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Schnellboot Wiesel

Gerrit Nils Werner

Am Anfang existierte nur der Wunsch, etwas zu bauen, das ferngesteuert war. Da ich damals mit dem Flugmodellbau noch nichts zu tun hatte, fiel mir die Wahl nicht schwer. Es musste etwas Schwimmendes sein. Mein Vater und ich überlegten, was es nun werden sollte. Nach längerem Nachdenken fiel die Wahl auf das Schnellboot WIESEL der Zobel-Klasse von Graupner.
Da es nicht nur mein erstes RC-Modell, sondern auch das erste Modell in dieser Größe war, dauerte der Bau etwa eineinhalb Jahre. Er wurde immer wieder von kleineren und größeren Baupausen unterbrochen.

Zuerst musste der Rumpf samt Ruderanlenkung zusammengefügt werden, wobei ich aufgrund von fehlender Erfahrung das eine oder andere zu umständlich gebaut habe. Aber man lernt ja dazu.

Die Anlenkung der Ruderanlage wird wohl die nächsten einhundert Jahre schadlos überstehen.

Ein spannender Bauabschnitt war vor allem der Bug, da die dort befestigte Sperrholzplatte nicht beim ersten Versuch hielt und immer wieder herausrutschte.

Ebenfalls nicht uninteressant war für mich als Neuling der Einbau der Motoren, da es hierbei um große Präzision und Haltbarkeit ging.

Der darauf folgende Bau der Aufbauten war nicht sonderlich schwierig, da es sich nur um Tiefziehteile handelte, die korrekt auszuschneiden und zusammenzufügen waren.

Die Geschütztürme, die als Bausatz mitgeliefert wurden, waren aus damaliger Sicht nicht so nachzubauen, wie ich es mir vorstellte. Daher kaufte ich ebenfalls noch die fertigen Geschütztürme von Graupner dazu. Nach der Fertigstellung des Modells wurde der hintere Turm angelenkt und kann seitdem gedreht werden. Außerdem habe ich die Fahrtlaternen mit Leuchtdioden bestückt.

Hier ist die zukünftige Brücke und dahinter das Motorenhaus zu sehen. Darauf wurde später der Funkmast gebaut.

Die Reling wurde nicht wie vorgesehen aus Draht, sondern mit Sterngarn gebaut. Dies hat zwar zur Folge, dass die Reling von Zeit zu Zeit repariert werden muss, aber sie ist einerseits vorbildgetreuer, da die Originale keine festen Stahlstangen sondern Drahtseile zwischen den Pfeilern haben. Andererseits brechen die Relingstützen im Betrieb nicht aus, wie es bei der Verwendung von Draht vorkommen kann.

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit war es dann soweit: Es ging zur Probefahrt. Bei Tests erwiesen sich die verwendeten Schrauben als ineffizient und wurden gegen größere mit mehr Steigung ausgetauscht.

Auch die Akkus verweigerten nach einiger Zeit ihren Dienst, da diese seit Baubeginn im Keller lagen und damals noch kein modernes Ladegerät vorhanden war, das sie in Zyklen laden konnte. Seitdem werden Zellen von Lidl verwendet, die selbst zusammengelötet wurden.

Die drei Motoren führen bei zu hohen Geschwindigkeiten zu einer gefährlichen Kippneigung des Modells.
Da das Modell, im Gegensatz zum Original, nur drei Schrauben besitzt, von denen eine Schraube immer gegenläufig zu den beiden anderen rotiert, entsteht infolgedessen eine Hebelwirkung auf das Modell. Je schneller das Modell fährt, desto extremer wirkt sich diese Kraft auf das Boot aus.
Das Original hat vier Schrauben und umgeht so dieses Problem. Hier laufen immer zwei Schrauben gegenläufig, sodass sich die Hebelwirkungen der Schrauben ausgleichen und nicht auf das Modell übertragen werden. Bei gleichen Wellendrehzahlen heben sich die Hebelwirkungen der Schrauben gegenseitig auf. Beim Modell jedoch sind aus Platzgründen nur drei Motoren vorgesehen.
Bei Verwendung größerer Schrauben entspricht das Fahrtbild dem des Vorbildes. Die Bugwelle wird kurz unterhalb des Vorderdecks zur Seite geworfen.

Wer Interesse an dem Modell hat, sollte nicht zögern es zu bauen, da es sich um ein wunderschönes Modell handelt, das auch bei voller Fahrt angenehm zu steuern ist und auch mit wenig Erfahrung erfolgreich zu bauen ist.

 

Stand: 09.05.2010