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AFF-CNC oder Andreas-Decker-Planes

Burkhard Bessler

Zum einen liegt es wohl auf der Hand, warum ich über die Decker-Planes schreiben möchte. „Alles Holz!“, schreien die Leute.

Aber so einfach ist die Geschichte nicht. Da steht mein Fliegerfreund Thomas (besser bekannt als Elektroniktommi) auf der Wiese und wirft einen wirklich winzigen Flieger aus der Hüfte auf 30 m Höhe. Macht das noch mal…aber irgendwie will das Teil nicht landen…es wirkt wie Zauberei…ey – „Was ist das denn?“ Seine schlichte Antwort: „FFB von AFF-CNC“. Irgendwie waren mir das zu viele Kürzel auf einmal und erinnerte mich mehr an Fanta Vier…MFG – Mit freundlichen Grüßen…die Welt liegt mir zu Füßen - denn wir stehen drauf….wir gehen drauf…Kennt ihr auch dieses plötzliche Gefühl – (HABEN WILL?)

Also ab nach Hause – an den PC… www.aff-cnc.de eingegeben – und?
Schon verrück - wie konnte ich bisher so eine Homepage eigentlich übersehen? Diverse Holzmodelle weckten mein Interesse…und dann auch noch alle Baupläne und Bauanleitungen als PDF. Ist der Kerl naiv? So kann er doch nichts verkaufen! Das lad’ ich mir runter und fang’ gleich mal an zu bauen…aber, oh Wahnsinn, der Mann weiß was er tut…wie soll ich diese Genauigkeit nur erreichen?
Ich nehm’ es mal vorweg….es geht nicht! Ruft Andreas Decker an – und macht die gleichen Erfahrungen wie ich! Da meldet sich ein Mann, den ihr schon ewig zu kennen meint.

Zwei Tage nach meinem Anruf lagen zwei Baukästen des Dread in meiner Werkstatt. Es war Freitag…also den Tommi anrufen…“Junge – wenn du Bock hast, komm’ morgen in die Werkstatt…wir müssen etwas bauen“…(im Nachhinein bin ich nicht Überrascht, dass sein –„Bin da!“- wie aus der Pistole geschossen kam…er war schon aff-infiziert)
Nun lagen sie also da…zwei Baukästen mit dem Feinsten, was die Holzverarbeitung zu bieten hat…Alles gelaserte Einzelteile! Ich sag es noch mal…..gelasert!
Mein vor Jahren verstorbener Mentor in Sachen Modellbau würde bestimmt wieder auferstehen bei solch einem Anblick…

Nach der Modellbeschreibung sollte der Dread ein Hangflugzeug mit 1500 mm Spannweite werden. Die Besonderheit sind die Drehflügel, die dem Modell eine hohe Agilität um die Längsachse verleihen sollen.
Also los! Wie es sich mittlerweile als Tradition herausgestellt hat, begann Tommi mit den Flächen, während ich den Rumpf in Angriff nahm. Es gibt nichts zu schreiben, was Andreas Decker in seiner Bauanleitung nicht schon erwähnt hätte.

Eigentlich war es ein geniales Puzzle in 3D welches mit Sekundenkleber verklebt wird!

Die Mechanik des Drehflügels ist so genial einfach, dass selbst ein Ingenieur wie Tommi die Klappe hält! (Danke Andreas!) Es ist wie so oft im Leben: Die kleinen Ideen sind eigentlich die Großen!

Gelagert werden die Flächen mit einem gehärteten Federstahlstift, der drehbar in Messingrohren steckt und gleichzeitig als Flächenverbinder dient. Ein senkrecht stehendes Servo sorgt für die Ansteuerung der beiden Dornfortsätze der jeweiligen Nasenleiste, die mit zwei Kugelköpfen spielfrei gegenläufig gedreht werden können.

Am Abend lagen jedenfalls zwei vielversprechende Modellrohbauten auf dem Tisch!

Jetzt sollte noch Bügelfolie drauf und die Anlage musste montiert werden. Dafür sind die Sonntage gut!
Sonntagnachmittag im Spätherbst…eisiger Ostwind an meinem Haushang…egal…die Sucht ist stärker als die Vernunft…über die Kante mit dem Teil!

Das Grinsen verdrängt jeden Frost – ich schwör’s!

Fazit:

Schnell…wendig…zackig…zahm…einfach der Hammer!

Wie schon geahnt…es begann eine Sucht von mir Besitz zu ergreifen.
Gutes Beruhigungsmittel war wieder die Homepage von Andreas Decker, die auf ein neues Produkt hinwies!
Es hieß – Spinnin Birdy – und sah einfach nur gut aus!
Also Jungs, ins Auto – und auf nach Wiehl – Im Wirkungszentrum fand man Andreas Decker zwischen Bildschirmen und Maschinen mit Tass Kaff und Grinsen sitzen.
Wie lange es bis Weihnachten dauern kann, weiß man erst, wenn ein Bausatz auf dem Gabentisch liegen soll…

Aber auch die Zeit vergeht…und das Wochenende mit den Jungs stand an!

Da lagen sie also:

Muss ich noch mal auf die Qualität der Bausätze hinweisen? Nein…

Wir haben bis in die Nacht gebaut und einfach nur Spaß gehabt! Die Ergebnisse am Sonntag konnten sich dann auch sehen lassen!

Da staunt der Patrik sich die Augen aus dem Kopf, was seine Hände schaffen können! (Soviel übrigens zur Anfängertauglichkeit – ich traue es jedem zu!)

Das obligatorische Gruppenfoto am Sonntag…

Es ist einfach ein befriedigendes Gefühl, ein Modell komplett selbst gebaut zu haben. Das kann jeder bestätigen, der es jemals probiert hat. Auch wenn einige von sich behaupten, nicht bauen zu können – mit dem Spinnin können sie das Gegenteil beweisen! Ich schwör’s!

Wenn man bedenkt, dass ich zuvor mit Drehwürfen noch nie etwas zu tun hatte, kann man sich meine Spannung vor dem ersten Wurf vielleicht vorstellen. Also ab und auf den Platz. Es war nicht warm – aber trocken. Nennen wir es einmal – Neutralflugwetter – also: Mut andrehen und ab dafür!

Was soll ich sagen – es ging…und wie!


 
Selten so einen Spaß gehabt! – Danke Jungs!

Fazit:
(Wenn ich auch allen Schaumwaffelanhängern widersprechen sollte – der Spinnin Birdy ist das ideale Einstiegsmodell!) Es ist vom Bau bis zum Flug durchdacht und steckt auch mal die eine oder andere Bumslandung weg.
Allerdings ist sein Wert als Sportgerät nicht zu unterschätzen. Ein absoluter Thermikschnüffler – auch wenn nichts geht – Spinnin geht immer!

Wer jetzt denkt, dass AFF–CNC am Ende seiner Fähigkeiten ist – der hat weit gefehlt…Irgendwie schien sich ein Spinnin-Kult zu verbreiten, der eine Querruderversion unumgänglich machte. Somit vergingen ein paar Wochen. Andreas Decker muss sich in seiner Werkstatt vergraben haben, um uns im Frühjahr den SBQ präsentieren zu können.
Dieser war bezüglich Rumpf zwar identisch zum Zweiachs–Spinnin, aber die Tragflächen bekamen eine Vollbeplankung.

Das Ziel war, ein Modell mit der Leistung des Zweiachs–Spinnin aber einer höheren Wendigkeit zu erhalten. Positive Begleiterscheinungen sind natürlich die programmierbaren Start- und Thermikstellungen wie auch die erhöhte Landepräzision durch geschickten Einsatz der Querruder.

Ich hoffe Daniel Just hat nichts dagegen, wenn ich zwei seiner Bilder verwende, die eindeutig die Dynamik unseres Modellsports beweisen.

Wer jetzt also Interesse haben sollte, mal auf einem Wettbewerb zu fliegen, der findet die Möglichkeit unter Hand Launch Glider im Forum. Bei den vergangenen Wettbewerben ist die 1 m–Klasse gleichberechtigt mitgeflogen. Bewiesen hat der Spinnin-Birdy-Querruder sein Können auf den letzten Wettbewerben zur genüge!

Ich hoffe, allen den Mund für wirklich guten Modellbau/-flug wässerig gemacht zu haben!

Wer noch Fragen haben sollte, darf sich gerne in die entsprechenden Threads im RC-Network-Forum einmischen. Es werden immer genug Leute für Antworten zu finden sein!

 

Stand: 14.09.2008