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BLACK JACK 26

Dieter Frank

Mit freundlicher Genehmigung der Fachzeitschrift

oder: siebzehn und vier

Es ist noch gar nicht mal so lange her, da gehörten Karten-Glücksspiele genauso wie Tätowierungen und Boxkämpfe nur in die Welt derjenigen Leute, vor denen uns unsere Eltern immer schon gewarnt hatten. Heute ist das alles anders: Klitschko & Co. laufen zur Primetime, hat man nicht wenigstens ein kleines Tatoo vorzuweisen, ist man fast schon ein Exot, und wer sich schon nicht im Kasino zu pokern traut, tut das zumindest online. Für Sie ist das trotzdem alles nicht geeignet? Dann machen Sie es doch so wie ich und schaffen Sie sich die BLACK JACK an!
Die trägt ihren Namen ebenfalls nach einem Casino-Kartenspiel, das so mancher wohl eher unter dem bei uns gebräuchlicheren Namen „Siebzehn und vier" kennt. Die BLACK JACK 26 aus dem Programm von Proboat/Horizon Hobby kann zwar auch „spielsüchtig" machen, allerdings eher im positiven Sinne ... aber der Reihe nach.

Bauen war gestern, mit diesem perfekten Finish kommt die BLACK JACK aus der Verpackung

Nach den sehr guten Erfahrungen mit der Miss ELAM von Proboat (siehe 9/09) stieß ich beim Blättern im Katalog von Horizon Hobby auf die BLACK JACK 26 desselben Herstellers. Dieser Kat wird ebenfalls als Ready-to-Run-Modell mit einer Brushless-Antriebsanlage angeboten. Das Modell gefiel mir auf Anhieb gut und so war schnell die Entscheidung getroffen, auch dieses Modell in die Rennbootflotte aufzunehmen.
 

Der Ständer mit dem eingelaserten Bootsnamen
 
Zweifach gestufte Schwimmer, Flexwelle zum Schwenkantrieb, zwei Stabilisierungsfinnen am Spiegel: ein bewährtes Konzept

Nach dem Öffnen des Kartons fällt der Blick auf das von Proboat-Modellen schon gewohnte, sauber verpackte Komplettset: Neben dem Modell liegen ein Pistolensen­der, ein Ständer aus lasergeschnittenen Holzteilen samt eingraviertem Bootsna­men und geschäumten Auflageflächen sowie eine gut bebilderte, aber leider nur englischsprachige Bedienungsanleitung in der Verpackung. Nach dem Einsatz von ein paar Tropfen Sekundenkleber zur dauerhaften Fixierung des Ständers kann das Modell dann schon auf diesem zur intensi­ven Begutachtung abgelegt werden.

Wie schon die Miss ELAM glänzt auch die BLACK JACK 26 mit einem perfekten Finish, das auf dem sauber verarbeiteten GfK-Rumpf aufgebracht ist. Auch der Deckelverschluss kommt einem bekannt vor: Vorne ist der Rumpfdeckel mit einer Zunge gesichert, die unter den Süllrand greift, hinten wird er durch zwei praktische Ma­gnetverschlüsse fixiert. Diese Kombination sorgt für einen sicheren Sitz ohne nerviges Gefummel mit Klebeband vor jeder Fahrt.

Ist der Deckel abgenommen, fällt der Blick auf das wassergekühlte Maschinenherz des Renners, den wassergekühlten Brushless-Motor vom Typ A3630-1500. Für die Drehzahlregelung ist ein ebenfalls wassergekühlter 45-A-Regler zuständig, der zusammen mit den anderen RC-Kom­ponenten in einer wasserdichten RC-Box im Heck untergebracht ist.
Werksseitig ist der Regler für den Betrieb mit NiMH-Zellen (12 Stück) eingestellt. Bei dieser Antriebsauslegung sollte man dann aber nicht an den Akkus sparen, sondern schon qualitativ gute, besser sogar se­lektierte Zellen verwenden. Zeitgemäßer ist inzwischen allerdings der Einsatz von LiPo-Akkus, mit denen es dank ihres geringeren Gewichts natürlich wesentlich besser vorwärts geht. Für den LiPo-Betrieb wird ein Umprogrammieren des Reglers auf die entsprechend andere Abschaltspannung erforderlich. Generell können für jede Akkusorte zwei Abschaltspannungen, näm­lich „high" oder „low" angewählt werden. Bei Verwendung von NiMH-Zellen beträgt diese 0,9 (high) bzw. 0,7 (low) Volt pro Zelle, beim Einsatz von LiPos sind es 3,0 (high) bzw. 2,7 (low) Volt pro Zelle, die die Packs vor unerwünschten Tiefentladungen bewahren. Die Umstellung des Reglers ist problemlos: Einfach das separat erhältliche Programmiermodul mit vorher per Schiebeschalter geänderter Einstellung anschließen, Quittierungston abwarten, fertig.

Die Programmierkarte für den Drehzalregler

Die Akkuauflagen des Bootes sind ausreichend groß dimensioniert, so dass man mit Akkupacks verschiedener Baugrößen gut klar kommt, die Absicherung der Stromspender übernimmt das mitgelieferte Klettband. Am Heck befindet sich die schon erwähnte, separat abgedichtete RC-Box. Der Verschluss ähnelt dem der hinlänglich bekannten Frischhalteboxen, so dass auch hier kein Klebeband als Mengenverbrauchsgut benötigt wird.

Am Boot selber ist bis auf das Einsetzen und Befestigen der Akkus vor der ersten Fahrt nichts zu tun, sofern man Akkus mit dem zum Regler passenden Deans-Stecksystem vorliegen hat. In meinem Boot habe ich daher noch auf das in meinen anderen Modellen verwendete EC-3-Stecksystem umgerüstet.

Herzstück des Renners: der bürstenlose Antriebsmotor, auf den seitlichen Akkuauflagen ist genug Platz auch für größere Typen
Wasserdichte RC-Box im Heck

Die mitgelieferte Fernsteuerung ist eine 2­Kanal-Pistolen-Anlage im 27-MHz-Band. Neben den Trimmungen für Gas und Lenkung verfügt der Sender auch über eine Dual-Rate-Funktion für die Lenkung, mit der man die Ruderausschläge im Fall des Falles passend begrenzen kann. Nach dem Einsetzen von acht Mignonzellen ist der Sender betriebsbereit.

Fahrerprobung

Nach einem kurzen Check der Funktionen geht es ins Wasser. Bestückt ist der Kat mit zwei 2s-LiPos mit 2.500 mAh. Vom Stauraum und auch von der Verdrängung her wären ohne Probleme LiPos mit Kapazitä­ten von 4.000-4.400 mAh unterzubringen. Spontan erfolgt die Gasannahme und das Boot schießt vorwärts, noch Unbedarften im Rennbootbereich ist anzuraten, sich vorher Gedanken zu machen, wohin die Reise gehen soll ... denn die BLACK JACK ist schnell!
Einmal auf Geradeausfahrt getrimmt liegt das Modell sauber in der Spur und es macht eine Riesengaudi, auf der Geraden den Gashahn voll aufzudrehen. Aber auch das Kurvenverhalten ist unkritisch, selbst Haken schlagen macht richtig Spaß ... man sollte es nur nicht zu sehr übertreiben, sonst kann man sich womöglich von der Effektivität des Propellers als Luftschraube überzeugen...

Nach den ersten Proberunden durfte dann wieder mein GPS-Logger im Modell Platz nehmen, weil ich genaue Messwerte zur Höchstgeschwindigkeit haben wollte. Mit der herstellerseitigen Motorisierung und den erwähnten Akkupacks sind je nach den Wasserverhältnissen Spitzengeschwindigkeiten von knapp über 40 km/h drin. Darüber kann man wirklich nicht meckern, das ist ein Wert, an den die meisten RTR-Modelle anderer Hersteller nur schwer oder gar nicht herankommen. Je nach Gasfinger und der Beschaffenheit der Wasseroberfläche sind Fahrzeiten von 8-10 min drin. Apropos Wasseroberfläche: Durch die Verstellmöglichkeit des Antriebs ist eine Abstimmung auf verschiedene Wasserverhältnisse möglich, so kann man selber entscheiden, wie „nass" oder „frei" der Kat laufen darf.

Fazit

Mit ihrer sauberen Verarbeitung, dem sta­bilen GfK-Rumpf, den qualitativ hochwer­tigen Antriebskomponenten und natürlich den schon „aus der Schachtel heraus" be­geisternden Fahrleistungen ist die BLACK JACK ein Quell der Freude. Somit bekommt das Boot mit Sicherheit auch einen Platz im Kofferraum, wenn es das nächste Mal in den Urlaub an die Ostsee geht, mal sehen, wie sich der Renner dann dort im „Off­shore-Einsatz" macht.
Das Preis-/Leistungsverhältnis geht somit in Ordnung, nur die 27-MHz-Anlage trübt ein wenig das Bild. Gerade schnelle Model­le sollte man doch besser auf 40 MHz oder ganz aktuell auf 2,4 GHz betreiben, um Störungen durch irgendwelches anderes „RC-Spielzeug" zu vermeiden.

Technische Daten  
Länge 679 mm
Breite 213 mm
Motor wassergekühlter A3630-500 Brushless.Motor
Regler 45 A, wassergekühlt
Gewicht ca 1.400 g (ohne Akkus)
Akkus 2 x 6 Zellen NiMH oder 2 x 2s-Lipos ab 2.500 bis 4.000 mAh
Hersteller/Vertrieb Proboat/Horizon Hobby - Fachhandel
Preis € 369,-

www.neckar-verlag.de

Stand: 11.02.2010