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RTF auf den Zahn gefühlt

Ulrich Horn

HAWK SKY von Hobbyfly

"Ready to Fly"-Modelle begegnen einem Modellflieger im Leben meist nur einmal - und zwar dann, wenn man mit dem Hobby Modellflug noch gar nicht angefangen hat. Die Meinungen gestandener Modellflieger über diese „out-of-the-box-Modelle“ gehen weit auseinander. Einerseits begeistert man die Jugend heute nicht mehr unbedingt mit tagelangen Schleif- Klebe- und Lackierorgien im Bastelkeller, so dass ARF und RTF durchaus eine nachwuchsfördernde Wirkung haben können. Andererseits fragt man sich angesichts dessen, was bei Aktionen des örtlichen Discounter oder Baumarkts im Regal mitunter als RTF-"Flugmodell" angeboten wird, wie viele hoffnungsvolle Jugendliche sich allein deswegen wohl ein anderes Hobby gesucht haben mögen. Modelle, die in Modellfliegerkreisen niemand kaufen mag, billig an Unerfahrene zu verramschen, ist vielleicht das Gegenteil von Nachwuchsförderung.

Ich selbst bin nach vielen Jahren Abstinenz vor rund 10 Jahren wieder zum Modellflug gekommen und hatte mir dazu eher unbedarft das eine oder andere der schon damals erhältlichen "Einsteigermodelle" besorgt, fertig bis auf die Fernsteuerung. Akku und Motor waren im Lieferumfang enthalten. Um es kurz zu machen: Die Dinger von damals flogen nicht wirklich gut und wäre eins davon mein erstes Modell gewesen, hätte ich das Hobby bestimmt direkt wieder an den bekannten Nagel gehängt. Dieses Erlebnis mag eine gewisse Skepsis meinerseits begründen, wenn es um RTF-Modelle geht, die sich ja, wie schon erwähnt, an Modellflugeinsteiger richten sollen.

Immerhin, heute sind die Akkus leichter, die Motoren stärker und Materialien wie EPP versprechen eine Robustheit, die ein Holzmodell nicht zu bieten vermag. Selbst Hardcore-Modellflieger haben inzwischen für den schnellen Start zwischendurch eine EPP-Schaumwaffel im Kofferraum und das sicher nicht, weil es keinen Spaß macht, damit zu fliegen.

Um so mehr hat es mich interessiert, ein aktuelles RTF-Angebot unter die Lupe zu nehmen. Zwar bin ich kein Einsteiger mehr, aber dennoch hat es einen gewissen Reiz, mich meiner früheren Unbedarftheit zu erinnern. Der HAWK SKY von HOBBYFLY kam mir da sehr recht.

Nun, es ist eine Menge, was Hobbyfly da für wenig Geld verspricht. 4-Kanal-Analogsender, dreiachsgesteuertes Modell, 3S-Lipo-Akku samt Ladegerät (mit Balancer!) und ein Brushless-Antrieb. Das Dilemma bei RTF-Modellen für Einsteiger ist ja, dass der Anbieter so "preisgünstig" wie möglich sein möchte - und daraus resultiert meistens, dass äußerst minderwertige Komponenten verwendet werden. Diese beeinträchtigen aber nicht nur den Flugspaß, sie machen RTF-Modelle letztlich auch teuer, denn wenn man das Hobby weiter betreibt, sind die Komponenten oft praktisch nicht weiter nutzbar. Das scheint beim HAWK SKY anders zu sein und das zumindest war für mich ein Grund, die einzelnen Komponenten näher unter die Lupe zu nehmen.

Sender

Beim Sender eines RTF-Modells kann und darf man keine hohen Ansprüche stellen. Spätestens, wenn der hoffnungsvolle Einsteiger sich sein drittes Modell zulegt, wird er in einen Computersender investieren. Dann hat das RTF-Modell seine Aufgabe allerdings auch mehr als erfüllt.
Immerhin ist der Sender von akzeptabler Qualität, sogar solide, was die Haptik betrifft. Alle vier Kanäle des 35-MHz-Analogsenders haben eine schaltbare Servowegumkehr, damit kann man den Sender immerhin auch noch für das zweite Modell verwenden.

Empfänger und Servos

4 x 8,5 g Mikroservos sind schon mal eine Ansage. Der Empfänger sieht aus wie ein Indoor-Empfänger, auf jeden Fall ist er kleiner als alles, was ich so besitze.

Ladegerät

Ein 3S-Lipo-Lader mit integriertem Balancer. Alle Achtung, das ist mehr als ein Steckerlader mit Spannungsbegrenzung und durchaus darauf ausgelegt, dass der Akku mehr als nur ein paar Flüge erlebt.
Ein passendes (Stecker-)Netzteil ist nicht dabei, vielleicht aber im Haushalt vorhanden. Die 4 mm-Klinkenbuchse stellt da ebensowenig besondere Anforderungen wie das Ladegerät selbst, das mit maximal mit 1 A lädt. Dass das Ladegerät 12V verlangt, ist tatsächlich praxisgerecht, da der HAWK SKY kein Indoor-Modell ist und in seiner "natürlichen" Umgebung eher ein Autoakku als ein Stromnetz verfügbar ist.

Akku

Ein 3S-Lipo mit 1800 mAh ist in dieser Modellklasse nun wirklich ungewöhnlich und gehörte bisher eher zu den Teilen, die man als Tuningmaßnahme nachrüstet. Der Deans Ultraplug als Stecker ist nicht jedermanns Sache, aber der Akku ist „state-of-the-art“.

Motor

Über Jahre hinweg wurden solche Modelle mit billigen Bürstenmotoren wie Speed 400 ausgerüstet und die erste Maßnahme bestand häufig darin, Motor und Regler gegen eine geeignete Brushless-Kombination auszutauschen.
Diese Maßnahme entfällt hier zunächst, denn der Motor ist bereits ein Brushless-Außenläufer und verspricht in Verbindung mit dem sicher nicht unterdimensionierten 3S-Akku einiges an Leistung.

Modell

Auf den ersten Blick ist der HAWK SKY ein Klon des EasyStar von Multiplex, in Form und Abmessungen praktisch identisch. Nun ist der EasyStar, wie man weiß, ein hervorragendes Einsteigermodell, über ihn wurde viel geschrieben und er ist so beliebt, dass man die beiden zunächst mal miteinander vergleichen muss.

Da wären als Erstes die Querruder des HAWK SKY, die in der Einsteigerklasse nach wie vor nicht üblich sind.

Ich persönlich halte das immer noch häufig vertretene Dogma, dass Einsteigermodelle grundsätzlich zweiachsgesteuert sein sollten, für nicht zeitgemäß, denn ich führe es eher auf die früher üblichen 2-Kanal-Einsteigersender denn auf tatsächliche Notwendigkeiten zurück. Ich habe keine Zweifel, dass die heutige Joystick-Generation keinerlei Probleme hat, mit einer Dreiachssteuerung fertig zu werden. Aber wie auch immer, die solide Konstruktion aus EPP verzeiht Steuerfehler selbst dann noch, wenn sie auf dem Boden enden. Von meiner Seite also ein dickes Plus für die Querruder und die dazugehörigen, immerhin nicht gerade kostenmindernden zusätzlichen zwei Servos.

Hinzu kommt der Antrieb, mit dem die Originalausrüstung des EasyStar bei weitem nicht mithalten kann. Tatsächlich demonstriert der HAWK SKY deutlich, dass Bürstenmotoren und Ni-Akkus der Vergangenheit angehören.

Es gibt weitere Details, z. B. den Motorträger. Im Gegensatz zum EasyStar ist beim HAWK SKY der Motor nicht in den Rumpf integriert, sondern über einen Aufsatz aufgesteckt. Insgesamt hat diese Anordnung verschiedene Vorteile, unter anderem kann der Propeller bei der Landung nicht beschädigt werden. Der Motorträger des HAWK SKY bietet zusätzlich den Vorteil, dass die Motorachse sich nicht zu nah am Rumpf befindet, so dass man auch größere Propeller verwenden kann - ein grundsätzlicher Vorteil beim "Tuning" gegenüber dem EasyStar, da Außenläufer große Propeller mögen.

Zusammenbau

Der HAWK SKY hält sein Versprechen als "RTF" tatsächlich weitgehend. Der Rumpf ist bereits fertig verklebt, lediglich Höhen- und Seitenleitwerk sind einzukleben, die Ruderhörner vorher einzukleben und beides mit den Bowdenzügen zu verbinden.
Die Leitwerke passen saugend in die Nuten im Rumpf, eine Justierung ist nicht erforderlich. Den Befestigungen der Bowdenzüge würde ich auf Dauer nicht trauen, aber ich bin entschlossen, keinerlei Modifikationen vorzunehmen.

Zwischendurch messe ich noch die Bauteilgewichte (inklusive RC):

Tragfläche rechts 100 g ± 1 g
Tragfläche links 95 g ± 1 g
Flächenverbinder 20 g
Rumpf 302 g ± 1 g
Akku 145 g
Fluggewicht 663 g

Die Differenz mag sich schon aus asymmetrischen Steckung ergeben, die rechte Fläche muss jedenfalls etwas schwerer sein als die linke.

Jeder, der schon mal ein Ikea-Regal zusammengebaut hat, weiß, dass es unweigerlich einen Punkt gibt, bei dem man nicht mehr nachvollziehen kann, wie Schritt Y auf Schritt X folgen kann. Und die Anleitung schweigt sich beharrlich darüber aus.
Beim HAWK SKY ist dieser Schritt die Montage des Motors. Drei Kabel á 10cm ragen aus dem aufzusteckenden Motoraufsatz, drei weitere ebenso lange Gegenstücke aus dem Rumpf. Aber so erfreulich es auch ist, wenn Kabel eher zu lang als zu kurz ausgeführt sind: Um hier den Motorträger auf den Rumpf zu stecken, müssen die langen Kabel irgendwo hin. In den Träger passen sie nicht, also müssen sie zurück in den Rumpf - und dort passen sie nicht durch die enge Kabelführung, zumindest solange die Isolierungen an den Steckverbindern angebracht sind.
Man merkt, dass der HAWK SKY ursprünglich für einen 380er-Bürstenmotor mit nur zwei Kabeln konstruiert wurde. Nun, das Problem lässt sich lösen. In meinem Fall unter Zuhilfenahme eines gebogenen 0,6er Stahldrahts, mit dem ich die gesteckten (aber nicht isolierten) Kabel durch eine kleine Öffnung hinten im Rumpf herausziehen konnte. Dort lassen sich die Kabel dann wieder trennen, die Isolierungen ergänzen und die Kabellage in den Rumpf hineinschieben.

Diese Prozedur ist nicht tragisch, aber recht fummelig - und nicht nötig, wenn man den Rumpf selbst zusammenkleben würde oder zumindest eine kleine Modifikation am Rumpf etwas mehr Platz für die Kabelführung böte. Etwas zu viel RTF, sozusagen.

Dennoch war das Modell in nur einer Stunde fertig und dabei sind auch 30 Minuten zum Abbinden des Klebers eingerechnet. Die Flächenservos anschließen, Tragflächen anbringen, Rudercheck ... boah, alles richtig. Das ist geradezu idiotensicher, dafür gibt es von mir einen weiteren dicken Pluspunkt!
Die Schwerpunktlage noch ermitteln - passt genau nach Angabe, wenn der Akku so weit wie möglich nach vorne geschoben wird. Schließlich noch die Aufkleber aufbringen - sie haben nicht nur schmückende Aufgaben, sondern erleichtern die Lageerkennung.

Also Akku laden und dann steht dem Erstflug nichts mehr im Wege...

In der Anleitung ist der Pre-Flight-Check zwar erwähnt, aber er bezieht sich nur auf die Kontrolle der Ruderfunktionen. Ein Reichweitentest mit eingeschobener Antenne ist nicht vorgesehen. Ich mache ihn trotzdem - und schon nach 10 Metern beginnen die Servos zu zucken!

So kann man natürlich nicht fliegen. Der Fehler ist nicht offensichtlich, also tausche ich den Empfänger gegen einen ACT-Micro 6, der gerade verfügbar und nur unwesentlich größer ist. Jetzt habe ich über 50 m Bodenreichweite und da das Wetter gerade schön ist, hebe ich mir die Fehlerdiagnose für später auf.

Erstflug

Rudercheck, 3/4 Gas, leichter Wurf - und der HAWK SKY nähert sich zielstrebig dem Boden. Ich ziehe und gebe ohne zu denken gleichzeitig Vollgas - und muss bis zum Anschlag ziehen, um den Bodenkontakt zu vermeiden!
Als der Boden näher kommt, nehme ich automatisch Gas weg - und das Modell zieht sicher nach oben.
Es dauert nicht lange, bis mir klar wird, dass sich das Modell so verhalten muss. Der Motor ist deutlich oberhalb des Schwerpunkts angeordnet und bewirkt ein kopflastiges Moment, um so mehr, da er ordentlich Leistung hat.

Der Effekt tritt im Langsamflug und im Schnellflug nicht auf, nur wenn man "Gas" gibt oder wegnimmt. Aber er ist nicht stark und man gewöhnt sich schnell daran. Passiert wäre auch nichts, denn eine unsanfte Landung kann ein EPP-Modell nicht wirklich schrecken.

Ansonsten benimmt sich der HAWK SKY so, wie ich es von einem Einsteigermodell erwarte: Ausgesprochen gutmütig. Lässt man die Knüppel los, stabilisiert er sich schnell in Normalfluglage. Beim Aushungern kippt er irgendwann sanft über eine Fläche ab und fängt sich sofort. Die Wirkung der Ruder ist eher gering, was mir richtig erscheint - unerfahrene Piloten reagieren gelegentlich etwas hektisch, doch der HAWK SKY nimmt das gelassen und reagiert eher etwas träge.

Bei "Vollgas" zieht das Modell sehr schnell auf Höhe, das ist wirklich was anderes als die früheren "Bleienten" mit Speed-400-Antrieb. Der HAWK SKY kann sogar segeln, zumindest hält er sich einige Minuten auf Höhe, von Thermik allein kann er dann aber doch nicht leben. Drückt man ihn an, wird die Höhe sehr schnell wieder abgebaut.

Überhaupt ist der HAWK SKY richtig flott unterwegs, wenn man Gas gibt. Loopings fliegt er ohne Höhenverlust und auch Rollen sind kein Problem, wenn man weiß, wie man die Eigenstabilität überwindet - so ein Modell kann und soll ja nicht neutral fliegen. Ein Parkflyer ist der HAWK SKY zwar nicht, aber man kann damit auf einer Fläche in Größe eines Fußballplatzes herumturnen.
Ja, der Kleine macht richtig Spaß. Ich denke daran, welch große Fangemeinde der EasyStar hat und beginne, es zu verstehen.

Wenn ich mir vorstelle, mit dem HAWK SKY mein ersten Flugerfahrungen zu machen, gefällt es mir außerordentlich, dass er kein Genre repräsentiert. Man kann ihn langsam fliegen und erste Erfahrungen mit dem Segeln machen und man kann damit herumbolzen wie mit einem reinen Motormodell. Je nach (vielleicht noch unbekannter) Neigung des Piloten macht er Appetit auf beides, und mehr kann man von einem Einsteigermodell kaum erwarten.

Bei all diesen Überlegungen vergesse ich die Zeit. Ich bin jetzt drei- oder viermal gelandet, und habe den HAWK SKY wieder in die Luft geworfen. Meine Uhr sagt mir, dass ich jetzt seit einer halben Stunde herumspiele und er steigt immer noch bis an die Sichtgrenze. Ich hole ihn senkrecht wieder herunter und bin ausgesprochen beeindruckt, weil er sich kurz über dem Boden hart abfangen und danach normal landen lässt.
Tatsächlich war ich zunächst skeptisch wegen der "schwimmend" gelagerten Tragflächen, aber es ist nicht mehr passiert, als dass man nach so einem Manöver den Sitz der Flächen nach der Landung leicht korrigieren muss. Alles in allem eine beeindruckende Vorstellung.

Wasser in den Wein

Wie sich später herausstellte, war der mitgelieferte Empfänger viel zu unempfindlich. Ich habe es (allein auf weiter Flur) ausprobiert. Tatsächlich betrug die nutzbare Reichweite nur etwa 100 m. Damit ist das Modell kaum sicher zu fliegen, insbesondere nicht für einen Anfänger.

Es handelt sich wohl um den Einzelfall eines fehlerhaften Empfängers. Hobbyfly hätte ihn sicher auch anstandslos getauscht. Aber in Verbindung mit dem in der Anleitung nicht erwähnten Reichweitentest wäre das für einen Modellflugneuling ein Desaster geworden.

Das zeigt zumindest, dass der Hersteller im Qualitätsmanagement noch Verbesserungspotenzial hat. Der Empfänger ist mit einer völlig ausreichenden Reichweite von 500 m angegeben, also liegt offensichtlich kein prinzipieller Fehler vor. Eine Anleitung für einen Reichweitentest darf dann allerdings nicht fehlen und Hobbyfly hat gelobt, in dieser Hinsicht die Anleitung nachzubessern.

"Tuning"-Potenzial

Der HAWK SKY ist schon von Anfang an gut bestückt, was nicht bedeutet, dass er nicht zu Tuningmaßnahmen reizt. Immerhin: Man kann sich dabei auf Kleinigkeiten beschränken und muss nicht gleich die Antriebskomponenten komplett neu kaufen, wie es beim Easystar notwendig ist.

Modell

EPP mag insgesamt robust sein; seine Oberfläche ist aber nicht mal kratzfest. Erste Maßnahme ist daher das Tapen (mit Strapping-Tape bekleben) der Rumpfunterseite und der Flügelvorderkanten. Strapping-Tape an den Tragflächen wird nicht nur die Oberfläche schützen, sondern auch die Steifigkeit verbessern.

Die Ruderscharniere sind originell; sie bestehen aus dem selben EPP wie alles andere und ist an dieser Stelle nur besonders dünn. Dass das nicht wirklich ein Optimum darstellt, merkt man an zwei Dingen: Zum Einen ist das Material eingeschnitten, um es gangbar zu machen, zum Anderen klingen die Servos recht gequält, wenn sie diese „Scharniere“ bewegen müssen. Das Auftrennen des Materials und der Einbau von konventionellen Scharnieren sollte kein Problem sein, alternativ kann man auch Strapping-Tape oder Folienscharniere versuchen, dann allerdings von beiden Seiten.

Der Stellschraubenbefestigung der Bowdenzüge an den Ruderhörnern traue ich nicht viel zu, aber sie haben immerhin mehrere Flüge gehalten. Ein Tropfen Sekundenkleber wird das sicherer machen, insgesamt sind aber Gabelköpfe eine leichtere Alternative.

Antrieb

Motor- und Akkutemperatur habe ich nach jeder Landung überprüft, aber eine Erwärmung ist praktisch nicht feststellbar, weder nach einigen Minuten unter Volllast, noch nach absichtlichem Teillastbetrieb. Tatsächlich ist der Motor durch seine Vorspantmontage (d. h. in Flugrichtung gesehen sitzt er hinten, außerhalb des Motorträgers) vollständig im Luftstrom und so optimal gekühlt. Auch der Akku ist unter Volllast nicht ernsthaft gefordert.

Der Antrieb ist wirklich gut. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, bietet er Spielraum für Verbesserungen.

Ein Schwachpunkt sind die Anschlusskabel. Der Akku ist mit Dean-Plugs und 2 mm² Kupferkabel noch gut ausgerüstet. Ab dem Stecker geht es aber mit 1 mm² zum Regler und von dort ebenso dünn zum Motor. Zwischen Regler und Motor kommen noch Alu-Flachstecker hinzu, denen man ihren Kontaktwiderstand geradezu ansieht.
Zum Auswechseln der Kabellage muss man den Rumpf auftrennen, aber EPP ist hart im Nehmen. Natürlich braucht man einen Lötkolben, um durchgängig 2 mm² Kupfer einzuziehen, aber dann ist man auf der sicheren Seite.

Ein weniger aufwändiger Angriffspunkt für Tuningmaßnahmen ist der Propeller, der wohl aus dem Indoor-Bereich stammt. Er ist in sich weich und erinnert an den alten Günni-Prop, Verstellung durch Verformung. Als Außenläufer hat der Motor mit dem Propeller überhaupt kein Problem und die Einbauhöhe des Motors lässt auch deutlich größere Propeller zu, die man dann gleich als Schub-Klapplatte vorsehen sollte, womit sich gleichzeitig die Segeleigenschaften des Modells verbessern lassen.
Dem Experimentieren mit effizienteren Propellern stehen jedenfalls weder der Motor noch der Akku entgegen, beide bieten noch deutlich Spielraum nach oben.

Fazit

Ich bin sehr angenehm überrascht. Tatsächlich bietet Hobbyfly mit dem HAWK SKY RTF eine Kombination an, die Flugspaß auch ohne Vorkenntnisse vermittelt. Natürlich liegt das Modell preislich über den gelegentlichen Aktionen vom Baumarkt und Discounter, aber dafür bekommt man nicht nur ein Modell, das auch wirklich fliegt und dabei enorm Spaß macht, sondern auch eins, dessen Komponenten hochwertig genug sind, um sie später in anderen Projekten weiter verwenden zu können.

Dass hier der Easystar von Multiplex weitgehend kopiert wurde, mag typisch für solche Produkte sein. Allerdings wurde das Grundkonzept erheblich verbessert und die Ausstattung ist für ein Modell dieser Preisklasse ausgezeichnet.

Meine Empfehlung

Auf diesem Level ist RTF auch ohne fachkundige Begleitung nachwuchsfördernd.

Der Bausatz wurde von HOBBYFLY für Testzwecke zur Verfügung gestellt.

Stand: 21.11.2009