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Pilatus Porter von MR-Aerodesign

Uwe Gartmann

Vorgeschichte

Es ist November. Die Winterzeit hat wieder Einzug gehalten und so ist es bereits Nacht, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt. Was also liegt näher, statt fernzusehen, in den Keller hinab zu steigen und ein neues Bauprojekt in Angriff zu nehmen?

Für mich soll es dieses mal eine PC-6 sein. Ein solches Modell hatte ich bereits während des Sommers mit 1200 mm Spannweite gebaut. Ein Bausatz der Firma "E*STAR MODELS" brachte mich nach Jahren der Bauabstinenz zurück an die Helling mit Balsastaub und Leimgeruch.

Doch diesmal soll es etwas größer sein. Vielleicht so groß wie ein Big Lift? Bereits vor vielen Jahren schon einmal gebaut, hatte ich viel Freude an diesem Modell. Doch ich erinnerte mich an das Problem des Transports. Der Rumpf passte nur durch Herunterklappen der Rückbank und Vorstellen des Beifahrersitzes in meinen Kombi. Hier müsste also eine Speziallösung her.

Nach ausführlichen Recherchen im Internet habe ich gerade eine handvoll Lieferanten gefunden, bei denen PC-6-Modelle erhältlich sind. Zu meinem Leidwesen sind die meisten angebotenen Modelle zu klein oder sind bereits fertig gebaut. Martin Rousseau aus Kanada, der unter dem Label MR-Aerodesign einige Großmodelle vertreibt, hat einen PC-6-Bausatz im Angebot, der gelaserte Teile enthält. Leider ist dieses Modell mit rund 3 m Spannweite für meine Bedürfnisse zu groß. Was nun? Ganz einfach: Ich habe mich kurzentschlossen über das Kontaktformular seiner Webseite erkundigt, ob auch Größen um die 2 m (80") erhältlich sind.
Nach ein paar Tagen habe ich die Antwort bekommen, dass bei ihm bereits mehrere diesbezügliche Anfragen eingegangen seien, und er es sich daher überlege, eine solche Größe zu produzieren. Ich sollte doch bitte 2-3 Wochen warten bis er eine Entscheidung getroffen habe. Nach zwei Wochen erreichte mich die Ankündigung, dass er eine 2 m Version auflegen werde. Ich müsste aber noch etwas warten bis alles umgezeichnet und produziert sei. Nach der Bezahlung über PayPal kam nach weiteren 2-3 Wochen das Paket aus Kanada bei mir an. Nach dem Öffnen wurde mir endgültig bewusst, auf was ich mich da eingelassen hatte
 

Es geht los

Der Inhalt des Baukastens sieht gut aus. Die Laserbearbeitung ist gut bis sehr gut und die Teile lassen sich meist sehr leicht aus dem Holz lösen. Ein Papprohr mit einem dazu passenden 16 mm Alurohr als Tragflächenverbinder vervollständigen den Inhalt. Im Baukasten enthalten ist ein mehrseitiger, exzellenter Bauplan. Mit dabei ist auch ein Teileplan, auf dem jedes Teil einzeln dargestellt ist. Daher lassen sich im Reparaturfall leicht die nötigen Ersatzteile herstellen. Eine Mappe mit CAD-Baustufenbildern, eine CD mit vielen Fotos einer original PC-6 und weiteren Informationen zum Modell runden den Baukasteninhalt ab. Kleinteile, eine Motorhaube oder das Fahrwerk sind allerdings nicht enthalten. Diese Modellgröße ist eine Sonderedition und wird wohl nur in unbedeutenden Stückzahlen gefertigt. Der Bausatz setzt Kenntnisse im Bau und der Auslegung von Modellen dieser Größe voraus. Es gibt keine Angaben über die zu verwendenden Klebstoffe oder Infos zum Einbau der Anlenkungen und Elektronik.

Gelaserte Holzteile versprechen nicht nur eine überragende Präzision sondern auch einen schnellen Baufortschritt, weil jedes Teil theoretisch fugenlos passt. Nun gut, dieser Bausatz ist in dieser Hinsicht nicht perfekt. An einigen Stellen passen Verbindungen nicht und die Materialwahl ist nicht immer optimal für ein Modell dieser Größe. So besteht beispielsweise das Rumpfgerüst ausschließlich aus vollflächigem Pappelsperrholz. Der Rumpf ist infolge dieser Bauweise extrem massiv und unnötig schwer. Eine Rückfrage ergab, dass man auch bei MR dieses Problem erkannt hat. Erste Modifikationen hatten daher eine Gewichtsreduzierung zum Ziel.

Ich habe alle möglichen Sperrholzteile mit zusätzlichen Erleichterungsaussparungen versehen und einige Spanten schmaler gesägt. Die so erzielte Gewichtseinsparung pro Bauteil beträgt rund 25%.

Wie bereits erwähnt, soll der Rumpf für einen bequemen Transport im Kombi teilbar sein. Es kommen also ein zusätzlicher Spant und vier Alurohrstücke hinzu, die nachher die beiden Rumpfteile mittels Passstiften exakt verbinden sollen.

Der Bau geht Dank der gelaserten Teile einigermaßen zügig voran. Gerade noch an den Hauptarbeiten am Rumpf, sind bald Seiten- und Höhenleitwerk fertiggestellt. Die Flügel sind in wenigen Stunden gebaut. Vor dem Aufbringen der Beplankung wird die Verkabelung für Servos und Beleuchtung eingebaut.


 

Elektrik I

Die geregelte Stromversorgung stellt ein Emcotec DPSI-BIC sicher. Daran werden zwei Eneloop 5-Zellen Akkus angeschlossen. Erste Tests ergaben eine nutzbare Kapazität von rund 3500 mAh.

Die PC-6 bekommt auch eine Beleuchtung. Zwei Positionslichter (rot/grün) an den Flügelenden, zwei Landescheinwerfer, ein ACL (Anti Collision Light, Zusammenstoßwarnlicht) auf dem Rumpfrücken und ein Blinklicht (Beacon) auf dem Seitenruder. Das werden sicher wunderschöne Bilder in der Abenddämmerung.


Eine Nahaufnahme der beiden Positionslichter.

Im Dauerbetrieb müssen die Luxeon LEDs gekühlt werden. Ich habe sie auf ca. 17 mm lange Aluröhrchen mit 7 mm Durchmesser geklebt, die sich in meiner Kramkiste fanden. Zwei kleine Platinenstreifen führen die Anschlüsse weg. Ein Stück Schrumpfschlauch isoliert gegen Kurzschlüsse.

Die Beleuchtungselektronik selbst ist von flugmodellbau.de. Für meine Bedürfnisse habe ich sie aber geringfügig modifiziert. Die Idee dabei ist, dass beim Anschließen des Antriebsakkus die beiden Positionslichter aufleuchten und somit die Betriebsbereitschaft signalisieren. Das Blinklicht auf dem Seitenruder wird gleichzeitig mit der Empfängerstromversorgung aktiviert. Die Elektronik dafür sitzt im hinteren Teil des Rumpfes. Die ACL und Landescheinwerfer werden über Flugphasen aktiviert.
 

Die Landeklappen der PC-6

Im Plan von MR-Aerodesign sind die Landeklappen mit Vorflügeln dargestellt. Dass es diese wirklich gibt, ist aus der Scale-Dokumentation der mitgelieferten CD ersichtlich. Doch lohnt sich der Aufwand wirklich? Da ich nicht scale baue, wohl eher nicht. Mit einem Balsablock wird der 'Zwischenraum' ausgefüllt und entsprechend der Außenkonturen verschliffen.

Zur Profilkontrolle habe ich mir aus Resten einer Acrylglasplatte eine Schablone gefertigt. Die untenliegende 'Gabel' bezeichnet die Position der Landeklappendrehachse.


 

Elektrik II

Große Modelle haben wegen der vielen Servos, Komponenten und großen Distanzen zwischen Akku und Verbrauchern ein besonderes Problem. An diesem Modell möchte ich erstmals ausprobieren, die Kabel nicht einfach vom Empfänger aus zu verteilen, sondern mit Kabelbäumen und einer Adapterplatte das Ganze zusammen zu fassen. Zudem soll der Empfänger nicht als Energieverteiler fungieren. Dazu wird die Versorgung des Empfängers und der Servos über eine Verteilerplatine geführt. Der Empfänger wird zusätzlich über eine Diode mit nachgeschaltetem Pufferkondensator an die Versorgung angeschlossen. So lassen kurzzeitige Spannungseinbrüche den Empfänger unberührt. Nur die Signalleitungen gehen unmittelbar vom Empfänger zu den Servos.


 

Fortsetzung folgt

Stand: 22.01.2009