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AkkumatikHeinrich Wolfering |
...mal ein anderer Bausatz.Inhaltsübersicht
VorwortViele Jahre habe ich NiCd-Akkus geladen. Als Sender- und Empfängerakkus an Universalladern, aber auch als E-Flugakkus. Die ersten NC-Flugakkus in einem Graupner Moskito wurden mit einer Zeitschaltuhr, ergänzt um eine selbst gebastelte Temperaturkontrolle, aufgeladen. Hin und wieder wurden die Akkus mit Voltmeter und Autobirne entladen. Später habe ich mir ein computergesteuertes UltraDuo zugelegt. Lade- und Entladeautomatik, aber auch manuelle Vorgaben zum Laden und Entladen von NiCd-Akkus wurden schnell zur Selbstverständlichkeit. Dann wurden die ersten NiMh-Akkus angeschafft. Um diese sicher laden zu können, musste das UltraDuo aufgerüstet werden. Aber auch danach war nur abzulesen, wie viel Ampere eingeladen bzw. ausgeladen wurden. Genauere Details des Akkuinnenlebens waren für mich nicht ermittelbar. Nun bricht aber auch für mich die Zeit der LiXX-Akkus an und damit ist mein UltraDuo nun völlig überfordert. Also habe ich ein neues, modernes, mikroprozessorgesteuertes System für die anspruchsvolle Akkupflege gesucht. Hilfreich war bei der Suche der RC-Network Magazinbeitrag von Ulrich Horn „Marktübersicht Ladegeräte”. Insbesondere die Auflistung der Merkmale der Lade- und Entladeverfahren halfen bei der Erstellung eines „Pflichtenheftes”.
Der BausatzAls Modellbauer, der bekennender Bastler und ARF-Belächler ist, bin ich sehr schnell beim Akkumatik von Stefan Estner hängen geblieben. Nach dem Sichten der auf der Seite von S. Estner zur Verfügung gestellten Informationen habe ich dann den Grundbausatz - ergänzt um einige Optionen - bestellt. Nach genau drei Wochen brachte der Postmann das Päckchen vorbei und die Sichtung konnte beginnen.
Alle Komponenten sind in Beutelchen sauber verpackt, das Gehäuse macht einen sehr guten Eindruck. Der Bauplan und die BaubeschreibungIn Analogie zu anderen Modellbausätzen sind natürlich auch beim Akkumatik-Bausatz Baupläne enthalten. Insgesamt fünf A4-Seiten, davon drei Seiten Schaltpläne und, für mich viel wichtiger, zwei Seiten mit detaillierter Bauteilbestückung.
Ergänzt wird der Bauplan durch eine 25-seitige Bauanleitung, die alle Bauschritte genau beschreibt. Hält man sich an diese Beschreibung, kann eigentlich aufbautechnisch nichts in die Hose gehen, eigentlich .... Die WerkzeugeFür diesen Bausatz habe ich kein Balsamesser, keinen Hobel und auch kein Schleifpapier gebraucht. Das meist benutzte Werkzeug war eine geliehene 80 W-Lötstation nebst Platinenhalter und 0,5 mm Elektroniklötzinn. Ein kleiner Seitenschneider zum Abzwacken der eingefädelten und nach dem Verlöten überstehenden Bauteildrähte. Wichtigstes Hilfsmittel ist ein Multimeter mit dem Widerstandswerte (R in Ω, Ohm), Gleichspannungen (U in V, Volt) und -ströme (I in A, Ampere) gemessen werden können. Kreuzschlitzschraubendreher, Schlitzschraubendreher, kleinere Zangen, eine 7 mm Nuss zum Anziehen der Muttern und ein 10 mm Vierkantrohr zum Biegen der Bauteilanschlussdrähte auf das richtige Rastermaß haben auch geholfen. Für einige massivere Verlötungen (z. B. das Verlöten der Versorgungsleitungen (4 mm²-Lautsprecher-Kupferkabel mit feinsten Adern)) war ein 85 W-Lötkolben notwendig. Der Eine oder Andere verlötet damit seine Akkubecher inline (deutsch:???; vielleicht Kunkt auf Pnopf?).
Als Unterlage habe ich statt des Baubretts ein Stück Schaumstoff benutzt. Wichtig ist auch eine gute, gleichmäßige Beleuchtung des Arbeitsplatzes. Mir hat hin und wieder auch eine Lupe zur Identifizierung von Bauteilbeschriftungen (ICs, Leistungsbauteile) geholfen. Das BauenBei den vielen Bauteilen war ein Vorsortieren in diverse Schachteln die erste Maßnahme. AufwärmlötenUm vom grobmotorischen Löten zum feinfieseligen Löten zu kommen, habe ich als erstes die mitbestellte Interface-Platine aufgebaut. Ein Widerstand (R), ein IC, eine Lötbrücke, zwei Kondensatoren (C), zwei Stecker und drei Stiftleisten waren zu verlöten. Außerdem muss die Verbindung zur Hauptplatine vorbereitet werden. Zunächst wurden die Anschlussdrähte des Widerstandes am 10 mm Aluprofil gebogen und das Bauteil in die Platine eingesetzt und fixiert. Dann habe ich die Platine umgedreht, die heiße Lötspitze an den Draht und auf das Lötauge gesetzt, im Kopf bis fünf gezählt und den Lötdraht an die heiße Stelle gebracht. Das Lötzinn schmilzt nach Wegnehmen des Lötkolbens und des Lötdrahtes, (zeitgleich) erstarrt das Lötzinn silbrig glänzend und der Widerstand sitzt kontaktsicher und bombenfest. Geht schneller als mit Sekundenkleber kleben. Genauso werden die Kondensatoren und die anderen Bauteile auf die kleine Platine gelötet.
Hier bereits mit dem ersten externen Speicherbaustein.
Wie hier gut zu sehen ist, hat eine Ader eine rote Kennzeichnung. Diese Ader ist immer die Nummer 1. Die Buchse hat ebenfalls eine Kennung in Form eines kleinen Pfeils bzw. Dreiecks. Die rote Ader und die Pfeil-Kennung der Buchse gehören immer zusammen, andernfalls gibt es Verknurpselungen mit den Polaritäten oder dem digitalen Informationsfluss.
Als nächstes war die Tastaturplatine dran. Die Taster haben leicht „verbogene” Füße, die ich mit leichter „Gewalt” in die vorgesehen Positionen auf der Platine gedrückt habe. Nach dem Drücken sitzen die Taster schon fest, verlöten ist trotzdem noch notwendig. Richtiges LötenNaja, das richtige Löten unterscheidet sich nicht wirklich vom Aufwärmlöten. Auf der Hauptplatine (neudeutsch: Motherboard) sind allerdings viieeellll mehr Bauteile zu verlöten.
Diese Ringmarkierung findet man auf der Platine an den Diodenpositionen in Form eines einfachen Strichs wieder. Genauso wie man eine Rippe nicht falsch herum einkleben kann, kann man auch die Dioden eigentlich nicht falsch auf die Platine setzen.
Hier an den Transitorpositionen Q21 und Q22 gut zu erkennen.
An so mancher CNC-Balsatragfläche muss häufiger Sekundenkleber angesetzt werden. LötpauseUm die an den Leistungsbauteilen entstehende Wärme abzuführen, liegt dem Baukasten ein „massiver” Alublock bei. In diesen müssen sieben Gewinde geschnitten werden.
Auf der Schmalseite des Kühlkörpers habe ich im Bereich des Temperatursensors zwei weitere Gewinde geschnitten. So kann später der Sensor sicher am Kühlblech fixiert werden.
Sind alle Löcher gebohrt, die Gewinde geschnitten und die Füße der Leistungsbauteile abgewinkelt, müssen diese auf den Block - aber von diesem isoliert - geschraubt werden. Die Isolierung wird durch zwischengelegte Glimmerscheibchen gewährleistet. Außerdem habe ich mit einem vorbereiteten Holzspatel Wärmeleitpaste auf dem Kühlkörper verteilt und die Glimmerscheibe darauf gelegt. Nachdem auch die Rückseite des Leistungsbauteils mit Wärmeleitpaste versehen war, wurde es auf die Glimmerscheibe gelegt und mit der - durch Isolierbuchsen isolierte - Schraube lose fixiert. Mit Hilfe des Multimeters wurde die Isolierung jedes Leistungshalbleiters bereits jetzt kontrolliert. Massives LötenNach der Lötpause habe ich zuerst der Spannungsversorgung vorbereitet. Dem Bausatz liegen Kabel, 4 mm² Goldkontaktstecker und -buchsen sowie Polklemmen und Schrumpfschläuche bei.
Das beiliegende Kabel (Lautsprecherkabel 4 mm²) muss um den Anteil der Kabelverlängerung gekürzt werden. Für die Spannungsversorgung im Bastelkeller ist bei mir ein 12 V-Netzteil (Manson EP-925) verantwortlich, der Anschluss erfolgt über die mitgelieferten Goldkontaktstecker. Beim Fliegen muss die Autobatterie herhalten. Das abisolierte und verzwirbelte Lautsprecherkabel passt nach dem Verzinnen „saugend” in die „Becher” der Goldkontaktstecker/-buchsen. In den heißen „Becher” - 85 Watt lassen Grüßen - fülle ich ausreichend Zinn, das sieht dann so aus:
Sind die Kabelenden mit den Buchsen verlötet, müssen noch die Polklemmen mit der „Kabelverlängerung” verbunden werden. Abweichend von der Bauanleitung habe ich die Kabelverlängerung mit den Polklemmen verlötet. Für eine sichere Verbindung müssen die eigentlich für eine Quetschverbindung gedachten Polklemmen angeschliffen werden. Zur Zugentlastung wird dann wieder gequetscht. Massiv gelötet werden müssen auch die Kupferdrähte der Speicherdrossel. Diese sind im Lieferzustand miteinander verlötet und müssen getrennt werden. Die Verlötung mittels Lötkolben zu trennen hat bei mir aufgrund der langen Verlötungen nicht geklappt, erst mit Hilfe einer kleinen Kneifzange ließen sich die Drähte trennen.
Nach dem Zuschneiden und Aufkleben des Gummipuffers werden die Drähte der Drossel gemäß Bauanleitung eingefädelt und verlötet:
Noch massiver müssen die Versorgungsleitungen auf die Hauptplatine gelötet werden, und das macht keinen Spaß. Ich hab die Lötaugen auf der Platinen vorverzinnt, die Kabelenden abisoliert, durch die Lötaugen gefädelt und festgestellt, dass sich 2-adriges, 4 mm² Lautsprecherkabel sehr störrisch verhält. Irgendwie hab ich die Enden dann doch auf der Platine mittels Lötkolben und viel Lötzinn fixieren können, das Lötergebnis sieht aber nicht sehr professionell aus: AuslötenNaja, manchmal müssen auch ein oder zwei falsch bestückte Bauteile wieder von der Platine entfernt werden. Dazu muss „entlötet” werden. Dazu gibt’s sogenannte Entlötlitze, hier mal die Wikipediadefinition:
Ich habe allerdings gerade mal keine Entlötlitze da, und nun? Servoverlängerungskabel! Abisoliert und verdrillt sieht das bei mir so aus:
Vor dem Verdrillen hab ich wenig Lötfett als Flussmittel zur Litze gegeben (Anm. d. Red.: Vorsicht mit Lötfett und Elektronik! Lötfett bildet Säuere, die den Leiterbahnen früher oder später den Garaus macht.). Und dann wie bei Wikipedia die Litze mit dem heißen Lötkolben auf das zu entlötende Lötauge gepresst. Und es klappt, das flüssige Zinn fließt in die Litze, die dann so aussieht:
Und die entlöteten Lötaugen so:
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Stand: 26.07.2008 |