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Der kleine Schwarze Multilader 7E von Graupner

Rüdiger Götz

Mit freundlicher Genehmigung der Fachzeitschrift

Aus Ladegeräten sind heutzutage längst Ladestationen geworden, die sich gegenseitig nur zu gerne
mit ihrer Anzahl an Lade- und/oder Pflegeprogrammen, der Fülle an Display-Informationen und gespeicherten Messdaten, der PC-Anbindung usw. übertrumpfen. Graupners neuer Multilader 7E hält da komplett dagegen, denn bei ihm geht es allein ums Laden. Das war auch schon immer so, denn Lader mit dem Namen „Multilader“  sind seit Jahrzehnten in immer wieder aktualisierter Form im Graupner-Programm zu finden. Der Name ist dabei Konzept, denn das aktuelle Gerät ist ein vielseitiger Lader mit sieben Ausgängen. Sender- oder Empfängerakku anstecken, kontrollieren, ob die Power-LED und Akku-LED leuchtet und warten. So einfach war das Akkuladen früher, und so einfach kann es auch noch heute sein, denn der Leistungsumfang des Geräts, das über den Fachhandel zum Preis von schmalen € 29,95 angeboten wird, deckt dabei erstaunlich viele Fälle ab.

Ausgang 1 packt mit 1 A Ladestrom NiCd-/NiMH-Akkus zwischen 4 und 10 Zellen und verfügt sogar über eine Abschaltung per Delta-Peak-Verfahren. Auch Ausgang 2 und 3 sind mit dieser Abschaltung ausgestattet, wenn auch bei einer Rücknahme des Ladestroms auf je 500 mA und im Fall des 3. Ausgangs mit der Einschränkung 1 bis 4 NiCd-/NiMH-Zellen. Das Ladeende wird getrennt für diese drei Ausgänge durch Umschalten der zweifarbigen LEDs auf Grün signalisiert.


Alle Ausgänge können zeitgleich laden, auch die drei ersten mit der Delta-Peak- Abschaltung arbeiten parallel

Die vier weiteren Ausgänge haben keine Abschaltautomatik, dafür sind sie allesamt für den Zellenbereich von 1 bis 10 NiCd-/NiMH-Zellen freigegeben. Alternativ können hier auch Bleikakkus mit 2 bis max. 12 Volt geladen werden. Die Ladeströme hier: 2 x 250 und 2 x 120 mA. Geladen wird an den Ausgängen 4 bis 7 mit dem Pulsverfahren. Wie die ersten drei Ausgänge verfügen auch die „hinteren“ vier über je eine eigene LED. Leuchtet sie rot, wird geladen, leuchtet sie nicht, ist der Akku verpolt angeschlossen oder die Verbindung zum Akku nicht in Ordnung.

Den Saft zum Laden bezieht das Gerät aus dem häuslichen Stromnetz, wobei dessen Spannung zwischen 110 und 240 Volt betragen darf, ohne dass man dabei manuell etwas umschalten muss. Ein Lader für den reinen Heimbetrieb also, das aber praktisch weltweit.

Ein Name, der verpflichtet: Der Multilader rechts im Bild ist rund 30 Jahre alt und funktioniert noch immer!

Für das Ladeende an den Ausgängen 4 bis 7 hat der Anwender selber zu sorgen, weswegen die Ladezeit aus Ladestrom und Akkukapazität überschlägig zu berechnen ist. Wie das geht, darüber gibt die Anleitung erfreulicherweise Auskunft. In die Knie zwingen wird man den Lader dabei kaum können, denn die Leistung des Netzteils wird mit 38 Watt angegeben. Sind alle sieben Ausgänge mir ihrer max. zugelassenen Zellenzahl bedacht worden, kommen rechnerisch ziemlich exakt 30 Watt zusammen, somit verbleibt eine ausreichende Reserve.

Ein Sicherheitsaspekt, der Bedienfehler praktisch ausschließt, ist der Verpolungsschutz aller Ausgänge. Nur wenn die dem Ausgang zugeordnete LED leuchtet, wird geladen, Irrtümer aus Schusseligkeit sind also ausgeschlossen.

Entladen kann der Multilader aber an keinem der Ausgänge, auch wenn das die Anleitung zunächst vermuten lässt. Sie schlägt nämlich auf Seite 7 zum Akku-Formieren das „Entladen eines Akkus Zelle für Zelle mit dem Ladegerät“ vor. Für leichte Irritationen sorgt auch der Hinweis, dass erst die Akkus anzuschließen und dann der Netzstecker einzustecken sei. Leider widerspricht das der Ausstattung der ersten drei Ausgänge mit je einer eigenen Abschaltung, denn diese dürfte es kaum mögen, wenn man zwecks andocken weiterer Akkus den Netzstecker zieht und somit den Ladevorgang (ständig) unterbricht.

Nach der Theorie sorgte aber zum Glück die Praxis für Entwarnung, denn das Gerät ließ sich auch von einem ganz normalen Umgang, sprich fröhlichem Anstecken und Entfernen diverser Akkus nicht aus dem Takt bringen. In der Praxis hat sich die Abschaltung als stets zuverlässig erwiesen. Das Delta-Peak-Kriterium wurde nämlich sehr sicherheitsbedacht gewählt, da es ja sowohl NiMH- als auch NiCd-Akkus gerecht werden muss. Das führt dazu, dass ein 8-zelliger NiMH-Senderakku nach dem Ladeschluss auf 11,3 bis 11,4 Volt kommt, während das NiCd-Pendant 10,8 bis 10,9 Volt vorweist.

Fazit

Der Multilader 7E von Graupner ist zwar keiner jener Lader, die es verstehen, (NiCd-)Akkus bis Oberkante Unterlippe vollzudrücken, aber er ist dafür ein handliches, unkompliziertes und stets zuverlässiges Gerät. Ideal für alle Einsteiger in den RC-Modellbau, die neben Sender und Empfänger auch ihre Antriebsakkus laden wollen. Ideal natürlich für all diejenigen, die ein kleines und einfaches Modell gerne mit auf Reisen nehmen und dafür ein handliches, leichtes Ladegerät suchen, das die Akkus über Nacht wieder fit für den nächsten Tag macht.


Die Ausgänge 1 bis 3 besitzen eine zweifarbige LED, die jeweils nach Ladeschluss auf Grün umspringt, während die LEDs an Ausgang 4 bis 7 mit dauerhaftem Leuchten die korrekte Polung und eine Verbindung zum Akku signalisieren.

Technische Daten  
Versorgungsspannung 110 bis 240 V
Ladestrom 0,12 bis 1 A, je nach Ausgang
7 Ladeausgänge 3 Ladeausgänge mit Abschaltautomatik
Abmessungen 142 x 130 x 84 mm
Gewicht 530 g
Preis 29,95 €
Bezugsquelle Fachhandel, www.graupner.de

www.neckar-verlag.de

Stand: 11.02.2010