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Die Lade-Power im Koffer präsentiert: P6 von PICHLER-ModellbauGerd Giese |
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Seite 2Praxis
Vor dem Laden empfiehlt der Autor die bevorzugten Grundeinstellungen vorzunehmen. Wird der Temperatursensor genutzt, kann zur Sicherheit die optimale Abschaltemperatur von 48°C (von 20°C bis 80°C einstellbar) eingestellt werden. Der aktivierbare Lade-Timer (10 Minuten bis 720 Minuten) und Kapazitätslimiter (0,01 Ah bis 50 Ah) für alle Akkutypen bricht die Ladung nach erreichen der Zeit bzw. Kapazität ab und dient der zusätzlichen Ladeüberwachung. Alle Einstellungen sind kombinierbar. Die Auswertung erfolgt nach Priorität, also welche Bedingung als Erste erfüllt ist. Die einstellbare Eingangs-spannungsgrenze schützt den KfZ-Akku vor Tiefentladung (Empfehlung: 11 V). Die getrennt einstellbare Abschaltempfindlichkeit (-dP) der NiCd und NiMh sowie die bis zu fünf Formierungszyklen (L->E / E->L) runden das positive Gesamtbild ab. Es sollte einem aber bewusst sein, dass ein Entladestrom von 1 A Geduld abverlangt! Zwischen den Zyklen ist eine Wartezeit von 1 bis 60 Min. variierbar. Zur zügigen Programmauswahl tragen fünf Speicher bei, die ich am Mustergerät mit den Daten meiner NiMh-, LiFe-, LiIon-, LiPoly- und Pb-Akkus belegt hatte. Das erhöht den Bedienungskomfort, da sich so alle Akkutypen mit wenigen Klicks aufrufen und jeweils schnell in Bezug auf die Ladeart, den Strom und die Zellenanzahl anpassen lassen. Zur Stromauswahl stehen beim Laden „Manuell“ und „Auto-Limit“ zur Verfügung. Versuche ergaben zuverlässig voll geladene NiXx-Akkus, weil das P6 das aufwändigere „spannungslose Messen“ zur Vollerkennung nutzt, gut erkennbar an den Stromlücken beim Laden.
Die Temperatur pendelte sich bei gut handwarm (49°C, Infrarot gemessen) ein, wenn die Laderate im Bereich 1,5C bis 2C gewählt wird (1C entspricht der Nennkapazität [Ah] des Akkus in Ampere [A]). Die Einstellung zum Delta-Peak-Wert betrug mit NiMh Akkus –5 mV. Im Automatikmodus zeigt sich das P6 etwas übermotiviert. Dem sollte man mit dem Ladestromlimiter (empfohlen: 2C) und der Vorgabe einer Maximalspannung (im Save-Menü, empfohlen: 1,65 V/Zelle) entgegen wirken. Mittels einer Diode geschützte Senderakkus werden zweckmäßigerweise „manuell“ geladen. Während oder nach der Ladung bleibt man datenmäßig nie im Unklaren, da die abrufbaren Informationen zu Kapazitäten, Temperaturen und Spannungen umfangreich sind. Die Entladeschlussspannung ist im NiXx-Modus von 25 V bis auf 0,1V wählbar.
Beim P6 sind für die LiXx-Pflege und zur Lade-/Entladesicherheit einige Besonderheiten eingeflossen. Dazu stehen vier unterschiedliche Grund-Ladeprogramme zur Verfügung. Die normale „Charge“ LiXx-Ladung lädt, bis der Ladestrom auf ein Zwanzigstel abgesunken ist. Das „Fast“-Ladeprogramm, idealer Modus, um „vor Ort“ zu laden, lädt bis zu einem Fünftel des Ladestroms und damit erheblich schneller, was aber völlig ausreichend ist, da im letzten Ladezeitdrittel nur noch eine sehr kleine Kapazität (unter 0,5%) eingeladen wird und daher verzichtbar ist! Zur Lagerung der LiXx-Akkus ist das „Strorage“-Programm vorgesehen. Dabei wird der LiPol/-Ion-Akku nach der IU-Methode bis maximal 3,8 V/Z bzw. LiFe-Akkus bis 3,3 V/Z geladen (optimale Spannung zum Lagern) oder, bei höherer Spannung, auf das Niveau automatisch entladen!
Der Clou sind aber die integrierten Equalizer/Balancer. Diese gewährleisten eine Ausgleichsfunktion bei allen Li-Xx-Typen und in sämtlichen Ladeprogrammen! Werden die Balanceranschlüsse genutzt, wird das automatisch vom P6 erkannt. Anders im „Balancer“ Modus, hier ist es zwingend erforderlich, den Balanceranschluss anzuschließen. Dabei können die einzelnen Equalizerstufen einen noch ausreichend hohen Ausgleichsstrom (max. 0,12 A pro Zelle) für normal driftende Lithiumzellen aufbringen. Die Kontrolle sämtlicher Einzellspannungen während des Ladens nimmt man mit Wohlwollen zur Kenntnis und manche Lade-Unsicherheiten verpuffen beim Tastendruck zum Abrufen dieser Anzeige.
Sehr gut hat mir gefallen, dass eine falsch eingestellte Zellenanzahl oder eine Zellenüber- bzw. -unterspannung nicht zum Desaster führen kann, da der P6 bei aktivem Balancer das sofort zuverlässig erkennt und gegebenenfalls die Ladung nach wenigen Minuten mit einer Fehlermeldung abbricht! Die Härteprüfung bestand aus einem bewusst debalancierten 5s-LiFe (A123)-Pack (2300 mAh/14,4 V). Dieses wurde im Balance-Modus mit 3 A und mit Equalizer 2/3 vorgeladen. Anschließend wurde die Zelle 1 um +3% weiter geladen (debalanciert) und anschließend weiter aufgezeichnet.
Im Diagramm ist sehr gut der Sicherheitscheck bei 5 Min. zu erkennen (Ladestrom = 0 A) und die sofortige Ladestromreduzierung nach Erreichen der 3,6 V von Z1! Nach 25 Minuten war das Pack auf die minimale Zellenspannungsdifferenz von 15 mV voll geladen! Tiefentladene LiPo-Zellen, unter 3,0 V/Z, werden nicht mit reduziertem Ladestrom vorkonditioniert. Die Ladeschlussspannung der Bleiakkus beträgt korrekte 2,4 V/Z.
SoftwareDie Installation des USB-Treibers läuft unter Windows problemlos ab. Wer die Wahl hat, sollte sich für die deutsche Universalsoftware „LogView“ entscheiden und nicht für die mitgelieferte Software, da der Funktionsumfang von „LogView“ unerreicht ist. Ladbar ist sie unter www.logview.info. Der P6 wird als „Bantam BC-6“ uneingeschränkt unterstützt. Den Programmierern ist die Kombination von großer Darstellungsvielfalt mit intuitiver Bedienbarkeit geglückt. Hier die Vielfalt der Software zu erklären würde den Rahmen sprengen, aber so viel vorweg: Es macht Spaß, mit ihr zu arbeiten, da sie vollständig in Deutsch gehalten ist. Auch erfordert es nicht die Kenntnisse eines PC-Spezialisten, um aussagefähige Diagramme zu erhalten. Wer in die Tiefen der Darstellungsmöglichkeit eintauchen möchte, hat eine sehr gut gegliederte Onlinehilfe zur Verfügung. BilanzDie Zielgruppe des P6 von PICHLER-Modellbau ist vielschichtig. Es ist für die Einsteiger ein Universalgerät, stellt aber auch eine gute Ergänzung eines schon vorhandenen, nicht lithiumfähigen Laders dar. Nicht zu vergessen seine Universalität Dank des Netzanschlusses und der integrierten Balancer mit der Einzelspannungsanzeige. Das sind unverzichtbare Attribute, um als Ladegerät im Urlaub zum Einsatz zu kommen. Die zahlreichen Einstellmöglichkeiten, die hochwertige Verarbeitung und die umfangreiche Ausstattung des in einem Metallkoffer gelieferten P6 machen es zu einem konkurrenzlos günstigen Ladegerät der 50 W-Klasse. Der P6 gehört uneingeschränkt zu den sehr empfehlenswerten Kleinladern! Plus & Minus
Bezug (Testgerät von): PICHLER Kunststofftechnik GmbH
Technische Daten zum BC-6 (Stand: Februar 2009)
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Stand: 16.03.2009 |