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Chargery Power 1010B von KD-Modelltechnik

Gerd Giese

KD-Modelltechnik präsentiert einen universellen Power Kleinlader „CHARGERY 1010B“, der es faustdick hinter den Ohren hat. Dieser Kleinlader, der auf einer Handfläche Platz findet, leistet Erstaunliches (siehe unten techn. Daten). Wo gibt es das sonst: 250 W Lade- und 30 W Entladeleistung für bis zu zehn LiXx und das noch mit leistungsfähigen, integrierten Balancern, die auch einem 10 A Ladestrom noch gerecht werden?
 

Erster Eindruck

Die glattflächigen Ober- und Unterschalen des Gehäuses sind aus stabilen Alu-Profilen gefertigt, seitlich verschraubt und blau eloxiert. Das Gehäuse dient damit auch als Kühlkörper, so dass nichts Störendes hervorsteht. Leider fehlen rutschfeste Füße und die Zuleitung ist (nur) 0,5 m lang, allerdings hochflexibel, mit 2,5 mm² ausreichend dimensioniert und am Ende mit 4 mm Goldsteckern versehen. Das zweizeilige Display wird grünlich hintergrundbeleuchtet und stellt die Zeichen (2 x 16) gut leserlich und kontrastreich dar. Die vier runden Taster haben einen deutlichen Druckpunkt. Der interne Lüfter schaltet temperaturabhängig ein und aus und ist angenehm leise. Neben der 12 V Zuleitung findet sich noch ein 12 V Abgriff für externe Geräte wie z. B. einen zusätzlichen Akkukühler. Auf der rechten Seite ist der Balanceranschluss. Er ist für max. 10 Zellen ausgelegt und kann u.a. per Adapter (im Lieferumfang enthalten, mit EH/XH Anschluss) auf 2 x 5 Zellen oder andere Kombinationen aufgeteilt werden. Unmittelbar neben den 4 mm-Ladebuchsen kann der mitgelieferte Temperaturfühler angeschlossen werden.


Die linke Seite zeigt eine Zusatzbuchse, um einen zweiten 12V Abgriff nutzen zu können


An der rechten Gehäuseseite befindet sich der Ladeanschluss mit 4 mm Goldbuchsen, die zwölfpolige Stiftleiste des Balanceranschlusses, daneben der Temperaturfühleranschluss.


Das Zubehör ist komplett
 

Das Drumherum

Das C1010B wird komplett geliefert. Neben der Aufbewahrungstasche aus Samt liegen ein Temperaturfühler, ein Ladekabel mit 4 mm Steckern, ein Adapterkabel für die 12 V-Buchse, die Batterieklemmen und eine Mini-CD (Handbuch) bei. Das englischsprachige Handbuch (an einer Übersetzung wird gearbeitet) ist sehr ausführlich und legt alle Daten und Einstellungen offen. Wer in der Anfangsphase das Ablaufdiagramm (Flow-Chart) nutzt, findet sich schnell in den Menüs zurecht.
Die Menüführung ist in Englisch, doch Dank der Standardkürzel selbsterklärend. Vier Tasten erleichtern das Navigieren in den Grundeinstellungen, die Speicherauswahl, Einstellen des Akkutyps, der Zellenzahl, der Kapazität und des jeweiligen Programms. Abschließend ein langer Druck mit zusätzlicher Bestätigung durch die Enter-Taste und los geht’s. Während des Ladens/Entladens werden die typischen Lade-/Entladewerte angezeigt. Zur Vollmeldung ertönt durchdringend laut der Pieper (im „User-set“ unter „Completion Ring“ konfigurierbar).
Eine erweiterte Datenanzeige, durch einen Tastendruck aktivierbar, stellt sämtliche Kapazitätswerte, die Ein- und Ausgangsspannung, die interne und externe Temperatur und den Durchschnitts- und Spitzenwert der Akkuspannung dar. Aktive Balancerstufen zeigt das C1010B durch blinken der Einzelspannungswerte an. Nach Beendigung des Vorgangs ertönt ein lautes Piepen. Zehn frei programmierbare Speicher erleichtern den Alltag erheblich, zusätzlich bleiben die letzten Einstellungen erhalten. Bei Bedarf lässt sich der Lade- bzw. Entladevorgang mit dem Stopp-Taster vorzeitig abbrechen. Ein ein- und ausgangsseitiger Verpol- und Kurzschluss-Schutz sowie mehrere Warnhinweise bei Fehlbedienungen vereinfachen den Betrieb. Dazu gehört auch ein Schutz beim versehentlichen Verpolen von Balancer- und Ladekabelanschluss – bravo Chargery!


Zwei Beispiele der vielseitigen Datenanzeige. Oben die Eingangsspannung und unten die beiden Temperaturen.

In den umfangreichen Setup-Einstellungen „User-set“ wird das C1010B nach den persönlichen Erfordernissen voreingestellt. Die Liste ist lang und soll hier nur schlagwortartig aufgeführt werden: Wählbare Spannungsgrenzen für LiXx-Typen in 0,01V Schritten und die dP-Empfindlichkeit für NiMh/NiCd, Temperaturgrenzen für den Sensor, Kapazitätsgrenzen, Watt-Limiter (wichtig beim Betrieb an kleinen Netzteilen), Unterspannungswarnung der Eingangsspannung, Warntöne an/aus und Beleuchtungsstärke des Displays können vorgeben werden – was will man mehr… vielleicht noch die „Spezial-Modes“, davon hat das C1010B zwei.
Im „Motor Drive“ wird das Einlaufen eines Bürstenmotors per Strom, Spannung und Zeit bestimmt.
Im „Foam-Cut“ lässt sich komfortabel Styropor zuschneiden, da der Strom und die Spannung frei wählbar sind und „stabilisiert“ eingehalten werden. Zusätzlich kann mittels des Start-Knopfes schnell der Schneidstrom an bzw. abgeschaltet oder mit INC/DEC- nachträglich variiert werden. Anstelle des Schneiddrahtes lässt sich z. B. auch eine Glühkerze anschließen – vorbei mit durchgebrannten Glühkerzen an Verbrennungsmotoren! Eine Leistungsanzeige rundet diesen Komfort ab. … hier hat mal jemand nachgedacht, ein nützlicher Menüpunkt.


Oben das Motoreinlaufprogramm und unten das Schneid- bzw. Glühprogramm.
Die Werte lassen sich während des Betriebs variieren.


 

Die technische Seite


Hauptplatine mit Display, Leistungsdrossel und Steuerungselektronik.
Rechts: Fünf parallel geschaltete Blancerwiderstände (je 47 Ohm) pro Zelle, die über Schalttransistoren aktiviert werden.


Auf der Unterseite finden alle Leistungshalbleiter und der Prozessor (Typ unkenntlich gemacht) Platz.

Das C1010B hat einen Step-up- und Step-down-Wandler mit hohem Wirkungsgrad (größer als 85%), sodass die 250 W Ladeleistung (gemessene: 248 W am 10Z LiPo) bzw. der maximale Ladestrom von 10 A schon ab 1 V bis zu 25 V Ladespannung nutzbar sind. Darüber bricht der Ladestrom den Gesetzen folgend ein:
I(Lade) = P(Ladeleistung) / U(Akkuspannung) [A = W/V]. Bei voller Ausnutzung mit 10 LiPo’s oder 27 NiXx würde der Ladestrom noch knapp 6 A betragen. Der kleinste einstellbare Ladestrom von 0,05 A und die fein gestuften Lade-/Entladeströme (s. techn. Daten) prädestinieren das C1010B auch für kleinere Akkus. Wegen der kurzen Wandler-Regelzeiten kann das Chargery auch mit mehreren Ladegeräten gleicher Leistungsklasse zusammen aus einer Autobatterie versorgt werden.
Im Entlademodus lassen sich bis zu 30 W bzw. max. 7 A Entladestrom nutzen. Der Lüfter und eine Leistungsreglung verhindern dabei eine zu hohe Erwärmung der Gehäuseunterseite.
Aufgeräumt präsentiert sich die Platine. Die Leistungstransistoren liegen unter der Platine, um das Gehäuse als Kühlkörper nutzen zu können. Die zehn Balancerstufen (je eine Widerstandsreihe mit fünf parallel geschalteten 47 Ohm Widerständen) arbeiten nach dem Equalizerprinzip. Die gepulsten Blancierströme sind hoch für einen 10S Equalizer mit über 0,3 A pro Stufe! Die Equalizergenauigkeit zeigt musterverhalten mit unter 0,01 V max. Zellenspannungsfdifferenz. Überhaupt sind die überprüften Werte bezogen auf die Spannungs-, Strom- und Kapazitätsangaben sehr präzise und deuten auf eine gute Werkskalibrierung hin.


Für die mobilen Urlaubsfreuden bietet KD-Modelltechnik ein passendes Multinorm-Netzteil (230 V~/140 W) an. Damit lassen sich die Akkus sowohl aus der Steckdose als auch aus der Autobatterie laden. Diese Kombination schafft z. B. einen LiFe (A123) Fünfzeller noch mit knapp 8 A Ladestrom in ca. 25 Minuten zu laden; das sollte für den Urlaub eigentlich reichen. Beides zusammen ist klein und leicht – ein nicht unwichtiger Faktor! Einen Wermutstropfen hat das Netzteil: Der Lüfter läuft ständig und kann für empfindliche Naturen störend wirken.
 

Stand: 05.10.2008