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YAK 55 M mit 1,4 m Spannweite von GB-Models

Ulrich Köster

Seite 2

4.5 Das flotte Fahrgestell

Jetzt, da die friemeligsten Innereien erledigt sind, kann man getrost den Rest des Fahrwerks montieren. Vorher wäre es möglichweise etwas blöd gewesen, wenn einem beim Hantieren mit den Seilen die ganze Kiste immer wieder vom Basteltisch rollt und eindrucksvoll ins edle Wohnzimmerparkett einschlägt.
Den Fahrwerksbügel, der rein gar nichts mit einer Garderobe zu tun hat, hatte ich nämlich schon vorher angeschraubt, damit zusammen mit dem Spornrad ein stabiles Dreibein entsteht, welches während der Arbeiten im und am Rumpf noch nicht beliebig auf dem Basteltisch herum eiert. Fehlen also nur noch die Räder und die Kotflügel oder wie man das nennt. Die Anzahl der Teile dazu ist glücklicherweise überschaubar und so bekomme sogar ich das hingemauschelt.

Der Bund auf der Fahrwerksachse ist seitlich abgeflacht. Wer also einen nicht allzu dicken 10 mm Maulschlüssel hat, der kann beim gnadenlosen Festknallen der Mutter hier schön gegenhalten.

Die kleinere Bohrung ist für die Schraube der Verdrehsicherung der Radabdeckungen gedacht. Auf dem folgenden Bild fehlen diese Schräubchen allerdings noch.


 

4.6 Das Hochleistungstriebwerk

Bezüglich des Antriebes hatte ich gehofft, einen vorhandenen Hochleistungsbürstenmotor mit doppelseitiger Gleitlagerung und gesenkgeschmiedeter 2 mm Abtriebswelle für allerhöchste Drehmomentansprüche verwenden zu können.

Als Energiequelle wäre dieser wunderbare Akku geeignet gewesen, der seit Längerem nutzlos in der Ecke herumlag.

Der Motor stammt aus der weltbekannten Edelschmiede Mabuchi, bietet aber möglicherweise doch nicht ganz das für dieses Modell geforderte Leistungspotenzial, so dass ich dann auch beim Akku von trauriger Einsicht getrieben auf eine der Hersteller- und Händlerempfehlungen zurückgegriffen habe.

Zur Montage dieses Motors wird noch ein sogenanntes Heckmountsystem benötigt, um ihn stumpf an den Motorspant schrauben zu können (ich habe den Begriff „Heckmount“ im Wiki nicht finden können, es bedeutet aber vermutlich so viel wie „hinter dem Berg“)

Nach dessen Montage und der des Mitnehmers blickt der Motor wie folgt aus der Wäsche

Für alle Fotohungrigen hier noch ein Blick auf einzelne Wicklungen des Stators.

So ein bürstenloser Motor will immer ganz gerne durch wundersame Elektronik zu Rotationen überredet werden. Das macht man am besten mit einem solchen oder ähnlichen Motorsteller

Ohne Rücksicht auf irgendwelche verbrennungsgefährdeten Fingerkuppen habe ich unter Zuhilfenahme meines guten alten bewährten Lötkolbens Motor und Steller einfach ohne Steckverbindung zusammengebraten.
Den Akku-Anschluss von Gerhard fand ich so schön, dass ich das Ungetüm ebenfalls 1:1 abgekupfert habe. Wie angenehm, wenn man sich nicht nur auf eigene Ideen beschränken muss.

Angesichts der Dimensionierung habe ich allerdings das unbestimmte Gefühl, dass ich über diese Leitungen auch die 3000 W unseres Durchlauferhitzers jagen könnte.

Hier sitzt das niedliche Minimotörchen fertig geheckmounted am Motorspant.

Im Inneren schaut es so aus.

Alle notwendigen Bohrungen sind bereits vorhanden, so dass nur noch geschraubt werden muss.
 

4.7 Die Zentrale zum Schalten und Walten

Um keine Werbung zu betreiben, verrate ich jetzt mal nicht, welchen Empfänger ich verwende. Da er seine Anschlüsse allesamt an den beiden Stirnseiten besitzt, habe ich ihn auf einem zusätzlichen Balsabrettchen erhöht eingebaut. So kommt man gut an alle Buchsen heran und er liegt nicht in der modderigen Kieljauche…äh, oder bin ich da etwa gerade auf dem falschen Dampfer?

Das Brettchen für das Höhenruderservo hat übrigens einseitig eine kleine Erhöhung erhalten, damit der Hebel etwas besser zur Heckmitte zeigt. Tatsächlich könnte es sogar noch etwas mehr sein.

Weiter vorne Richtung Bug sieht es nun so wie auf dem folgenden Bild aus.

Wie man auf dem Foto sehen kann, durfte der Kleine das erste Mal frische Luft schnappen.

Der Doppelakku hat provisorisch Platz genommen und wartet noch auf ein wenig Verschiebung, um den Schwerpunkt an die korrekte Position zu bekommen. Es ist ein 2200er zweimal 3s, der eventuell sogar noch 1 – 2 cm weiter nach vorne könnte. Obwohl ihm das auch nichts nutzen wird, ist doch die durch den Motorspant versperrte Sicht da auch nicht besser.

Das Auswiegen ist nicht so ganz trivial, da der Vogel, mit den Flächen auf die Waage gelegt, sowohl auf dem Bauch als auch auf dem Rücken leicht indifferentes Verhalten zeigt. Ausgewogen kippt er aus der Waagerechten sowohl nach vorne als auch nach hinten weg, je nachdem, wo man ihm einen kleinen, winzigen Schubs verpasst.
 

4.8 Beinahe das Ende

Tja, jetzt fehlt zu guter Letzt eigentlich nur noch eine Komplettansicht. Allerdings musste das Shooting noch ohne gelbe Nase erfolgen, wartete zu diesem Zeitpunkt doch die Spinnergrundplatte noch auf die zentrierte Vergrößerung der Bohrung, um auf die Motorwelle geschoben werden zu können.

Insbesondere bei dem zweiten Foto fällt mir auf, dass der Rasen ganz gut seinen ersten Schnitt vertragen könnte. Tja, das Modellflughobby schafft es immer wieder, dass die anderen Dinge des täglichen Lebens vernachlässigt liegenbleiben.

Ansonsten sind am Flieger alle groben Arbeiten erledigt, lediglich ein paar Details (u. a. das eine oder andere Schräubchen nachziehen oder mit Sicherung versehen, Auswiegen, Ruderwege einstellen u.ä.) fehlen noch, dann kann der Erstflug erfolgen.
 

5. Epilog

Oh je, was um Himmelswillen ist denn das schon wieder? Auch hier wieder eine kurze Erklärung des Begriffes Epilog.
Zunächst einmal versteht man darunter keinesfalls den Statusbericht nach einer erfolgten Haarentfernung.
Vielmehr handelt es sich dabei um irgendein sinnloses Gefasel, wenn die eigentliche Geschichte zwar bereits zu Ende ist, der Autor aber seinen Schreibfluss noch nicht stoppen kann.

Insofern schreibe ich jetzt auch einfach weiter und hoffe natürlich inständig, dass es vereinzelte Kämpfernaturen unter den Lesern mit anscheinend unglaublichem Durchhaltevermögen tatsächlich bis hierhin geschafft haben.

(Aber warum auch nicht, ich musste da ja auch durch, und das sogar mehrfach bei den vielen vielen notwendigen Korrekturen auf dem Weg zur rechten Schreibung.)

Mit dem Erstflug werde ich noch ein Weilchen warten, denn zunächst möchte ich mich einige Zeit an dem vollständigen Ganzen dieses Modells erfreuen.

Angaben zu Flugerfahrungen sind jedoch ebenfalls in dem bereits mehrfach erwähnten RCN-Forenthema von Gerhard Hanssmann zu finden, wo auch andere Piloten von ihren Eindrücken berichten. Insofern überlasse ich dieses Spezialgebiet des echten, praktischen Einsatzes den Profis, die das sehr viel besser beurteilen können als ich.

Zum Schluss bedanke ich mich beim nervenstarken Leser und entschuldige mich für das Stehlen seiner kostbaren Zeit.

 

Stand: 05.05.2010