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Die Lade-Power im Koffer präsentiert: P6 von PICHLER-Modellbau

Gerd Giese

Die „Dual-Power“ von PICHLER-Modellbau heißt P6 und kann sowohl mit 230 V-Wechselspannung als auch mit 12 V-Gleichspannung versorgt werden. So gerüstet lassen sich alle Akkutypen zu Hause aus einer Steckdose oder vor Ort an einer 12 V-Batterie laden, entladen und pflegen. Zeitgemäß sind die integrierten Equalizer, die einen optimalen Ausgleich sämtlicher Lithium-Typen beim Laden gewährleisten.
Es ist für alle Li-Akkus (LiFe/LiIo/LiPo) typgerecht vorbereitet und mittels eingebauter USB-Schnittstelle und dem Anschlusskit (Datenkabel mit Software) können am PC sämtliche Lade-/Entladedaten grafisch darstellt werden. Selbstverständlich sind dabei auch die Einzelzellenspannungen der Li-Xx Zellen sichtbar. Leistungsmäßig ist das P6 mit 50 W und bis zu 5 A Ladestrom im Segment der Einsteiger- und Zweitgeräte angesiedelt. Es unterstützt dabei bis zu sechs LiXx- oder 15 NiXx-Akkus! Dank umfangreicher Einstellmöglichkeiten ist es zudem ein Ladegerät, das vielen persönlichen Anforderungen gerecht wird. Als „einzigartig“ ist die Tatsache zu sehen, dass diese Komplettausstattung in einem schicken Alukoffer geliefert wird.

Das Drumherum


Inhalt des Koffers


Das Zubehör ist komplett. Da muss nichts mehr zugekauft werden


Linke Seite: 12 V-Anschluss, das Loch hätte auch einen Verschluss vertragen, Temperaturfühler und USB-Anschluss


Rechte Seite: Ladebuchsen und die Balanceranschlüsse


Das Frontpanel ist übersichtlich und sinnvoll beschriftet

Das schwarz eloxierte Aluminiumgehäuse ist kompakt und hinterlässt einen robusten Eindruck. Die vier Bedientasten haben einen deutlichen Druckpunkt. Das blau hintergrundbeleuchtete Display stellt die Zeichen (2x16 Matrix) kontrastreich dar. Die Menüs sind in englischer Sprache und sollten dennoch kein Sprachhindernis sein. Modellbau-Pichler liefert das Koffer-Set komplett ausgestattet aus (siehe Foto: Ausstattung). Die Anleitung ist ins Deutsche übersetzt und mit 35 Seiten recht umfangreich. In ihr finden sowohl Einsteiger als auch fortgeschrittene User sachdienliche Lade-/Entladebeispiele, sowie ergänzende Hinweise mit Tabellen! Dem Set lagen EH- (robbe/Graupner/Kokam uvm.) und XH-Adapter für den Equalizeranschluss bei.

Technisches


Das Innere offenbart guten Industriestandard. Rechts oben ist die Widerstandsbank ( je 200 Ohm zu sechst parallel geschaltet) aufgereiht.

Das Innere offenbart guten Industriestandard. Ob der P6 einen flashfähigen Prozessor (Update fähig) besitzt, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Auf der rechten Hälfte sind die sechs Balancerwider-stände ( je 200 Ohm) sichtbar, um voreilende Zellen zu zügeln. Sie arbeiten gepulst und erreichen einen maximalen Ausgleichstrom von gepulsten 0,12 A/Zelle. In dieser Klasse bisher nicht Standard ist die integrierte USB-Schnittstelle. Damit lassen sich sämtliche Lade-/Entladevorgänge am PC mit „LogView“ aufzeichnen und visualisieren. Die USB-Schnittstelle teilt sich mit dem externen Temperaturfühler die Aktivität – eines ist nur möglich und wird im USER SET-Menü vorgewählt! Der P6 hat einen Step-up- und Step-down-Wandler mit hohem Wirkungsgrad, sodass die 50 W-Ladeleistung bzw. der maximale Ladestrom von 5 A schon ab einer Zelle nutzbar sind. Der Lüfter arbeitet auch bei Volllast (Laden oder Entladen) angenehm leise. Ein Li-Po-Pack (drei Zellen) könnte man noch mit vier 4 A laden, darüber bricht der Ladestrom den Gesetzen folgend ein: I(Ladestrom) = P(Ladeleistung)/U(Akkuspannung) [A=W/V]. Bei voller Ausnutzung, mit 15 NiXx oder sechs LiPo/LiFe, würde der Ladestrom noch 2,1 A bzw. 2 A/2,3 A betragen. Das Netzteil ist zu 100% an das P6 angepasst, so dass es keine Einschränkungen gibt. Der kleinste einstellbare Ladestrom von 0,1 A prädestiniert das Gerät auch für die kleineren Akkus z. B. einen LiPo 0,5 Ah optimal zu laden. Die Entladeleistung mit 1 A/5 W ist Standard in dieser 50 W-Klasse. Nach den Erfahrungen des Autors ist die Abschaltspannung in Relation zum kleinen Entladestrom bei den LiFe- (2,0 V/Z), Li-Ion- (2,5 V/Z), LiPo- (3,0 V/Z), und Pb- (1,75 V/Z) Typen für die kleinen Entladeströme zu niedrig ausgefallen. Die Werte für die NiCd (0,85 V/Z) und NiMh (1,0 V/Z) sind dagegen praxisgerecht. Die Genauigkeit der internen Spannungsmessung ist hoch mit einer maximalen Abweichung von unter 1%. Das P6 verträgt sich gut mit mehreren Ladegeräten, wenn diese aus einer Autobatterie versorgt werden. Bis zu fünf Speicher erhöhen den Komfort, weil dort die unterschiedlichsten Lade-Entladeeinstellungen abgelegt werden können. Umfangreiche Schutzmechanismen, wie der Verpolungsschutz der Ein- und Ausgänge, Übertemperatur- und Unterspannungswarnung gewährleisten einen sicheren Betrieb – bis auf einen Wermutstropfen: Wer die Balancerkabel anschließt und danach die Ladekabel verpolt, produziert einen Kurzschluss!

Empfehlung: Immer zuerst das Ladekabel (Verpolung wird sofort erkannt), danach erst das Balancerkabel anschließen!

 

 

Stand: 16.03.2009