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Nützliche Li-Monitore

Gerd Giese

Der Bericht zeigt die Unterschiede der Geräte und gibt Tipps für den unentschlossenen Käufer.


(von oben nach unten) AkkuCheckPro, BM6, X6Pro, CellLog 8 und Lemon.

Die kleinen Helfer passen fast in jede Tasche und sollten bei keinem RC-Modellbauer fehlen. LiXx-Akkus verzeihen keine Misshandlungen wie z. B. Tiefentladungen. Hier helfen die LiPo-Monitore (oder -Checker) weiter und zeigen sofort die Spannungsverhältnisse bei bis zu sechs Zellen innerhalb eines Packs an. Nur an den LiPoChecker lassen sich sieben und an den BM6 von Junsi sogar bis zu acht Li-Zellen anschließen.

Das Gute an den LiXx: Ihre Ladung verhält sich annähernd spannungsproportional. Beispielsweise beim LiPo ist eine Spannung von 4,2 V pro Zelle ein Indiz für 100% vollgeladen, unter 3,3 V/Z wäre er leer, also der Ladezustand bei annähernd 0%. Das Ganze wird sinnvollerweise immer im Leerlauf (ohne Belastung) erfasst. Das aussagefähigste Ergebnis erhält man, wenn der Li-Akku nach seinem letzten Einsatz mindestens 10 Min. Ruhe hat.
Für diesen Zweck werden die unterschiedlichsten Systeme mit einem gemeinsamen Ziel angeboten. Alle zeigen die Gesamtspannung und die Einzelspannungen mit mehr oder weniger Komfort an. Getestet wurden immer mehrere Geräte des gleichen Typs. Dadurch wird, bezogen auf die Anzeigentoleranz, eine bessere Vergleichbarkeit erreicht.

Test zum LiPo-Checker hier: http://www.elektromodellflug.de/Projekte/akkucheck/akkucheckp.htm
Man findet ihn fast in sämtlichen Shops, gelegentlich auch unter anderen Namen. Er zeigt alles nach Akkutyp (LiFe oder LiPo) korrekt und übersichtlich an (Gesamtspannung, Differenz, höchste und niedrigste Spannung, die max. Differenz und den Ladezustand in Prozent). Die Spannungsmessung ist okay (max. Abweichungen +0,015 V/Z) und sollte beim Ablesen auf zwei Nachkommastellen beschränkt bleiben, was völlig ausreichend ist. Der Hersteller hätte sich einen größeren Gefallen getan, wenn die Ladezustandsanzeige ebenso reduziert wäre und nur in 10%-Intervallen angezeigt würde. Die 1%-Intervalle sind reine Makulatur. Die 2,54 mm-Universalstiftleiste sind für fast sämtliche Balancerbuchsen geeignet, nur nicht für Thunderpower mit 2 mm-Rastermaß.

Empfehlung:
Ein kostengünstiges Universalgerät (um die 19,-€), das macht, was es soll. Es zeigt im großen Display übersichtlich den Status des Akkus an. Die Tasten erhöhen den Bedienkomfort. Für mich der „Einsteigertipp“, um in die Tiefen eines Li-Akkus zu schauen.
Bezug: www.rc-toy.de
 

Chargery Power BM6 V2
Dieses Gerät zeigt zyklisch acht Spannungen an. Die Gesamtspannung (T), die maximale Spannungsdiffernz (D) und nacheinander alle Einzelspannung (1…6). Zusätzlich lässt sich per Taster in 0,05 V-Schritten zwischen 2 V und 4 V eine Unterspannungswarnschwelle programmieren. Der Pieper schlägt beim Unterschreiten einer Zelle laut und vernehmlich Alarm. Die 2,54 mm-Universalstiftleiste ist für sämtliche Balancerbuchsen geignet, für Thunderpower gibt es einen eigenen BM6. Die Anzeige von drei Dezimalstellen ist hier, beim einzigen Gerät im Test, gerechtfertigt. Die Genauigkeit ist sehr hoch bei einer maximalen Abweichung von +0,005 V/Z!

Empfehlung:
Für alle, die es klein und sehr genau mögen, sollte der BM6 die erste Wahl sein. Der Anzeigekomfort ist nicht ganz so hoch, weil man warten muss, bis die „richtige“ Anzeige erscheint (zyklisches Durchlaufen). Für die hohe Genauigkeit muss man etwas tiefer in die Tasche greifen, etwa 30,- €.
Bezug: http://shop.lipopower.de
 

CellDiag X6Pro
Sein Display zeigt sofort sieben Werte an. Das sind alle Einzelspannungen und die Gesamtspannung. Die zwei Dezimalstellen sind sinnvoll und völlig ausreichend. Durch die Art der Anzeige (helle Ziffern, dunkler Hintergrund) leidet etwas die Übersichtlichkeit. Zwei Taster (S1 und S2) sind unter der Folie versteckt. „S1“ aktiviert die interne Speicherung der spannungsniedrigsten Zelle. Dazu verbleibt der X6Pro während des Betriebs am Akku. Eine nützliche Funktion, weil immer der letzte und niedrigste Wert einer beliebigen Zelle gespeichert bleibt! Das ist für die Analyse der schwächsten Zelle im Pack sehr nützlich! Wer „S1 und S2“ gleichzeitig betätigt, gelangt ins Kalibriermenü. Die Grundgenauigkeit meiner Geräte lag bei (hoher) max. +0,03 V/Z Abweichung. Wer ein genaues Vielfachmessgerät (Toleranz unter 0,2%) hat, kann hier mehr rausholen. Die 2,54 mm-Universalstiftleiste sind für fast sämtliche Balancerbuchsen geeignet, nur nicht für Thunderpower mit 2 mm-Rastermaß.

Empfehlung:
Für Centfuchser (15,-€) das Maximum was man an Anzeigeart und –umfang erhalten kann, allerdings mit etwas eingeschränkter Grundgenauigkeit (Gerät lässt sich nachträglich Kalibrieren). Die Taster und der Minimalwertspeicher erhöhen den Nutzwert und sind einzigartig in dieser Preisklasse. Das Gerät wird jetzt auch vereinzelt im neuen Gehäuse angeboten.
Bezug: http://www.effektmodell.de
 

Lemon-Spannungsprüfer
Was braucht der LiPo-Nutzer… genau: Ein Display, das alle Spannungen (Einzel-und Gesamtspannung) untereinander anzeigt. Genau so ist das große Display mit dem flexiblen, siebenpoligen Stiftleistenanschluss gestaltet. Allerdings auch hier wäre weniger mehr gewesen. Die Anzeigegenauigkeit mit zwei Nachkommastellen hätte völlig ausgereicht.. Drei Dezimalstellen ergeben eine zu hohe Abweichung (max. -0,015 V/Z). Die 2,54 mm-Universalstiftleiste sind für fast sämtliche Balancerbuchsen geeignet, leider nicht für Thunderpower mit 2 mm-Rastermaß.

Empfehlung:
Bei diesem Gerät steht der günstige Preis (ca. 19,-€) und die Übersichtlichkeit im Vordergrund. Für mich der „Minimalist“, um die Befindlichkeiten eines LiPos zu ergründen.
Bezug: http://www.pichler-modellbau.de
 

LiXx Spanunnungsmessung
rechts die USB Schnittstelle

CellLog 8 von Junsi
Dieser Li-Checker nimmt unter den Spannungsmonitoren eine Sonderstellung ein. Das beginnt beim soliden Kunststoffgehäuse, einer hintergrundbeleuchteten blauen Anzeige und endet bei den drei Tastern zur Menüführung und einer umfangreichen Programmierung. Als Einziger hat dieses Gerät eine USB-Schnittstelle zum Datenauslesen des internen 16Mbit-Speichers (bis zu 36 Std. Aufzeichnung, Taktung von 0,5 s bis 30 s; Empfehlung: 1 s einstellen). Über diese Schnittstelle lässt sich bei Bedarf auch die neueste Firmware einspielen (z. Zt: FW 2.04b mit 0,5 s Taktung). Der zweipolige Stecker ist ein universeller "Open Collector Ausgang" (programmierbarer Unterspannungsalarm). Zum Nachmessen von z.B. NiXx-Empfängerakkus kontaktiert man Pin 1+2 der Balancerstiftleiste.

Der Bedienumfang ist derart vielfältig, dass hier nur exemplarisch die Wichtigsten genannt werden können. Im Systemmenü lassen sich die Beeper-Töne, LCD-Helligkeit/Kontrast und die Aufzeichnungsintervalle einstellen. Die individuellen Alarmmöglichkeiten umfassen: Einzel- u. Gesamtspannung, Über- und Unterspannung und einen Sicherheitstimer. Weiterhin können gewählt werden: Zeitüberschreitungen, high-/low-Volt Bereich und die max. Differenz zwischen den Zellen. Natürlich unterscheidet der CellLog 8 die Akkutypen LiFe/LiIon und LiPo, sowie fünf frei programmierbare „User Settings“, um akkutypbezogene Alarmvorgaben ausführen zu können! Startet man eine Aufzeichnung (Logging), zeigt der CellLog 8 das oben rechts im Display per abgelaufener Aufzeichnungszeit an. Konsequenter wäre es gewesen, hier die Restzeit anzugeben – das würde jedem helfen! Aus Sicherheitsgründen ist dann die gesamte Bedienfunktion deaktiviert, nur „Logging off“  funktioniert. So lässt es sich bequem z. B. während eines Fluges aufzeichnen. Danach lässt sich das Pack analysieren, um z. B. die schwächste Zelle (tiefster Spannungseinbruch) herauszufinden. Selbstverständlich ist eine Live-Aufzeichnung vor Ort möglich, wenn der Laptop dabei ist. Das Ganze wird von LogView zu 100% unterstützt. Leider ist der CellLog 8 von LogView aus nicht programmierbar, was das i-Tüpfelchen darstellen würde! Die 2,54 mm Universalstiftleiste ist für fast sämtliche Balancerbuchsen geeignet, nur nicht für Thunderpower mit 2 mm-Raster). Die drei Dezimalstellen sind gerechtfertigt. Die Genauigkeit ist hoch bei einer maximalen Abweichung von +0,008 V/Z (das Testexemplar). Wem das zu viel ist, legt Zelle für Zelle Korrekturwerte im „Calibration“ Menü an und erreicht damit eine Reproduzierbarkeit bis zu +/-0,005 V!

Empfehlung:
Für alle, die es klein mögen, mit beleuchteter Anzeige, sich nicht scheuen, den Bedienumfang zu nutzen (einschließlich der Speichermöglichkeit), muss der CellLog 8 die erste Wahl sein. Zudem lässt er sich an neue Gegebenheiten per Softwareupdate anpassen. Die unterschiedlichen Spannungsdarstellungen sind vielfältig und trotzdem ist dieser Monitor einer der Übersichtlichsten. Für mich der Tipp unter den Li-Monitoren, zudem mit 43,40-€ auch noch bezahlbar.
Bezug: http://shop.lipopower.de
 

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass es von SM einen LiPoWatch gibt, der insgesamt noch Vielseitiger ist. Er greift beispielsweise aktiv in die Motorreglung ein und kann so Schäden durch Tiefentladung einzelner Zellen wirksam verhindern. Damit Derartiges nicht anonym bleibt, besitzt er eine umfangreiche und programmiere Logging-Funktion. Wer mehr wissen möchte, sollte sich diesen Test näher ansehen: http://www.elektromodellflug.de/Uploads/LiPoWatch_Test.pdf
 

Links:  
CellLog 8: http://www.rcgroups.com/forums/showthread.php?t=1055820
LogView: http://www.logview.info

www.elektromodellflug.de
Stand: 03.Oktober 2009

Stand: 09.10.2009