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ALPINA - Erfahrungen und Update

Maik Ortloff

Ich habe in der letzten Bausaison meine ALPINA Elektro-Thermik-Edition fertig gestellt, geflogen und teilweise geändert. Dies soll keine allgemeine Baubeschreibung sein, sondern meine Erfahrungen und die für mich (leichten) Pannen mit dem Innenausbau beschreiben. Vielleicht bringt es auch ein wenig Licht in das immer wieder diskutierte Thema, ob man mit dem Modellgewicht unter 5 kg bleiben kann oder nicht. Hier im Forum wurde schon viel über die ALPINA geschrieben. Gerade der Innenausbau hängt oft den Vorlieben, Gewohnheiten und der Baulust des Modellbauers ab. Ich hab’s gern servicefreundlich, auch wenn es manchmal etwas Mehraufwand bedeutet. Also kommen wir zu meiner Version.

Dem Bausatz liegt ein Servobrett, Teile für eine Akkurutsche und ein Verstärkungsholz bei. Für Minimalisten mag das genügen. Mir hat es aber nicht gefallen, dass die Akkurutsche am hinteren Ende keinen Halt hatte. Kritik am Bausatz soll das nicht sein, schließlich hat jeder seine eigenen Vorstellungen und Gewohnheiten. Voll motiviert ging ich an die Herstellung zweier Spanten. Der Vordere ist vielleicht nicht nötig, aber mir gefiel das Stück Kantholz einfach nicht.

 
Eingebaut sieht es dann so aus

Die Akkurutsche wird in den Schlitz des hinteren Spants eingeschoben und am vorderen mit einer Nylonschraube befestigt. Das ist eigentlich alles simples Modellbau-1x1 und nicht weiter aufregend. Unter der Rutsche sollte der Empfänger und der Empfängerakku, auf dem Brett der Antriebsakku (5s) und im vorderen Bereich Kleinigkeiten wie Vario, Irda und eventuell auch noch ein Datenlogger platziert werden.

Aber es kam vorerst anders.
Durch das Ziel, unter 5 kg bleiben zu wollen, kam ein Motor der 500er Größe mit Getriebe zum Einsatz. Es wurde ein günstig beschaffter Hacker B 50-19S mit einem Getriebe von Hobbyland (6,7:1)verheiratet. Diese Kombination zog an 5S mit einer 20x13 ca. 42 A bei einem Wirkungsgrad von etwa 80%. Die ALPINA ließ sich so ohne Probleme sauber allein aus der Hand starten. Die 20“ grüßen. Das Modell wog fertig mit Störklappen ~ 4,9 kg.
„Sie haben ihr Ziel erreicht!“ heißt es meist von der Dame im Navi. Aber zufrieden war ich irgendwie noch nicht. Warum? Ganz einfach: Die Komponenten waren nicht da, wo ich sie gerne gehabt hätte. Der Empfängerakku konnte nur mit Fingerakrobatik unter den Motor gefädelt werden, der Antriebsakku war ganz vorne auf der Rutsche und die „elektronischen Kleinigkeiten“ waren ganz hinten verstaut. Nur so ließ sich der Schwerpunkt einhalten. Auch der Einsatz von Standartservos für Höhe und Seite änderte daran wenig.

Ein schnelles Wechseln des Varios oder eine Verbindung zum Irda war so nicht möglich. Ich mag es einfach nicht, wenn es so serviceunfreundlich zugeht und man für jede Kleinigkeit die Instrumente eines halben OP-Saals braucht. Außerdem halte ich es für eine gute Lösung, den Antriebsakku so nah wie möglich am Schwerpunkt unterzubringen. Sollte später mal ein Wechsel des Akkufabrikats (die Zeit ist schnelllebig) nötig sein, werden eventuell anfallende Umbaumaßnahmen wegen unterschiedlicher Gewichte nicht so umfangreich.

Tja, was tun? Das war die Frage.

Blei unter den Motor? Fällt aus, ist unsportlich!

Größerer, damit schwererer Empfängerakku? Hm, die Zukunft gehört den Lixx-Zellen. Was dann?

Alles in allem keine befriedigende Lösung. Blieb nur noch der Ausweg, einen größeren (schwereren) Motor einzubauen oder Gewicht am Heck einzusparen. Kurzum, ich habe mich für beides entschieden. Der B 50S wurde gegen einen Kira 600-17 ausgetauscht, macht in der Nase schon mal 50 g mehr und auch ein Tick mehr Leistung. Mit 67 g pro Hälfte hielt ich das Höhenleitwerk für ein wenig zu „stabil“. Ich entschloss mich daher für einen Neubau.

Ein Neubau des HLWs war mir in sofern recht, da ich mich gerade mit der Positivbauweise anfreunden wollte. Somit hatte ich ein geeignetes Übungsobjekt und die Kosten bleiben im Falle eines Fehlschlages gering. Ich will nicht verheimlichen, dass der erste Versuch nicht ganz meinen Erwartungen entsprach. Macht nichts, wird’s halt ein Urmodell für ein Leitwerk in Schalentechnik. Die 2. Auflage entsprach dann mit 39 g pro Hälfte meinen Erwartungen. Nun sitzt auch alles da, wo ich es mir vorgestellt hatte. Ohne Fingerakrobatik alles gut erreichbar.

Die Anzeige der Waage blieb bei 4950 g stehen. Ziel erreicht!

Demnächst möchte ich noch versuchen, das Höhenleitwerk in GfK-Schalentechnik zu bauen, nicht dass es nötig wäre, aber es ist für mich ein willkommenes Übungsobjekt. Sollte es zu einer weiteren Gewichtsreduzierung kommen, ist auch wieder der problemlose Einsatz von kleineren Servos für Höhe und Seite denkbar.

Ob der Aufwand nötig ist, muss jeder selbst entscheiden. Aber so habe ich ein servicefreundliches Modell mit für mich vertretbarem Aufwand und der Option, dass vielleicht später anfallende Veränderungen im Aukkubereich nicht gleich einen Totalumbau nach sich ziehen.

Ja und, fehlt noch das Fliegen? Darüber reden wir nicht, wir genießen!

 

Stand: 26.04.2009