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3.  Internationales Mini 40-Treffen,
18./19. Juli 2009 am Aartalsee

Klaus Dietz

Jens‘ Grafik sagt eigentlich schon alles:

3.  Internationales Mini 40-Treffen, 18./19. Juli 2009 am Aartalsee

Wenn auch etwas zeitlich versetzt –

15 Multihulls waren da!!

13 x Mini 40, darunter zwei Foiler, ein Kat und zwei Exemplare der 2m-Klasse.

Tja, nun sind immerhin schon drei Wochen ins Land gegangen. Vermutlich hat sich dieses Event dennoch fest in die Erinnerung von allen Teilnehmern gebrannt. Gab es doch viele herausragende Aspekte, Bedingungen, Erfahrungen und Erlebnisse, die man so schnell nicht vergisst.

Erst fieberten alle Beteiligten seit Wochen dem Ereignis entgegen, dann war es nach insgesamt zweieinhalb Tagen schon vorbei wie der Wind…

Wind - - - genau, einer der Hauptdarsteller! Karl Kramer hatte ein Protokoll der Bedingungen am Samstag in unser Forum gestellt:

Das sagt eigentlich schon alles. C-Rigg-Wetter … Jens, Heinz und ich hatten das allerdings nicht zur Verfügung, waren wir doch froh, die B-Riggs für die neuen Schiffe fertig zu haben. Dennoch war überaus beeindruckend, wie die ständig auf Gewichtsdiät getrimmten Mini 40-er den Kampf mit Wind und Wellen bestanden.
 
Aber der Reihe nach.
Am Freitag reisten schon die Ersten an. Unsere lieben Freunde aus  Österreich, Karl Schmidt (AUT 07) mit Gattin Dorli (super Fotoarbeit!), Eric Gielen und Werner Hauer (AUT 152). Karl ist bereits zum dritten Mal dabei. Auch Erik ist ein „Wiederholungstäter“.
Andreas Konietzny präsentierte seine kleine „Hydroptere“, eine der Foiler-Besonderheiten.
Andreas Heilwagen aus dem fernen Berlin (einer der 2m-Tris) musste nach einigen Probefahrten leider schon am Freitagabend wieder abreisen. Der 2-m Tri von Gerd Rasch blieb zunächst auch noch im Wohnmobil. Abends traf auch der Rolf aus Frechen ein. Seine Eigenkonstruktion mit recht ungewöhnlichen Ideen konnte er wegen Dunkelheit jedoch erst am Samstag zeigen.

Für die fleißigen Veranstalter, Jens und Heinz Krauß, ebenso wie für mich , begann das Treffen natürlich auch schon am Freitag. Jens hatte ein völlig neues Schiff, die „Tripod 3“, konstruiert und mit seinem Vater Heinz mit ungeheuer viel Aufwand gleich mal vier Exemplare dieses neuen Typs gebaut. Ich war einer der glücklichen neuen Eigner, hatte sie aber zuvor noch schnell in „barbiedolls 2“ umgestylt.

Aartalsee – das bedeutet immer auch Fachsimpeln und gemütliches Plauschen in unserem „Seehof“, keinen Kilometer von der Einsetzstelle entfernt. Die Abende im Hotel bei guter Küche, dem einen oder anderen Getränk, tollen Gesprächen mit Massen von Infos und neuen Erfahrungen sowie supernetten Teilnehmern sind beinahe alleine schon die Reise wert. 

Samstagmorgen. Weitere Protagonisten der Multihullszene trafen ein. Peter Gernert (GER 86) mit seinem modifizierten „Tornado“-Tri nebst „France“, seinem Mini 40-ultraleicht-Foiler. Michael Scharmer (GER 09) überraschte die Szene mit einem komplett neuentwickelten Katamaran. Er hatte jedoch nur das A-Rigg und musste dann mit der Schere improvisieren. Karl „Multikarl“ Kramer setzte seinen „Ghost Train“ ein. Zum guten Schluss fand auch ein Oldi, eine „Triana“ von Norman, ins Wasser.
Gerds 2-m „Trioumphe“ zeigte mit C-Rigg für etwa eine Stunde am Vormittag, wie ein 2-Meter Tri auf dem Wasser aussieht. Aber in den richtig stürmischen Phasen war sie nur noch an Land zu bewundern.

Jens legte mit unserem Rettungsboot Bojen aus (diesmal mit kleinem Flautenschieber aufgerüstet), das eine besonders „tragende“ Rolle spielen sollte. Nicht nur an diesem Tag. Jens, der Ärmste, war als Rettungsengel beinahe im Dauereinsatz.

Ich hatte Regattabögen vorbereitet. Doch es kam nicht zu regulären Wettfahrten. Der Wind spielte überhaupt nicht mit, als hätte er sich besonders auf unseren Event vorbereitet.
Ein winziges Stimmungsbild während der Spitzenboe gegen 12:30 Uhr:
Die wenigsten Boote waren bei derartigen Bedingungen gesegelt worden! So gab es eine ganze Reihe von technischen Problemen. Ein angeknackstes Schwert bei mir, das bei einem unglücklichen Bergemanöver entstand und eine Übernachtreparatur erforderte. Oder diverse Wassereinbrüche mit nachfolgenden Elektronikproblemen, um nur einige zu nennen. 
Es war für die Mini 40 schon sehr heftig auf dem Wasser. Das Schlauchboot befand sich relativ selten am Ufer…

Sonntag etwas weniger Wind, aber dafür am frühen Mittag heftiger Regen. So reichte es auf jeden Fall fürs Schaufahren bis zum mehr oder weniger feuchten Abbau und Einpacken. Unsere Gäste mit den weitesten Anfahrten wollten ohnehin Mittags aufbrechen… Herzlicher Abschied mit den besten Wünschen für die Heimreise und dem Versprechen für das nächste Jahr…

Nun zu den einzelnen Schiffen, die konzeptionell schon recht unterschiedliche Wege verfolgen.

Allgemeiner Trend ist: Runter mit dem Gewicht! Zwischen 1800 g und 2400 g waren zumeist vorherrschend.
Different sind bei den Materialien Kohle- gegenüber Glasgewebe.

In der Form der Schwimmer und beim Rigg scheint mir das Haus „Krauß“ den innovativsten Weg zu gehen. 2100 g - Kohle. Die Schwimmer sind eine Wucht. Geringes Wellenbild durch wenig Verdrängung. Sehr schnell. Tolles Anspringen. Aber was das Schiff besonders hervorhebt, ist der Komfort beim Segeln auf Halbwind- bis Raumschotkursen. Einen überwiegenden Anteil steuert dazu das Rigg bei. Sehr steifer, drehbarer Kohlemast und das durchgelattete Fathead-Großsegel verbunden mit der hohen Grundgeschwindigkeit mache ich dafür verantwortlich. Bei gleichmäßigem Wind kann man das Schwert auf den cm genau aus dem Wasser holen und damit noch zusätzlich beschleunigen.

Der neue Scharmer-Katamaran hat gewiss ein enormes Potenzial. Trotz des für das Wetter nicht optimalen Riggs. So schrieb Peter Gernert „Wiesel“ im Forum:
“ Michael Scharmers Katamaran ließ uns die Kinnlade runter fallen, 1800 g und eine Manövrierfähigkeit, die man einem Katamaran nicht zutraute. Die Katamaranrümpfe waren vom Typ her der Centerrumpf seines Mini 40 TRI von 2008. Seine Bauweise und sein seglerisches Können, Hut ab vor dem Erbauer und Segler.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Karls AUT 07 2009 ist eine Weiterentwicklung seines Vorjahresmodells und bestach durch sein Handling, besonders bei Starkwind. Dazu kommen seine überragenden Fähigkeiten als Segler.

Der Frechen-Rolf zeigte, dass ein Mini 40 auch mit von der „allgemeinen Norm“ abweichenden Ideen funktioniert.

Werner nutzte bei seiner Konstruktion Komponenten der M-Boot-Szene und sein mit Swingrigg angetriebener Tri konnte durchaus eine sehr gute Performance bieten. Willkommen in der Szene für den Ex-Elektroflug-Weltmeister!

Die herausragenden Neuerungen waren zweifelsfrei die „Flieger“ von Andreas und Peter.
Andreas’ kleine „Hydroptere“, kämpfte erfolgreich in Wind und Welle und konnte so manchen Flug zeigen in Situationen, in denen ich nicht damit gerechnet hatte. Und sie ging auch noch durch den Wind. Wir alle werden Andreas’ weitere Entwicklungen mit großem Interesse verfolgen.

Für Peters „Ultraleicht“-Foiler war nach einem für das Treffen gestarteten Umbau der Wind schon zu heftig. So gab es nur einen recht kurzen Einsatz, doch geflogen ist er schon. Peter hat schon den nächsten Umbau geplant. Seinen „Tornado“ –Tri hatte er gegenüber 2008 nicht geändert. Da hatte sein Schiff schon genug für Furore gesorgt.

Über die 2-m-Tris kann ich eigentlich nichts sagen, da sie nicht so gesegelt wurden, dass die Fähigkeiten der Schiffe deutlich geworden wären.

Alle Detailentwicklungen, Lösungen, Ideen und Kniffe kann ich hier nicht aufzählen. Aber dafür gibt’s ja diese Treffen. Hoffentlich auch wieder im nächsten Jahr. Ich freue mich schon darauf, auch wenn ich selbst nicht so sehr der „Bauer“ bin sondern eher der „USER“.


Bilder: Dorli Schmidt, Jens Krauß, Andreas Konietzny 
Text: Klaus Dietz alias „sturmvogel“ GER 440

Stand: 20.08.2009