet, dass man später die Bügelfolie nicht wieder aufreißen muss, kann es ans Bügeln gehen.

Oh, halt stopp!

Wie heißt unsere andere Lieblingsbeschäftigung mit gleichem Stellenwert wie Bügeln?
Spülmaschineausräumen? Falsch! Okay, ja schon, aber, naa...? Richtig: Staubsaugen!
Also unbedingt alle zu bebügelnden Teile gut absaugen, dann hält die Folie gleich viel besser.

Apropos Staubsaugen: Habe ich schon erzählt, dass ich erst 1997 Jugendmaister im...na gut...lassen wir das an dieser Stelle hier.

Die Ruderklappen können gleich mit der Folie angebügelt werden. Das ist gar nicht so schwierig, auch hier hilft die Anleitung mit einer Beschreibung.

Wer sich das völlig unverständlicherweise dennoch nicht traut, kann selbstverständlich die Klappen auch separat bespannen und hinterher das bewährte Scharnierklebeband bemühen. 

Stand: 05.06.2008