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Luftfahrtschau „MAKS“
Moskau, 24. – 26. August 2007

Werner Schöppe

Da ich schon immer an Airshows interessiert war und viele internationalen Shows z. T. mehrfach besucht habe, meldete ich mich bei einem spezialisierten Reiseveranstalter für die MAKS in Moskau an. Die MAKS ist das Pendant zur ILA oder der Farnborough Airshow, aber natürlich in einem für mich völlig anderen Umfeld.

Dies ist ein Erfahrungsbericht einer Reise in die russische Hauptstadt. Der Anlass war die Luftfahrtmesse, das Ergebnis war letztendlich die Kombination eines Airshow-Besuchs mit einer überaus interessanten und für mich unvergesslichen Städtereise.

So kam es, dass ich als eine der etwa 50 Personen umfassenden Reisegruppe nach einem zweistündigen Lufthansa-Flug in Moskau-Scheremetjewo landete. Sehr interessant war der erste Eindruck: Ich hätte genau so gut in London oder Chicago sein können. Bis auf das uniformierte russische Flughafenpersonal entsprach nichts meinen Vorstellungen von Russland: Man wurde fast erschlagen von englischsprachigen Werbetafeln und laufenden TV-Werbesendungen.

Auf der Fahrt zum Hotel Kosmos (1.777 Zimmer, könnte auch in Las Vegas stehen) kam ich aus dem Staunen nicht heraus:
4 – 8spurige Autobahnen, unglaublich dichter Verkehr, überwiegend deutsche Autos, Firmenschilder wie Daimler, Praktiker-Baumarkt, Lidl, Citibank, Deutsche Bank usw.
In Berlin oder Frankfurt sieht es auch nicht viel anders aus.

Den ersten Abend verbrachten wir nach einem ausgiebigem Hotel-Büffett mit einer Metro-Rundfahrt, kundig geführt von unserer Reiseleiterin Tatjana, die sehr gut Deutsch sprach. Nun hatte ich schon viel über die russische Metro gelesen und gehört, aber das muss man gesehen haben. Die Bahnhöfe sind Paläste aus Marmor und Granit tief unter Tage, die einmalig sind. Nicht vergleichbar mit der Metro in Paris oder der Tube von London. Und das alles in einem blitzsauberen Zustand, den ich nicht mal in Amerika oder Japan gesehen habe. Auf Grund der kyrillischen Beschriftungen erscheint das Ganze ziemlich verwirrend und ohne Hilfe ist man anfangs sicherlich ziemlich hilflos, aber das legt sich.

Metro

Nach etwa zwei Stunden kehrten wir ins Hotel zurück und beendeten den Tag gegen Mitternacht in einem zünftigen Biergarten direkt vor unserem Hotel.

Am nächsten Morgen ging es per Bus zum berühmten und bedeutendsten russischen Flugzeugmuseum Monino, circa 25 km östlich von Moskau gelegen. Der Sprit kostet in Moskau übrigens umgerechnet 50 Cent. Bei gut 32°C schlenderten wir durch die Reihen der im Freien ausgestellten rund 170 Exponate. Diese einzigartige Sammlung ist ein Spiegelbild der sowjetischen Luftfahrtgeschichte. Vom historischen Doppeldecker aus dem 1. Weltkrieg bis zum High-Tech-Bomber und Kampfhubschrauber der Gegenwart gibt es viel aus der russischen Luftfahrttechnik zu besichtigen, fachkundig erklärt von ehemaligen russischen Piloten und übersetzt von Tatjana. Foto- und Videomöglichkeiten gibt es ausgiebig; für viel digitalen Speicherplatz sollte man vorsorgen. An einer Innenwand eines hölzernen Hangars gibt es eine überraschende Entdeckung: In verblasster Schrift ist „Rauchen verboten!“ zu lesen. Die Halle wurde seinerzeit von deutschen Kriegsgefangenen erbaut, wie uns Tatjana erklärte.

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Die anschließende Stadtrundfahrt führte uns Richtung Roter Platz und Kreml. Hier hatten wir einen sehr guten Ausblick auf die unvergleichliche Basilius-Kathedrale. In einem russischen Restaurant nahmen wir ein ausgezeichnetes Mittagessen ein. Die Rundfahrt führte uns zu weiteren zahlreichen Ausflugszielen wie dem Regierungsviertel und der Moskauer Universität.

Von den Sperlingsbergen hatten wir einen herrlichen Blick auf die gesamte Stadt mit ihren glänzenden, vergoldeten Zwiebeltürmen, sowie auf die Olympia-Hallen aus dem Jahr 1980 und eine wunderschöne Aussicht auf die Moskwa. Besonders eindrucksvoll sind die sehr breiten Hauptverkehrsstraßen, „Prospekt“ genannt. Die Fahrt führte uns unter fachkundigen Erläuterungen zum Jungfrauenkloster, der Erlöser-Kathedrale, Alter Arbat und Neuer Arbat (Fußgänger- und Shopping-Meile) usw. Schon während der Stadtrundfahrt keimte in mir der Entschluss: Von dieser Stadt will ich zu Fuß mehr sehen!

Christi-Erlöser-KathedraleBasilius-Kathedrale

Wir waren dankbar für die klimatisierten Busse, die Sonne brannte nämlich erbarmungslos.
Moskau hat rund 11 Mio. Einwohner, mit zunehmender Tendenz. Es fahren so um die 3,5 Mio Autos; da ist richtig was los. Wer glaubt, London oder Paris hätte dichten Verkehr, der soll mal hierher kommen. Zur Zeit wird ein vierter Autobahnring geplant, um die chronisch verstopften Straßen zu entlasten.

Kaufhaus GUM innenKreml MauerRoter Platz

Stand: 29.03.2009