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Besuch der „Flying Legends Airshow“ 2008 in Duxford/England

Werner Schöppe

Als begeisterter Anhänger von Warbirds zog es mich zum 10. Male wieder nach England. Ziel war die Schau der „Fliegenden Legenden“ auf dem ehemaligen RAF-Flugplatz Duxford, etwa 80 km nördlich von London gelegen.
In den Vorjahren flog ich immer Samstag früh für 98 € von Frankfurt nach Heathrow, um dann mit einem Mietwagen nach Duxford zu fahren. Erstmals probierten wir diesmal Ryanair von Hahn nach Stanstead (85 €, geht sicherlich auch noch billiger) und dann weiter mit dem Mietwagen für fünf Personen (140 €) etwa 20 km bis Duxford.
Wie üblich war der Weg bestens ausgeschildert, die Organisation der Zufahrt und Abfahrt perfekt, der Parkplatz kostet nichts.

Mit 30 GBP Eintritt (rd. 40 € ) nicht gerade ein Schnäppchen, aber nirgendwo sonst in Europa bekommt man derartig konzentriert Warbirds in einer perfekten Flugschau vorgeführt. Neben den Flugvorführungen gibt es ja auch noch das Imperial War Museum zu besichtigen. Hier ist die neue Halle „Air Space“ an der A11 hergerichtet worden; sehr beeindruckend mit vielen Exponaten: Concorde, Lancaster, Vulcan, Sunderland.

In den weiteren vier Hangars parallel zur Flightline gibt es unendlich viel zu sehen, denn hier werden Flugzeuge wieder in einen flugfähigen Zustand gebracht. Da wird gebohrt, vermessen, geschliffen, gehämmert, geschweißt und man kann überall schön zusehen und sich mit den Technikern (aber halt nur auf Englisch) unterhalten. Duxford war im WW II ein Jägerstützpunkt. Alle baulichen Anlagen wie Unterkünfte usw. sind weitgehend immer noch im Originalzustand. Teile des Filmes „Luftschlacht um England“ sollen hier gedreht worden sein. Heute ist in Duxford der Sitz der „Fighter Collection“ , die sich der Erhaltung und Restaurierung der fliegenden Legenden widmet. Am oberen Ende des Flugfeldes schließt die riesige Halle des „American Air Museum“ der US Air Force ab. Von der B 52 über die SR 71 „Blackbird“ bis hin zur B 17 und Phantom und etlichen anderen Maschinen sowie unzähligen Andenken gibt es viel zu betrachten und zu fotografieren.
Wem dann die Füße noch nicht brennen, kann die anschließende Landkriegshalle „Land Warfare Hall“ mit einer sehr umfangreichen Sammlung von Panzern, Artillerie usw. besichtigen.

Die Airshow beginnt gegen 14 Uhr. Einzelstarts und Massenstarts mit 6 Mustangs,
12 Spitfires, 2 Hurricanes, Warhawks, 2 fliegenden Festungen B-17 und, und, und wechseln sich ab. Hinzu kommen aus der Katzenfamilie Hellcat, Wildcat, Bearcat, B 25, P 39 usw. Die fantastisch schöne Tigercat wurde leider 2007 nach USA verkauft. Unter der o.a. Website der Fighter-Collection kann man unter NEWS die Teilnehmerliste von 2008 einsehen.

Jedem Grünen-Politiker in Deutschland würden alle Haare zu Berge stehen, wenn er sehen könnte, wie Corsair, Mustang und Co. im Messertiefstflug (und damit meine ich in 10 – 15 m Maximalhöhe) mit Höchstgeschwindigkeit quer über die nahe liegende M 11 und über die Piste röhren, sich als 8er-Kette senkrecht in den Himmel schrauben und mit noch mehr Speed den Abschwung Richtung Piste vollziehen.

Russische Yaks, die deutsche Ju 52 (D-AQUI) und Me 108, A 26 Invader, Nimrod, Swordfish, Bleriot usw. führen spektakuläre Flugmanöver in geringster Höhe (aber immer mit Abstand zu den Zuschauern) durch. Auch ein kleiner 5-Minuten-Schauer konnte die Stimmung nicht trüben.

Die Wing-Walker-Truppe „Team Guinot“ mit ihren Stearman führte ihr Können mit viel Smokereinsatz in bestechender Präzision vor. Und wer mal in Windrichtung hinter einer B 17 stand und beim Anlassen der vier Triebwerke in der Abgaswolke badet, der wird den Geruch so schnell nicht wieder los.

Höhepunkt des Tages war wie immer in den Vorjahren gegen 17 Uhr der mehrfache Massenüberflug von etwa 25 Maschinen, pulkweise aufgereiht. Die Anzahl variiert von Jahr zu Jahr, ich habe auch schon bis 38 Maschinen erlebt. Diesen Sound muss man einfach gehört haben !! Die Formation trennte sich anschließend und röhrte mit brüllenden Motoren in 4er-Gruppen im Tiefstflug über die Piste.

Auf dem Fluggelände werden in unzähligen Verkaufsständen Uniformen, Poster, MG-Munition, DVD, Bücher, Flugmodelle und jede Art von Souvenirs, die echte Airshow-Fans unbedingt brauchen, angeboten.

So bummelten wir nach Ende der Show bepackt zum Auto zurück. Wer mag, soll mal mit dem Auto durch das nahe gelegene Örtchen Duxford fahren. Da gibt es ein reetgedecktes Restaurant mit speziellem Flair, sehr zu empfehlen.

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Und dann die „Duxford Lodge“ nicht zu vergessen. Ein britisches Landhotel, in einem kleinen Park gelegen, wie es britischer kaum sein kann. Vorausbuchung bis zu einem Jahr!!!  Dafür wird man morgens auch von donnernden Merlin-Motoren geweckt, da häufig ankommende Maschinen die Lodge überfliegen.
Den Abend verbrachten wir in einem indischen Restaurant nahe unserem Guest-House (DZ 70 €, EZ 45 € incl. Frühstück) in Cambridge. Indisch deshalb, weil man in England am besten Essen geht beim Inder, Chinesen usw., nur bloß nicht englisch.

 

Stand: 17.11.2008