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16. Flugtag der Modellfliegergruppe Ober-Ramstadt

Thomas Kurze

Bilder von Thomas Kurze, Thomas Kreckler und Volker Heyer vom SFC Darmstadt.

Am Sonntag, den 13. September, war es mal wieder soweit.
Die „Ober-Ramstädter Bube“ luden zu ihrem jährlichen Flugtag und wer schon mal dabei gewesen ist, weiß, dass es sich jedesmal wieder lohnt, dort vorbei zu schauen.
So ein Event findet man im Rhein-Main-Gebiet nicht oft. Eine Spezialität der Ramstädter ist es, die perfekte Symbiose zwischen Modellflug und der bemannten Zunft herzustellen. Und damit meine ich nicht, dass irgendwelche Flugzeuge ausgestellt werden oder eine Cessna 150 unter Aufbringung aller Kräfte durch die Luft eiert, sondern da brennt die Luft.

In meinem Jahresplaner stand der Termin allerdings mit Fragezeichen, da ein Wochenende vorher die Hahnweideveranstaltung fest eingeplant war. Allerdings an zwei Wochenenden hintereinander in Sachen Fliegerei unterwegs zu sein, könnte zu Hause unnötigen Diskussionsstoff liefern. Montezuma kam mir (leider) zuhilfe, die Hahnweide fiel für mich aus, damit war Ober-Ramstadt gesichert.
Wie in den Jahren zuvor, wollte ich mir dort, mit meiner Kamera bewaffnet, einen schönen Tag machen...doch es kam anders...

Mein Aircombatkollege Thomas Wolf, Mitglied der Modellfliegergruppe, schickte mir ein E-mail mit dem Wortlaut:“ ...hast du Lust teilzunehmen und mitzufliegen?“
E-mail zurück: „Ich...auf einem Flugtag? Noch nie gemacht und vor allem, womit? Hab’ nichts, was man auf Flugtagen zeigen könnte.
E-mail: „Doch, den Telemaster mit dem Honda-Viertakter. Und außerdem wollen wir einen Durchgang Aircombat vorfliegen.“
Ich: „Was soll ich mit dem Telemaster dort? Der kann nur Käseomas Rundflug, da schnarcht euch das Publikum weg!“
Er: „Doch, der Sound des Motors ist Klasse, außerdem soll das gesamte Spektrum des Modellflugs gezeigt werden, nicht nur die Highendwonneproppen.“

Es kam, wie es kommen musste. Ich hab’ zugesagt und stand morgens um 8:30 Uhr bei blauem Himmel, brauchbaren Temperaturen und leichter Brise bei den Ramstädtern auf dem Platz.

Ein paar eifrige Piloten hatten schon ihre Modelle aufgebaut und die Ramstädter Backstagecrew wuselte überall herum, damit pünktlich zu Beginn des Flugtages alles Notwendige für Sicherheit und Versorgung erledigt war.
Das muss man denen lassen: Die Mannschaft steht und alles fluppt wie am Schnürchen, nicht zuletzt durch die Erfahrungen von vielen vorausgegangenen Flugtagen.

Schaut man sich den Platz vom Flugfeld aus an, sieht man links im Bild, auf dem angrenzenden Acker, orangfarbene Pylone aufgestellt. Damit ist die Flightline für die Manntragenden markiert.

Das Gelände aus der Luft: Die weißen Pylone markieren die Flightline für die Modellflugvorführungen und, wie gesagt, die orangen den Bereich der bemannten Luftfahrt.
(Wie ich zu dieser Luftaufnahme gekommen bin verrate ich erst später. )

Der Aufbauraum füllt sich so langsam mit Modellen und Piloten und es zeigt sich, dass es uns tatsächlich möglich sein wird, die ganze Bandbreite des Modellfluges zu präsentieren. Vom kleinsten Deproni bis zum Jet, Kunstflugzeuge der 3 m-Klasse, Warbirds, Hubschrauber aller Coleur, Motorgleitschirmflieger, Gimmikmodelle wie fliegender Rasenmäher usw. Da dürfte wohl für jeden Zuschauer etwas dabei sein.

Natürlich haben sich auch bekannte Piloten mit verschiedenen Modellen eingefunden. Exemplarisch an dieser Stelle und stellvertretend für alle honorierten Piloten erwähne ich hier nur z. B. Stephan Völker, Stephan Klühr und Thomas Singer. Wie gesagt, es soll sich kein Pilot übergangen fühlen, weil hier sein Name nicht erscheint, aber ich habe nicht mehr alle im Gedächtnis.
Aber schon diese Namen lassen erahnen, das es Showtime wird.
Und, ganz wichtig, der Nachwuchs und die „normalen“ Modellflieger waren zahlreich vertreten.

Also der Bereich Modellflug wird damit schon mal sehr interessant. Doch was haben die Ramstädter bei den Manntragenden zu bieten?

Die geplanten Häppchen mal kurz aufgelistet:  
   
Udet Flamingo U 2, original, Vorflug Andreas Hofmann
Christen Eagle, Kunstflug Uwe Schmuck
Siai Marchetti SF-260, Kunstflug Ralf Niebergall
Extra 300, Kunstflug Frank Versteegh
Harvard AT6, Kunstflug Georg Raab
BF 109, Nachbau im verkleinerten Maßstab, Vorflug Harald Wiegand
FW190, Nachbau im verkleinerten Maßstab, Vorflug Ralf Borger

Es versteht sich von selbst, dass die manntragenden Displays zu bestimmten, vorher festgelegten Zeiten stattfanden. Schließlich starteten und landeten die Piloten auf den umliegenden Flugplätzen, um sich dann zur verabredeten Zeit über dem Gelände für ihre Vorführung einzufinden.

Gegen 10:00 Uhr wurden die Modellflugpiloten zum Briefing zusammengerufen.
In lockerer Runde versammelten sich so knapp 45 Piloten und Markus Fröhn gab den Ablauf des Tages und die Regeln bekannt.
Es wurde freies Fliegen angesagt, das heißt, jeder Pilot, der sein Modell vorfliegen wollte, hat seine Karte oben in einen Rutschkasten zu stecken. Dadurch ergab sich automatisch die Startreihenfolge. Der Pilot, dessen Karte als Nächste unten im Kasten ist, fliegt. Gruppenbildung war auch möglich und erwünscht.
Dann folgte das Vertrautmachen mit dem Flugsektor und der Sicherheitszone.
Weiter war Wolfgang Rohm als Kommentator festgelegt und, ganz wichtig, der 1. Mann am Spot war Dieter Württenberger als Flugleiter. Bei der Kombination von Modellflug und Fullscale ist, um jegliches Risiko auszuschließen, von allen Beteiligten absolute Disziplin erforderlich. Das bedeutet, die Ansage des Flugleiters ist für den gerade fliegenden Pilot sofort und schnellstens umzusetzen.
An dieser Stelle kann ich schon sagen, dass es nicht einen Zwischenfall gab.
Weiterhin teilte Markus Fröhn mit, dass der Verein dieses Jahr keine kleinen Aufmerksamkeiten für jeden aktiven Piloten bereitstellen würde, sondern sie hätten sich etwas Besonderes ausgedacht:
Alle Teilnehmernummern kamen in einen Lostopf, der genau einen Gewinn enthielt.
Der Gewinn war ein Mitflug in der SIAI Marchetti von Ralf Niebergall. Und wer den kennt, weiß, dass der Flug etwas abseits der „normalen“ Rundflüge anzusiedeln ist.
Die Auslosung wurde auf den Nachmittag angesetzt, dazu aber später mehr.

Nach dem Briefing, so gegen 11:00 Uhr, fand schließlich die offizielle Eröffnung des Flugtages statt.
Mittlerweile hatte sich auch schon eine erkleckliche Anzahl an Zuschauern eingefunden.

Und der Catering Bereich wurde auch schon belagert.

Auf dem Flugfeld ging es nun Schlag auf Schlag.....

.....Freestyle Vorführungen in der 3 m-Klasse.....

.....Präsentationen von WWII-Jagdflugzeugen...

....Hubschrauber im absoluten Freestyle (der Pilot hat das Teil aber mal so richtig gerockt, deshalb leider keine brauchbaren Bilder, ging alles viel zu schnell)......

 ...und natürlich Jets.

Stephan Völkel setzt beim Tiefflug schon mal die Messlatte.

Dann war aus Nordwest ein lauter werdendes Gebrumme zu vernehmen, der Udet Flamingo, geflogen von Andreas Schmidt, war im Anflug.
Wann hat man schon die Möglichkeit, das Flugzeug aus dem Film „Quax, der Bruchpilot“ fliegend zu sehen. Andreas flog den Doppeldecker stilgerecht vor und man hörte so einige Kameraverschlüsse klicken.

Nach seinem Display ging es weiter mit Modellflug, mal etwas ruhiger mit dem Motorschirm...die Pilotin war im früheren Leben möglicherweise eine Dessous tragende Schaufensterpuppe...

Dann wieder Kunstflug mit den 20 kg-Cracks.

Übrigens, gesmokt wurde während des gesamten Flugtages reichlich, fast kein Display ohne Smoke on. Mir gefällt das sehr, bringt es doch noch mehr Dynamik in die jeweilige Vorführung.

 

Stand: 21.10.2009