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Baubeschreibung OLE TIGER

Bernd Langner

Kürzlich habe ich mit dem Bau eines neuen Modells begonnen. Nach einem vorausgegangenen, langen Hin und Her habe ich mich dann doch entschlossen, auf ein neueres Konzept zu setzen.
Das Modell der Wahl war der OLE TIGER von Claus Maikis, Bezugsbeitrag im -Forum.

Die Modelldaten
Spannweite 1245 mm
Länge 980 mm
Gewicht 1150 g
Profil NACA 0022
Motor 5 – 6 cm³

Die Baudokumentation wurde in der FMT 2/2001 veröffentlicht, es war kein Beilagebauplan. Der Bauplan ist beim Verlag für Technik und Handwerk (VTH) erhältlich.

Zunächst ließ ich den Bauplan komplett kopieren, das kostete so etwa 9 Euro.
Anschließend habe ich einzelne Bauteile herauskopiert. Diese Kopien werden mit der Schere ausgeschnitten und auf das entsprechende Holz geklebt.
Schließlich kommt meine neue Säge ins Spiel. Die 2 mm Brettchen werden grob auf das Maß der 18 Rippen zugeschnitten, ebenso die 18 Halbrippen. Die Kontur der vier Mittelrippen wird gegenüber den normalen Rippen um die Beplankungsdicke reduziert. Diese Rippen werden im Block zu je 8 Rippen mit der Dekupiersäge ausgesägt.

Oben sieht man die vier Mittelrippen mit den Ausschnitten für das Steuersegement. Auf der Dekupiersäge liegen Stapel von je 9 Brettchen für die anderen Rippenblöcke. Als Antrieb werde ich einen OS 40 oder 46 LA mit einer 11 x 5 Luftschraube vorsehen. Der Tank wird natürlich selbst hergestellt. Also es gibt noch viel zu tun.

Das sind die fertig ausgesägten Bauteile der Fläche.


Die Rippen sind so sortiert, wie sie für den Bau der beiden Tragflächenhälften gebraucht werden. Rechts die Teile für die rechte Fläche, links die Teile mit den Bohrungen und Löchern für die Steuerdrähte der linken Fläche.

Nun werden die geschäfteten Holme mit Nadeln auf das Baubrett geheftet. Die Rippen können positioniert und festgeleimt werden.

Die gesamte Fläche ist eine Balsaholzkonstruktion. Nur im Bereich der Steuerung bekommen die Holme eine Verstärkung aus Hartholz, damit das Segment zuverlässig befestigt werden kann. Danach habe ich die Endleiste, die Nasenleiste und den oberen Holm verklebt. Nasen- und Endleiste bestehen aus 10 x 10 mm, die Holme aus 10 x 5 mm Balsaleisten. Zum Schluss habe ich die Halbrippen eingeleimt. Da Claus nur eine Hälfte der Fläche gezeichnet hat, habe ich die Maße auf die Holme und Endleisten übertragen und die Fläche natürlich in einem Stück gebaut.

Die linke Hälfte der Fläche.

Die Öffnungen für die Steuerseile sind freihand mit der Dremel eingefräst, was ihr etwas grobes Aussehen erklärt.
 

Metallkurs

Leider gibt es kaum Zubehör für Fesselflugmodelle. Daher ist Eigeninitiative gefragt. Als Erstes habe ich das Steuersegment angefertigt. Dazu habe ich die Zeichnung des Segments auf 2 mm Alu geklebt. Anschließend wurde das Bauteil mit einer Dekupiersäge ausgesägt.

Der „Rohling“ wird entgratet, die Bohrungen werden angekörnt und gebohrt. Dann wird das Papier entfernt. Damit die Seile und die Stoßstangen nicht das Aluminium einschneiden, werden in die Bohrungen kurze Messingröhrchen als Buchsen eingepresst.

Es folgen die Bügel für das Höhenruder und die Flaps. Diese Teile werden aus 1,5 mm Messingblech, 2 mm Stahldraht und Messingrohr (3 mm außen und 2 mm innen) hergestellt.

Die Anlenkhebel aus Messingblech werden mit dem Draht hart verlötet. Weichlöten hält leider in diesem Fall nicht. Danach wird das Röhrchen über den Draht geschoben und die Enden werden abwinkelt. Damit ist die Anlenkung für die Flaps und das Höhenruder fertig.

Damit die Achse im Segment winklig sitzt, bohre ich auf der Ständerbohrmaschine ein Loch in einen Holzklotz. In die Bohrung stecke ich die Achse, darüber das Segment. Dann wird, plan aufliegend, auf beide Seiten eine Messingscheibe aufgelötet. Das Ganze wird mit UHU-Plus verklebt.
Damit sind die Steuerungsteile fertig. Als Nächstes wird das Segment und die Steuerseile eingezogen. Ebenso die Stoßstange zu den Flaps und zum Höhenruder. Ist alles eingebaut, kann die Fläche komplett beplankt werden.

Das Segment ist in der Fläche zwischen den Holmen gelagert. Dazu werden die 5 x 10 mm Balsaholme mit 5 x 10 mm Kiefernleisten aufgedoppelt. Dazwischen sitzt das Segment. Geführt wird diese „Mechanik“ durch eine 4 mm-Schraube. An dieser Stelle wirken die größten Kräfte.

Das Segment fertig zum Verleimen.

Diese Baugruppe wird mit reichlich Weißleim an Ort und Stelle verklebt.
So sieht das jetzt aus.

Nun gilt es, den Rest der Steuerung einzubauen. Zunächst habe ich die Steuerleinen eingezogen. Dazu verwende ich Bowdenzug von der Fahrrad-Schaltung. Es gibt auch die Möglichkeit, statt der Seile Drähte zu verwenden. Ich habe mich jedoch für Bowdenzüge entschieden. Diese werden durch das Segment gezogen und mit Hilfe eines 3 mm Kupferrohres verpresst.
Das Ganze wird mit Lötzinn gesichert. Festigkeitsprobleme sollte es nicht geben, und gegen das Einschneiden ins Alu haben wir ja das Segment mit Messingbuchsen versehen.

An der Fläche treten die Steuerseile am Randbogen aus. Als Führung habe ich Hohlnieten aus dem Sortiment eines Versandhauses verwendet.

Danach habe ich die Schubstangen angefertigt. Bei diesem Modell hat das Segment getrennte Anschlüsse für Flaps und Höhenruder. Die Flaps werden direkt mit einer Stange aus 2 mm Stahldraht verbunden. Das Höhenruder bekommt eine Schubstange aus Kohlefaser mit einem Ende aus 2 mm Stahldraht.
Der Flaphebel wurde zunächst nur provisorisch befestigt, um die genaue Länge zu ermitteln.

Nun wird die Länge der Stoßstange abgemessen, entsprechend abgelängt und gebogen. Damit die Stange nicht durch das Segment rutscht, wird vorher eine 2 mm Messingscheibe aufgelötet. Damit diese genau gerade auf dem Draht sitzt, wird ein senkrechtes Loch in einen Hartholzklotz gebohrt. Der Draht mit der Scheibe wird eingeschoben und verlötet. Somit sitzt die Scheibe exakt auf dem Draht.

Ebenso verfahren wir auf der Seite des Anlenkhebels. Danach wird die Schubstange am Segment mittels einer weiteren aufgelöteten Messingscheibe befestigt. Am Anlenkhebel wird bei der Endmontage die Schubstange genauso befestigt. Die Schubstange für das Höhenruder wird nach dem gleichen Schema angefertigt. Die Steuerung sieht nun so aus:

Damit ist die Anlenkung der Ruder fertig. Jetzt kann die Beplankung aufgebracht werden. Vorher sind allerdings die Durchbrüche für die Steuerstangen in die Beplankung zu schneiden. Nun kann die 1,5 mm Balsabeplankung aufgeklebt werden.

 

Stand: 28.08.2009