Unter diesem Motto wird seit Jahren von George Batiuk der MaxMen in Kalifornien organisiert. Der Wettbewerb gehört zu den größten des Freiflugs. Konstant hohe Teilnehmerzahlen sprechen für sich:
Starter |
2005 |
2006 |
2007 |
2008 |
F1A |
45 |
41 |
41 |
51 |
F1B |
44 |
44 |
49 |
53 |
F1C |
23 |
28 |
24 |
28 |
gesamt |
112 |
113 |
114 |
132 |
Das Gelände
Das Gelände besticht durch Wiese und Endlosigkeit, die nur in östlicher Richtung von Sandablagerungen eines Tagebaus leicht beeinträchtigt werden (für Freiflieger aber unproblematisch, weil leicht zu erklimmen. Für F1E sogar fantastisch, siehe unten). Stechflüge „up to infinty“ sind die Regel, denn der Rand des Fluggeländes kann kaum erflogen werden.
Das Gelände befindet sich etwa 10 Meilen / 16km außerhalb des Städtchen Lost Hills am Interstate Highway Nr. 5, welcher Los Angeles im Süden mit San Francisco und Sacramento im Norden verbindet. Lost Hills ist ein Nestchen, das von Ölbohrfeldern, Obstplantagen und amerikanisch-hispanischer Bevölkerung geprägt wird. Es verkörpert nicht wirklich, was der Durchschnittstourist auf den ersten Blick von Kalifornien erwarten würde. Aber es hat was.
Viel ist allerdings nicht los. Motels und Essgelegenheiten befinden sich nicht im Dorf, sondern direkt an der I5 in Form eines Mega-Rastplatzes. Zu finden sind hier mehrere Motels und Häuser verschiedener amerikanischer Ketten: Motel No. 6, Days Inn, McDonalds, Jack in the Box, Denny’s und Taco Bells sind einige. Solche „Truck-Stops“ entsprechen nicht unbedingt dem, was wir in Europa kennen. Sie haben aber einen großen Vorteil: Kost und Unterkunft sind richtig günstig:
Kosten zu zweit: Wechselkurs 03.03.09 |
$ |
€ |
Übernachtung DZ im "Motel No. 6" |
35.99 |
27.35 |
Frühstück Denny's zu zweit |
15.00 |
11.40 |
abends Denny’s: Gericht ab 9$, zusätzl. Getränke! |
18.00 |
13.68 |
ggf. mittags ein Snack auf dem Flugfeld ab 6$ |
12.00 |
9.12 |
gesamt pro Tag zu zweit |
80.99 |
61.55 |
Der nächstgelegene Flughafen ist Los Angeles. Er befindet sich 156 Meilen Fahrstrecke südlich von Lost Hills. Das sind 251 Kilometer. Mit Einreise, Leihwagenabholung, Stau und Müdigkeit durch Zeitumstellung sollte man jedoch von der Landung des Überseefluges bis zur Ankunft im Motel in Lost Hills gute sechs Stunden rechnen: Lufthansa landet in der Regel mittags um 12 und zum Abendessen ist man im Motel. Früher ist unwahrscheinlich.
Flüge gibt es von mehreren Anbietern. Heute stehen Flüge für den Februar 2010 zum Beispiel mit folgenden Preisen zur Verfügung:
|
ab € |
Lufthansa Frankfurt-London-Los Angeles |
670.00 |
Lufthansa Frankfurt - Los Angeles direkt |
720.00 |
British Airways ab D'land über London |
680.00 |
Continental ab D'land bis Los Angeles |
690.00 |
Quelle: Reisebüro First, Wetter,
wetter1@first-reisebuero.de, Frau Bieser |
Der Wettbewerb
Der Wettbewerb wurde früher über 14 Durchgänge geflogen, MaxMen – die maximalen Männer. Diese 14 Durchgänge im launischen Februarwetter alle voll zu fliegen und ins Stechen zu kommen, war früher tatsächlich große Leistung. Da aber einerseits viele jugendliche Teilnehmer immer einen zusätzlichen Tag schulfrei beantragen mussten, und andererseits das Durchschnittsalter im Freiflug trotzdem bekanntermaßen immer älter wird, hat George Batiuk auf vielfachen Wunsch die Durchgangszahl auf die sonst üblichen 7 reduziert.
Schade, finde ich, und gar nicht so unbedingt nachzuvollziehen. Das Schulfrei natürlich schon, aber nicht die Argumentation des Durchschnittsalters. Denn in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, kann jeder unbegrenzt motorisiert zurückholen. JEDER hat ein Bike. Selbst nach Fehlstarts, wenn der Flieger nach ein paar Sekunden quasi zum Greifen nahe vor der Startstelle liegt, schwingt sich der Ami auf den Feuerschlitten, um das Modell wieder einzusammeln.
Für uns Europäer ist dies eher ungewöhnlich, haben wir doch kaum Gelände, die dies zulassen. Die Motorisierung bietet jedoch einen großen Vorteil: selbst Alte oder Gehbehinderte werden vom Freiflug nicht ausgeschlossen oder aufs alte Eisen geschoben. Denn sie können quasi ohne fremde Hilfe einen ganzen Wettbewerb allein durchstehen – weil sie mit dem Moped zum Rückholen fahren dürfen.
Natürlich fährt man mit dem Krad auch zum Örtchen oder zur zweihundert Meter entfernten Fressbude, die seit Jahren mit frischen, hausgemachten Omelettes, Spiegeleiern, Hamburgern, Steaks, Getränken, Kuchen, Obst und heißen Getränken die Fliegergemeinschaft während des Wettbewerbs für kleines Geld auf den Beinen hält. Ich glaube es gibt auf keinem anderen Wettbewerb weltweit mitten auf dem Acker eine verschiedene Speisekarte für das Frühstück (ab halb 6) und das Mittagessen! Nur Bier gibt es nicht, bemerkt der emsige Deutsche. Das muss man vorher an der Tankstelle besorgen.
Geflogen wird ohne offizielle Zeitnehmer – was nicht jeder mag, aber an was man sich durchaus gewöhnen kann, bringt es doch auch gute Möglichkeiten, mit bisher nicht bekannten Leutchen ins Gespräch zu kommen.
Ausreichend Tageslicht gibt es im Februar für 9 - 10 Stunden, was genügend Platz für eine halbe Stunde gern genommene Mittagspause bietet.

Lost Hills 2009
Das Wetter in Lost Hills ist im Februar normalerweise kalt aber herzlich. In diesem Jahr hatten wir das Glück, genau im Auge eines mehrtägigen Sturms zwei glasklare Tage mit blauem Himmel und Sonnenschein zu erwischen. Die A-Flieger werden jetzt sagen: „Stimmt doch gar nicht! Es war schrecklich!“, und ich muss ihnen leider Recht geben: der A-Tag WAR schrecklich! Als wir um 9 auf das Gelände kamen, war der Wind zwar gerade noch unter 11 Meter pro Sekunde (was sich noch ändern sollte!), die Sicht aber war durch konstanten Regen so schlecht, dass die Modelle nach wenigen Sekunden außer Sicht waren. Vom Spaß am Fliegen natürlich ganz zu schweigen. Der Wettbewerb wurde richtigerweise abgebrochen und erst gegen Mittag fortgesetzt, als es sich ausgeregnet hatte, aber immer noch sehr böig war.
Erst am B- und G-Tag (jetzt werden die A-Flieger sagen „Wie immer!“, und sie haben wohl recht) war das Wetter richtig ruhig und klar, wenig Wind und ein Panorama aus dem Bilderbuch. Die Freiflugebene bei Lost Hills ist auf 300 Grad von Bergen umgeben: im Westen in 40 Kilometern Entfernung die Bergkette vor dem Pazifik, südlich in etwa 80 Kilometern Entfernung die Berge oberhalb von Los Angeles und im Osten die wunderbaren Sierras, die Viertausender vorweisen können. Alle Berge rundherum waren während der B- und G-Tage in Sicht und mit Schnee bedeckt. Zum Greifen nahe. Atemberaubend!
An diesen beiden Bilderbuchtagen war das Fliegen trotz klirrender Kälte am Morgen Genuss pur! Vier Minuten für F1B im ersten Durchgang waren kein Problem. Danach sechs Durchgänge mit drei Minuten und wunderbares Stechen (bei dem die Zeitnehmer ausgelost wurden).
Am G-Tag die gleichen, klar-kalten Begebenheiten, und fünf Durchgänge mit jeweils zwei Minuten waren herrlich zu fliegen.
Erst zum Stechen in F1G, und zwar genau in der Hälfte der 10 Minuten Arbeitszeit des zweiten Stechens, frischte der Sturm mit blitzartig einsetzenden Böen wieder auf. Ordentliche Starts wurden zum Risiko. Beim noch späteren F1H-Stechen flogen Modelle von den parkenden Autos aus betrachtet innerhalb von einer Minuten aus Westen kommend in Sicht, über die Köpfe hinweg und nach Osten außer Sicht. Die Ruhepause war vorbei und der Sturm hatte uns wieder erfasst. Er schien uns gerade nur genug Zeit gegeben zu haben für „Come – Fly – Have Fun!“
Fliegerlatein
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Treppchen F1B: Walt Ghio, Jugendsieger Oskar Findahl, Alex Andrukov, Stepan Stefanchuk |
Maxmen international 13-16 Februar in USA 2009
F1A (51 Teilnehmer)
| |
Name |
Land |
gesamt |
| 1 |
Don Zink |
USA |
930 + 401 |
| 2 |
R. Limberger |
USA |
930 + 364 |
| 3 |
Dallas Parker |
USA |
930 + 341 |
| 4 |
M. Kochkarev |
RUS |
930 + 333 |
| 5 |
Vasily Beschasny |
UKR |
930 + 303 |
| 6 |
Jess Nyhegn |
DEN |
930 + 293 |
| 7 |
Todd Boyadjev |
CAN |
930 + 284 |
| 8 |
John Cooper |
GBR |
930 + 257 |
| 9 |
Yalcin Olgun |
TUR |
930 + 127 |
| 10 |
Sergey Makarov |
RUS |
930 |
| 11 |
Michael Thompson |
USA |
927 |
| 12 |
Risto Puhakka |
USA |
925 |
F1A Junioren (7 Teilnehmer)
| |
Name |
Land |
gesamt |
| 1 |
Oliver Cai |
USA |
895 |
| 2 |
Joey Farmer |
USA |
883 |
| 3 |
Taron Malkhasyan |
USA |
865 |
| 4 |
Oskar Findahl |
SWE |
861 |
Beitrag auch erschienen in Thermiksense 1/2009
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