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Sowjet-Stern ! Die YAK-55m von KRILL model

Christian Dini
Repräsentant der Fa. Krill model in Deutschland

Wir schreiben das Jahr 2004 und ich bin auf der Suche nach meinem ersten 2,6 m Voll-GfK Kunstflugmodell. Eine YAK 55 soll es sein und zwar nicht irgendeine, sondern die YAK-55m. Trotz aller Recherchen, es ließ sich einfach nicht das Gewünschte auftreiben. Entweder stimmte die Größe, dann aber wieder nicht der Flugzeugtyp oder das Modell war einfach zu groß. Damals entschied ich mich statt für eine YAK, für eine Velox Revolution II der Firma KRILL. Mit ihr fing alles an. Der erste persönliche Kontakt mit Ivo Krill ergab sich bei der Abholung des Modells. Dieses Kennen lernen führte letztendlich dazu, dass ich 2005 die Repräsentanz dieser Firma in Deutschland übernahm.

Mit der Zeit kam der Wunsch nach einem 3 m Kunstflugmodell auf, der zunächst mit einer Katana dieser Firma befriedigt wurde. Doch leider sollte diese Beziehung nicht von langer Dauer sein. Bald musste ein Nachfolger her, denn der 3 m-Virus hatte von mir endgültig Besitz ergriffen. Gerade in dieser Zeit brachte KRILL die neue YAK-55m auf den Markt, die in enger Kooperation mit Gerhard und Gernot Bruckmann entstanden war. Es fügte sich Eins zum Anderen und so war der Bau dieser YAK-55m beschlossene Sache.

Über das Original viele Worte zu verlieren ist sicher nicht erforderlich. Kennt doch jeder dieses markante Flugzeug mit dem Sternmotor, mit der weit vor der Motorhaube liegenden Propellerebene und der so charakteristischen Tropfenhaube. Alles in allem Designmerkmale, die dieses Flugzeug von dem auf unseren Modellflugplätzen heute Üblichen deutlich abheben. Zudem zeichnet sich schon das Original durch eine günstige Lage der Achsen aus und lässt somit einen durchaus vorbildähnlichen Nachbau zu.

Doch was bekommt man, wenn man sich für eine YAK-55m dieses Herstellers entscheidet? Nun, das Erste was man zu Gesicht bekommt, sind zwei große, stabile Kartons. Wie bei KRILL üblich, werden die Tragflächen in einer eigenen Transportverpackung geliefert, und die Größe des Kartons für Rumpf und den Rest lässt Gedanken an eine Wiederverwendung in ferner Zukunft aufkommen.

Die sorgfältig gefertigten GfK-Teile sind mit Luftpolsterfolie vor Beschädigung geschützt. Tragflächen, Rumpf, Seitenleitwerk, Höhenleitwerke und die riesige Motorhaube sind in der Form lackiert und bestehen aus einem GfK-Sandwich mit Herex als Stützstoff. Weiterhin liegt dem Bausatz ein Kleinteilebeutel mit Ruderhörnern, Radachsen, Tank- und Servohalterungen und jeder Menge unterschiedlicher Schrauben bei.

Die Radverkleidungen haben eine plane Auflagefläche für den Fahrwerksbügel, sind an den stark beanspruchten Stellen durch mehrere Lagen GfK verstärkt und können, nachdem ein Langloch für die Radachsen gebohrt wurde, sofort montiert werden.

Um den Bausatz zu vervollständigen, kann man sich aus der Zubehörliste noch einen Spinner, die Räder und das Spornfahrwerk aussuchen. Wie nicht anders zu erwarten, habe ich auch hier auf das Angebot von KRILL zurückgegriffen. Als ich diese Zeilen schrieb, waren nur die aus bedampfter Luftpolsterfolie gefertigten Flächenschutztaschen lieferbar. Die Fertigung der sehr hochwertigen textilen Flächenschutztaschen von CoverMe ist aber inzwischen angelaufen und die ersten Schutztaschen wurden ausgeliefert.

Zurück zum Modell:
Als Besonderheit sind nicht nur alle kraftaufnehmenden Spanten schon sauber eingebaut, sondern seit kurzem sind auch folgende Arbeiten herstellerseitig bereits erledigt:

  1. Obwohl die Nähte generell sehr schmal sind, wird mittlerweile die Rumpfnaht (auch die der Motorhaube) auf der Oberseite zusätzlich geglättet und lackiert.
  2. Die Kabinenhaube ist nicht nur fertig mit dem Rahmen verklebt und lackiert sondern auch mit der Befestigung ausgestattet und damit einsatzbereit.
  3. Mittels acht Sperrholzlaschen ist die Motorhaube am Rumpf angebracht.
  4. Der CfK-Motordom ist vermessen und am Ringspant verschraubt.

Diese Arbeiten waren bei meinem Modell noch selbst auszuführen.

Das Fahrwerk, eine Konstruktion aus einem Holzlaminat als Kern mit einem CfK-Überzug, ist vorgebohrt und die Befestigungspunkte sind im Rumpf eingebaut. Es kann direkt verschraubt werden. Bei dem runden Rumpfquerschnitt ein nicht zu unterschätzender Vorteil für den weiteren Bau. Die rustikale Oberfläche des Fahrwerks ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, fällt der Blick doch auf ein im Positiv mittels CfK-Schlauch beschichtetes Bauteil.

Diese Bauweise ermöglicht, verglichen mit herkömmlichen, in Formen laminierten Fahrwerken aus GfK oder CfK, eine deutliche Gewichtsersparnis bei guter Festigkeit.

Die Servohalterungen für die Tragflächen sind passend zum Farbschema lackierte, mit GfK beschichtete Sperrholzabdeckungen, an denen die Halterungen für Servos der Typen Hitek 5955 oder Graupner 8811 montiert sind.
Ebenfalls sind die Schlitze für die Ruderhebel in den Leitwerksklappen vorgefräst, was einiges an Messen und “Dremeln” erspart.

Alles in allem werden dem Modellbauer im Vergleich zu früheren Bauausführungen ca. 20 - 25 Arbeitsstunden abgenommen. Dies ist eine nicht unerhebliche Zeitersparnis, wenn man die sonst üblichen 60 – 70 Baustunden für so ein Modell in Betracht zieht.

Die Qualität der ausgeführten Arbeiten ist sehr gut. Die Spanten sind solide mit einem Gemisch aus Baumwollflocken, Microballons und Epoxi eingeharzt. Das Nahtband ist sauber verlegt und es finden sich keine Gewebereste oder Harzansammlungen im Inneren.

Die Farbübergänge von der Motorhaube zum Rumpf, wie auch an den Leitwerken, sind präzise.

Die Qualität der Oberfläche ist gut. Das Bemühen um ein niedriges Gewicht führte an manchen Stellen zu einer etwas dünnen Deckharzschicht, so dass sich dort das Gewebe minimal abzeichnete. Dies kann zwar kritisiert werden, ist aber sicher kein wirklich gravierender Mangel. Dem durchschnittlich begabten Modellbauer wird eine solch glänzende Oberfläche nur in den wenigsten Fällen gelingen.

Kommen wir zu den noch verbleibenden Arbeiten. Hierbei geht es um die Positionierung der Einbauten im Rumpf unter dem Gesichtspunkt, später keine Schwerpunktprobleme zu bekommen, sowie eine gute Zugänglichkeit zu allen Komponenten zu gewährleisten und um die Montage der Servos in Flächen und Leitwerken.

Im meinem Fall sollte der bewährte DA150 mit Resorohren kombiniert werden. Ob dies eine gute Entscheidung war sollte sich noch zeigen.

Bedingt durch die Resorohre wurde der Rumpf horizontal unterteilt und mit einem silbern beschichteten Herex-Sandwich verschlossen. Der so entstandene Resoschacht verschob, zur Erhaltung guter Zugänglichkeit, die Einbauposition der zwei Jumboservos für das Seitenleitwerk vom Typ Hitek 5745 relativ weit hinter den Schwerpunkt.

Die Folge war, dass zur Einhaltung des Schwerpunktes knapp hinter der Steckung noch ca. 500 g Blei am Motorspant montiert werden mussten und damit das Gesamtgewicht des Modells um gut 2 kg von den üblichen 17,5 kg auf 19,5 kg anstieg. Wie sich dieses Mehrgewicht auf die Flugeigenschaften auswirken würde, blieb abzuwarten. Dazu später mehr.
Bei Einsatz von offen liegenden Schalldämpfern und schwerpunktneutraler Positionierung ist ein Gesamtgewicht zwischen 17 -17,5 kg realistisch.

Zwar hat sich der Einbau der Krumscheid-Resorohre selbst als aufwändig erwiesen (es kann auch in einem so großen Rumpf eng werden),

so sind doch sowohl die flexiblen Krumscheid KS-ComfortMount-ABF-Krümmer zum selbst biegen als auch die Befestigungsschellen eine sehr saubere Sache und angenehm zu montieren. Beim Einsatz der Biegekrümmer,

der Comfort-Mount-Schellen

und Resorohre muss allerdings eine zusätzliche Abstützung im Bereich der Teflonschläuche erfolgen, um ein Schwingen der Resorohre zu vermeiden.

Einer der Gründe, weshalb ich mich trotz des Gewichts nicht zum nachtäglichen Umbau auf Schalldämpfer entschließen kann, ist die Laufkultur dieser Antriebskombination. Der brachiale Schub dank der Mejzlik 30 x 12 2-Blatt CfK-Luftschraube und die wirklich aggressive Gasannahme machen diese Konfiguration immer wieder zum Erlebnis. Wer also nicht um das letzte Quäntchen 3D-Performace kämpft, der kann auch mit diesem Modellgewicht bestens leben und jede Menge Spaß haben. Übrigens wurden die Resorohre gleich mit verlängerten Auslassrohren bestellt, was sich als absoluter Glücksgriff erwies. Die Endrohre ragen jetzt gerade so weit aus dem Rumpf, dass sie keine zusätzliche Verlängerung erfordern.

 

Stand: 08.03.2009