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Wie baue ich mir ein Instrumentenbrett?

Oliver Theede

Da im RC-Network-Forum immer häufiger Baubeschreibungen von Segelflug-Oldtimern erscheinen, möchte ich in einer kleinen Bauanleitung darstellen, wie ich meine Instrumentenbretter baue.
 
Schon oft habe ich mich darüber geärgert, dass es keine passenden Instrumente für meine Oldies gibt, mal sind sie zu groß, mal zu klein oder gar zu modern. So bin ich auf die Idee gekommen, sie mir selbst zu basteln.
Die Herstellung meiner Instrumentenbretter erfolgt ausschließlich aus Resten und allem, was ich in meiner Grabbelkiste finde.

Hier nun die Anleitung dazu:

Als Erstes schaue ich in den Fundus meiner Vorlagen für Instrumentenskalen, der mittlerweile auf etwa 64 Stück angewachsen ist, von Oldtimern bis zum modernen Segler und Motormaschinen.
Danach zeichne ich eine Schablone für das Instrumentenbrett des jeweiligen Modells, das ich ausstatten möchte. Dies ist natürlich sehr einfach, wenn man seine Modelle mittels CAD konstruiert.

Das Material:

Ich benötige drei Schichten Sperrholz à 1 mm, eine Schicht 5-6 mm Sperrholz und ein Furnier, je nach dem wie das Instrumentenbrett aussehen soll.

1. Als Nächstes furniere ich eine Schicht des 1 mm Sperrholzes mit dem Furnier. Danach fixiere ich die ersten beiden 1 mm Sperrholzschichten auf dem 5-6 mm Sperrholz mit Schrauben. Dafür bieten sich die Stellen an, an denen sich später  die Befestigungsschrauben der Instrumente befinden. Mit einem Forstnerbohrer in entsprechender Größe der Instrumente bohre ich an den Instrumentenpositionen durch alle drei Schichten die Löcher.

2. Jetzt demontiere ich wieder alle Teile.

3. Nun folgt das Drucken der Instrumente auf gutem Fotopapier, das anschließend zweimal mit einem UV-Spray beschichtet wird.
Das Schwärzen der Instrumenteninnenringe mache ich einfach mit einem mattschwarzen Lack aus der Sprühdose.

4. Nun folgt der Bau der Zeiger, die ich aus Schrauben und unterschiedlich dickem Messingdraht herstelle. Der Draht wird mit den Schrauben verlötet und danach farbig lackiert.
Für die Instrumentenbefestigung wird noch eine handvoll kleiner Schrauben mattschwarz gesprüht.

5. Auf die übrig gebliebene Lage 1 mm Sperrholz werden die Instrumentenskalen aufgeklebt. Die 6 mm Sperrholzlage mit den Löchern wird darüber geklebt.
Aus der zweiten Lage wird nun, großzügiger als die Löcher, weiter Sperrholz entfernt, damit dort die Verglasung ihren Platz findet.
Die Zeiger werden auch gleich montiert.

6. Jetzt wird zunächst die Lage mit der Verglasung und danach das Furnier auf die untere Konstruktion aufgeklebt und mit den Instrumentenbefestigungsschrauben versehen.
Die Instrumentenfassung mache ich aus O-Ringen, die ich mir im Baumarkt suche. Sie sind eigentlich immer das teuerste des Instrumentenbretts.
Die O-Ringe können auseinander geschnitten, abgelängt und wieder zusammengefügt werden, dies geht am besten mit Sekundenkleber. Ich setze sie punktuell mit Sekundenkleber auf die Instrumente.

7. So sieht es dann aus, wenn es in meinem L-Spatz 55 im M 1:2,5 eingebaut ist.
Man kann es jetzt noch mit Schaltern oder, so wie hier, mit einem Knebel für die Schleppkupplung weiter vervollständigen.

8. Resumé:
Es macht wirklich Spaß, so ein Instrumentenbrett für wenig Geld selbst zu bauen, das unter anderem auch noch sehr schön aussieht. Ich bin immer wieder Stolz auf so ein kleines Wunderwerk und meine sagen zu können, dass sich die von mir gebauten Instrumentenbretter leicht mit denen von anderen Herstellern messen können, allerdings meine kosten nur wenige Euro!

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachbauen!

www.oliver-theede-oldtimersegler.de

 

Stand: 15.02.2010