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Hyperion HELIOS F3A 63e ready for 2008

Gerd Giese

Seite 3

Bauen und Fliegen

Mir war wichtig festzustellen: Wie gut ist die Bauanleitung? Wo sind eventuell Fehler vorhanden bzw. nötigenfalls Änderungen sinnvoll? Die Anleitung schlägt für die Verklebungen überwiegend Sekundenkleber vor. Die Bauanleitung war zwar (noch) in Englisch, entspricht aber dem heute üblichen Standard bei ARF-Modellen. Alle Bauabschnitte sind bebildert. Das ist derart ausführlich, dass beim Bau keine Fragen aufkommen sollten. Deshalb halte ich es für wenig sinnvoll, die Bilder sämtlicher Bauabschnitte hier zu wiederholen.
Eine erste und sehr genaue Kontrollmessung ergab 0° EWD, nun konnte es losgehen.

Für den Querruderservoeinbau sind die Atlas-Servos mit Schrumpfschlauch überzogen und anschließend in die Servoabdeckung mit Stabilit-Express eingeklebt worden. Den Vorteil der Demontierbarkeit wollte ich mir nicht nehmen lassen.

Die GFK-Servohebel sind hochwertig und passgenau gearbeitet. Die Kugelkopfanlenkungen arbeiten zur Hälfte spielfrei. Sie wurden manuell mehrere Minuten „eingearbeitet“ und laufen jetzt leicht und reibungsarm. Wichtig ist das Sichern mit einer zweiten Mutter, die dem Baukasten allerdings nicht beilagen. Es reicht aber auch, sie mit Nagellack oder Schraubensicherungslack (o. ä.) zu fixieren.

Der Motorträger ist gut verklebt und stabil. Der Motorspant ist nicht mit einer GFK-Platte verstärkt, was wünschenswert wäre, da sich die Schraubenköpfe gerne in Holz einarbeiten. Um das zu vermeiden, wurden unter den Schraubenköpfen je eine 10 mm Beilagscheibe vorgesehen (nicht im Zubehör enthalten). Leider waren die Motorbefestigungsschrauben zu kurz. Sie wurden durch längere 15 mm Typen ersetzt. Der Controller wurde mit Kabelbindern am Motorträger befestigt und mit den Motoranschlüssen direkt verlötet. Zur Feinjustage befestigten wir den Motor auf Unterlegscheiben, später mit der originalen Holzscheibe, um den Motorsturz und –zug einstellen zu können (falls erforderlich). Die sind bewusst zum jetzigen Zeitpunkt angebracht, um einen sauberen Abschluss zur Motorhaube zu haben.

Bei härteren Landungen kommt es schnell vor, dass sich die Tragflächen im Wurzelbereich in den Rumpf eindrücken. Hier haben die ARF-Modelle oft Schwachpunkte. Leicht und effizient kann man sich helfen, in dem man ein Empfängerbrettchen eingeklebt, das gleichzeitig den Rumpf an dieser Stelle versteift.

Innenliegende Fahrwerke sehen gut aus, da sie sich nahtlos in den Rumpf integrieren. Dieses Prinzip verlangt nach geteilten Fahrwerken. Der daraus resultierende Nachteil ist das leichte Verdrehen der Fahrwerksbeine bei „ruppigen“ Landungen. Vorsorglich wurden die vier Fahrwerkshalbspanten großflächig mit Sperrholz und Alu-Winkeln versehen. Das ist sehr leicht, jedoch äußerst robust, wie sich später erweisen sollte! Die Verklebung erfolgte mit 20-Minuten Epoxi.

Aus den Resten der Fahrwerksverstärkung ist noch eine zusätzliche „Grifffestigkeit“ im vorderen Rumpfbereich entstanden. Einfach eine Kerbe und eine passend abgelängte Strebe anfertigen. „Klick“ und der Rumpf ist in diesem sensiblen Bereich erheblich grifffester!

Die Radschuhe sind hochglanzlackiert und sehen schick aus. Die Spaltmaße vom Flügel zum Rumpf können nicht besser sein.

Der Einbau ist Formsache. Der angegebene Schwerpunkt lässt sich gut einhalten und kann in weitem Bereich variiert werden, wenn der Antriebsakku verschoben wird. Die Akkus werden mit Klettband fixiert.
Die Querruderkabel enden in einer halbierten MPX-Buchse. Da ich ein großer Freund von sicheren „flexiblen“ Übergängen bin, kommt bei mir die Methode des geteilten MPX-Steckers zur Anwendung. Sie ist narrensicher und hat sich zu 100% in der Praxis bewährt. Selbstverständlich können auch andere Stecker-Buchsen-Lösungen Anwendung finden.

Natürlich war ich neugierig, wie sich das Gesamtgewicht (2150 g) inklusive der gesamten Änderungen in der Praxis auswirken. Die Waage zeigte ein Gewicht des flugfertigen Modells von genau 2210 g an. Um den Flugakku bereinigt, ergibt das ein Modellgewicht von 1716 g!
Ein eiligst besorgter 5s SLS-ZX2500-30C LiPo wiegt „nur“ 324 g und wurde als Alternative probiert. So ausgerüstet würde HELIOS dann flugfertig 2040 g wiegen – ein klasse Wert!

Was fiel auf und sollte überdacht werden (Bausatz vom Januar 2008):

  • Maßangabe für den Abluftschacht am Rumpfboden falsch.
    Abstand von Beginn der Seitenruderfläche: 210 mm, Ausschnittslänge: 120 mm,
    Ausschnittsbreite vorn: 16 mm, -hinten: 10 mm
  • Im Bauplan ist ein Motorträger abgebildet, der in der Praxis nicht benötigt wird.
  • Beiliegende Kugelkopfanlenkungen haben z. T. zu viel Spiel. Vier konnten unbehandelt aus dem Bausatz verwendet werden.
    Tipp: Das Spiel der übrigen Kugelköpfe sollte man mit einen Tropfen Fahrradketten-Fließfett unterdrücken - funktioniert super!
  • Die Motorbefestigungsschrauben waren zu kurz.
  • M3 Befestigungsschrauben des Fahrwerks von zu schlechter Qualität (zu weich, Köpfe scheren leicht ab).
  • Der beiliegende Hyperion-Spinner lief unrund und erzeugte erhebliche Resonanzen.
    Er wurde gegen einen Präzisionsspinner ähnlichen Typs ausgetauscht.

Flugpraxis

Der Erstflug fand am 12. April 2008 statt, wobei alles vom Wetter her passte. Die Ruderausschläge wurden nach Bauplanvorgabe eingestellt und erwiesen sich als sehr gute Richtgröße. Ein Flugphasenschalter ermöglichte beim Erstflug ein Umschalten auf einen 40-50%igen Expo-Anteil mit auf 70% reduzierten Ruderausschlägen für Höhen- und Querruder. Nach wenigen Metern Beschleunigung ging es steil und sehr zügig nach oben. Ich war überrascht, da HELIOS wie an der Schnur gezogen flog. Es waren kaum Korrekturen notwendig. Der Rückenflug zeigte es: Die Schwerpunktangabe in Verbindung mit der 0° EWD passten sehr gut. Am Motorzug und Sturz musste auch nichts korrigiert werden, wie die Senkrechtpassagen zeigten. Schnell wurde klar, der empfohlene Antrieb bedeutet Power pur und zeigt keine Schwachstellen beim klassischen F3A-Kunstflug. Mit jedem weiteren Flug wurde ich mutiger und an der persönlichen Feinabstimmung (Ruderausschläge/Expo und Mischer) musste nichts mehr korrigiert werden.
So abgedroschen es auch klingen mag, aber es trifft den Punkt: Die Grenzen setzt hier der Pilot und nicht HELIOS, da das Modell ein sehr neutrales und präzises Flugverhalten zeigt. Der gestreckte Rumpf mit der hohen Rumpfseitenfläche ermöglicht einen schönen Messerflug mit wenig Seitenrudereinsatz. Wer gerne mischt, kann dabei ein paar Prozent symmetrisch das Höhenruder beimischen. Ob Snaps oder Trudeln, HELIOS rastet ohne Nachdrehtendenz sauber ein. Das Modell zeigt sich auch bei stärkerem Wind wenig beeindruckt.
Das Leistungsverhalten ist 3D-Passagen gut gewachsen, kein Wunder bei einem Gewichts-/Schub-Verhältnis von fast 1:2, mit frischen Akkus. Es zeigen sich aber auch die Grenzen der Konstruktion im 3D-Flug, F3A ist ihre Domäne! Die Steigung des Propellers (APC-E13x8) lässt einen sehr dynamischen Kunstflug zu. Etwas mehr Durchzug liefert die APC-E14x7, die insgesamt einen harmonischeren Eindruck bei leicht höherem Vollgasstrom hinterlässt, ist aber Geschmackssache. Weniger Steigung sollte man HELIOS aber nicht gönnen!
Allmählich wurde das Kunstflugprogramm abgespult. Der Steller hatte keine Bremse programmiert, um möglichst einem Konstantspeedverhalten nahe zu kommen. 
Geflogen wurde anfangs der original Hyperion 5s-4250 mAh und Kokam 5s-3200 mAh LiPo-Akku (beide gleich schwer)! Das Highlight war aber dann der Umstieg auf einen 160 g leichteren SLS-ZX5s-2500/30C. Dieser Akku ist jetzt mein absoluter Favorit, da HELIOS noch präziser und zugleich dynamischer geflogen werden kann. Waren vorher um die 10 Minuten Flugzeit möglich, sind es jetzt noch etwa 8 Minuten, je nach Flugstil… ein Verzicht, der sich wirklich lohnt!
Die Landeanflugeinteilung verlangt etwas Übung, da der Gleitwinkel überrascht, wenn Punktlandungen gelingen sollen. Gleichzeit kann HELIOS aber auch lammfromm geflogen werden und zeigt im untersten Geschwindigkeitsbereich ein gut kontrollierbares Abreißverhalten. Wohl mit ein Erfolg des geringen Fluggewichts in der 1,4 m-Klasse.
Gerade mal handwarm waren Steller und Motor nach 8 Minuten Kunstflug.
Für mich ist HELIOS eine gelungene Konstruktion, die ihre Stärken im F3A-Kunstflug ausspielt. Neben der ANGEL 50E von SebArt ist HELIOS 63e mit das am häufigsten geflogene Modell am Flugplatz. Ein Erfolg, der nicht von ungefähr kommt!

Einstellungen der HELIOS 63e    
  Bauplan meine Einstellungen
Querruder +/- 25 mm +/- 30 mm
Seitenruder +/- 55 mm +/- 60 mm
Höhenruder +/- 40 mm +/- 40 mm
EWD  
Schwerpunkt 115 mm 115 mm
Flugphasen keine  
Expo nach persönlichen Vorlieben  
Motorzug/-sturz wie vorgegeben  
Bremse aus  
Unterspannung Cellshield 3,1 V/Z  

Mit der APC-E 13x8 zeigt der Antriebsstrang, was in ihm steckt. Hier stimmt das Konzept, da nichts überlastet wird oder durch höhere Wärmeentwicklung protestiert. Der Hyperionantriebsstrang kann demnach uneingeschränkt empfohlen werden. Er hat sich in der Praxis als sehr zuverlässig und kraftvoll gezeigt.

Vielen Dank an Klaus-Dieter S. und Sebastian R. für die mehr als tatkräftige Unterstützung bei diesem Projekt!

Bezug HELIOS 63e:
RC-Lipoly, Mayk Göttke
Tel: 04471/ 947925
Internet: www.rc-lipoly.de
E-Mail:    mayk@rc-lipoly.de
Preis:     185,-€

HELIOS F3A 63e wurde von www.rc-lipoly.de zur Verfügung gestellt.
Der Tester: Elektromodellflug
Stand: Juli 2008

 

Stand: 21.08.2008